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Verfahren und Vorrichtung zum Klengen von Nadelholzsamen. Eingehende
forstliche Untersuchungen haben ergeben, daß beim Klengen von Nadelholzsanien die
Zapfen, besonders anfangs in baumfeuchtem Zustande, vorsichtigste Behandlung hinsichtlich
der Höhe der Wärmegrade erfordern, weil der Samen in diesem Zustande schon durch
geringe Überhitze wesentliche Einbuße an Keimkraft erleidet, während gegen Ende
des Klengvorganges cline Schaden auch höhere Wärmegrade zur Anwendung kommen können.
Diesem Umstand ist bei den üblichen Verfahren zur künstlichen Klengung nicht oder
nur ungenügend Rechnung getragen.
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Die nach Art der Malzdarren früher gebauten Bodendarren ergaben außer
gesundheitschädlicher, schwerer Arbeit in den heißen Darräumen sehr ungleichmäßige
Darrung wegen mangelhafter Luftführung; sie können daher den heutigen Ansprüchen
nicht genügen. Auch die später aufgekommenen Alllagen finit größerer Zahl 1?inzelhorden
im geineinsamen Darraum über und nebeneinander erfordern beträchtlichen Zeitaufwand
für das Füllen und Entleeren und damit Verluste an Wärme und nutzbarer Klengzeit
bei schwieriger und gesundheitschädlicher Bedienung. Vberdies bleiben die bereits
freigelegten Samen unnötig der weiteren Wärmeeinwirkung ausgesetzt.
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Die bekannte kleine Troninieldarre will diesen Nachteil durch Anordnung
einer großen Anzahl Trommeln in einem gemeinsamen Raum über- und nebeneinander vermeiden.
Beträchtliche Zeitverluste bei der Füllung und 1-ntleerung nebst anstrengender und
ungesunder Bedienung müssen indessen auch bei diesen Anlagen in Kauf genommen werden.
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Allen diesen Anlagen haftet der grundsätzliche Mangel an, daß die
stärkste Hitze an die "Zapfen gelangt, während diese noch ihre volle Feuchtigkeit
haben, und infolgedessen eine geringe, über das zulässige Maß hinausgehende Wärmesteigerung
die Keimkraft beeinträchtigt oder vernichtet.
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Nach dem neuen Verfahren soll der Darrgang in drei oder mehr Stufen
zerlegt werden. Die frischen Zapfen werden zunächst einer Vordarre oder Anklenge
zugeführt, auf der sie während eines vollen Klengabschnittes durch die von den unteren
Darren aufsteigende, noch darrfähige Abwärme vorgedarrt werden. Das Auftreten übermäßiger
Wärmegrade ist in diesem Abschnitt verhindert, weil die Trockenluft, bevor sie zu
dieser Anklenge Zutritt erhält, andere Abteilungen wärmeabgebend durchstreichen
muß. Damit wird auch eine Gefährdung des Samens in diesem Abschnitt vermieden.
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Nach Ablauf der festgelegten Klengzeit werden die "Zapfen aus der
Vordarre durch Umklappen jalousieartig eingerichteter Siebhorden einer darunterliegenden
Mitteldarre Wider bei weitergehender -Unterteilung nacheinander den folgenden Mitteldarren
zugeführt, wodurch zunächst eine wirksame Umschichtung der Zapfen und daher gleichmäßig
fortschreitende Darrung erzielt wird. Auf diesen Mittelrlarren verbleiben die Zapfen
wiederum während eines oder mehreren Klengabschnitten und werden in diesem Zeitraum
von stärker erwärmter oder weniger abgekühlter Darrluft durchstrichen, wobei sie
ihre Feuchtigkeit bis auf wenige Beträge abgeben und in diesem Abschnitt schon ein
weitgehendes Aufplatzen der Zapfen und Freilegen des Samens erfolgt.
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Schließlich werden die Zapfen voll der Mitteldarre in die von Hand
oder mechanisch bewegten Siebtrommeln abgeführt; dabei fallen die freigelegten Samen
sogleich in Ableitungstrichter und werden der Wärmewirkung entzogen, während die
Zapfen nochmals einen vollen Klengabschnitt hindurch der festgesetzten zulässigen
Höchstwärme ausgesetzt werden.
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Hierdurch fallen auch die letzten, wirtschaftlich noch gewinnbaren
Samen während des Trommelumlaufes aus und werden somit ebenfalls der Einwirkung
dieser hohen Wärmegrade entzogen.
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Die beschriebene Erfindung ist auf der Zeichnung in einem Ausführungsbeispiel
im Längsschnitt und Querschnitt schematisch veranschaulicht.
