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Elektrischer Zeitschalter.
Die Erfindung betrifft einen elektrischen Zeitsehalter, bei welchem die Schaltdauer durch die Bremswirkung eines Luftpumpenkolbens bestimmt ist.
Es sind bereits derartige elektrische Zeitschalter bekannt, bei denen der Luftpumpenkoll) en unter Federwirkung steht und entgegen der Spannung dieser Feder an einem Zugriff in die Schaltstellung gezogen wird, aus der er durch die Wirkung der gespannten Feder entgegen der durch ein Ventil aus dem Zylinder entweichenden Luft in die Ausgangs-oder Aussehaltstellung zurückgeht.
Ferner sind Zeitschalter bekannt, bei denen der Luftpumpenkolben als Solenoidkern ausgebildet ist und beim Einschalten eines Nebenstromkreises in ein Solenoid hineingezogen wird, dessen Stromkreis bei einer bestimmten Stellung des Kolbens wieder unterbrochen wird, bei welcher gleichzeitig der eigentliche Verbrauchs stromkreis eingeschaltet und der Kolben zwecks freien Niedersinkens freigegeben wird, bis er hiebei den Verbrauchsstromkreis wieder unterbricht.
Alle diese Schalter haben den Mangel, dass sie nicht in der allgemein üblichen Form und Gebrauchsweise der gewöhnlichen Wandschalter hergestellt werden können, weil der Luftpumpenkolben nicht mittels einer Handhabe betätigt werden kann, auf welche die Rüek-oder Aussehaltbewegung des Kolbens keinerlei Einfluss hat, oder weil die Anwendung eines Solenoids zum elektrischen Anheben des Kolbens eine für Wandsehalter ungeeignete Bauart erfordert.
Auch kann die Anwendung einer Feder zum Zurück- führen des Kolbens und die Anwendung eines Auslassluftventils im Zylinder zum Dämpfen der Riiek- bewegung des Kolbens nicht die für allgemein zugängliche Schalter erforderliche dauernde Betriebssicherheit gewährleisten und lässt ausserdem bei der für gewöhnliche Wandschalter bedingten geringen Abmessung des Zylinders und Kolbens die erforderliche Schaltdauer nicht erreichen.
Den Gegenstand der Erfindung bildet ein elektrischer Zeitsehalter, bei welchem der Luftpumpenkolben weder unter Federwirkung steht, noch mittels eines Solenoids, sondern mittels einer bei Wandschaltern allgemein üblichen Handhabe in die Schaltstellung gehoben wird, wobei diese Handhabe so mit dem Kolben zusammenwirkt, dass sie ohne den Kolben in die Ausgangslage zurüekbewegbar ist oder durch Federwirkung zurückgeht und den Kolben zur freien Rückbewegung freigibt. Bei dieser Einrichtung des Schalters lässt sieh derselbe in der allgemein üblichen Form und Grösse von Wandsehaltpl'J1 und für eine geeignete Sehaltdauer bis fünf Minuten und mehr herstellen und mittels beliebigen Handhaben betätigen.
Auf der Zeichnung sind mehrere Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt, u. zw. zeigt Fig. 1 die Ansicht auf den Soekelteil eines Schalters nach der Schnittlinie B-B in Fig. 2, Fig. 2 einen mittleren Längsschnitt nach der Linie A-A in Fig. 1, Fig. 3 die Ansicht auf die obere Seite dieses Schalters, Fig. 4 einen Querschnitt nach der Linie C-C'in Fig. l, Fig. 5 die Luftpumpe im Längsschnitt, Fig. 6 eine andere Ausführungsform der Luftpumpe im Längsschnitt, Fig. 7 und 8 je eine andere Ausführungsform des Sehalters.
In den Figuren bedeutet 1 den Zylinder der Luftpumpe, 2 den Kolben, 3 die Kolbenstange, 4 einen Kopf an der Kolbenstange als Belastungsgewicht für den Kolben und 5 einen Ring aus Isolierstoff unter-
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Der Zylinder 1 ist in den Sockel 7 eingebettet und durch eine Rohrschelle N festgehaltrn. Ferner sind in. den Sockel die Anschlussklemmen ss und 11 für die beiden Stromleitungsdrähte 12 und 13 eingebettet.
