Die Erfindung richtet sich auf eine Vorrichtung der im Oberbegriff des Anspruches 1
angegebenen Art. Zum Öffnen und Schließen der Klappe dient ein Griff, der
normalerweise nicht zum Betätigen eines Schlosses dient, um ein zum
Schlossgetriebe gehörendes aktives Schließglied, wie eine Falle, zwischen einer
Schließlage und einer Freigabelage zu überführen. Dazu dient vielmehr ein
motorischer Antrieb, welcher von einem im Besitz der berechtigten Person
befindlichen mobilen Identifikations-Geber (ID-Geber) und einem im Fahrzeug
angeordneten stationären Identifikations-Nehmer (ID-Nehmer) wirksam gesetzt wird.
Der Griff der vorliegenden Vorrichtung dient nur zum Öffnen oder Schließen der
Klappe od. dgl. und ist aus folgendem Grund ein "schmutzfreier Griff".
Dieser Griff ist mittels eines Griffgetriebes zwischen zwei Positionen umsteuerbar.
In der einen Ruheposition befindet sich der Griff im Inneren der Klappe, wobei eine
für ihn vorgesehener Austritt durch eine Abdeckung verschlossen ist. Dann ist der
Griff gegen Verschmutzungen von außen geschützt. Mittels des Griffgetriebes kann
der Griff aber auch in eine betätigungsbereite Arbeitsposition überführt werden, wo
er bequem von der Hand erfasst werden kann, um die Klappe zu öffnen oder zu
schließen. Dazu fährt der Griff durch den erwähnten Austritt aus der Klappe heraus.
Bei der bekannten Vorrichtung dieser Art (EP 0 398 106 B1) sind zwei Antriebe
erforderlich, z.B. in Form von Pneumatik-Elementen oder von Elektromotoren. Der
eine Antrieb wirkt auf das Griffgetriebe, um es bei Ansteuerung zwischen einer
Schließlage des Schlosses und einer Freigabelage zu überführen. Der andere Antrieb
hat die Aufgabe über das Griffgetriebe den Griff zwischen seiner Schutzposition und
seiner Betätigungsposition zu verfahren und dabei gleichzeitig die Abdeckung
zwischen einer Abdeckstellung des Austritts für den Griffs und einer Offenstellung
zu überführen. Solche Antriebe werden angeflanscht oder in das Griffgetriebe bzw.
Schlossgetriebe eingebaut. In beiden Fällen wird dafür ein erheblicher Bauraum
benötigt. Dieser ist aber bei Tür- bzw. Klappenkonstruktionen sehr gering.
Beachtenswert sind auch die verhältnismäßig hohen Kosten für die beiden Antriebe.
Bei einer bekannten Vorrichtung anderer Art (DE 39 39 788 A1) ist an der
Heckklappe eines Fahrzeugs eine als Griff fungierende Platte schwenkbar gelagert,
die in der Zuklapplage der Klappe sich in einer Einschwenkposition befindet. Die
eine Seite der Griffplatte ist der Außenseite des Fahrzeugs zugekehrt und
verschmutzt daher. In ihrer Einschwenkposition kann die Griffplatte nicht von der
Hand erfasst und zum Aufklappen der Heckklappe genutzt werden. In der
Freigabelage des Schlosses wird die Griffplatte mittels einer Schenkelfeder und nicht
motorisch in eine Ausschwenkposition überführt, wo sie nur, wie gesagt, zum
Zuklappen der Heckklappe genutzt werden kann. Auch dabei muss sorgsam darauf
geachtet werden nicht mit verschmutzten Außenseiten der Griffplatte in Berührung
zu kommen. Es liegt kein schmutzfreier Griff vor. Es fehlt ein Motor zum Ausfahren
und zum Einfahren des Griffs. Eine Kommunikation zwischen einem Identifikations-Geber
und einem Identifikations-Nehmer findet nicht statt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine preiswerte Vorrichtung der im
Oberbegriff des Anspruches 1 genannten Art zu entwickeln, die raumsparend
ausgebildet ist. Dies wird durch die im Anspruch 1 genannten Maßnahmen erreicht,
denen folgende besondere Bedeutung zukommt.
Die Erfindung kommt mit einem einzigen Antrieb aus, der nachfolgend mit
"Antriebseinheit" bezeichnet werden soll und entweder im Bereich des
Schlossgetriebes oder im Bereich des Griffgetriebes angeordnet ist. Dadurch wird im
Bereich des jeweils gegenüberliegenden Getriebes erheblicher Platz eingespart. Seine
Antriebskraft empfängt das an sich antriebslose Getriebe durch ein Koppelglied,
welches den Eingang dieses antriebsfreien Getriebes mit dem Ausgang des
angetriebenen Getriebes verbindet. Diese Antriebseinheit hat die doppelte Funktion;
sie steuert sowohl das Griffgetriebe zwischen seinen beiden Positionen, als auch das
Schlossgetriebe zwischen dessen beiden Lagen um.
