DEP0040662DA - Verfahren zum Fermentieren von Tabak - Google Patents
Verfahren zum Fermentieren von TabakInfo
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Description
Rohtabak, d.h. das von den Pflanzern grün gebrochene, in auf Schnüren aufgereihtem Zustand, lose oder gedockt, an der Luft getrocknete Tabakgut, das durch diese Pflanzerbehandlung im vergilbten, sog. dachreifen Zustand vorliegt, muß vor der Verarbeitung zur Zigarre, Zigarette oder Rauchtabak, ohne Unterschied der Herkunft und der Sorten, einer Gär- oder Fermentierungsbehandlung unterworfen werden.
Neben der sogenannten Röhrentrocknung, die nur für helle Virginiatabake in Betracht kommt und nur eine Trocknung bezw. Vergilbung des Tabaks ohne eigentliche Gärung darstellt, und der Maschinenbehandlung in Redrying-Anlagen, die für die hellen und leichten Tabake der Rauchtabak- und Zigarettenindustrie geeignet sind, durch die ebenfalls in erster Linie neben einer teilweisen Gärung eine Trocknung erreicht wird, erfolgt die Fermentation der großen Menge der Tabake durch die Herbeiführung einer natürlichen Gärung des in Stapel oder Haufen gesetzten Tabaks. Bei dieser Fermentationsart werden die Tabakbüschel
in Stapel gesetzt, und die Gärung setzt durch die Eigenerwärmung unter Verbrennung von Trockensubstanz vom Innern des Stapels aus ein. Durch Umsetzen der Stapel wird eine übermäßige Erhitzung vermieden und ein gewisser Wärmeausgleich herbeigeführt. Dieses natürliche Vergärungsverfahren braucht je nach der Art der Tabake etwa 4 - 8 Monate. Die Gärung ist an die in den Tabaken vorhandene Menge an verbrennbaren organischen Stoffen gebunden und läßt sich nicht beeinflussen. Die Uneinheitlichkeit der einzelnen Tabakblätter hinsichtlich des Reifezustandes und auch der Struktur läßt keine gleichmäßige Fermentation zu, und eine Verbesserung von unreif oder feucht angelieferten Tabaken bzw. solchen mit Schimmelbefall ist hierbei nicht möglich, während umgekehrt eine Ansteckung gesunder Blätter mit Schimmelpilzen leicht eintritt. Das ständig notwendige Umsetzen des Tabaks führt zu einer immer wiederkehrenden Unterbrechung der Gärung, deren gleichmäßiger Verlauf nur durch gleichmäßiges Ansteigen der Temperatur auf einen gewissen Höchstwert, Beibehaltung dieses Höchstwertes für eine gewisse Zeit und langsames Absinken der Temperatur gewährleistet werden kann. Weiter bleiben bei dieser natürlichen Fermentation die manchen Tabakgütern anhaftenden schlechten Eigenschaften, bedingt durch Ernteausfall, unsachgemäße Vorbehandlung durch den Pflanzer usw., erhalten.
Die Erfindung betrifft ein neues Verfahren zum Fermentieren von Rohtabak, das auf der vorgenannten natürlichen Fermentation oder Vergärung aufgebaut ist, durch neue Verfahrensstufen diese Vergärung zu einem gleichmäßigen und dabei beschleunigten Ablauf bringt und dabei die Möglichkeit läßt, sie durch willkürliche Beeinflussung so zu lenken, daß für jedes Tabakgut die für die Vergärung günstigsten Voraussetzungen geschaffen werden. Es handelt sich bei diesen Verfahrensmaßnahmen in erster Linie darum, dem Tabak bei der Entwicklung der natürlichen Gäreigenschaften zu helfen, den Gärverlauf von Außentemperaturen
unabhängig zu machen und die Temperaturen nach dem für die betreffende Tabakart am günstigsten Wert zu steuern, so daß ein Höchstwert für die Tätigkeit der eiweißabbauenden Enzyme, des Zuckers und Polyphenol-Abbaues erreicht wird.
Hierzu besteht das neue Verfahren zum Fermentieren von Rohtabak darin, daß das Tabakgut in aufgelockertem Zustand in einer zu einem Feuchtigkeitsgleichgewicht führenden Atmosphäre auf Gärungstemperatur gebracht und in dieser Atmosphäre etwa 10 Tage belassen wird. Die feuchtwarme Atmosphäre, deren Temperatur je nach dem Tabakgut bei 45 - 70° C liegen kann, wird dabei in ständiger Bewegung gehalten und erneuert. Die Schichtung des Rohtabaks in aufgelockertem Zustand übersteigt vorteilhaft nicht 60 cm. Die feuchtwarme Atmosphäre wird durch die ständige Zufuhr von Heißluft entsprechender Temperatur unter regelbarer Zumengung von Sattdampf geschaffen, wobei ein gleichmäßiger Luftstrom aufrechterhalten wird.
