AT114429B - Verfahren zur Behandlung von Geweben mit Viskose. - Google Patents

Verfahren zur Behandlung von Geweben mit Viskose.

Info

Publication number
AT114429B
AT114429B AT114429DA AT114429B AT 114429 B AT114429 B AT 114429B AT 114429D A AT114429D A AT 114429DA AT 114429 B AT114429 B AT 114429B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
viscose
fabrics
parts
webs
gas
Prior art date
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Leon Dr Lilienfeld
Original Assignee
Leon Dr Lilienfeld
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Leon Dr Lilienfeld filed Critical Leon Dr Lilienfeld
Application granted granted Critical
Publication of AT114429B publication Critical patent/AT114429B/de

Links

Landscapes

  • Chemical Or Physical Treatment Of Fibers (AREA)
  • Coloring (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren   zur Behandhmg von Geweben mit Viskose.   



   Die Verwendung von Viskose als Mittel. zum Appretieren von Geweben oder Schlichten von Gespinsten begegnet der Schwierigkeit, dass die so behandelten Gewebe bzw. Gespinste einen   papiprigen,   steifen und ausserdem kalten Griff aufweisen und ausserdem eine geringe Dehnbarkeit besitzen. Ein weiterer Nachteil der mit Viskose appretierten Gewebe besteht darin, dass, wohl infolge einer zu grossen Verschiedenheit der Dehnungskoeffizienten, die auf das Gewebe oder den Faden   aufgebrachten, ans   regenerierter Zellulose bestehenden Viskoseschichten bei Anwendung von Zug in vielen Fällen springen und von zahllosen gröberen oder feineren Rissen   durchsetzt erscheinen.

   Selbst beim Textildruck, ins-   besondere Pigmentdruck mit Viskose machen sich diese   Übelstände   unangenehm bemerkbar, indem die auf die Textilstoffe durch Bedrucken aufgebrachte Viskoseschicht, insbesondere   dann, wenn sie nielid   allzu dünn ist, sich sehr steif anfühlt und in vielen Fällen bei Anwendung von Zug zerreisst. 



   Vorliegender Erfindung gemäss erscheinen diese Nachteile beseitigt, wenn die aus Viskose gewonnene und aus regenerierter Zellulose bestehende Appretur oder Schlichte oder Drucksehieht in ihrer ganzen Ausdehnung oder mindestens zum Teil Hohlräume oder Blasen enthält, welche bei der Herstellung der Appretur oder Schlichte oder   Druckschicht   erzeugt werden. Diese   Hohlräume können   von Gas, z. B. Luft oder Kohlensäure, erfüllt sein oder das Gas kann aus ihnen, z. B. durch Herauslösung oder durch Anwendung von Druck oder von   Vakuum,   entfernt sein.

   Die Durchsetzung der Appretur oder Schlichte oder   Drucksehieht   mit   Hohlräumen,     welche   ganz oder teilweise von Gas erfüllt sind oder auch kein Gas enthalten, verleiht der Viskoseappretur bzw. der   Viskoseschliehte     odfi   Viskosedrucksehicht sehr wertvolle Eigenschaften. 



   Der Griff der so behandelten Gewebe bzw. Gespinste ist selbst bei erheblichem Gehalt an einverleibter   Appretur-bzw. Sehlichtmasse nicht steif,   sondern weich. Der Appret ist viel leichter und 
 EMI1.1 
 fühlen sich die Gewebe oder Gespinste warm an. Durch die einverleibten Hohlräume lässt sich schon mit geringen Viskosemengen eine sehr   füllige, reiche   Appretur bzw. Schlichte erzielen. 



   Die Dehnbarkeit ist eine vorzügliche, und bei Anwendung von Zug entstehen keine Risse. 



   Bei entsprechender Menge eingeführter Hohlräume kann man   Baumwollgewebon oder Gespinsten   das Aussehen und den Griff von echten Wollgeweben bzw. Gespinsten verleihen. 



