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Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Schablonen fiir Vervipifältigungs- apparate.
Schablonenpapiere, welche bei Vervielfältigungsapparaten zur Herstellung von Massenabzügen, Schriftstücken, Prospekten, Zeichnungen u. dgl. benutzt werden, bestehen bekanntlich aus mit Wachs od. dgl. getränkten Papieren.
Um die Schablonen für die Herstellung von Zeichnungen, Handschriften und ähnlichen, nicht mit der Schreibmaschine herstellbaren Schriften zu schaffen, hat man undurchsichtige Feilenplatten benutzt, auf welche das Schablonenpapier aufgelegt wurde, worauf mit dem Griffel die Zeichnung oder Schrift in das Schablonenpapier eingegraben wurde, so dass auf diese Weise die Rauhungen der Feilenplatte sich in das Schablonenpapier eindrücken und längs der von dem Griffel gezogenen Linie das Schablonenpapier durchlässig wurde, so dass es für die weiteren Kopien im Vervielfältigungsapparat benutzt werden konnte.
Nun sind aber derartige aus Stahl hergestellte Feilenplatten sehr teuer, so dass man sie im allgemeinen nur in geringer Grösse herstellte, u. zw. etwa in der Grösse 10X25 ". Man musste daher bei grösseren Zeichnungen oder Aufschriften das Schablonenpapier über der Feilenplatte verschieben. In beiden Fällen war es aber nicht möglich, Vorlagen von Schriften, Zeichnungen usw. originalgetreu auf Schablonenpapiere zu übertragen bzw. zu kopieren, weil die Feilen undurchsichtig waren.
Ein weiteres aber weniger angewandtes Verfahren ist, dass an Stelle der Feilenplatte eine mit einem Seidengaze überzogene Metallplatte diente. Der Seidengazenbezug sollte die Wirkung der rauhen Feile ersetzen.
Gemäss der Erfindung soll nun eine durchsichtige, gerasterte Platte verwendet werden, an Stelle der undurchsichtigen Feilenplatte. Diese durchsichtige Rasterplatte ist auf der einen Seite mit den feinen Rauhungen versehen, welche die Struktur einer feinen Feile haben, so dass also beim Nachziehen mit dem Griffel diese feinen Strukturen sich in das aufgelegte Schablonenpapier eindrücken. Durch den beim Schreiben entstehenden Druck wird das Schablonenpapier an den Streichstellen farbdurchlässig, weil die in demselben enthaltene Masse in den Raster gepresst wird.
Der Vorteil der Erfindung besteht darin, dass man nunmehr die zu kopierende Zeichnung od. dgl. unter die durchsichtige Rasterplatte legen kann, so dass sie durch das auf die Rasterplatte aufgelegte Schablonenpapier hindurch sichtbar ist.
Soll aus freier Hand ohne Vorlage geschrieben werden, so kann ein Linienblatt unter die Rasterplatte gelegt werden und dann die Schrift gleichmässig entsprechend der Liniatur mittels eines harten Stiftes in das Wachs des Schablonenpapieres eingeschrieben werden.
Legt man ein Buchstabenalphabet unter die durchsichtige Rasterplatte und auf diese das durchsichtige Schablonenpapier und zieht mittels eines Stiftes die Konturen der zu kopierenden Buchstaben nach, so kann man durch jeweiliges Verschieben des Alphabetes oder des Sehablonenpapieres die gewünschten Worte zusammenstellen.
Die Rasterplatte kann z. B. aus Zelluloid. Zellen od. ftgl. bestehen, auf das auf der einen in noch bildfähigem Zustande ein feines Gewebe eingedrückt wird, so dass nach
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Rillen in der Oberfläche der Platte zurücklassen. Diese feinen Rillen stellen die Rasterung dar, weswegen diese Platte also als Rasterplatte bezeichnet wird, im Gegensatz zu der bisher verwendeten stählernen Feilenplatte.
Die Erfindung betrifft ferner eine Vorrichtung zur Anwendung des Verfahrens. Diese Vorrichtung besteht aus einer mit beliebigen Führungsrillen/versehenen Fussplatte , einem darauf angeordneten, die aufgedruckten Buchstaben in Alphabetreihe tragenden Schieber B und der darüber angeordneten Rasterplatte C. Die an der Schmalseite ersichtlichen Klemmen < / dienen zum Festhalten des Schablonenpapieres S und der Rasterplatte auf der Fussplatte.
Fig. 1 zeigt die Draufsicht, Fig. 2 stellt den Längsschnitt dar, Fig. 3 zeigt den Schieber B von unten gesehen.
Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist folgende :
Das Nachbilden der unter dem Raster befindlichen Vorlagen in das mit einer Masse getränkte Schablonenpapier lässt sich dadurch erzielen, dass der zu durchpausende Buchstabe in die im Schablonenpapier bestimmte Anfangsstellung durch den Schieber B gebracht und mittels Griffels nachgezeichnet-wird. Auf diese Weise lassen sich durch Auswechseln der auf Papier gedruckten und auf dem Schieber befestigten Vorlagen alle bekannten Schriftarten nachbilden. Bei Verwendung grosser und kleiner Buchstaben in einer Linie wird der Schieber aus seiner Führungsrille gehoben und in die nächstliegende gerückt. Z. B. fängt man mit einem grossen Buchstaben an, wird, um den nun folgenden kleinen Buchstaben in Linie zu bringen, der Schieber B in die angrenzende Führungsrille nach oben gerückt.
Beginnt die Zeile mit einem kleinen Buchstaben und soll ein grosser Buchstabe folgen, wird der Schieber B in die angrenzende Führungsrille nach unten gerückt. Zum Nachbilden grösserer, festliegender Zeichnungen, Noten oder bei Verwendung von Linienblättern wird der Buchstabenschieber B heraus- genommen und die Vorlage zwischen Fussplatte-4 und Rasterplatte 0 gebracht.
Durch den mittels Griffels beim Schreiben und Zeichnen entstehenden Druck wird die Masse aus dem Schablonenpapier in bekannter Weise herausgepresst und vom Raster auf- genommen. Das Papier wird an den sich vom Griffel markierenden Stellen durchlässig und ergibt dann eine fertige Matrize für den Vervielfältigungsapparat.
Die Erfindung ist für das gesamte Vervielfältigungswesen von ausserordentlich grosser
Bedeutung. Wenn bislang beispielsweise eine Firma ein Rundscheiben an die Kundschaft ver- senden wollte, so liess man das Papier zuerst vorn Buchdrucker mit der Firmenanschrift (Brief- kopf) versehen und sodann fertigte man je nach Bedarf die erforderlichen Vervielfältigungen auf diesen Bogen an. Durch die vorstehend beschriebene Erfindung ist man in die Lage ver- setzt, aus den Schriftvorlagen eine beliebige Schrift zu wählen und damit den Briefkopf zusammenzustellen. Der Briefkopf und der zu vervielfältigende Text werden nun in einem
Arbeitsgang hergestellt. Es ist aber auch ohne weiteres möglich, einen bereits vorhandenen
Briefkopf unter die Rasterplatte zu legen und diesen infolge der Durchsicht genau nach- zubilden.
Ferner können sämtliche Formulare nunmehr in beliebiger Schrift wie überhaupt alle Drucksachen vervielfältigt werden.
Jede, auch die komplizierteste Zeichnung lässt sich mittels dieser Erfindung in das Schablonenpapier übertragen und somit vervielfältigen. Speziell kommt dieses Verfahren auch für technische Bureaus in Frage.
Stickereivorlagen, Noten, Stenographievorlagen sind ohne Schwierigkeit in beliebiger Anzahl zu vervielfältigen.
Während bislang von den Schablonenpapierfabriken für die handschriftliche Herstellung von Schablonen ein besonderes, mit Linien versehenes Papier hergestellt werden musste, kommt dieses nunmehr nicht mehr in Frage, da es durch das Unterlegen eines Linienblattes unter die Transparentplatte möglich wird, gerade Zeilen zu schreiben.
Hervorzuheben ist, dass die Anschaffung dieser Erfindung nur ganz geringe Kosten verursacht, und dass das Nachbilden von Schriften, Zeichnungen usw. von jedem Laien, ohne Vorübung, ausgeführt werden kann, da es sich lediglich um ein einfaches Nachzeichnen der deutlich erscheinenden Vorlagen handelt. Die Vervielfältigungsapparate gestatten bei Verwendung dieser ¯Erfindung die Herstellung von Schriften und Zeichnungen in einer dem Steindruck gleichkommenden sauberen Ausführung.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von Schablonen für Vervielfältigungsapparate, dadurch gekennzeichnet, dass an Stelle der bisherigen undurchsichtigen Schreibfeile eine durchsichtige gerasterte Platte verwendet wird, um neben freihändiger Schrift und Zeichnung die unter der Rasterplatte liegenden Vorlagen in Schablonenpapier nachbilden zu können.