DEP0038566DA - Bremseinrichtung für mehrteilige Grubenlokomotiven - Google Patents

Bremseinrichtung für mehrteilige Grubenlokomotiven

Info

Publication number
DEP0038566DA
DEP0038566DA DEP0038566DA DE P0038566D A DEP0038566D A DE P0038566DA DE P0038566D A DEP0038566D A DE P0038566DA
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
braking device
brake
driver
cab
locomotive
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
Other languages
English (en)
Original Assignee
Heinrich Bartz KG, Dortmund-Körne
Publication date

Links

Description

Die Erfindung betrifft eine Bremseinrichtung für Grubenlokomotiven und insbesondere mehrteilige Grubenlokomotiven.
Die Verhältnisse unter Tage gestatten zunächst nur die Verwendung zweiachsiger kleiner und leichter Grubenlokomotiven, bei denen die Bremsung keine Schwierigkeiten machte, weil mechanische Handbremsen ohne weiteres ausreichten, um die dem Lokgewicht entsprechende Bremskraft auszuüben.
Durch die technische Entwicklung beim Ausbau der Schächte und Strecken und die damit verbundene Raumgewinnung ist es möglich, grössere und damit auch schwerere Lokomotiven zu verwenden und auch die Achszahl zu steigern. Bei diesen grossen Lokomotiven sind auch die Dienstgewichte entsprechend grösser, so dass heute in vielen Fällen schon die Grenze erreicht bzw. überschritten ist, wo die Muskelkraft des Lokomotivführers eben noch ausreicht, um mittels mechanischer Bremsen eine dem Lokomotivgewicht entsprechende Bremskraft zu erzielen. Hinzu kommt, dass diese Entwicklung sich auf auf die Ausbildung der Förderwagen auswirkt, bei welchen insbesondere die Gleitlager durch leichter laufende Kugellager ersetzt werden und man in der Lage ist, statt der einfachen Förderwagen kugelgelagerte Grossraumförderwagen einzusetzen. Durch die Verwendung solcher Wagen und die entsprechende Verlängerung der Züge werden aber die Anforderungen an die Bremsfähigkeit der Grubenlokomotiven weiterhin gesteigert. Die Erhöhung ihre Achszahl macht eine Auflösung der Lokomotiven in mehrere Teile nötig, um sie mit dem Fahrkorb befördern zu könne. Infolgedessen müssen diese Lokomotivteile mit dem den Führerstand tragenden Lokomotivteil in geeigneter Weise, z.B. durch Kuppelstangen oder nach Art der Sattelschlepper verbunden werden. Eine Bremsung des den Führerstand tragenden zweiachsigen Lokomotivteils allein reicht aber nicht aus, bzw. es lässt sich die erforderliche Bremskraft nicht mehr durch menschlichen Kraftaufwand erzielen. Andererseits lassen sich die gegenseitigen Verschiebungen der Achsträger der Grubenlokomotiven in den engen Kurven mit ihren kleinen Radien eine dauernd mechanische Übertragung der Bremskraft nicht zu.
Die Verwendung von Druckluft als Bremsmedium ist praktisch nicht durchführbar, da bei den immerhin noch beengten Raumverhältnissen unter Tage die erforderliche Drucklufterzeugungsanlage nicht auf der Lokomotive bzw. ihren Achsträgern untergebracht werden kann. Ferner kann bei Akkumulatorbetrieb der notwendige Strom zum Antrieb des Drucklufterzeugers nicht noch zusätzlich den Lokomotivbatterien entnommen werden.
Das gleiche gilt für elektrisch-betätigte Bremsen. Diese haben sich deswegen nicht bewährt, weil die Solenoid-Bremsung zu plötzlich wirkt und die dadurch blockierten Räder auf den Schienen schleifen, während eine elektrische Schienenbremsung wegen des ungenau und verhältnismässig schlecht verlegten Gleises unter Tage nicht verwendbar ist.
Die Erfindung bezweckt die Schaffung einer Bremseinrichtung, welche die geschilderten Schwierigkeiten beseitigt und gestattet, die unter modernen Verhältnissen und bei mehrteiligen Lokomotiven sowie Grossraumförderwagen notwendige erhebliche Bremskraft ohne zusätzliche Energiequelle, ausser der Muskelkraft des Lokomotivführers, zu erzeugen.
Der Erfindungszweck wird dadurch erreicht, dass die Bremseinrichtung der Grubenlokomotiven aus zwei Bremssystemen besteht, und zwar einer auf alle Achsen wirkenden hydraulischen und einer nur auf die Achsen des den Führerstand tragenden Lokomotivteils wirkenden mechanischen Bremsvorrichtung. Bei den letztgenannten Achsen wirkt sowohl die hydraulische als auch die mechanische Bremsbetätigung auf dasselbe Bremsgestänge.