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Die eine Klemme 10 besitzt eine Kontaktplatte 14, welche die Kolbenstange 3 der Luftpumpe gabel- förmig umgreift. Die gegenüberliegende Klemme11 trägt eine an einem Bolzen 16 schwenkbar gelagerte, federnde Klappe 15, welche mit einem Fortsatz unter der Kontaktplatte 14 der andern Anschlussklemme greift und vermittels ihrer Feder gegen diese Kontaktplatte 14 angedrückt wird, so dass der Stromschluss zwischen beiden Anschlussklemmen 10 und 11 hergestellt ist. Die Kontaktklappe 15 besitzt jedoch eine . aufwärts gebogene Nase 17, und auf dieser Nase und der Kontaktplatte 14 ruht für gewöhnlich der Isolier- ring 5 an der Kolbenstange 3.
Durch das Gewicht des Kolbens und sein Belastungsgewieht 4 wird die Kontaktklappe 15-17 nach unten geschwenkt und dadurch von der Kontaktplatte 14 weggedrückt, so dass der Strom zwischen den Klemmen 10 und 11 unterbrochen ist. Beim geringsten Anheben des
Kolbens der Luftpumpe wird die Nase 17 der Klappe 15 entlastet, und die Klappe legt sieh unter der
Wirkung ihrer Feder gegen die Kontaktplatte 14 an, so dass der Strom eingeschaltet ist.
Das Anheben des Kolbens oder das Einschalten des Stromes geschieht gemäss der Erfindung mittels einer geeigneten Handhabe, an welcher der Kolben unmittelbar verschoben und eingestellt wird.
Die freie Rückbewegung des Kolbens in die Ausgangs-oder Aussehaltlage geschieht durch das Gewicht des Kolbens zuzüglich eines bestimmten Belastungsgewiehtes 4 und dadurch, dass der Kolben mit sehr geringem Spielraum in den Zylinder eingepasst ist, so dass die vom Kolben verdrängte Luft zwischen
Kolben und Zylinderwand und durch die Bohrung für die Kolbenstange im Zylinderdeekel 6 langsam entweichen kann und auf dem gleichen Wege auch angesaugt wird.
Die Zeitdauer, welche die freie
Bewegung des Kolbens von seiner äussersten Einstellage bis zur Ausgangslage benötigt, ist von der Grösse des Spielraumes zwischen Kolben und Zylinder und von der Grösse des Belastunsgewiehtes 4 abhängig
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Ob dabei der Zylinder so angeordnet ist, dass der Kolben durch die Handhabe vom Zylinderboden abgehoben wird, oder so, dass er gegen den Zylinderboden angehoben wird, ist gleichgültig.
Die Handhabe zur Betätigung der Einstellbewegung des Kolbens kann in verschiedenen Arten ausgebildet sein und richtet sieh danach, ob der Kolben nur in eine einzige, stets gleichbleibende Einstelllage verschoben wird, oder ob verschiedene Einstellagen gewählt werden können sollen. Dementsprechend schaltet bei entsprechender Ausbildung und Betätigung der Handhabe der Kolben entweder nach einer bestimmten Zeitdauer oder nach einer in bestimmten Grenzen wählbaren Zeitdauer aus, oder er bleibt bis zu einer weiteren Betätigung stehen und hält dauernd eingeschaltet.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 1-4 ist in der Decke eines die Luftpumpe überdeckenden Gehäuses 18 ein Schieber. M gelagert, der mit einer Gabel 20 unter den Kopf 4 der Kolbenstange 3 greift und mit seinem andern Ende einen Schlitz 21 des Sehalterdeekels 8 durchsetzt. An einem Knopf 22, der auf eine Skala 23 des Deckels 8 zeigt, kann der Schieber 19 und mit ihm der Kolben der Luftpumpe in verschiedene Schaltlage eingestellt werden. Die Skala 23 gibt an, welche Zeit der Kolben von der
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nach dem Einstellen des Kolbens sofort in die Ausgangslage zurückgezogen und nimmt dabei den Kolben nicht mit, weil die Gabel 20 lose unter den Kopf 4 der Kolbenstange greift.
