DEV0001105MA - Verfahren zur Herstellung von beim ersten Trocknen nicht gespannten, gegebenenfalls in Spinntöpfen gesammelten oder in Stapel geschnittenen Viscosekunstfäden bzw. -fasern - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von beim ersten Trocknen nicht gespannten, gegebenenfalls in Spinntöpfen gesammelten oder in Stapel geschnittenen Viscosekunstfäden bzw. -fasernInfo
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Description
Bei der Herstellung normaler Viscosekunstseide ist es üblich, in Müllerbädern eine Viscose zu verspinnen, zu deren Bereitung etwa 31-33% Schwefelkohlenstoff, bezogen auf die Cellulose der Alkalicellulose, eingesetzt werden. Um jedoch nach dem Zweibadverfahren zu hochverstreckter hochfester Viscosekunstseide zu gelangen, musste man auf der Spulenspinnmaschine, die man zunächst benutzte, mit der Schwefelkohlenstoffmenge bis auf 38-43% heraufgehen, weil man sonst die erstrebten hohen textilen Daten nicht bekam und ausserdem die Verstreckbarkeit des frisch gesponnenen Fadens weniger günstig war. Es mag noch erwähnt werden, dass bei künstlichen Fasern, die mit Baumwolle verarbeitet werden sollen, eine niedrige Dehnung erwünscht ist, im Gegensatz zu Fasern, die mit Wolle vermischt werden.
Als man nun auch auf der Zentrifugenspinnmaschine nach dem Zweibadverfahren hochverstreckte, hochfeste Viscosekunstseide herstellen wollte, stellte sich überraschenderweise heraus, dass man auf diese Weise zwar auch die hohen Trockenfestigkeiten von 300g/100 den. und mehr, aber keine Trockendehnungen unter 14%, vorzugsweise von 12-13%, erreichen konnte, diese Dehnungen lagen vielmehr, vermutlich infolge des spannungslosen Trocknens der kernlosen Kuchenwickel, stets beträchtlich über 14%. Versuche, diesem Problem durch höhere Verstreckungen beizukommen oder auch durch Variation der Spinnbäder vom Typ des Müllerbades, scheiterten. Erst als man im Gegensatz zur beschriebenen Herstellung hochfester Viscosekunstseide auf der Spulenspinnmaschine unter hoher Verstreckung in Müllerbädern nach dem Zweibadverfahren auf einer Zentrifugenspinnmaschine Viscose verspann, die bei 6-7% Cellulose etwa 28-34% Schwefelkohlenstoff bezogen auf die Cellulose der Alkalicellulose aufwies, gelang es überraschenderweise, das gesteckte Ziel zu erreichen. Die auf diesem Wege erzeugte Zentrifugenkunstseide besitzt neben den verlangten hohen Festigkeiten die gewünschte Dehnung zwischen 10 bis 14%.
In der Zellwolleindustrie werden die gleichen Ergebnisse gefunden, wenn die frisch gesponnenen Kunstfadenbündel beim ersten Trocknen nicht gespannt und sodann in Stapel zerschnitten werden.
Für die Herstellung von Fäden aus Viscoselösungen ist zwar ein Verfahren bekannt geworden, bei dem eine Viscose, hergestellt aus Alkalicellulose mit weniger als 35% Schwefelkohlenstoff, bezogen auf den Alpha-Cellulosegehalt der Natroncellulose, mit einem über 75 m/Min. Abzug versponnen wird, doch ist hierbei weder ein Zweibadverfahren noch ein starkes Verstrecken der Fäden im Sinne des vorliegenden Verfahrens vorgesehen oder angedeutet. Fäden oder Fasern mit einer Trockendehnung zwischen 10 und 14% und einer Trockenfestigkeit von etwa 300 g/100 den. erhält man auf diese Weise nicht.
Ausführungsbeispiel:
Aus Fichtensulfitedelzellstoff wird eine Viscose hergestellt, die 6,5% Cellulose enthält und mit 32% Schwefelkohlenstoff, bezogen auf den Cellulosegehalt der Alkalicellulose, sulfidiert ist. Diese Viscose wird in ein 43° warmes Erstbad eingespritzt, das aus 120 g/l Schwefelsäure, 225 g/l Natriumsulfat, 64 g/l Magnesiumsulfat und 12 g/l Zinksulfat zusammengesetzt ist. Der frisch gesponnene Faden wird sodann in einem 75° heissen Zweitbad, dessen Zusammensetzung 1/10 des Erstbades beträgt, um 78% verstreckt und in einem Spinntopf gesammelt. Der Abzug der letzten Galette vor dem Spinntopf beträgt 48,5 m/Min. Die auf diese Weise auf der Zentrifugenspinnmaschine gewonnene Viscosekunstseide hat eine Trockenfestigkeit von 321 g/100 den. und eine Trockendehnung von 12,1%.
Eine unter sonst gleichen Bedingungen, aber aus einer Viscose mit einem Schwefelkohlenstoffeinsatz von 40% Cellulose der Alkalicellulose hergestellten Zentrifugenkunstseide hat demgegenüber bei einer Trockenfestigkeit von 310 g/100 den. eine Trockendehnung von 17,5%.
Claims (1)
- Verfahren zur Herstellung von beim ersten Trocknen nicht gespannten, gegebenenfalls in Spinntöpfen gesammelten oder nachträglich in Stapel geschnittenen Viscosefäden bzw. -fasern mit einer Trockendehnung zwischen 10-14% und einer Trockenfestigkeit von etwa 300 g/100 den. und darüber, dadurch gekennzeichnet, dass man eine Viscose mit 6-7% Cellulose und 28-34% CS(sub)2, bezogen auf die Cellulose der Alkalicellulose, nach dem Zweibadspinnverfahren in sogenannten Müllerbädern verspinnt, die gebildeten Viscosefäden im zweiten Bad einer hohen Verstreckung unterwirft - und sie nach Verlassen des zweiten Bades gegebenenfalls in Stapel schneidet -, worauf das Waschen, Nachbehandeln und Trocknen in an sich bekannter Weise erfolgt.
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