DEP0052507DA - Verfahren zur Herstellung von Küpenfarbstoffbädern oder Druckpasten - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Küpenfarbstoffbädern oder DruckpastenInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft das Färben von Textilien mit Küpenfarbstoffen. Die Küpenfarbstoffe wurden bisher in grossem Masse zum Färben von aus Zellulose bestehenden Textilien verwendet, indem man sie in der Form ihrer wasserlöslichen alkalischen Salze ihrer Reduktionsverbindungen (Leukoverbindungen) zur Anwendung brachte und dann das so behandelte Material oxydierte, indem man es der Luft aussetzt oder auf andere Weise, derart, dass der gefärbte, unlösliche Küpenfarbstoff wieder erzeugt wurde. Jedoch lässt sich leider dieses Verfahren nicht auf Gewebe anwenden, welche aus Zelluloseazetat, Wolle oder aus anderen Geweben bestehen, welche dazu neigen, durch die Einwirkung von Alkali zersetzt oder beschädigt zu werden.
Es ist bereits vorgeschlagen worden, Gewebe aus Zelluloseester mit Küpenfarbstoffen in Anwesenheit von Alkali zu färben, indem man den reduzierten geküpten Farbstoff mit Essigsäure neutralisiert. Dieses Verfahren hat den Nachteil, dass es nicht leicht industriell beherrscht werden kann und ferner den Nachteil, dass die erhaltenen kolloidalen Dispersionen häufig nur eine geringe Stabilität besitzen. Es ist ferner vorgeschlagen worden, Zelluloseester mit Dispersionen gewisser Küpenfarbstoffe in organischen und anorganischen Quellmitteln zu färben, jedoch ist der wirtschaftliche Wert dieser Verfahren beschränkt, wenn keine Wiedergewinnungsanlage vorhanden ist; da ferner das Material gequollen ist, verliert es sehr leicht seine Form und ist daher schwierig zu handhaben.
Es wurde nun die beachtliche Feststellung gemacht - und dies
bildet die Grundlage der vorliegenden Erfindung, dass Küpenfarbstoffe in Abwesenheit von Alkalien reduziert werden können, und dass die so erhaltenen Leukoverbindungen, welche Eigenschaften besitzen, die einigermassen von denen abweichen, die man durch den gewöhnlichen Alkalireduktionsprozess erhält, ausgezeichnet zum Färben von Zelluloseestern geeignet sind, wie Zelluloseazetat und auch Polyamiden, Seide und Wolle.
Gemäss der vorliegenden Erfindung werden daher Küpenfarbbäder oder Druckpasten hergestellt, welche die Leukoverbindungen von unlöslichen Küpenfarbstoffen enthalten und zwar durch Behandeln der besagten Farbstoffe mit reduzierenden Mitteln der Art, wie sie üblicherweise bei der Herstellung von Leukoverbindungen verwendet werden, und zwar in einem wesentlichen neutral gehaltenen System.
Bei den meisten Farbstoffen ist der Zusatz einer geringen Menge von Pyridin oder bestimmter anderer organischer Basen sehr vorteilhaft. Die sauren Produkte, welche sich bei der Zersetzung von Natriumhydrosulfit bilden, werden während der Reduktion durch Zugabe von Ammoniak oder anderem Alkali neutralisiert, derart, dass die Färbeflüssigkeit neutral oder schwach alkalisch gegen Lackmus bleibt.
Die Erfindung hat gewisse wünschenswerte Charakteristiken, darunter die Möglichkeit, Färbungen zu erzeugen, welche gegen Dämpfe und Gasverfärbung widerstandsfähig sind. Ein weiteres Charakteristikum besteht darin, dass Zelluloseester, Polyamide, Wolle und Seide eine beachtenswerte Affinität zu dem reduzierten Farbstoff zeigen, derart, dass es möglich ist, das gefärbte Material vor der Oxydation zu waschen, ausserdem findet ein gleichmässiges Eindringen in die Fasern statt, obwohl keine wie auch immer geartete Verseifung auftritt, und der Glanz des Gewebes wird beibehalten. Die Farbbäder besitzen eine beachtliche Stabilität gegen Oxydation und gestatten auf diese Weise die Herstellung von gleichmässigen Färbungen leichter, und sie vermeiden die Notwendigkeit, häufig Zusätze von Hydrosulfit zuzugeben oder den Farbbadschaum, der sich durch Oxydation bildet, zu entfernen.