Erfindungsgemäss sind hierbei zum hydraulischen Anlegen bzw. Lösen aller Bremsklötze mittels eines Arbeitszylinders bzw. Löseventils im Führerstand ein Bremszylinder und eine Rückziehvorrichtung in jedem Lokomotivteil angeordnet und die mechanische Bremsvorrichtung bildet gleichzeitig die Rückziehvorrichtung für den den Führerstand tragenden Lokomotivteil.
Bei einer vorzugsweisen Ausführungsform des Erfindungsgedankens kann die Bremsstange der mechanischen Bremsvorrichtung derart mit dem Kolben des hydraulischen Bremszylinders gekuppelt sein, dass das Gewicht der gelösten Bremsstange den Kolben in seine Ausgangsstellung zurückführt und damit die Bremsklötze zurückzieht. Ferner ist zur Betätigung des Arbeitszylinders im Führerstand erfindungsgemäss ein nur geringer Kraftaufwand benötigender Handhebel angeordnet, während zur Betätigung des Auslöseventils eine Drucktaste dient.
In der Zeichnung ist eine Bremseinrichtung gemäss der Erfindung beispielsweise und schematisch für eine zweiteilige, vierachsige Grubenlokomotive mit Akkumulatorantrieb dargestellt.
Gemäss der Zeichnung besteht die hydraulische Bremsvorrichtung aus einem Arbeitszylinder 1, einem Löseventil 2 mit Verteilungsstutzen und je einem Bremszylinder 3, in jedem Lokomotivteil. Ausserdem ist im Führerstand ein Ausgleichsbehälter 4 und ein Manometer 5 angeordnet.
Jeder Lokomotivteil hat ein Bremsgestänge 6, durch welches die Bremsklötze 7 angelegt bzw. gelöst werden. Der Kolben jedes Bremszylinders 3 ist in geeigneter Weise mit dem zugehörigen Bremsgestänge 6 gekuppelt.
Beim Betätigen der Bremszylinder 3 wirkt die Kolbenstange 8 auf das Bremsgestänge 6, welches durch Hebelübersetzung so bemessen ist, dass unter Berücksichtigung der Bremsklotzreibung, der Schienenreibung und des Achsdruckes die Laufräder 9 bis zur Blockierungsgrenze abgebremst werden können.
Die erforderliche hydraulische Bremskraft kann im Arbeitszylinder 1 durch Heben und Senken des Pumpenhebels 10 leicht den jeweiligen Bedienungsbedürfnissen angepasst werden. Um einen Rückgang der Bremskraft zwischen den einzelnen Hüben des Hebels 10 zu verhindern, ist zweckmässig im Ventil 2 ein Rückschlagventil angeordnet.
Um die Bremse zu lösen, genügt die Betätigung einer Drucktaste 11 am Löseventil 2. Durch das Lösen der Taste 11 werden jedoch die Bremsklötze 7 noch nicht von den Rädern 9 abgezogen. Um dies zu erreichen, ist eine besondere Rück- ziehvorrichtung in jedem Lokomotivteil vorgesehen. Bei dem Tenderteil kann diese z.B. aus einer Rückholfeder 12 bestehen, welche auf das Gestänge 6 wirkt und nicht nur die Bremsklötze 7 zurückzieht, sondern auch die Kolbenstange 8 mit dem Bremskolben im Zylinder 3 in ihre Ausgangsstellung zurückbringt. Anstelle der Rückholfeder 12 kann natürlich auch jede andere geeignete Rückziehvorrichtung Verwendung finden.
Beim Führerhausteil der Lokomotive wird die Rückziehvorrichtung erfindungsgemäss von der mechanischen Bremsvorrichtung gebildet. Diese mechanische Bremsvorrichtung wirkt mittels eines Bremshebels 13 ebenfalls auf das Bremsgestänge 6. Das freie Ende des Bremshebels 13 ist durch eine Kette 14 mit dem Handrad 15 verbunden. Durch Drehen des Handrades in einer Richtung, zweckmässig im Uhrzeigersinn, wird das linke Ende des Bremshebels 13 angehoben und dadurch werden das Bremsgestänge 6 sowie die Bremsklötze 7 angelegt. Beim Drehen des Rades 15 in entgegengesetzter Richtung läuft die Kette 14 aus, so dass der lange Arm des Hebels 13 sich durch sein Eigengewicht senkt. Hierdurch werden über das Gestänge 6 die Bremsschuhe 7 von den Rädern 9 abgezogen.
Der Hebel 13 ist mit der Kolbenstange 8 des Zylinders 3 derart gekuppelt, dass das Gewicht des langen Armes der gelösten Bremsstange 13 die Kolbenstange 8 und damit den Kolben im Bremszylinder 3 in ihre Ausgangslage zurückführt, wenn durch Betätigung der Drucktaste 11 die hydraulische Bremskraft gelöst wird.
Die beiden Bremssysteme können unbeschadet der Kupplung der Bremsstange 13 mit der Kolbenstange 8 unabhängig voneinander betätigt werden. Sollen alle Räder gebremst werden, so wird durch den Handhebel 10 der notwendige hydraulische Bremsdruck erzeugt. Ausserdem kann die mechanische Bremsvorrichtung zusätzlich oder für sich allein betätigt werden, z.B. um den Zug bzw. die Lokomotive in Gefällestrecken abzustellen.