Die Hubhöhen des Kolbens gemäss der Skala 23 können durch Schleiffedern 24 am Schieber 19 fixiert werden, wobei eine Feder 24 von Teilstrich zu Teilstrieh der Skala in Mulden einspringt, die sich in der Decke des Gehäuses 18 befinden.
Soll der Schalter dauernd eingeschaltet bleiben, so wird der Schieber in irgendeine Höhenlage eingestellt und nicht zurückgezogen, und seine Federn 24 halten ihn entgegen dem Gewicht des Kolbens in der Einstellage fest.
Damit der Kolben beim Anheben nicht durch das hinter dem Kolben entstehende geringe Vakuum zurückschnellt, besitzt der Zylinder am oberen Ende eine oder einige Längsnuten 25 in seiner Innenwandung, welche länger sind als der Kolben, so dass bei der äussersten Ausziehlage des Kolbens ein Entweichen der Saugluft durch die Nuten 25 und die Bohrung im Zylinderdeekel 6 stattfinden kann.
Die gleichen Längsnuten 26 befinden sich am untern Ende des Zylinders und bewirken ein rasehes Entweichen der Luft, kurz bevor der Kolben die Ausschaltlage erreicht, wodurch die Funkenbildung beim Ausschalten vermieden wird.
Um das Zurückschnellen des Kolbens durch die Saugluft auch bei allen Zwischenstellungen des Kolbens zu vermeiden, sind zwischen den Endnuten 25 und 26 stufenweise kurze Längsnuten 27 angeordnet, und der Kolben besitzt Ringnuten 28 von gleicher Breite wie die Längen der Nutenstücke 27, so dass zwischen je zwei Ringnuten des Kolbens ein Nutenstüek 27 liegt und die Luft am Anfang der Einstellung zwischen den Ringnuten des Kolbens und den Nutenstüeken 27 rascheren Durchgang findet.
Die entsprechenden Einstellagen sind durch die Einschnappfedern 24 des Schiebers fixiert.
Nach Fig. 7 ist die Handhabe für die Betätigung des Kolbens als Druckknopf ausgebildet. Der Druckknopf 29 wirkt auf einen Winkelhebel 30, dessen innerer Arm die unter den Kopf 4 der Kolbenstange greifende Gabel 20 aufweist. Beim Loslassen des Druckknopfes schnellt die Gabel 20 durch die Wirkung einer Feder 31 in die Ausgangslage zurück und der Kolben kann sieh frei zurückbewegen.
Bei dieser Ausführungsform dient der Schalter nur zum Einschalten auf die für ihn bestimmte Zeitdauer, z. B. für Treppenbeleuchtung.
An Stelle des Druekknopfes kann ein Kipphebel 32 treten, wie in Fig. 7 angedeutet ist.
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Nach Fig. 8 ist die Handhabe für die Betätigung des Kolbens als Drehgriff ausgebildet. Mit dem Drehgriff 33 wird ein Exzenter 34 gedreht, welcher den Schieber 35, der wie nach Fig. 1 und 2 ausgebildet sein kann, an einem Stift 37 entgegen der Wirkung einer Feder 36 verschiebt. Beim weiteren Drehen des Griffes wird der Schieber ohne den Kolben in die Ausgangslage zurückgezogen. Die Drehlagen des Drehgriffes können durch Federn in bekannter Weise festgestellt werden, so dass der Schalter zum dauernden Einschalten, z. B. durch eine halbe Umdrehung des Drehgriffe, und zum Einschalten auf eine bestimmte Zeitdauer, z. B. durch eine ganze Umdrehung des Griffes, dienen kann.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Elektrischer Zeitschalter, bei welchem die Schaltdauer durch die Bremswirkung eines Luftpumpenkolbens bestimmt ist, dadurch gekennzeichnet, dass eine Handhabe (22, 29,32, 33) zum Anheben des Kolbens so mit diesem zusammenwirkt, dass die Handhabe ohne den Kolben in die Ausgangslage zurÜckbewegbar ist oder durch Federwirkung zurückgeht und den Kolben zur freien Rückbewegung freigibt.