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Mehrfachröhren und Verfahren zu deren Herstellung.
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kleinem Durehgriff unter Zwischenschaltung der Kopplungselemente zusammengebaut waren. Es lässt sich hiebei mit einer einzigen Doppelröhre eine mehrtausendfache Spannungsverstärkung innerhalb einer einzigen Röhre erreichen. Aber auch diese Röhren sind nicht zum direkten Anschluss eines Telephons oder Lautsprechers geeignet, da die Spannungsverstärkersysteme sehr kleinen Durchgriff besitzen müssen.
Hiefür sind Röhrensysteme mit grossem Durchgriff und grosser Leistung, d. h. Anodenstromstärke und Anodenspannung bei nicht, zu grossem inneren Widerstand erforderlich.
Erfindungsgemäss wird die Mehrfachröhre derart ausgebildet, dass eine oder mehrere Spannungsverstärkersysteme mit einer Kraftverstärkerendröhre zu einer einzigen Mehrfachröhre zusammengebaut werden. Hiedurch wird die Wechselschaltung einer besonderen Kraftverstärkerröhre erspart und eine so ausgestaltete Mehrfachröhre kann unmittelbar an das Empfangstelephon oder a. n den Lautsprecher angeschlossen werden.
Zur Erläuterung seien zwei Ausführungsformen beschrieben.
Wird in einer einzigen Röhre ein Hochfrequenzverstärkersystem, ein Kopplungselement (Anodenwiderstand für die Hochfrequenzverstärkerröhre, Übertragungskondensator und Gitterableitewiderstand) mit einem Lautsprecherendsystem vereinigt, so kann man bei passender Dimensionierung erreichen, dass die durch das Hochfrequenzsystem verstärkten Hoehfrequenzströme in dem Übertragungskondensator im Zusammenwirken mit dem Gitterableitewiderstand und der Lautsprecherendröhre gleichgerichtet und hörbar gemacht werden. In diesem Falle wirkt also die Endstufe wie ein durch Widerstand an-
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Im zweiten Falle seien zwei Spannungsverstärkerstufen und eine Lautspreeherendstufe kombiniert.
Auch in diesem Falle wird die Nachschaltung einer besonderen Endröhre erspart. Es kann vielmehr die Mehrfachröhre selbst unmittelbar zur Lautsprecherwiedergabe verwendet werden. Hiebei ist es gleichgültig, ob die in die letztbesehriebene Mehrfachröhre hineingeschickten Ströme hochfrequent oder niederfrequent sind. Im ersteren Falle erfolgt wegen der Spannungsverstärkung bei hinreichender Amplitude bereits in der ersten Spannungsverstärkerstufe, sonst in der zweiten Spannungsverstärkerstufe oder durch Audionwirkung in der Lautsprecherendstufe neben der Verstärkung auch gleichzeitig die Gleichrichtung.
Sind die ankommenden Ströme dagegen niederfrequent, so ist eine besondere Gleichrichtung nicht mehr erforderlich und es erfolgt in den ersten beiden Stufen eine reine Spannungsverstärkung, in der Endstufe eine Leistungsverstärkung.
Die beschriebene Kombination einer oder mehrerer Eingangsröhren, welche der Hochfrequenz oder Spannungsverstärkung dienen, mit einer Endstufe, welche die Leistungsverstärkung bewirkt, ist praktisch von besonderer Bedeutung und gestattet es, Mehrfachröhren zu bauen, die überhaupt ohne Benutzung irgendwelcher weiterer Röhren an das Antennensystem angeschlossen werden können, während auf der Ausgangsseite der Röhre unmittelbar der Lautsprecher oder die Wiedergabeeinrichtung angeschlossen werden kann.
Es soll nunmehr das eingangs erwähnte Verfahren zur Herstellung einer aus drei Einzelsysteme mit Kopplungselementen zusammengesetzten Mehrfachröhre an Hand der beiliegenden Zeichnung beschrieben werden.
In dieser Zeichnung veranschaulicht Fig. 1 ein beispielsweises Schaltungsschema der zu einer Röhre zusammenzubauenden Einzelelemente.
1, 2,3 bezeichnet das erste, zweite und dritte Gitteranodensystem ; 4, 5, 6 ist das erste, 7, 8, 9 das zweite Kopplungselement. Die Glühfäden der ersten beiden Systeme sind in Serie geschaltet, während der Glühfaden des dritten Systems parallel zu den beiden ersten liegt. Die notwendigen Ausführungen der Röhre sind durch Kreise angedeutet. Die Röhre enthält demnach sechs Ausführungen, u. zw. eine für das erste Gitter, zwei für die Heizanschlüsse, einen weiteren für die ersten beiden Anodenkreise, ferner je einen für das letzte Gitter und die letzte Anode.
Erfindungsgemäss wird der Zusammenbau nun dadurch bewirkt, dass, wie durch Klammern angedeutet, erstens die Gitteranodensysteme, zweitens die Kopplungselemente für sich zu Montageeinheiten zusammengefasst werden.
Fig. 2 zeigt in einer beispielsweisen Ausführung die Zusammenfassung eines Gitteranodensystems zu einer Baueinheit. Die Systeme werden zunächst für sich mechanisch zusammengefasst. Hiezu dient ein vorzugsweise aus Glas bestehender Tragkörper 10, welcher nach Art von Durchschmelzungen die zugleich als Zuleitung dienenden Haltedrähte des Systems in sich fasst.
In Fig. 3 ist in beispielsweiser Ausführung die Zusammenfassung der Kopplungselemente zu einem einzigen Bauelement dargestellt. Links ist ein Anodenwiderstand 11, rechts ein Gitterableitewiderstand12, in der Mitte ein Kopplungskondensator 13 gezeigt. Die mechanische Vereinigung dieser Einzelteile zu einem Bauelement erfolgt dadurch, dass der Kondensator 13, der beispielsweise aus zwei umeinander gerollten Kupferstreifen mit Glimmerzwischenlage besteht, mechanisch starr genug ausgebildet ist, so dass er gleichzeitig als Haltekörper für die hochohmigen Widerstände dient.
