DEP0051794DA - Verfahren zur Herstellung von Trockengleichrichtern, insbesondere Selengleichrichtern. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Trockengleichrichtern, insbesondere Selengleichrichtern.Info
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Description
■P P A / O
Siemens-Sehuckertwerke Erlangen, den 10*8.1949
Aktiengesellschaft Ös ti »Stadtmauerstr .30
PA 13 lt}:· iwiO PA 9/160/44
Anmeldetags *7· /· frf Akt.Z.: angemeldet als! Patent Bearbeiters Barckhaus Erfinders Herr Dr«Hans Schweickert,
ZW/HL
Abt./Werk; ZW/HL9 Dienstst.Pretzfeld Kosten trägtϊ ZWT betr.noch: TS Elektrotechnik
StW Helmbrechts
GWS
Titelergänzung; Behandlung der Selenschicht öder sonstigen
Halbleiterschicht In, einer Metallschmelze,
Verfahren zur Herstellung von Trockengleichrichtern insbes. Selengleichrichtern,
Trockengleichrichter umfassen als Hauptbestandteile die G-rundelektrode» <3ie darauf aufgebrachte Halbleiterschicht und die
sich daran anschließende Deckelektrode. Der Anschaulichkeit halber sei im. folgenden-vor allem "auf Selen-Trockengleichrichter
Bezug genommen. Bei diesen wird die Deckelektrode in der Eegel aus einer leicht schmelzenden Metallegierung hergestellt t
insbes» aus einer Zinn-öadmium-Legierung oder aus einer Zinn-Cadmium-Wismuth-Legierung.
Der für die Deckelektrode verwendeten Metallegierung wird im "allgemeinen ein Zusatzstoff zugemischt,
der die Gleichrichtereigenschaften mit bestimmt. Als Zusatzstoff wird vor allem Thallium, aber auch z.B. Indium,
Silber, Magnesium verwendet. Diese Zusatzstoffe haben die Wirkung, daß sie die Sperreigenschaften des Gleichrichters
verbessernf sie führen aber zugleich auch zu einer unerwünschten Erhöhung des Flußwiderstandes, d.h. des Widerstandes in der
Stromdurohlaßrichtung» Aus diesem Grunde kommt es auf eine
genaue Dosierung der Zusatzstoffe an«
Nach aeueren Untersuchungen beruht die Wirkung der Zusatzstoffe darauf* daß sie aue der Beckelektrode in die Selenschicht einwandern
und hier Reaktionen mit dem Selen bezw« mit <äen im Selen enthaltenen Beimengungen, insbes, Halogenbeimengungen,
eingehen«
Neuen den genannten Beimengungen in der Selenschicht unfl in der Deckelektrode, ist es zur Erzielung eines brauchbaren Gleichrichters
notwendig, die Selenschicht aus dem amorphen Zustand, in a&m sie in der Regel aufgebracht wird, in den bestleitenden
kristallinen Zustand umzuwandeln« Zu diesem Zweok wird, wie bekannt > die Selenschicht einem oder mehreren thermischen Uiawanä«
lungsprozessen unterworfen* d«h* sie wird jeweils für eine bestimmte Zeitdauer auf eine bestimmte Temperatur erhitzt*
Gegenstand der Erfindung ist ein Herstellungsverfahren^ das ea gestattet, die o,g« Verhältniese und Gesichtspunkte sicher zu
beherrschen bezw» zu berücksichtigen^ und das zugleich in der Durchführung besonders einfach ist. Das neue Verfahren besteht
darin, daß die auf die Grundelektrode aufgebrachte Halbleiters«hicht (insbes* Selenschicht) in eine Metallschmelze getaucht
wird und hierdurch der thermische Umwandlungsprozeß der Halbleiterschicht und/oder die Einwanderung eines die Gleichrichter«
eigenschaften mit bestimmenden Zusatzstoffes und/oder die Aufbringung der Deckelektrode herbeigeführt wird«
Das neue Verfahren bietet also einmal die Möglichkeit, b©i der Herstellung von Selengleichrichtern den thermischen Umwandlungsprozeß
durch das Eintauchen der Selenschicht in eine Metallschmelze durchzuführen» Diese Verfahrenaweise hat den gros«
sen Vorteil 9 daß eine gleichmäßige Temperatur aller Teile der Selenschicht während dieses thermischen Umwandlungsprozessee
erzielt wird. Bei den bisherigen Herstellungsverfahren bei
die thermische Umwandlung in der Regel in einem Ofen erfolgt ρ ist hingegen mit einer so großen Gleichmäßigkeit der