Weitere Maßnahmen und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung und den Zeichnungen. In den Zeichnungen ist die Erfindung in zwei
Ausführungsbeispielen schematisch dargestellt. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Längsschnitt durch ein Teilstück einer Heckklappe eines
Fahrzeugs in Zuklapplage, wenn sich deren Schloss in seiner
Schließlage befindet,
- Fig. 2,
- in einem der Fig. 1 entsprechenden Schnitt die teilweise
geöffnete Heckklappe, wenn das Schloss sich in seiner
Freigabelage befindet,
- Fig. 3
- in perspektivischer Vorderansicht den oberen Bereich der in Fig.
1 gezeigten Vorrichtung vor deren Einbau in der Heckklappe,
- Fig. 4
- eine Rückansicht des in Fig. 3 gezeigten Vorrichtungsbereichs,
- Fig. 5,
- in einer zu Fig. 3 analogen Darstellung, eine alternative
Ausbildung dieses oberen Vorrichtungsbereichs in
perspektivischer Vorderansicht und
- Fig. 6
- den in Fig. 5 gezeigten alternativen Vorrichtungsbereich in
rückseitiger Ansicht.
In den Fig. 1 und 2 ist, wie bereits erwähnt wurde, die Heckklappe eines
Kraftfahrzeugs im Längsschnitt, teilweise schematisch, dargestellt. Man erkennt eine
profilierte Außenverkleidung 11 und Innenverkleidung 12, zwischen denen ein
begrenzter Klappeninnenraum entsteht. Die Heckklappe ist um ein links außerhalb
der Fig. befindliches Scharnier vertikal im Sinne des Pfeils 14 klappbeweglich
gegenüber einer Karosserie 15, von welcher in Fig. 1 und 2 nur der untere Holm zu
erkennen ist, der die Heckklappen-Öffnung begrenzt.
In Fig. 1 ist die Klappe geschlossen. Das wird durch ein Schloss 20 gesichert,
welches im unteren Bereich 16 der Klappe 10 eingebaut ist. Dazu gehört zunächst ein
Schlossgetriebe 21, welches in einem Schlossgehäuse 22 aufgenommen ist und in
Fig. 1 nur durch einen Gehäuseausbruch hindurch sichtbar ist. Aus dem
Schlossgehäuse 22 ragt ein aktives Schließglied 24 heraus, welches z.B. aus einer
Drehfalle besteht. In Fig. 1 befindet sich das Schloss 20 in seiner Schließlage, in
welcher das aktive Schließglied 24 in Eingriff ist mit einem passiven
Gegenschließglied 25, welches ortsfest an der Karosserie 15 befestigt ist und im
vorliegenden Fall aus einem sogenannten Schließbügel besteht. Im Bereich des
Schlosses 20 ist schließlich auch noch eine Antriebseinheit 23 angeordnet. Diese ist
im vorliegenden Fall mit einem Flansch versehen, welcher bei 26 am Schlossgehäuse
22 befestigt ist
Das Schloss 20 wird durch Wirksamsetzen der Antriebseinheit 23 umgesteuert. Dies
erfolgt z.B. durch eine Kommunikation des bereits eingangs erwähnten mobilen ID-Gebers
und eines nicht näher gezeigten, im Fahrzeug integrierten stationären ID-Nehmers.
Ist diese ID-Kommunikation erfolgreich, so läuft die Antriebseinheit 23 an
und überführt das Schloss 20 in dessen Freigabelage, wo das aktive Schließglied 24
das stationäre Gegenschließglied 25 freigibt und daher die Klappe geöffnet werden
kann. Zusätzlich oder alternativ könnte eine anderweitige Startbetätigung der
Antriebseinheit 23 erfolgen, wie die Betätigung eines Tasters od. dgl.. Das ist in Fig.
2 erkennbar; wo zwischen dem freien Klappenende 18 und der Karosserie 15 besteht
bereits eine Lücke 19 besteht, die im Zuge der weiteren Aufschwenkbewegung 14
sich vergrößert.
