AT101314B - Verfahren zum Entfetten von Rohwolle. - Google Patents

Verfahren zum Entfetten von Rohwolle.

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AT101314B
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Anna Marie Bruckhoff
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Anna Marie Bruckhoff
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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zum Entfetten von Rohwolle. 



   Für die Entfettung von Rohwolle sind bereits eine Reihe von Wegen vorgeschlagen worden. Am häufigsten wird die Wäsche mit Soda angewandt ; dagegen sind die Versuche, das Wollfett mit organischen Lösungsmitteln zu entfernen, immer wieder aufgegeben worden, da man es bei diesen Mitteln nicht in der Hand hat, die Extraktion auf ein Mass zu begrenzen, das eine Schädigung der Wolle ausschliesst. 



   Erfindungsgemäss wurde nun festgestellt, dass bei der Behandlung von Rohwolle mit Azeton in dieser ein Fettgehalt von ungefähr 2 bis 5% erhalten werden kann. Dieser Gehalt entspricht gerade jenem, bei welchem, wie Versuche bestätigt haben, die Wolle die besten mechanischen Eigenschaften aufweist. 



   Beispiel] : Rohwolle wird eine halbe Stunde lang bei Zimmertemperatur mit der   drei-bis fünf-   fachen Menge Azeton extrahiert, mit wenig Azeton nachgespült und dann mit Wasser nachgewaschen. 



  Der Restgehalt der Wolle an Fett beträgt 3%. 



   Beispiel 2 : Die Entfettung geschieht stufenweise, entweder indem man die Rohwolle in die eine Batterie hintereinander geschalteter Extraktiongefässe bringt und durch diese nacheinander das Lösungsmittel hindurchschickt, oder indem man umgekehrt die Rohwolle mit Hilfe eines geeigneten Transportmittels durch eine Anzahl hintereinander angeordneter Extraktionsräume hindurchbewegt. 



    Schliesslich   lassen sich diese beiden   Möglichkeiten   des Gegenstromprinzipes noch miteinander verbinden, indem man sowohl die Rohwolle, wie auch das Lösungsmittel durch die Extraktionsräume hindurchtreibt. Stets hat man es bei dieser stufenweisen Anordnung völlig in der Hand, die Entfettung nur bis zu dem gewünschten optimalen Gehalt zu bringen. Hiebei gehen zunächst die niedrig schmelzenden, leicht löslichen Anteile des Wollfettes in Lösung, während sich die hoch   schmelzenden, schwerlöslichen   Anteile erst später durch frisches Lösungsmittel von der Wolle entfernen lassen. Durch   Erwärmen   des Azetons auf 30 bis 40  C wird insbesondere in dieser zweiten Phase die Entfettung sehr günstig beeinflusst. 



   Auf der Zeichnung ist eine zur   Durchführung   der Erfindung geeignete DreikörperextraktionsAnlage in Fig. 1 im Aufriss und in den Fig. 2 und 3 in senkrechten Schnitten nach den Linien a-a und b-b dargestellt. Die Rohwolle R passiert zwischen zwei Bändern B aus Metalldrahtgeflecht, die durch Leitwalzen   TV   (Fig. 2) und Leitbleche L (Fig. 3) geführt werden, zunächst den geschlossenen Extraktions- 
 EMI1.1 
   Extrak. tionsraum IJ,   von diesem auf gleiche Weise in den Extraktionsraum   111   und schliesslich in den   Spülraum   IV, wo die Wolle mit Wasser nachgewaschen wird, welches durch den Stutzen   81   in den Raum   IV   eintritt und durch den Stutzen   82   wieder austritt.

   Die Beschickung der einzelnen Extraktionsräume 1, 11 und 111 mit Azeton geschieht durch Vermittlung der   Stutzen Ei"E, und E,.   Die gesättigten Fettlösungen können gesondert bei   Ai, , A,   abgelassen werden. Durch die   Rührer K und Leitbleche L   (Fig. 3) wird innerhalb der Extraktionsräume eine Zirkulation des Lösungsmittels erzielt, welche die Extraktionswirkung sehr erhöht. Eingebaute Heizschlangen H am Boden der Extraktionsräume gestatten es, die einzelnen Bäder gesondert je nach Menge und Zusammensetzung des zu lösenden Wollfettes zu erwärmen. 



