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Verfahren zur Verbesserung der Backfähigkeit von Mehl Zum Verbessern
von Mehl verwendet man heiße Trockenluft oder feuchte Gase, wie Dampf, um dem Mehl
einen bestimmten Feuchtigkeitsgrad geben zu können oder um das Mehl zu sterilisieren.
Man hat auch schon versucht, zerstäubtes Mehl, das vorher erhitzt war, beim Absetzen
durch feuchte Nebel gleicher Wärme zu verändern. Diese Verfahren haben den Nachteil,
daß sie mehrere verhältnismäßig große Behälter und mehrere Arbeitsstufen besitzen,
in denen die Behandlung an sich bei höheren Temperaturen verhältnismäßig lange dauert.
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Die Erfindung betrifft ein Verfahren, bei dem ein heißer, feuchter
Luftstrom im Kreislauf rundfließt, wobei Feuchtigkeit und Wärme vor Beginn des Kreislaufes
durch. an sich bekannte Einrichtungen regelbar sind. Das Mehl wird diesem Luftstrom
durch Aufwirbelung in Wolken zugeführt, von diesem mitgerissen und gleichzeitig
während einer kurzen Förderzeit bis zum Absetzen in einen Behälter ohne wesentlichen
Feuchtigkeitsverlust der Einwirkung der Wärme des Luftstromes bestimmten Feuchtigkeitsgrades
ausgesetzt, so daß sich seine Eigenwärme in Grenzen von 55 bis 8o' C hält. Man erhält
so einen wesentlich verkürzten, aber selbsttätig fortlaufenden Arbeitsgang bei geringem
Wärme- und Raumbedarf.
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In der beiliegenden Zeichnung ist die für das Verfahren erforderliche
Einrichtung dargestellt. Aus der Zeichnung ist zu ersehen, daß das Mehl aus einem
Sammelbehälter a über irgendeine bekannte, regelmäßig zuführende Einrichtung, über
eine Schütte b, auf eine Scheibe c läuft, welche unterhalb des Endes der Schütte
b in der Kammer d außerordentlich rasch umläuft, so dä,ß das Mehl
aufgewirbelt und fein zerstäubt wird. Ein erhitzter feuchter Luftstrom, der am unteren
Ende e eintritt, Hießt nach aufwärts über die Scheibe c mit solcher Schnelligkeit,
daß das Mehl mitgerissen wird. Luft und Mehl treten von der Kammer d durch die Leitung
f in einen Expansionsbehälter g, wie er bei Staubabscheidern verwendet wird, wo
das Mehl sich absetzt: Die Luft strömt dann aus dem Abscheider g über einen Gewebefilter
oder eilte Prallplatte j, wo die feinsten Mehlteilchen, die vorher nicht abgesunken
sind, aufgefangen werden. Die Luft kann dann über Erhitzer, ßefeuchtigungs- und
Regeleinrichtungen wieder zurückgeleitet werden. Von dem Abscheider g wird das Mehl
durch eine Fördereinrichtung k in den gegen Wärme isolierten Behälter oder einen
weiter nicht dargestellten kleinen Kasten abgeführt, wo es verbleibt, bis die Behandlung
vollendet ist.
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Die für die Behandlung erforderliche Höchstzeit ist sehr kurz und
hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie dem Feuchtigkeitsgehalt und der Temperatur
des Mehles.
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Bei der Kontrolle des Vorganges ist es sehr wichtig, daß die Luftfeuchtigkeit
beim
Austritt aus dem Abscheider, wo das Mehl sich absetzt, sehr
hoch ist, am besten über 9o%, ein Zustand, der erreicht wird, wenn man der Zufuhrreglung
des Mehles, der Wärmefeuchtigkeit und Schnelligkeit der eintretenden Luft besonderes
Augenmerk schenkt. Auf diese Weise wird nur ein geringer oder gar kein Feuchtigkeitsverlust
des Mehles während der Behandlung stattfinden, aber das Maß der Verbesserungen kann
vergrößert werden, ebenso wie die Zeit verkürzt werden kann.
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Bei Mehl geringer Qualität, z. B. als Ausschuß aus der. Mühle, was
etwa i 5 % des gesamten Mehldurchganges bedeutet, ist die Temperatur der den Abscheider
verlassenden Luft 63° C und die relative Feuchtigkeit ,9o%. Nur ein einziger Durchgang
durch die Einrichtung und i o Minuten Lagerung in dem Absatzkasten erzeugen eine
wesentliche Verbesserung der Mehlqualität. Die im Mehl erreichte Wärme beträgt etwa
6o° C, und der Feuchtigkeitsgehalt ( 14 bis 141/2 % ) hatte sich durch die
Behandlung so gut wie nicht verändert.
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Nach der Behandlung des Mehles kann es entweder durch eine Fördereinrichtung
i. in eine zweite Vorrichtung gebracht werden, wo es gekühlt wird, indem angefeuchtete
Luft in der gleichen Weise durchgeblasen wird, oder 2. in eine Kammer gebracht werden,
wo es durch kalte Luft und fein verteiltes Wasser sowohl gekühlt als auch angefeuchtet
werden kann, oder 3. kann das Mehl auf irgendeine andere Weise gekühlt werden.
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Das Verfahren kann nicht nur an fertigem Mehl angewandt, sondern auch
an allen Zwischenarten im Mehlverfahren verwendet werden, etwa an Grießmehl, Mittelmehl
und Feinmehl, von denen die Keime und die Kleie in der Hauptsache entfernt sind,
ebenso wie bei allen anderen Sorten, aus denen das Endprodukt durch Mischen hergestellt
wird. Dies ist wichtig, da nicht alle Teile einer Mehlmenge die Behandlung benötigen.
Durch Unterteilung der Zufuhr in geeigneter Weise kann jede Sorte oder Gruppe nach-Wunsch
behandelt werden. Die Verbesserung des Mehles nach dieser Behandlung besteht darin,
daß i. eine Erhöhung der Teigfestigkeit, 2. erhöhte Wasseraufnahme beim Teigkneten,
3. mehr Brot, .
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4. besser geformtes Brot als in Büchsen, 5. häufig eine bessere Brotfarbe
erreicht werden. Es ist kein Bleichvorgang, da die Farbe des ausgezogenen öles davon
nicht berührt zu werden scheint.
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Diese Verbesserungen sind im wesentlichen solche, wie sie durch Zugabe
chemischer Hilfsmittel zum Mehl erreicht werden. Nicht alle Mehle können mit chemischer
Beigabe oder durch Hitzebehandlung verbessert werden. Weichere Mehle können aber
bis zu einem bestimmten Ausmaß durch diese Behandlung härter gemacht werden.
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Ein wesentlicher Vorteil des neuen Verfahrens ist, daß es zum Sterilisieren
des Mehles verwendet werden kann, d. h. in dem Sinne der Zerstörung von Acariden
oder Milben (Aleurobius farinae). Das Verfahren kann in erster Linie zu diesem Zweck
und dann auch zur Verbesserung des Mehles angewandt werden. So hat man z. B. gefunden,
daß ein ziemlich mit Milben durchsetztes Mehl, das auf die gleiche Weise wie Mehl
von geringer Qualität, wie oben geschildert, behandelt worden ist, frei von lebenden
Milben unmittelbar nach der Behandlung war und auch keine mehr bei der nachfolgenden
Lagerung gefunden wurden, was beweist, daß das Mehl wirksam sterilisiert worden
ist und daß auch die Eier und Larven ebensogut wie die ausgewachsenen Schädlinge
vernichtet waren.