Die Erfindung ist in keiner Weise auf das Färben von Zelluloseestern beschränkt, da festgestellt wurde, dass Wolle, Seide und Polyamide eine starke Affinität zu den reduzierten Küpenfarbstoffen haben, und eine befriedigende Färbung von Wolle oder Seide kann ohne Schädigung des Materials durch genau dieselbe Arbeitsweise durchgeführt werden wie die, welche zum Färben von Zelluloseestern verwendet wird. Baumwolle und Viscose zeigen eine geringe Affinität für die Farben, wenn diese unter den geschilderten Bedingungen zur Anwendung gebracht werden, diese Materialien sind leicht gefleckt.
Das Verfahren kann zur Färbung von Textilien in den verschiedensten Formen angewandt werden, wie Garn, gewebtes oder gestricktes Gewebe, Stückgut und dergleichen. Es kann auch zur Druckfärbung deer oben erwähnten Textilien verwendet werden.
Die folgenden Beispiele erläutern die Ausführung der Erfindung ohne diese auf die Beispiele zu beschränken:
I.
0,18 Kg Farbstoffpaste Durindonblau 4 BC (Br. Colour Index 1924 Nr. 1184), werden mit der doppelten Gewichtsmenge Wasser verdünnt, und es werden 200 ccm Pyridin zugegeben. Darauf fügt man 0,1 bis 0,225 kg Natriumhydrosulfit der Mischung zu. Es tritt schnell Reduktion des blauen Farbstoffes bei Zimmertemperatur ein: Es bildet sich eine grünlich-gelbe Dispersion. Diese erweist sich als sauer. 250 ccm Ammoniak mit einem spez. Gewicht von 0,880 werden nunmehr zugegeben, und die Lösung wird auf 4,5 bis 9 Liter verdünnt.
Man gibt in eine Haspelkufe (bzw. in einen Tigger) mit einer Kapazität von 450 Liter Wasser bis das Bad aufgefüllt ist und 0,45 Kg Natriumhydrosulfit. 3,6 Kg (ungefähr 27 Meter) gestricktes Zelluloseazetatgewebe werden durch das Bad gedreht, zu dem der geküpte Farbstoff in geringen Mengen gegeben worden ist; die Badtemperatur wird dabei auf 70° bis 80° erhöht. Eine weitere Kontrolle ist nicht notwendig, ausgenommen, dass gegebenenfalls weiter Ammoniak zugegeben werden muss,
um das Bad gerade alkalisch zu halten. Nach einer Stunde erscheint das Gewebe mit einer gleichmässigen, hellgelben Farbe gefärbt. Das Gewebe wird nun einmal gewaschen und in einer Lösung von 0,9 Kg Natriumperborat oder einen anderen Oxydationsmittel in ungefähr 135 Liter Wasser bei 45° behandelt. Die Oxydation schreitet 15 bis 30 Minuten fort, worauf das blaugefärbte Gewebe gewaschen und in einer Seifenlösung bei 60° behandelt (um allenfalls vorhandenen losen Farbstoff zu entfernen) und endlich gespült und getrocknet wird.
II.
Eine Druckpaste wird hergestellt, welche enthält:
10 g Farbstoffpaste Caldeonjadegrün XN., (Br. Colour Index 1924 Nr. 1101)
2 ccm Pyridin,
2 ccm Ammoniak,
3 g Natriumformaldehydsulfoxylat,
4 g Stärke in 30 ccm Wasser,
2 g Tragantgummi in 25 ccm Wasser.
Die Druckpaste wird in der üblichen Weise zum Bedrucken von gestricktem Zelluloseazetatgewebe benützt. Man lässt das bedruckte Gewebe altern, wäscht es, behandelt es mit Seife und trocknet es.
Claims (3)
1. Verfahren zur Herstellung von Küpenfarbstoffbädern oder Druckpasten, welche die Leukoverbindungen unlöslicher Küpenfarbstoffe enthalten, gekennzeichnet durch Behandeln der besagten Farbstoffe in einem im wesentlichen neutral gehaltenen System mit Reduktionsmitteln der Art, welche gewöhnlich bei der Herstellung von Leukoverbindungen verwendet werden.
2. Verfahren zur Herstellung von Küpenfarbstoffbädern oder Druckpasten nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die sauren Substanzen, welche durch die Reduktion gebildet worden sind, durch Zugabe von Ammoniak oder einem anderen
Alkali neutralisiert werden, derart, dass die Färbeflüssigkeit neutral oder gegenüber Lackmus gerade alkalisch bleibt.
3. Verfahren zur Herstellung von Küpenfarbstoffbädern oder Druckpasten nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Reduktionsverfahren in Gegenwart einer organischen Base ausgeführt wird, z.B. Pyridin.
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