AT113135B - Verfahren zum Klarbrennen von elektrischen Vakuumglühlampen. - Google Patents

Verfahren zum Klarbrennen von elektrischen Vakuumglühlampen.

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  Verfahren zum Klarbrennen von elektrischen   Vakuumglühlampen.   



   Bei der Herstellung von elektrischen   Vakuumglühlampen schliesst sich   an das Entlüften und Abschmelzen der Lampen von der Pumpe das Klarbrennen an, bei dem durch eine im Glockeninnern hervorgerufene Gasentladung die noch im Glockeninnern vorhandenen Gasreste unwirksam gemacht werden. 



  Diese elektrische Entladung wird bei   Mittel-und Hochvoltlampen,   also Lampen, die für mehr als 100 Volt Betriebsspannung eingerichtet sind, in einfachster Weise durch Unterstromsetzen des Leuchtkörpers erzeugt, wobei die vom Leuchtkörper ausgesandten Thermionen infolge der grossen Spannungsunterschiede, die an voneiander entfernten Stellen des   Leuchtkörpers   herrschen, das Glockeninnere vorzugsweise zwischen den Enden des Leuchtkörpers durchsetzen. Die Gasentladung ist in diesem Falle ohne weiteres an dem Auftreten eines blauen   Glimmlichtes   erkenntlich, das von den ionisierten Gasresten ausgeht ; nach dem Verschwinden des   Glimmlichtes   ist die Lampe klargebrannt. 



   Dieses Klarbrennen der   Glühlampe   ist nicht möglich, wenn die zwischen den Leuchtkörperenden vorhandene Spannung zu gering ist, um eine Entladung hervorzurufen, was unterhalb ungefähr 70 Volt Betriebsspannung der Fall ist. Man hat deshalb schon vorgeschlagen, Niedervoltlampen, an die man ohne Schädigung des   Leuchtkörpers   keine Spannung von mehr als 70 Volt legen kann, unter Verwendung einer Hilfselektrode klarzubrennen, die entweder durch die   Glockenwand   oder durch den Fuss der Lampe hindurchgeführt wird und an die man gegen den unter Strom gesetzten und glühenden Leuchtkörper eine höhere Spannung legt als dieser selbst besitzt. Das Einschmelzen einer solchen Hilfselektrode ist jedoch, insbesondere bei kleinen Lampen, äusserst schwierig und stets mit verhältnismässig grossem Lampenbruch verbunden.

   Man hat daher auch schon versucht, das Klarbrennen mittels hochfrequenter Ströme durchzuführen, die ohne besondere Elektrode durch Induktionswirkung ins   Glockeninnere   gelangen. Abgesehen davon, dass zur Erzeugung der hochfrequenten Ströme eine teure Hochfrequenzapparatur erforderlich ist, liess sich aber auf diese Weise bei elektrischen Glühlampen ein befriedigendes Klarbrennen nicht erzielen, da die hindurchgehenden Stromstärken in diesem Falle zu gering sind. 



   Um diese beim Klarbrennen von Niedervoltglühlampen auftretenden Schwierigkeiten zu beheben, wird erfindungsgemäss für die den Leuchtkörper aufnehmende Glasglocke in an sich bekannter Weise ein stromdurehlässiges Glas, beispielsweise Magnesiaglas, gewählt, der   Leuehtkörper   unter Strom gesetzt und darauf mit einer aussen an die Glocke angesetzten Elektrode in einen besonderen Stromkreis von höherer Spannung als die Lampenspannung gelegt. Es können aber auch bei Durchführung des Verfahrens Glocken aus den elektrischen Strom schlecht leitendem Glase Verwendung finden, sofern vor Einschaltung des die   Aussenelektrode   enthaltenden besonderen Stromkreises die Glocke in an sich bekannter Weise durch Erwärmung genügend leitfähig und   stromdurehlässig gemacht   wird.

   Im einen wie im andern Falle bildet sich, wie durch Augenschein oder Anschliessen eines beliebigen Manometers 
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   Leuchtkörpers   der geringsten Beschädigungsgefahr ausgesetzt wird. 