Temperatur in allen Teilen der Selenschicht nicht zu rechnen» Wegen dieser gleichmäßigen Temperatur fuhrt das neue Verfahren
zu einer "besseren Gleichförmigkeit der durch den thermischen Umw&ndlungsproz©ß zu erzielenden Gleichrichte^eigenschaften«
Se ist hier noch nachzuholen, daß der thermische Umwandlungeprozeß bei den bisherigen Herstellungsverfahren häufig in
mehreren Stufen erfolgt, insbes. in der Weisθ» daß zunäohat bei einer niedrigeren Temperatur, etwa "bei 110° C>
eine 'Vorumwandlung, dth* ein Vorkristallisieren der Selenschicht, herbeigeführt
wird und in einem späteren Abschnitt des Herstellungsverfahrens nooh ein thermischer Umwandlungsprozeß bei einer höheren
Temperatur, etwa bei 210° C, vorgenommen und hierbei die bereits vorkristallisierte Selenschicht in den bestleitenden kristallinen
Zustand überfuhrt wird (Bndumwandlung)«Bei dem neuen Verfahren ist es ebenfalls möglich» öen durch Eintauchen der Selenschicht
in die Metallschmelze erfolgenden thermischen Umwandlungsprozeß in mehreren Stufen durchzuführen« Das Eintauchen
der Selenschicht in die Metallschmelze kann dazu benutzt werden, nur die thermische Vorumwandlung oder auoh nur die thermische
Bndumwandlung oder beide thermische Umwandlungen durchzuführen,. Dementsprechend findet z,B« nur eine Metallschmelze mit eitter
bestimmten Temperatur oder es finden zwei Metallschmelzen mit verschiedenen Temperaturen Anwendung oder es wird die zunächst
auf eine niedrigere Temperatur gebrachte Metallschmelze im "Wöi~ teren Verlauf auf die benötigte höhere Temperatur erhitzt.
Wird der Metallschmelze der die Gleichrichtereigenschaften mitbestimmende Zusatzstofff z»B» Thallium, beigemengt» so führt
dies dazu, daß während des Eintauchens der Selenschicht in die Metallschmelze der Zusatzstoff in die Selenschicht einwandert
und dort die gewünschte Beeinflussung hervorruft. Eg kommt
hierbei? wie aua den obigen Ausführungen hervorgeht* auf eine genaue Dosierung des in die Selenschicht einwandernden Zusatzstoffes
an« Bine solche genaue Dosierung läßt sich bei dem neuen Verfahren "besondere einfach erreichen* und zwar einmal
dureh entsprechende Bemessung des Anteils des Zusatzstoffes an der Gesamtsohmelze, zum anderen durch entsprechende Wahl der
Behändlungsdauer und der Behandlungstemperatur» Diese Verfahrensstufe, die dazu dient, eine wohl "bemessene Menge des Zusatzstoffes
in die Selenschicht einwandern zu lassen* kann zugleich dazu mitbenutzt werden, nach den vorstehenden Ausführungen
den thermischen Umwandlungsprozeß ganz oder teilweise durchzuführeni Bs besteht aber auch die Möglichkeit* den thermischen
Umwandlungsprozeß ganz oder teilweise bereite vor oder naoh dem Eintauchen der Selenschicht in die Metallschmelze vorzunehmen
und somit den Eintauchprozeß im wesentlichen dazu zu benutzen, die Einwanderung des die Gleichrichtereigenschaften
mit bestimmenden Zusatzstoffes in die Selenschicht herbeizuführen«
Wird der Eintauchprozeß zur Einbringung des Zusatzstoffes in die Selenschicht benutzt f so wird das Verfahren vorzugsweise
so durchgeführt, daß mit der Beendigung des Eintauchprozeases die gewünschte Zusatzstoffmenge in die Selenschicht eingewandert
ist« Hierbei wird für die Deckelektrode ein Metall oder eine Metallegierung verwendet, die von dem Zusatzstoff frei ist».
Man kann das Verfahren aber auch in der Weise durchführen, daß nach Beendigung des Eintauchprozesses noch eine gewisse Ergänzungsmenge
an Zusatzstoff oder Zusatzstoffen in die Selenschicht einzuführen ist. In diesem ialle wird dem für die Deckelektrode
verwendeten Metall (Metallegierung) eine bestimmte Ergänzungsmenge des Zusatzstoffes beigemengt, sofern nicht in einer gesonderten
Verfahrenestufe die benötigte Ergänzungsmenge in die Selenschicht eingebracht wird. Ob für die Deckelektrode ein.