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Die frischen Zapfen gelangen aus dein Meßkasten a auf die obere
Anklenge h, wo sie von der abziehenden, bereits heruntergekühlteii Abluft durchstrichen
werden. Bei folgendem Füllungswechsel fallen die Zapfen, welche
die
Baumfeuchtigkeit nunmehr verloren haben, durch Umlegen der jalousieartigen Gitterhorden
auf die nachfolgende Mittelklenge c, wobei sie durchgreifend geschichtet werden.
Hier werden die Zapfen von dem den Trommeln oder den nachfolgenden Stufen aufströinenden
höher erwärmten Luftstrom durchstrichen. Beim nächsten Füllungswechsel laufen die
Zapfen beim Umlegen der Horden wiederum selbsttätig den weiteren Klengstufen zu
oder fallen durch eine Füllöffnung d in die Gittertrommel e, in welcher sie nunmehr
der Höchstwärme ausgesetzt und-gleichzeitig durch Drehen der Trommel ausgiebig bewegt
werden. Hierdurch erfolgt die vollständige Trennung der Samen in den aufgeklengten
Zapfen, und die Samen werden sofort über die Gitterroste f abgeleitet, um unter
dem Auslauf g in Säcken aufgefangen zu werden. Nach voller Abklengung werden dann
die Zapfen nach dem Öffnen der Trominel und des Schiebers h über die Auslaufrutsche
i abgelassen, `vorauf die Neufüllung der Trommel von der Gitterhorde c, Umschüttung
der Zapfen von b nach c und Beschickung der oberen Anklenge b aus dem Meßkasten
a erfolgt. Die Stufenzahl kann durch Einschaltung weiterer Klenghorden unter c noch
gesteigert werden. Durch das Umschichten der Zapfen beim Übergang von einer Horde
zur darunterfolgenden wird ein gleichmäßiger Klengfortsehritt aller Zapfen gesichert,
während bei ruhiger Lage die unteren Schichten gegen die oberen mehr Wärme erhalten
und ohne Umschichtung vorauseilen würden. Es wird daher keine Verlängerung der Klengdauer
mit Rücksicht auf verspätete Zapfen erforderlich, wie dies bisher unvermeidlich
war.
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Die Klengluft kann durch natürlichen Auftrieb oder künstliche Lüftung
bewegt -,verden. Die frische Luft tritt durch regelbare öffnungen k unter die Heizung,
an deren Heizfläche L sie sich erwärmt, um sodann durch die überdeckten Öffnungen
nz zum Trommelraum zu gelangen, in dem eine gleichmäßige, genau einstellbare Wärme
gehalten wird. Durch die Gittertrommel tritt die Luft weiterhin nacheinander unter
die verschiedenen Gitterhorden, hierbei jeweils die Zapfenfüllung durchstreichend
und einen Teil ihrer Wärme abgebend, so daß bis zur obersten Vorstufe der Wärmegrad
so weit herabgesetzt ist, daß eine Schädigung der Samen nicht eintreten kann. Selbst
fahrlässige Wärmeüberschreitungen im Trommelraum, welche bei bisherigen Verfahren
die Keimkraft beeinträchtigten oder vernichteten, sind auf diese Weise unschädlich
gemacht, zumal in den Trommeln selbst nur noch der letzte Teil der Samen geklengt-werden,
während die schon vorher freigelegte Hauptmenge ohne Aufenthalt abgeführt wird.
Der Abzug der Luft erfolgt durch verteilte, mehr oder minder weit geöffnete Abzüge
o, wodurch der Luftstrom über die ganze Hordenfläche gleichmäßig verteilt wird.
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Das neu; Klengverfahren setzt die Klengdauer auf einen Bruchteil der
früher benötigten Zeit herab, da die Zapfen, der Anzahl' der Klengstufen entsprechend,
während der Brei-oder mehrfachen Zeit der Wärmeein-,virkung unterliegen. Die Bedienung
ist auf das geringste Maß beschränkt; die Zapfen laufen durch alle Stufen selbsttätig,
und nur die leichte Handhabung der Stellvorrichtungen für die Gitterhorden und die
Trommel beim Füllungswechsel ist erforderlich. Dadurch «-ird die Zeitdauer des Füllungswechsels
gegenüber früheren Anlagen erheblich verkürzt und eine Auskühlung der Klengräume
vollständig vermieden. Hierdurclt._sow ie durch die volle Ausnutzung der Wärme der
abziehenden Klengluft wird überdies eine große Ersparnis an Heizstoff erzielt.
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Das beschriebene Klengverfahren verbindet somit die von der Forstwirtschaft
angestrebte höchste Samengüte mit einer erhöhten Wirtschaftlichkeit durch niedrige
Betriebsaufwendungen und beseitigt gleichzeitig das gesundheitschädliche Arbeiten
in heißen Klengräumen durch bequeme Handhabung äußerer Stellglieder.