Zum Zusammenbau der in Fig. 1 dargestellten Schaltung ist nunmehr nur noch die Zusammensetzung von drei Elementen nach Fig. 2 und von zwei Elementen nach Fig. 3 erforderlich. Diese Zusammen-
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setzung erfolgt zweckmässig nicht unmittelbar auf dem Quetschfuss, welcher in der fertigen Röhre das gesamte Dreifachsystem tragen soll, sondern auf einer metallischen Nachbildung desselben. Hiedurch ist die Bruchgefahr beim Zusammenbau fast gänzlich beseitigt. Ferner wird eine grosse Einheitlichkeit im Zusammenbau und demgemäss Gleichmässigkeit in der Wirksamkeit gewährleistet.
In Fig. 4 ist sehaubildlieh die vorzugsweise aus Metall bestehende Nachbildung des Quetseh- fusses dargestellt, mit dessen Hilfe die Systemzusammensetzung erfolgt. Sie besteht aus einem Handgriff oder einer Grundplatte 14, welche metallische Stutzen 15 trägt, an denen die Aneinanderreihung der
Systemteile erfolgt. Beispielsweise sind die Tragedrähte 16, 17 des Kopplungselementes, Fig. 3, gleich- zeitig zu Ösen gebogen, welche um die Träger herumgreifen.
In ähnlicher Weise wird das Gitteranoden- system aufgesetzt und nunmehrfürsich zunächst mit dembereits aufgesetzten Kopplungselement verbunden, beispielsweise durch Schweissung 18. Ähnlich wird auf die in Fig. 4 ersichtlich gemachte Hilfs- vorrichtung das zweite Kopplungselement, das zweite Gitteranodensystem und schliesslich das dritte
Gitteranodensystem aufgesetzt und durch Sehweissung oder Klemmung mit den bereits vorher montierten
Systemteilen verbunden. Das fertig montierte System wird dann von der Nachbildung des Fusses, Fig. 4, abgestreift und auf den wirklichen Quetschfuss, Fig. 5, aufgeschoben.
Dieser enthält die sechs Durchschmelzungen 19, mit denen nunmehr die Verbindung durch Schweissung oder Klemmung erfolgt.
Hiemit ist die ganze Systemmontage beendet. Man hat dadurch noch den weiteren Vorteil, dass man die Einzelsysteme, insbesondere die Kopplungselemente für sich auf die elektrische Funktion vor dem Zusammenbau mit den übrigen Systemteilen gesondert prüfen kann.
Das auf den Glasfuss aufgesetzte und mit den Durchführungen verbundene System wird dann in bekannter Weise in eine Glasglocke eingesehmolzen und diese ausgepumpt. Es gelingt auf diese Weise, sehr komplizierte Systemaufbauten gleichmässig, ausschussfrei und billig durchzuführen.
Aus Fig. 3 ist noch zu ersehen, dass beispielwesise die Leiter 16, 17 einen stärkeren Querschnitt erhalten haben als die übrigen Leiter. Dies geschieht aus Gründen der Festigkeit, da diese Leiter, wie Fig. 3 und 4 zeigt, zu Ösen gebogen werden und gleichzeitig die Aufgabe, eine Erhöhung der Festigkeit herbeizuführen, mitübernehmen. Aus dem gleichen Grunde ist beispielsweise die in Fig. 2 und 4 stark gezeichnete Leitung 20 von stärkerem Querschnitt gewählt, da sie neben der elektrischen Stromzuleitung auch noch die Aufgabe hat, den mechanischen Zusammenhalt der ganzen Anordnung zu ermöglichen.
Bei derartigen Mehrfachröhren erhalten die Kopplungselemente vorteilhaft die aus Fig. 6 ersichtliche besondere Ausgestaltung.
Bisher war die Aufgabe, Mehrfaehröhren in einem einzigen Vakuumraum zusammenzubauen, deshalb nicht lösbar, weil der vakuumsicher Zusammenbau von Widerständen und Kondensatoren nicht durchgeführt werden konnte. Dieser Zusammenbau wird aber möglich, wenn das Kopplungselement gemäss Fig. 6 aus zwei hochohmigen Vakuumwiderständen 21 und 22 gebildet wird, zwischen denen der vorzugsweise aus umeinandergerollten Kupfer-und Glimmerbelegungen bestehende und gegebenenfalls für sich in einen Vakuumraum eingeschmolzen Kondensator 23 angeordnet wird.
Ein solches Kopplungselement bildet ein einheitliches Bauelement für den Zusammenbau von Mehrfachröhren. Die Zuleitungsdrähte 24, 25 werden stark genug ausgebildet, und mit dem Kondensator23 hinreichend fest verbunden, so dass sie dem ganzen System einen genügenden mechanischen Halt geben.
Dieser Halt kann dadurch noch vermehrt werden, dass ein vorzugsweise aus Glas oder einem sonstigen Isolationsmaterial bestehender Verbinder 26 angeordnet wird. An diesen können sowohl der Kondensator wie auch die Ableitungsdrähte der Widerstände 21 und 22 angeschmolzen sein.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Mehrfaehröhre, dadurch gekennzeichnet, dass dieselbe aus der in einem einzigen Vakuumraum angeordneten Kombination eines oder mehrerer Spannungsverstärkersysteme (für Hoch-oder Niederfrequenz) mit einer durch Gitterkondensator und Ableitewiderstand angekoppelten Leistungsverstärkerendstufe besteht.