Metall oder eine Metallegierung verwendet wird, die ganz frei
von Zusatzstoffen ist, oder eine Metallegierung bezw* eine Deckelektrodenschicht f äie eine bestimmte wohlbemeseene Ergänzungsmenge
an Zusatzstoffen enthält, in beiden Fällen wird erreicht 9 daß mit dem Abschluß des Herstellungsverfahrens die
Deckelektrode nahezu frei von Zusatzstoffen ist» Dies hat den Vorteil» daß während der lagerung oder der Benutzung der Gleichrichter
eine weitere Einwanderung von Zusatzstoffteilchen in die Selenschicht nicht stattfinden kann und infolgedessen das
lästige Altern der Gleichrichter unterbunden ist«
Me Verfahrensweise, bei der nach Absohluß des Eintauchprozesses in die Selenschicht noch eine Ergänzungsmenge an Zusatzstoffen
einzuführen ist, kommt insbes* dann in Betracht, wenn in die Selenschicht verschiedene Zusatzstoffe eingebracht werden.
Man kann z.B. so vorgehen, daß duroh den Eintauchprozeß der eine Zusatzstoff eingebracht und durch eine anschließende
Behandlung oder durch entsprechende Zusammensetzung des für die Deckelektrode verwendeten Metalls (Metallegierung) der zweite
Zusatzstoff in die Selenschicht eingeführt wird. Es versteht sich, daß man auf diese oder eine ähnliche Weise auch mehr als
zwei Zusatzstoffe in die Selenschicht einbringen kann. Ebenso ist es möglich, von vornherein der Metallschmelze zwei oder
mehrere Zusatzstoffe beizugeben. Der in der Deckelektrode etwa enthaltene Zusatzstoff kann in an sich bekannter Weise mit
Hilfe einer thermischen oder elektrischen Behandlung (z.B. durch Anlegen einer elektrischen Spannung in Sperrichtung) zur
Einwanderung in die Selenschicht gebracht werden*
Das neue Verfahren kann endlich - ausschließlich oder zusätzlich zu den o.g. Zwecken-, nämlich zur thermischen Umwandlung
und/oder zum Einbringen der Zusatzstoffe, dazu benutzt werden, die Deckelektrode ganz oder teilweise aufzubringen. In diesem
Falle wird für die Fetallschmelze das Metall (Metallegierung) verwendet, aus dem auch die Deckelektrode herzustellen ist»
Zum Aufbringen der Deckelektrode wird der Austauchvorgang so gehandhabt f daß auf der Selenschicht eine Schicht des Deekelektroderntetalls
haften bleibt. Es besteht,die Möglichkeit, auf diese Schicht noch eine weitere Metallschicht f z*B, durch Aufspritzen,
aufzubringen, so daß man alsdann eine mehrschichtige Deckelektrode erzielt, deren Schichten gegebenenfalls unter
sich in der Zusammensetzung verschieden sind, insbes. dahingehend, daß die der Selenschicht unmittelbar benachbarte Deckelektrodenschicht
eine gewisse Menge Zusatzstoff enthält, während die darauf folgende Deckelektrodenschicht·von Zusatzstoffen
frei ist, Auf diese Weise läßt sich die etwa benötigte Ergänzungsmenge des Zusatzstoffes genau dosieren, Soll der Eintauchprozeß
nicht zum Aufbringen der Deckelektrods mitbenutzt werden, so wird nach dem Herausnehmen der die Selenschicht umfassenden
Einheit diese durch Abbürsten, Abschütteln und ähnliohe Maßnahmen von den anhaftenden Teilchen der Metallschmelze
befreit.
Die Vorteile * die mit dem Aufbringen der Deckelektrode nach dem neuen Verfahren verbunden sind, werden besonders deutlich, wenn
man beaohtet, daß nach den bisherigen Herstellungsverfahren die Deckelektrode in der Regel aufgespritzt wird und es hierbei sehr
schwierig ist, Deckelektroäen mit gleichmäßiger Korngröße zu erzielen, Ferner ist hierbei die Temperatur, mit der das Spritzlot
auf die Selenschicht auftrifft, nicht an allen Stellen gleich groß» so daß sich gewisse üngleichförmigkeiten der so
hergestellten Gleichrichter ergeben. Beim neuen Verfahren wird hingegen eine wesentlich bessere Gleichförmigkeit erreicht.