   Das Verfahren wird in der Weise ausgeführt, dass man in roher oder gereinigter Viskose entweder ein Gas, z. B. Luft, Wasserstoff oder Stickstoff, durch bekannte Mittel, wie Einblasen, Injektoren, Schlagwirkung od. dgl., emulgiert, oder z. B. durch Anwendung von Druck auflöst, oder dass man ihr eine Substanz, z. B. ein Alkalikarbonat, einverleibt, welche nachträglich, vorteilhaft bei   dem l ! lllöslieh-   machen der Viskose durch Behandlung mit zersetzenden Mitteln, ein Gas zu entwickeln vermag. Die Viskose wird nun von Hand oder mittels entsprechender Maschinen auf das zu appretierende Gewebe oder die Gespinste aufgebracht bzw. ihnen einverleibt. Diese Imprägnierung kann auch, um ein tieferes Eindringen in die Faser zu bewerkstelligen, im luftverdünnten Raume oder unter erhöhtem Druck geschehen. Der Viskose können andere   Appretur-bzw.

   Schlichtmittel,   z. B. Stärke, Dextrin,   Eiweiss,   
 EMI1.2 
 oder Füllstoffe, z. B. Talkum oder Kaolin, oder Pigmente, z. B. Zinkweiss, Russ, Glimmer, oder Farbstoffe zugesetzt werden. 



   Die   Unlöslichmachung   der Viskose unter Regenerierung der Zellulose geschieht in bekannter Weise durch geeignete Fällbäder oder andere Mittel, z. B. Hitze, Dampf oder Ablagern. 



   Will man das in den Hohlräumen eingeschlossene Gas, z. B. Luft, austreiben, um die Wände der Hohlräume zusammenfallen zu lassen, so kann man dies z. B. durch Kochen mit Wasser oder durch Behandlung mit unter Druck stehendem Wasser herauslösen. Ist das Gas Kohlensäure, so wird es schon zum Teil im   Koag11lationsbad,   zum Teil beim   nachträglichen Waschen herausgelöst.   



   Ausführungsbeispiele :   1.   In eine nach einem beliebigen Verfahren aus gereifter oder nicht gereifter Alkalizellulose hergestellte Rohviskose, die 5-7% analytisch bestimmbare Zellulose enthält, wird durch einen Injektor Luft emulgiert. Mit der gewonnenen Emulsion wird dann ein Baumwollstoff auf einer   B1Joekfilling-   maschine in bekannter Weise appretiert, worauf der appretierte Stoff im nassen Zustande oder getrocknet mit irgendeinem aus der Viskosetechnik bekannten Fällbad behandelt wird. Das Gewebe wird sodann in bekannter Weise gewaschen, getrocknet und fertiggestellt. 



     'II.   Arbeitsweise wie im Ausführungsbeispiel I, jedoch mit dem Unterschiede, dass der Viskose zwei-bis dreimal soviel Talkum zugesetzt wird als sie analytisch bestimmbare Zellulose enthält. 



   III. Man trägt 100 Teile Sulfitzellstoff, der 9-10% Feuchtigkeit enthält, oder 100 Teile Linters, die 7-8% Feuchtigkeit enthalten, in 2000 Teile einer   18% igen Atznatronlösung   bei   15'C ein   und belässt 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 
 EMI2.1 
 ohne die Natronzellulose irgendwie reifen zu lassen, 40-60 Teile Schwefelkohlenstoff zu, lässt 8 Stunden bei 15-18  C einwirken, bläst einen etwa   vorhandenen Überschuss   an Schwefelkohlenstoff während 10-15 Minuten ab und löst das so erhaltene   Z ? llulosrxanthogenat   unter Verwendung von so viel Wasser,   Atznatron und Natriumkarbonat,   dass die erhaltene Lösung 100 Gewichtsteile Ausgangszellulose, 1220 Gewichtsteie Wasser. 107 Gewichtsteile Ätznatron und 150 Gewichtsteile wasserfreies Natriumkarbonat enthält. 