   Die   Aussenelektrode   kann mannigfache Gestalt besitzen. Sie kann ebensowohl aus einem an einem Handgriff oder Ständer angebrachten kompakten Metallkörper als auch aus einem auf der Glorke aufgebrachten Metallbelag, beispielsweise Stanniolbelag, bestehen. Auch kann die Aussenelektrode durch eine leitende Flüssigkeit, wie etwa angesäuertes Wasser, gebildet werden, in die die Glocke bei Durch-   führung des Klarbrennverfahrens eingetaucht   wird. Der   Leuchtkörper   der Lampe kann mit Wechsel- 

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 strom oder auch Gleichstrom betrieben werden.

   Ebenso kann der die Aussenelektrode enthaltende besondere Stromkreis mit Wechselstrom oder Gleichstrom betrieben werden, nur muss bei Verwendung von Gleichstrom die Aussenelektrode eine höhere positive Spannung als das positive Ende des Leuchte 
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   Wird Wert auf eine besonders schnelle Durchführung des neuen Klarbrennverfahrens gelegt, so werden die Glocken, u. zw. gleichgültig, ob diese aus den elektrischen Strom gut leitendem oder schlecht leitendem Glase bestehen, vorher stark erhitzt. Besonders hat sieh eine Erhitzung der Glocken auf etwa   2000 C   und darüber als   zweckmässig   erwiesen, weil bei derartigen Temperaturen auch gleichzeitig von der   Gtockenwand   Gase abgegeben werden und dann beim Entladungsvorgang sofort wieder aufgezehrt werden, die sonst erst im späteren Verlauf des Brennens der Lampe frei werden und deren Wirksamkeit herabsetzen.

   Dieses starke Erhitzen der Glocken beim neuen Klarbrennverfahren kann in einfachster Weise durch Einbringen der Lampe in ein Heissluftbad erfolgen, sofern nicht das Klarbrennverfahren unmittelbar anschliessend   an das Entlüftungsverfahren   vorgenommen wird, also die doch vom Entlüftungsvorgang her sehr heissen Lampen sofort ohne AbkÜhlen dem neuen Klarbrennverfahren unterworfen werden. Eine starke Erhitzung der Glocke kann aber auch erst beim Durchführen des Klarbrennverfahrens dadurch erfolgen, dass die Aussenelektrode zu einem die Glocke vollständig oder nahezu vollständig umschliessenden Metallbelag ausgebildet wird, so dass fast die gesamte vom   Leuchtkörper   ausgehende Wärme vom Metallbelag absorbiert und in Wärme umgewandelt wird. 



   Das neue Klarbrennverfahren gestattet, nicht nur Niedervoltlampen, sondern auch Mittel-und   Hochvoltglühlampen   mit einer höheren Spannung als sie der Leuchtkörper selbst vertragen kann, klarzubrennen. Für letztgenannte Lampe ist ein Vorteil dadurch gegeben, dass jetzt leichter eine vollständige Ionisation des gesamten Lampeninnern erzielt werden kann, als dann, wenn die Entladung nur zwischen den verhältnismässig dicht nebeneinander stehenden Enden des   Leuehtkörpers   übergeht. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Klarbrennen elektrischer Vakuumglühlampen, dadurch gekennzeichnet, dass durch den in einer Glocke aus   stromdurchlässigem   Glase, beispielsweise Magnesiaglas, angeordneten und zum Glühen   gebrachten Leuchtkörper, zweckmässig   unter Erwärmung der Glocke, mittels einer ausserhalb der letzteren befindlichen Elektrode ein besonderer Strom von höherer Spannung als die Lampenspannung hindurch geschickt wird.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei Verwendung von Gleichstrom für den die Aussenelektrode und den Leuchtkörper enthaltenden besonderen Stromkreis die Aussenelektrode eine höhere positive Spannung erhält als das positive Ende des Leuchtkörpers.
    3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass vor oder beim DurchfÜhren des Klarbrennverfahrens die Glocken auf etwa 200 C und darüber erwärmt werden.
    4. Einrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis 3, gekennzeichnet durch eine die Glocke vollständig oder nahezu vollständig umgebende Aussenelektrode.
AT113135D 1927-07-21 1928-05-21 Verfahren zum Klarbrennen von elektrischen Vakuumglühlampen. AT113135B (de)

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