Die Tabakblätter werden somit auf einen gleichen Feuchtigkeitsgrad in einem Zustand gehalten, in welchem sie weder Feuchtigkeit aufnehmen, noch abgeben. Durch die langsam, aber stetig vorbeistreichende feuchtwarme Luft, die ständig erneuert wird, werden schädliche Bestandteile des Tabaks langsam abgebaut, die wertvollen Grundstoffe aber erhalten. Der Tabak befindet sich dabei in der ihm natürlichen Vergärungstemperatur. Zufolge der lockeren Schichtung des Tabaks bei nur geringer Schichthöhe wird der Tabak gleichmäßig durchwärmt und durchfeuchtet. Der Gär- und Fermentierungsprozeß verläuft somit in dem gesamten Behandlungsgut vollkommen gleichmäßig und kann daher nach den jeweiligen Erfordernissen des Gutes zweckentsprechend gesteuert werden. So wird etwa bei der Behandlung deutscher Tabake eine Temperatur von 50 - 65° C bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 70 - 90 % aufrechterhalten.
Nach Beendigung des Gärprozesses kann der Tabak noch in dem Gärraum getrocknet und dann in Ballen verpackt
werden, wie er auch noch etwa 4 - 10 Tage auf Kühlbänken gelagert werden kann, wobei ebenfalls ein gleichmäßiges Luftklima aufrechterhalten wird. Diese Ablagerung führt zu einer weiteren Aroma- und Geschmacksverbesserung.
Das neue Verfahren wird in entsprechenden Behandlungs- oder Klimaräumen durchgeführt, die mit den erforderlichen Luft- und Dampfeinbläse- und -absaugevorrichtungen, Luftumwälzeeinrichtungen sowie Temperatur- und Feuchtigkeitsüberwachungseinrichtungen versehen sind.
Nach dem neuen Verfahren können alle Tabakarten und -sorten behandelt und veredelt werden. Durch entsprechende Einstellung des Behandlungsklimas kann eine bestimmte Ausfärbung des Gutes, Geschmacksrichtung oder aromatische und geschmackliche Qualitätsverbesserung durch Abbau der schädlichen Bestandteile unter Erhaltung der elementaren Grundstoffe erreicht werden. Es kann während der Behandlung keine Schimmelbildung eintreten, und an den Blättern bereits vorhandener Schimmel sowie Erd- oder Muffgeruch wird beseitigt. Durch die gleichmäßige Durchfermentierung werden ferner die Brand- und Glimmeigenschaften weitgehend verbessert. Auch können der feuchtwarmen Atmosphäre Mittel zugesetzt sein, die den Tabak im Sinne der vorstehenden Ausführungen weiter veredeln. Da die Behandlung in wenigen Tagen abgeschlossen ist, tritt gegenüber der natürlichen Fermentation ein sehr erheblicher Zeitgewinn ein. Die Blattsubstanz wird weitgehend erhalten, und es tritt eine erhebliche Minderung des sonst vorhandenen Gewichtsschwundes ein, so daß die gewichtsmäßig erhaltene Menge an behandeltem Tabak wesentlich größer ist als bei den bekannten Verfahren. Auch lassen sich etwa durch Witterungsverhältnisse schlecht ausgefallene Rohtabake durch das neue Klimaraum-Verfahren veredeln oder brauchbar bearbeiten.
Claims (8)
1) Verfahren zum Fermentieren von Rohtabak, dadurch gekennzeichnet, daß der Tabak in aufgelockertem Zustand in einer feuchtwarmen Atmosphäre auf Gärungstemperatur gebracht wird, deren Feuchtigkeitsgehalt mit dem des Rohtabakes im Gleichgewicht steht, und für etwa 10 Tage in dieser Atmosphäre belassen und dann getrocknet wird.
2) Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die feucht-warme Atmosphäre in ständiger Bewegung gehalten wird.
3) Verfahren nach Anspruch 1 und 2, gekennzeichnet durch die Behandlung mit einer Atmosphäre von 45 - 60° C bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 70 - 90 %.
4) Verfahren nach Anspruch 1 - 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Behandlungsatmosphäre ständig erneuert wird.
5) Verfahren nach Anspruch 1 - 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Tabak mit einer Schichthöhe von etwa 60 cm der Behandlungsatmosphäre ausgesetzt wird.
6) Verfahren nach Anspruch 1 - 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Behandlungsatmosphäre durch Einwirkung von Heißluft und Sattdampf geschaffen wird.
7) Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Tabak nach der Gärbehandlung durch Warmluftbehandlung getrocknet und zu Ballen verpackt wird.
8) Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Tabak nach der Gärbehandlung auf Kühlbänken getrocknet wird.
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