   Mit dieser   filtrierten oder kolierten frischen   oder 48-96 Stunden bei 15  C gealterten Viskose wird ein geeignetes Baumwoilgewobe auf einer Backfillingmaschine einmal oder mehrere Male appretiert und dann. gegebenenfalls nach   vorherige'l1l   Trocknen, in   10% ige Schwefelsäure oder irgendein   anderes ans der Viskosetechnik bekanntes saures   Fällbad gebracht,   wobei lebhafte Gasentwicklung erfolgt, worauf es in bekannter Weise ausgewaschen und getrocknet wird.   Selbstverständlich   kann es auch vor oder nach dem Trocknen in bekannter Weise (z. 13. mittels einer natriumsulfidlösung) entschwefelt oder gebleicht werden. 



   IV. Arbeitsweise wie im Beispiel III, mit dem Unterschiede, dass die   Aikalizellulose vor der   Sulfidierung 48-70 Stunden sich selbst überlassen wird. 
 EMI2.2 
 z. B. 10-30 Gewichtsteile Talkum auf 100 Gcwichtsteile Viskose, zugesetzt werden. 



   VI. Albeitsweise wie im Beispiel III oder IV oder V, jedoch mit dem Unterschiede, dass der
Viskose   1---2'"Paraffin-oder   Rizinusöl zugesetzt wird. 



   VII. Arbeitsweise wie in den Beispielen III-VI, mit dem Unterschiede, dass die Viskose aus
100 Gewichtsteilen   Allsgangszellulose,   1260 Gewichtsteilen Wasser, 67 Gewichtsteilen Ätznatron und
150 Gewichtsteilen Natriumkarbonat zusammengesetzt ist. 



   VIII. Arbeitsweise wie in den Beispielen III-VI, jedoch mit dem Unterschiede, dass die Viskose folgende Zusammensetzung hat :   100 Gewiciitsteile Ausgangszellulose,   1285 Gewichtsteile Wasser,
43 Gewichtsteile. Ätznatron und 150 Gewichtsteile Natriumkarbonat. 



   Die in den Beispielen III-VIII verwendete Viskose enthält, wenn man das Natriumkarbonat   unberücksichtigt   lässt, ungefähr 6-5 bis 6-7% analytisch bestimmbare Zellulose. Man kann auch Viskose verwenden, welche weniger Zellulose, z. B. 4-5%, enthält. 



   IX. 100 Gewichtsteile einer der in den Beispielen III-VIII verwendeten, Natriumkarbonat enthaltenden Viskosen werden mit 5-8 Teilen Glimmer oder 10-15 Teilen   Zinkweiss innig vermischt   und mit   dieser Mischung   ein Baumwollstoff auf der   Rouleauxmasehine   bedruckt. 



   Die Weiterbehandlung und Fertigstellung geschieht wie in einem der obigen Beispiele. 



   Beispiele für das Schlichten von Garn ergeben sich aus den obigen Beispielen von selbst. 



   PATENT-ANSPRUCHE :
1. Verfahren zur Behandlung von Geweben mit Viskose, dadurch gekennzeichnet, dass die die
Appretur oder Schlichte oder Druckschicht bildende oder in ihr enthaltene aus der Viskose regenerierte Zellulose entweder in ihrer ganzen Ausdehnung oder nur teilweise Hohlräume bzw. Bläschen enthält, welche ganz oder zum Teil von einem Gas erfüllt sind.

