DEP0052388DA - Kunstdarm und Verfahren zu seiner Herstellung. - Google Patents
Kunstdarm und Verfahren zu seiner Herstellung.Info
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Description
Zur Herstellung von Kunstdärmen ist es bekannt, Papierbahnen mit einer Gelantinelösung zu imprägnieren, sodann in der gewünschten Länge zu zerschneiden und zu verkleben, sowie anschließend zu härten. Obwohl in der Literatur für die Imprägnierung vielfach Eiweißlösungen ganz allgemein vorgeschlagen sind, werden in der Praxis fast ausschließlich nur Gelantinelösungen für diesen Zweck verwendet. Der Grund dafür liegt darin, daß von den Eiweißstoffen nur der Gelantine und dem Leim die vorteilhafte Eigenschaft zukommt, sich mit zunehmender Erwärmung leichter in Wasser in der erforderlichen Konzentration zu lösen, während andere Eiweißstoffe, wie beispielsweise <Nicht lesbar> (Blut- und<Nicht lesbar>, Casein, Fischeiweiß, Sojabohneneiweiß, hierbei durch Hitzeeinwirkung mehr oder weniger schnell koagulieren und unlöslich werden. Es können demnach im Gegensatz zu den Behauptungen in der Literatur nicht Eiweißstoffe schlechthin als Imprägniermittel verwendet werden, weil sie mit Ausnahme von Gelantine und Leim in der erforderlichen Konzentration nicht ohne weiteres löslich sind und auch an den zu imprägnierenden Papierbahnen mangels Viskosität ihrer Lösungen nicht haften bleiben und rasch abfließen. Außerdem würden bei Einwirkung von höheren Temperaturen, z.B. beim Kochen der <Nicht lesbar> , solche Eiweißstoffe gerinnen und sich in kleinen Klumpen abscheiden.
Es ist auch bereits der Vorschlag gemacht worden, Kunstdärme mit einer Lösung von <Nicht lesbar> und Casein zu imprägnieren; man soll auf diese Weise zu kochfesten und widerstandsfähigen Kunstdärmen gelangen. In der Praxis zeigte es sich aber, daß derartige
Därme viel zu spröde sind, sodaß bereits bei ihrer Herstellung trotz besonderer Vorsichtsmaßnahmen ein sehr erheblicher Ausschuß unvermeidbar ist und sich außerdem ihre Verarbeitung besonders schwierig gestaltet. Dazu kommt noch, daß Casein einen sehr kostspieligen Rohstoff darstellt, zu dessen Verarbeitung ein Inlösungbringen mit alkalischen Mitteln unvermeidlich ist, was jedoch bereits, je nach den angewendeten Bedingungen, zu mehr oder minder weitgehendem Abbau führt. Es hat sich nun überraschenderweise gezeigt, daß durch Anwendung von Gelantine-Albuminlösungen als Imprägniermittel für zur Kunstdarm-Erzeugung geeignete Papierbahnen, die bei den bekannten Verfahren dieser Art auftretenden Mängel behoben werden.
Der Eiweißanteil der Imprägnierlösung besteht im Sinne der Erfindung aus etwa 15-30% Albumin, Rest Gelantine, wobei sich ein Prozentgehalt an Albumin zwischen 50 und 70% als besonders vorteilhaft erwiesen hat.
Um vor allem bei höheren Konzentrationen des Albuminanteiles diesen leichter in Lösung zu bringen, hat es sich als zweckmäßig gezeigt, die Imprägnierlösung bei höherem, insbes. 40% übersteigenden Albumingehalt, z.B. durch Zusatz von Ammoncarbonatlösung auf einen pH-Wert von mindestens 7,5 einzustellen. Diese geringe Alkalität genügt, um das Albumin in eine leicht lösliche, viskose und bei den in Betracht kommenden höheren Temperaturen beständige Form überzuführen. Beim Zusatz von Alkalien bzw. alkalisch reagierenden Substanzen ist jedoch darauf zu achten, daß keine zu hohe Alkalität erreicht wird, da bei einem pH-Wert von etwa 9 - 10 eine Ausscheidung unlöslicher Eiweißprodukte erfolgen und somit eine Imprägnierung nicht mehr durchführbar sein würde.
Mit diesen erfindungsgemäßen Albumin-Gelantinelösungen
werden hierauf Bahnen von zur Kunstdarmerzeugung geeigneten Papieren vorzugsweise bei etwa 30 - 40°C imprägniert und zeigt es sich, dass diese Lösungen überraschend gut die mit denselben behandelten Papiere durchdringen. Die aus derartigen imprägnierten Papieren hergestellten Kunstdärme entsprechen allen gestellten Anforderungen; so sind sie vor allem im Gegensatz zu den mit Gelantine oder Gelantine-Casein behandelten Papieren ohne Zusatz irgendwelcher weichmachender Mittel von einer ausgezeichneten Geschmeidigkeit und Knitterfestigkeit, so dass weder bei ihrer Herstellung noch bei ihrer Verarbeitung die bisherigen Mängel, wie ein hoher Ausschuss oder eine schwierige Handhabung überhaupt zu befürchten sind. Ausserdem zeigen die erfindungsgemässen Kunstdärme eine hervorragende Kochfestigkeit.
Neben diesen technischen Vorteilen kommt der Erfindung auch eine besondere wirtschaftliche Bedeutung zu, da das Albumin gegenüber der Gelantine und ganz besonders gegenüber dem Casein einen billigen, fast überall in ausreichender Menge leicht gewinnbaren Rohstoff darstellt.
Beispiel 1:
1kg Gelantine wird bei einer Temperatur von etwa 40° in 10 Liter Wasser gelöst und mit einer kalt bereiteten Lösung von 1 kg Albumin in 10 Liter Wasser gemischt. Mit dieser ungefähr 30° warmen Mischung werden zweckmässig auf die gewünschte Länge zugeschnittene Papierbahnen getränkt, sodann zu Schläuchen verklebt und in üblicher Weise gehärtet.
Beispiel 2:
1 kg Gelantine wird bei einer Temperatur von etwa 40° in 10 Liter Wasser gelöst und mit einer kalt bereiteten Lösung von 2,3 kg Albumin in 10 Liter Wasser, welche unter Zusatz von
Ammoncarbonat auf einen pH-Wert von etwa 8 gebracht wurde, vermischt. Die mit dieser Lösung bei etwa 30 - 35° getränkten Papierbahnen werden anschliessend in üblicher Weise auf Kunstdärme verarbeitet. Man kann aber auch Papierbahnen grösserer Länge zuerst imprägnieren, sodann in der gewünschten Länge zerschneiden, zu Schläuchen verkleben und härten.
Claims (4)
1) Kunstharz aus mit Eiweisslösungen imprägniertem und gehärtetem Papier, dadurch gekennzeichnet, dass die Imprägnierung aus 15 - 80%, vorzugsweise 50 - 70% Albumin, und der Rest aus Gelantine besteht.
2) Verfahren zur Herstellung von Kunstdärmen gemäss Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass vorzugsweise auf die gewünschte Länge zugeschnittene, Papierbahnen mit einer Lösung aus 15 - 80% Albumin und 20 - 85% Gelantine imprägniert, sodann verklebt und gehärtet werden.
3) Verfahren zur Herstellung von Kunstdärmen gemäss Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Imprägnierlösung bei höherem, insbes. 40% übersteigenden Albumingehalt auf einen pH-Wert von mindestens 7,5 eingestellt wird.
4) Verfahren zur Herstellung von Kunstdärmen gemäss Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Imprägnierung bei einer Temperatur von etwa 30 - 40°C erfolgt.
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