  Durch diese Anpassungsmöglichkeit kann die gesamte Extraktionsdauer auf 10 Minuten herabgesetzt werden und man erzielt gleichzeitig den grossen Vorteil, das Wollfettgemisch ziemlich weitgehend zu fraktionieren. So erhält man z. B. beim Abdestillieren der einzelnen Fettlösungen drei Fraktionen mit folgenden Kennzahlen : 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 
 EMI2.1 
 
<tb> 
<tb> Erstarrungspunkt <SEP> : <SEP> Jodzahl <SEP> : <SEP> Verseifungszahl <SEP> :
<tb> Fett <SEP> aus <SEP> Extraktionsraull1 <SEP> 1.....,.. <SEP> zirka <SEP> 150 <SEP> C <SEP> 28 <SEP> 115,
<tb> 77......... <SEP> 250 <SEP> C <SEP> 22 <SEP> 100,
<tb> m........,. <SEP> 60 C <SEP> 10 <SEP> 70.
<tb> 
 



   Es ist zwar schon vorgeschlagen worden, Azeton als Lösungsmittel für Wollfett, das mit Schwefelsäure oder Kalk aus den   Waschwässern   gewonnen wurde, also als Lösungsmittel für Lanolin, zu benutzen. Da jedoch hiebei die schwer verseifbaren, hoch schmelzenden Anteile des Wollfettes völlig verloren gingen und nur höchstens   50%   des gesamten Wollfettes gewonnen werden konnten, so hat man bisher in Praxis von der Behandlung von Rohwolle mit Aceton als nicht erfolgversprechend abgesehen. Überraschenderweise hat sich aber dennoch gezeigt, dass die Behandlung von Rohwolle mit Azeton sehr erfolgreich ist und dass es gerade bei dieser Behandlung gelingt, die Entfettung nur bis zu einem bestimmten, äusserst günstigen optimalen Betrag von 2 bis 5%   Fettgehalt durchzuführen,   u. zw.

   insbesondere dann, wenn man nach dem letzten der angegebenen beiden Beispiele verfährt und gegebenenfalls die Wolle noch vorher vorsichtig bis auf 2 bis 3% Wassergehalt   vortrocknet.   Dieses Vortrocknen ist sehr wichtig, da manche Rohwolle 15 bis 20% Feuchtigkeit enthalten und diese Wassermengen, wie Versuche bewiesen haben, die Lösungsfähigkeit des Azetons, insbesondere gegenüber dem an sich schon schwer löslichen Wollwachs praktisch aufheben können. Eine wesentliche Rolle für die gute Durchführung des Verfahrens spielt, wie schon im Beispiel 2 erwähnt, die Extraktionstemperatur. Jedenfalls ist es, wie Versuche erwiesen haben, möglich, durch   Veränderung   der Extraktionstemperatur die verschiedenartigsten Wollen gleichmässig bis auf einen optimalen Fettgehalt von 2 bis 5% zu extrahieren.

   Eine derartige Arbeitsweise ist mit den bisher zur Behandlung von Rohwolle vorgeschlagenen Fettlösungsmitteln, wie Benzin, Naphta, Tetrachlorkohlenstoff, Trichlorätylen nicht durchführbar, da diese Stoffe das Wollfett viel zu leicht lösen, so dass die Wolle in kurzer Zeit völlig entfettet wird, was man heute jedoch allgemein zu vermeiden sucht. 



   PATENT-ANSPRÜCHE   :  
1. Verfahren zum Entfetten von Rohwolle, dadurch gekennzeichnet, dass die Rohwolle mit Azeton behandelt wird.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Rohwolle vor der Behandlung mit Azeton getrocknet wird.
    3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Behandlung mit Azeton bei Temperaturen durchgeführt wird, die der Menge und Art der aus der Rohwolle zu entfernenden Fette angepasst sind.
    4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Behandlung mit Azeton stufenweise derart erfolgt, dass zunächst die niedrig schmelzenden Anteile an Wollfett und dann mit frischem Azeton die hoch schmelzenden Anteile des Wollfettes gelöst und entfernt werden.
AT101314D 1924-07-19 1924-07-19 Verfahren zum Entfetten von Rohwolle. AT101314B (de)

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