Claims (1)

  1. 2. Gewebe oder Gespinste gemäss Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandungen der Hohlräume bzw. Bläschen zusammengefallen sind.
    3. Verfahren zum Appretieren, Füllen, Beschweren, Bedrucken oder Schlichten von Geweben bzw. Gespinsten mit Viskose, dadurch gekennzeichnet, dass Gewebe oder Gespinste mit Viskose, in welcher ein Gas emulgiert oder aufgelöst ist, appretiert, geschlichtet oder bedruckt wird.
    4. Verfahren zum Appretieren, Füllen, Beschweren, Bedrucken oder Schlichten von Geweben bzw. Gespinsten mit Viskose, dadurch gekennzeichnet, dass Gewebe oder Gespinste mit Viskose, der ein Stoff, welcher nachträglich, vorzugsweise beim Unlöslichmachen der Viskose, ein Gas zu entwickeln vermag, zugesetzt ist, appretiert oder geschlichtet oder bedruckt wird.
    5. Verfahren gemäss Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass man das in den Hohlräumen bzw. Bläschen enthaltene Gas durch Herauslösung oder durch Anwendung von Druck oder von Vakuum ganz oder teilweise entfernt.
    ss. Verfahren nach Anspruch 2,3, 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Viskose ein anderes Appretur-bzw. Sehliehtmittel oder ein Füllstoff oder ein Pigment oder ein Farbstoff oder ein geschmeidig machendes Mittel zugesetzt wird.
AT114429D 1927-06-09 1927-06-09 Verfahren zur Behandlung von Geweben mit Viskose. AT114429B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
AT114429T 1927-06-09

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT114429B true AT114429B (de) 1929-10-10

Family

ID=3628749

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT114429D AT114429B (de) 1927-06-09 1927-06-09 Verfahren zur Behandlung von Geweben mit Viskose.

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT114429B (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE542713C (de) Verfahren zur Erhoehung der Dehnbarkeit kuenstlicher Faeden hoher Trockenfestigkeit aus regenerierter Cellulose
DE546350C (de) Verfahren zur Behandlung von Textilmaterialien
DE701449C (de) Verfahren zum Veredeln vegetabilischer Textilfaserstoffe
AT114429B (de) Verfahren zur Behandlung von Geweben mit Viskose.
DE749049C (de) Verfahren zur Herstellung von waschbestaendigen Appretureffekten auf Textilstoffen aus Cellulosehydratfasern
DE939683C (de) Verfahren zur Herstellung von haltbaren, mechanisch erzeugten Appretureffekten auf Cellulosematerial bzw. Seide
DE2324687C3 (de) Verfahren zum Färben von Celluloseprodukten
DE454928C (de) Verfahren zur Behandlung von pflanzlichen Fasern, Garnen oder Geweben
DE563888C (de) Verfahren zur Herstellung von Kreppeffekten auf Geweben, die aus stark gedrehten Acetylcellulosefaeden bestehen bzw. solche Faeden enthalten
DE290444C (de)
DE431751C (de) Verfahren zur Veredelung von Baumwollgeweben
AT122454B (de) Verfahren zur Veredlung künstlicher Zellulosefäden.
DE593722C (de) Verfahren zur Erzeugung von Transparenteffekten auf Seide
AT125496B (de) Verfahren zum Veredeln von vegetabilischen Textilfaserstoffen.
DE523599C (de) Verfahren zur Herstellung weicher Gewebe
AT160442B (de) Verfahren zur Herstellung von gemusterten Veredlungseffekten auf textilen Flächengebilden.
DE584682C (de) Verfahren zur Herstellung von Kreppgeweben
DE714147C (de) Verfahren zur Veredlung von Garnen, Geweben und Gewirken aus Cellulosehydratfasern oder Mischfasergut aus Baumwolle und Cellulosehydratzellwolle
DE528492C (de) Verfahren zur Erzeugung besonderer Effekte auf Baumwollgeweben
AT123395B (de) Verfahren zur Herstellung von Kreppeffekten auf Geweben.
AT128836B (de) Verfahren zur Verbesserung pflanzlicher Textilfaserstoffe.
AT56250B (de) Verfahren zum Appretieren, Füllen, Beschweren oder Schlichten.
AT69358B (de) Verfahren zur Erzeugung einer wollähnlichen Beschaffenheit von Baumwollgeweben.
AT110255B (de) Verfahren zur Herstellung von gemusterten Webereieffekten.
DE497408C (de) Verfahren zur Erzeugung leinenartiger Effekte auf cellulosehaltigem Textilgut