Im oberen Bereich 17 der Klappe 10 sitzt eine vormontierbare Baueinheit 30, die ein
Gesamtgehäuse 32 aufweist, worin ein durch Punktschraffur hervorgehobener Griff
33 ganz oder wenigstens teilweise aufgenommen ist. Zur Bewegung des Griffs 33
gehört ein mehrere Glieder umfassendes Griffgetriebe 31, welches den Griff 33
zwischen zwei Positionen 33.1 und 33.2 umsteuert. Zu dem Griffgetriebe 31 gehört
insbesondere ein Eingangsglied 35, welches, wie insbesondere aus Fig. 3 zu ersehen
ist, scheibenförmig ausgebildet ist. In Fig. 1 liegt die Ruheposition vor, wo das freie
Griffende 34 sich noch im Gehäuseinneren 36 befindet. Dadurch ist der Griff 33
gegen Verschmutzung geschützt. Diese geschützte Position von Fig. 1 kann daher als
"Schutzposition" bezeichnet werden und ist durch eine Hilfslinie 33.1 markiert.
Wenn die vorerwähnte Umsteuerung des Schlosses 20 zwischen dessen Schließlage
und Freigabelage erfolgt, so wirkt sich dies aus folgendem Grund auch in einer
Umsteuerungsbewegung des Griffgetriebes 31 aus. Wie aus Fig. 3 und 4
strichpunktiert angedeutet ist, gehört zum Schlossgetriebe 21 u.a. ein Ausgangsglied
27, welches z.B. aus einem im Sinne des Doppelpfeils 28 schwenkbeweglichen Hebel
besteht. Dort greift das eine Ende 41 eines Strangs 43 von einem flexiblen
Bowdenzug 40 an, dessen Aufbau auch aus dem Längsschnitt in Fig. 1 zu erkennen
ist. Der Bowdenzug-Mantel 44 ist dabei einerends, bei 45, am Schlossgehäuse 22 und
anderends bei 46, am Griffgehäuse 32 befestigt. Das andere Ende 42 des Strangs 43
ist am Eingangsglied 35 vom Griffgetriebe 31 angelenkt. So wird die
Schwenkbewegung 28 des schlossseitigen Ausgangs 27 in eine Drehbewegung 38 des
griffseitigen Eingangs 35 gewandelt. Dies bewirkt eine Ausfahrbewegung des Griffs
33, dessen freies Griffende 34 aus der profilierten Außenverkleidung 11 der Klappe
10 jetzt herausragt und zum Erfassen mittels einer menschlichen Hand geeignet ist.
Zu der Baueinheit 30 gehört noch eine Abdeckung 37, welche, wie bereits eingangs
erwähnt wurde, die in Fig. 2 erkennbare Austrittsöffnung 29 abdeckt, wenn sich der
Griff 33 in seiner Schutzposition von Fig. 1 befindet. Die Abdeckung 38 ist mit
ihrem Getriebe 39 an das Griffgetriebe 31 mit angeschlossen und empfängt daher die
beschriebene Drehbewegung 38 seines Eingangs 35. Dadurch wird über sein Getriebe
39 die Abdeckung 37 abgehoben und gelangt in ihre aus Fig. 2 ersichtliche
Offenstellung. Dadurch ist der Austritt 29 für die erwähnte Ausfahrbewegung des
Griffs 33 frei. Sein freies Griffende 34 gelangt dann in die bedienungsfreundliche
Betätigungsposition, welche durch die Hilfslinie 33.2 in Fig. 2 verdeutlicht ist.
Im vorliegenden Fall verläuft die Umsteuerungsbewegung des Schlossgetriebes 21
über dessen Ausgang 27 und dem Bowdenzug 40 konform mit der
Umsteuerungsbewegung des Griffgetriebes 31 und seinem Eingang 35 ab. Durch
geeignete Kupplungen könnten aber auch diese beiden Umsteuerungen zeitlich
nacheinander ablaufen oder sich zeitbereichsweise überlappen. Dadurch wird die
Antriebseinheit geschont. Anstelle eines Bowdenzuges 40 könnte auch ein beliebig
anderes, an sich bekanntes Koppelglied oder eine Gliederkette mehrerer
Koppelglieder für die Verbindung der beiden Getriebe 21, 31 sorgen. Als
Koppelglied könnte z.B. eine Verbindungsstange dienen.
Eine weitere Alternative für das Koppelglied ist in den Fig. 5 und 6 gezeigt. Zur
Bezeichnung analoger Teile werden dort die gleichen Bezugszeichen wie im ersten
Ausführungsbeispiel von Fig. 1 bis 4 verwendet, weshalb insoweit die bisherige
Beschreibung gilt. Es genügt lediglich auf die Unterschiede einzugehen.
Der wesentliche Unterschied der Baueinheit 30' von Fig. 5 und 6 gegenüber
derjenigen 30 des vorausgehenden Ausführungsbeispiels besteht darin, dass als
Koppelglied ein umlaufendes Zuglied 50 verwendet wird, welches für eine drehfeste
Verbindung zwischen dem beschriebenen griffseitigen Eingang 35 und einem hier
ebenfalls als Rotor ausgebildeten Ausgang 47 des schlossseitigen Getriebes 21 dient.