Claims (4)

1.) Bremseinrichtung für mehrteilige Grubenlokomotiven mit Akkumulatorantrieb, dadurch gekennzeichnet, dass sie aus zwei Bremssystemen besteht, und zwar einer auf alle Achsen wirkenden hydraulischen und einer nur auf die Achsen des den Führerstand tragenden Lokomotivteils wirkenden mechanischen Bremsvorrichtung.
2.) Bremsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zum hydraulischen Anlegen bzw. Lösen aller Bremsklötze (7) mittels nur eines Arbeitszylinders (1) bzw. Löseventils (2) im Führerstand in jedem Lokomotivteil ein Bremszylinder (3) und eine Rückziehvorrichtung angeordnet sind, und dass die mechanische Bremsvorrichtung gleichzeitig die Rückziehvorrichtung für den den Führerstand tragenden Lokomotivteil bildet.
3.) Bremsvorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremsstange (13) der mechanischen Bremsvorrichtung derart mit dem Kolben des hydraulischen Bremszylinders (3) gekuppelt ist, dass das Gewicht der gelösten Bremsstange (13) den Kolben in seine Ausgangsstellung zurückführt.
4.) Bremsvorrichtung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass zur Betätigung des Arbeitszylinders (1) im Führerstand ein nur geringen Kraftaufwand benötigender Pumpenhebel (10) und zur Betätigung des Löseventils (2) eine Drucktaste (11) angeordnet sind.

Family

ID=

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DEP0038566DA (de) Bremseinrichtung für mehrteilige Grubenlokomotiven
DE621812C (de) Gleisbremse
DE529301C (de) Vorrichtung zur Verhinderung der Entlastung der vorauslaufenden Achsen beim Anfahren von elektrischen Gleisfahrzeugen mit Einzelachsantrieb
DE1909203B2 (de) Rangiervorrichtung für Eisenbahnwagen mit einem Hilfsgleis fur einen Schlepp- und Bremswagen
DE860223C (de) Bremseinrichtung, insbesondere fuer Strassenbahnzuege
CH222413A (de) Bremsanlage mit mindestens zwei Leitungsnetzen für Lastkraftwagen, Kraftomnibusse und dergl.
DE572179C (de) Bodenbremse fuer Kraftfahrzeuge
DE536087C (de) Eisenbahnwagengleisbremse
DE680201C (de) Druckmittelbremse fuer Kraftwagenzuege, bei der Auflaufstoesse oder Verzoegerungszerrungen zur Bremsung des Anhaengers ausgenutzt werden
AT258148B (de) Feststellbremse für Kraftfahrzeuge
DE511440C (de) Durch den Unterdruck der Antriebsmaschine wirkende Bremseinrichtung fuer Kraftfahrzeuge
DE939213C (de) Gleisbremse mit paarig angeordneten Bremstraegern
DE977443C (de) Bremseinrichtung fuer Lastwagenzuege
AT143695B (de) Bremsvorrichtung für Schienenfahrzeuge.
DE834504C (de) Bremseinrichtung, insbesondere fuer Kraftfahrzeuganhaenger
DE575686C (de) Selbsttaetige Gleisbremse fuer Foerderwagen
DE423236C (de) Gleisbremse
AT209373B (de) Bremse für elektrische Lokomotiven mit zweiachsigen Triebdrehgestellen
DE1066225B (de)
DE808086C (de) Auflaufbremse, insbesondere fuer Kraftfahrzeuganhaenger, mit einem zur willkuerlichen Betaetigung der Bremse dienenden Kraftspeicher
DE489232C (de) Beim Auflaufen des Anhaengers auf den Zugwagen wirkende Bremsvorrichtung
DE607757C (de) Elektromagnetische Schienenbremse
AT271237B (de) Anhängerbremseinrichtung für Acker- und Straßenzugmaschinen
DE506779C (de) Beim Auflaufen des Anhaengers auf den Zugwagen wirkende Bremsvorrichtung
DE508861C (de) Beim Auflaufen des Anhaengers auf den Zugwagen wirkende Bremsvorrichtung