Allgemein, aber insbes» dann, wenn der Eintauchvorgang zum Aufbringen der Deckelektrode mitbenutzt wird, empfiehlt es sich,
vor dem Eintauchen der Selenschicht in die Metallschmelze die Selenschicht und die Grundelektrode an den Rändern mit einer
Lackschioht oder sonstigen Isolierschicht zu überziehen, so daß
ein Kontakt zwischen der Deckelektrode und der Grundelektrode verhindert wird«
In den obigen Erläuterungen ist der Anschaulichkeit halber insbes» auf Selentrockengleichrichter Bezug genommen. Es ist
aber durch die Darstellung zugleich deutlich geworden, daß an die Stelle von Selen auch ein anderer geeigneter Halbleiter
treten kann und daß somit das neue Verfahren zwar insbes» für Selengleichrichter, aber allgemein für Halbleitertrockcngleichriohter
"benutzt werden kann«
Der in der obigen Beschreibung und in den Patentansprüchen verwendete Ausdruck "Trockengleichrichter" ist allgemein aufzufassenj
es sollen darunter auch noch solche aus einem Halbleiter (außer Selen auch z.B. Kupferoxydul, Germanium, Silizium usw.)
und aus Elektroden bestehende Einheiton vorstanden werden, die ihrer Art und ihrem Verwendungszweck nach weniger als Gleichrichter,
sondern mehr als Verstärker zu betrachten sind, bei deren Herstellung es aber auch darauf ankommt, don Halbleiter
mit geeigneten Elektroden zu ve-rsehen und duroh eine thermische Behandlung und/oder durch Einführung eines Zusatzstoffes in den
Halbleiter diesen in seinen Eigenschaften dem Verwendungszweck anzupassen«
8 Patentansprüche
0 Figuren
0 Figuren
Claims (8)
1. Verfahron zur Herstellung von Trockengleichrichtern, insbes. Selengleichrichter^ dadurch gekennzeichnet, daß die auf die
Grundelektrode aufgebrachte HaTbIeitcrschicht (insbes.Selenschicht) in eine Metallschmelze getaucht wird und hierdurch
dor thermische Umwandlungsprozeß der Halbleiterschicht und/oder die Einwanderung eines die Gleichrichtcrcigenschaften mitbestimmenden
Zusatzstoffes und/oder die Aufbringung der Deckelektrode herbeigeführt wird»
2» Verfahren naoh Anspruoh 1, daduroh gekennzeichnet % daß die
thermische Umwandlung der Halbleiterschicht (insbes* Selenschicht) ganz oder teilweise bereits vor oder nach dem. Eintauchen
in die Metallschmelze durchgeführt wird.
5« Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der aus der Metallschmelze in die Halbloitersohicht (insbes.
Selenschicht) einwandernde Zusatzstoff genau dosiert wird, und zwar duroh entsprechende Wahl der Temperatur, der Dauer und der
Zusammensetzung der vorwendotgn Metallschmelze,
4» Verfahren nach Anspruch 3P dadurch gekennzeichnet» daß zur Innehaltung der Dosierung des in die Halbleiterschicht (insbes«
Selenschicht) einzuführenden Zusatzstoffes für die. epäter aufgebrachte Deckelektrode ein Metall (Metallegierung) verwendet
wird, das von dem Zusatzstoff frei ist oder ihn nur in einer bestimmten Ergänzungsmenge enthält.
5» Verfahren nach Anspruch 1 und 4* dadurch gekennzeichnet, daß in die Halblciterschicht (insbes, Selenschicht) mindestens zwei
Zusatzstoffe eingeführt werden, und zwar in der Weise» daß der erste Zusatzstoff durch Eintauchen der Halbleiterschicht (insbes.
Selenschicht) in die den Zusatzstoff enthaltende Metallschmelze und der zweite Zusatzstoff durch die später aufgebrachte und
und diesen Zusatzstoff enthaltende Deckelektrode eingeführt wird, indem vorzugsweise mit Hilfe einer thermischen and/oder
elektrischen Behandlung die Einwanderung dee zweiten Zusatzstoffes aus der Deckelektrode in die Halbloiterschricht (inabes»
Solenschicht) herbeigeführt wird.
6« Vorfahren naeh einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß - insbes. für Selengleichrichter - für die
Metallschmelze als Hauptbestandteil Zinn-Cadmium oder Zinn-Cadmium-Wismuth oder eine ähnliche geeignete Legierung mit
niedrigem Schmolzpunkt verwendet wird»
7* Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche f dadurch
gekennzeichnet, daß als Zusatzstoff Thallium oder oin sonstiger den Sperrwiderstand erhöhender Stoff verwendet wird,
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche * dadurch gekennzeichnet, daß vor dem. Eintauchen der Halblcitersohicht
in die Metallschmelze die Halbloiterschicht und die Grundolektrode an den Rändern mit cini-r Isolierschicht überzogen werden,
so deß ein Kontakt zwischen der durch das Eintauchen erzeugten Deckelektrode und dor Grundelektrode verhindert wird.
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