Die Achse 48 des rotativen Ausgangs 47 ist strichpunktiert angeordnet. Das Zugglied
50 besteht hier aus zwei Strängen 51, 52, die an den erwähnten Eingang 35 und
Ausgang 47 angeschlossen sind. Dies geschieht im vorliegenden Fall durch
gemeinsame Anschlussstellen 49 beim griffseitigen Eingang 35 einerseits und die
gemeinsame Anschlussstelle 53 beim schlossseitigen Ausgang 47 andererseits.
Während im vorausgehenden Ausführungsbeispiel der Strang 43 vom Bowdenzug 40
auf Druck und Zug belastet wird, brauchen die hier beim umlaufenden Zugglied 50
verwendeten Stränge 51, 52 nur einen Zug auszuüben, auch wenn ihr Aufbau dem
eines Bowdenzugs ähnelt.
Wenn die Elektronik oder die elektrische Stromversorgung ausfällt, so kann die
erfindungsgemäße Vorrichtung über einen Notschlüssel 54 bedient werden. Dazu
dient ein Schließzylinder 55, der im vorliegenden Fall in die Baueinheit 30 bzw. 30'
gemäß Fig. 3 bis 6 integriert ist. Durch Schlüsselbetätigung wird im vorliegenden
Fall auf das Griffgetriebe 31 eingewirkt, wodurch der Griff 33 und die Abdeckung 37
auf mechanischem Wege aus ihrer Schutzposition 33.1 von Fig. 1 in ihre
Betätigungsposition 33.2 von Fig. 2 überführt werden können. Das hat aber wieder
eine Rückwirkung auf das Schlossgetriebe 21, ohne dass dafür die Antriebseinheit 23
eingeschaltet werden müsste. Über die jetzt als Ausgang und Eingang umgekehrt
wirkenden Glieder 35, 27 bzw. 47 wird über das Koppelglied 40 bzw. 50 selbsttätig
auch das Schloss 20 umgesteuert.
Bezugszeichenliste :
- 10
- Heckklappe
- 11
- Außenverkleidung von 10
- 12
- Innenverkleidung von 10
- 13
- Klappeninnenraum von 10
- 14
- Pfeil der Klappbewegung von 10
- 15
- Karosserie, unterer Holm
- 16
- unterer Bereich von 10
- 17
- oberer Bereich von 10
- 18
- freies Klappenende von 10
- 19
- Lücke zwischen 10, 15 (Fig. 2)
- 20
- Schloss
- 21
- Schlossgetriebe
- 22
- Schlossgehäuse
- 23
- Antriebseinheit bei 20
- 24
- aktives Schließglied
- 25
- passives Gegenschließglied
- 26
- Befestigung zwischen 23, 22
- 27
- Ausgang von 21, Hebel (Fig. 3, 4)
- 28
- Pfeil der Schwenkbewegung von 27 (Fig. 3, 4)
- 29
- Austritt für 33 (Fig. 2)
- 30
- Baueinheit (Fig. 1 bis 4)
- 30'
- alternative Baueinheit (Fig. 5, 6)
- 31
- Griffgetriebe
- 32
- Gehäuse für 30, 31
- 33
- Griff
- 33.1
- Schutzposition von 33 (Fig. 1)
- 33.2
- Betätigungsposition von 33 (Fig. 2)
- 34
- freies Ende von 33
- 35
- Eingangsglied von 31
- 36
- Gehäuseinneres von 32
- 37
- Abdeckung für 29
- 38
- Pfeil der Drehbewegung von 35
- 39
- Getriebeteil für 37
- 40
- Koppelglied, flexibler Bowdenzug
- 41
- erstes Ende von 43
- 42
- zweites Ende von 43
- 43
- Druck-Zug-Element von 40, Strang
- 44
- Mantel von 40
- 45
- erstes Mantelende von 44
- 46
- zweites Mantelende von 44
- 47
- alternativer Ausgang von 31, Rotor (Fig. 5, 6)
- 48
- Achse von 47 (Fig. 5, 6)
- 49
- Anschlussstelle von 51, 52 bei 35
- 50
- Koppelglied, umlaufendes Zugglied (Fig. 5, 6)
- 51
- erster Strang von 50
- 52
- zweiter Strang von 50
- 53
- Anschlussstelle von 51, 52 bei 47
- 54
- Notschlüssel
- 55
- Schließzylinder bei 30 (Fig. 3 bis 6)