DEP0036316DA - Tunnelofen zum Brennen von Porzellan und ähnlichen Massen in reduzierendem Feuer - Google Patents
Tunnelofen zum Brennen von Porzellan und ähnlichen Massen in reduzierendem FeuerInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf Tunnelöfen zum Brennen von Porzellan und ähnlichen Massen in reduzierendem Feuer.
Es sind Tunnelöfen bekannt, in welchen Porzellan im offenem Feuer, also ohne Kapseln oder Muffeln gebrannt werden. Dabei wird das reduzierte Feuer durch entsprechende Einstellung der Gasbrenner erzeugt. Die Heizgase ziehen von der Brennzone nach der Vorwärmzone und heizen dort das Brenngut auf. Unter 1050° muss ein Sauerstoffüberschuss herrschen, da sich sonst Kohlenstoff in Scherben einlagert, welcher beim Garbrand herausbrennt und Pocken- bzw. Blasenbildung verursacht. Um diesen Übelstand zu vermeiden, ist eine geschickte Brandführung notwendig, der Betrieb ist also weitgehendst auf die Zuverlässigkeit des Ofenpersonals angewiesen.
Zweck vorliegender Erfindung ist es, nicht nur den vor geschilderten Übelstand zu beseitigen, sondern auch der Betriebsleitung einen Brennapparat zu schaffen, welcher sie von der Zuverlässigkeit des Ofenpersonals unabhängig macht. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass es mit dem neuen Brennverfahren möglich ist, das beste Qualitätsporzellan im Tunnelofen zu brennen. Dadurch wird gegenüber dem Rundofen eine bedeutende Kohlenersparnis erzielt.
Es sind zwar schon Tunnelöfen bekannt geworden, welche Teilweise die Merkmale der vorliegenden Erfindung aufweisen, aber ganz anderen Zwecken dienen. Der Ofen nach der deutschen Patentschrift Nr. 736 398 Kl.80c dienst zur Herstellung von Isoliersteinen und der Patentschutz erstreckt sich auf die Anordnung von Luftkanälen in der Entgasungszone, zwecks Verbrennung der Schwelgase. Der
Ofen nach der Patentschrift Nr. 492 687 Klasse 121 dient zum Brennen von Elektroden und ist mit einer Zwischenfeuerzone ausgestattet, in welcher die in der Vorwärmzone ausgetriebenen Abgase verbrannt werden.
Auch sind Tunnelöfen bekannt geworden mit seitlichen Kanälen in der Vorwärmzone zum
Abzug der Rauchgase. Diese Öfen dienen aber zum Salzglasieren von Steinen und Steinzeugröhren.
Demgegenüber beschränkt sich der Patentschutz vorliegender Erfindung auf das Brennen von Porzellan und ähnlichen Massen, welche in bestimmten Temperaturbereichen eine oxydierende, bzw. reduzierende Wirkung erfordern.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel eines Tunnelofens gemäss vorliegender Erfindung schematisch wiedergegeben.
Abbildung I stellt den Längsschnitt des Ofens dar,
Abbildung II den Grundriss-Schnitt und
Abbildung III den Querschnitt durch die Vorwärmzone.
A ist die Brennzone in bekannter Weise. B die Feuereintrittsöffnung von Tunnelrinnen zu den Muffelkanälen.
C) ist die Muffel
D und D I ) die Muffelkanäle
E) die Heizluftzuführung zur Nachverbrennung
F) Zusatzbrenner
G) Rauchabzüge.
Die Brennzone ist in bekannter Weise eine offene, d.h. die Heizgase beheizen das zu brennende Gut unmittelbar, also ohne Muffel. Etwa bei 1000° bis 1050° treten die Heizgase durch Öffnungen an der Seite und im Gewölbe in Muffelkanäle ein und durchsteichen diese auf die ganze Länge der Vorwämzone. Die Vorwärmung erfolgt also mittelbar über die Muffel. Dadurch ist es ausgeschlossen, dass unter 1000°bis 1050° auch nur vorübergehend eine reduzierende Wirkung auftritt, was aber bei den bekannten Tunnelöfen mit
direkter Feuerführung unvermeidbar ist. Schwankungen die beim Einfahren eines neuen Wagens auftreten, können sich bei dem neuen Tunnelöfen auch nicht mehr ungünstig auswirken.
Innerhalb der ganzen Vorwärmzone herrscht Sauerstoffüberschuss, was für das Brennen von Porzellan von grösster Bedeutung ist. Bei den bekannten Tunnelöfen ist ausserdem noch ein weiterer Übelstand aufgetreten durch das Vorauseilen der Temperatur in dem oberen Bereich des Tunnelofens gegenüber unten. Dieser Übelstand kann dadurch vermieden werden, dass man die Muffelkanäle in zwei oder mehrere Abteilungen unterteilt, wodurch man es in der Hand hat, jeder Abteilung diejenige Menge Heizgase zuzuführen, die notwendig sind, um die Temperatur zwischen ofen und unten auszugleichen. Der Übergang von der offenen Feuerführung zur geschlossenen Muffel bringt ein Temperaturgefälle. Dieses kann ausgeglichen werden durch Nachverbrennung der noch CO-haltigen Feuergase, indem man in bekannter Weise Heißluft in die Muffelkanäle einführt. Ausserdem können noch Zusatzbrenner vorgesehen werden, um jede gewünschte Temperatur in der Muffel aufrecht erhalten zu können.
Claims (4)
1.) Tunnelofen zum Brennen von Porzellan oder ähnlichen Massen in reduzierendem Feuer, gekennzeichnet durch entlang der Vorwärmzone geführte Muffelkanäle (D I und II) in die die Heizgase vor Beginn der Reduktionszone geleitet werden, sodass das Brenngut durch die Heizgase in der Vorwärmzone vorgewärmt wird, ohne aber mit der reduzierenden Flamme vorzeitig in direkte Berührung zu kommen.
2.) Tunnelofen nach Anspruch 1) gekennzeichnet durch Heissluftdüsen (E) in den Muffelkanälen um dort eine Nachverbrennung zu bewirken.
3.) Tunnelofen nach Anspruch 1 und 2) dadurch gekennzeichnet, dass in den Muffelkanälen Zusatzbrenner zum Zwecke der Temperaturstiegerung in der Vorwärmzone angeordnet sind.
4.) Tunnelofen nach Anspruch 1 bis 3 ) dadurch gekennzeichnet, das die Muffelkanäle in der Höhe in zwei oder mehrere Abteilungen unterteilt sind um einen Temperaturausgleich über den ganzen Querschnitt des Brennraumes zu erzielen.
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