DEP0033049DA - Kammerofen zur beschlagfreien Glaskühlung und zum Farbeneinbrennen. - Google Patents
Kammerofen zur beschlagfreien Glaskühlung und zum Farbeneinbrennen.Info
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Description
Für die beschlagfreie Kühlung von geblasenen, gepressten oder gewalzten Glasteilen aller Art sowie zum Einbrennen von Farben auf Glas- und Keramikteile sind bisher im allgemeinen Muffelöfen mit indirekter Erwärmung des Einsetzraumes in Gebrauch, sofern deren Beheizung mit festen, flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen erfolgt. Diese Öfen sind entweder als sogenannte Kammeröfen für satzweise Beschickung oder als Tunnelöfen für kontinuierlichen Durchgang des Wärmegutes ausgebildet.
Zum Kühlen der Glasteile werden die aus den Blas- oder Pressformen usw. entnommenen Glasteile mit der noch vorhandenen Eigenwärme in den Ofen eingesetzt, um vorerst auf die je nach Glassorte erforderliche Entspannungstemperatur von ca. 450 - 600°C gleichmässig erwärmt zu werden, bevor die Abkühlung bis auf Handwärme für die Entnahme beginnt.
Zum Farbeneinbrennen müssen sowohl Glas- als auch Keramikteile nach erfolgtem Einsetzen zunächst gleichförmig auf die erforderliche Einbrenntemperatur erwärmt werden, um anschliessend in gleicher Weise wie bei der Glaskühlung langsam und gleichmässig abgekühlt zu werden.
Die satzweise Beschickung der Öfen mit dem Kühlgut bezw. mit der Einbrennware wird zumeist dann angewendet, wenn nur in einer Schicht je Tag Glasteile zu kühlen oder Farben einzubrennen sind. Bei Benutzung von Kammeröfen für die beiden vorgenannten wahlweisen Verwendungszwecke ergeben sich betriebliche Schwierigkeiten dadurch, dass bei grösseren und voll ausgenutzten Einsetzräumen der Temperaturausgleich bei der vorgeschriebenen Höchsttemperatur lange Zeit beansprucht und trotzdem nicht in allen Teilen gleichmässig erfolgt, da sich der Wärmeaustausch nur durch Strahlung der Muffelwände nicht
gleichmässig bis in das Innere des Einsetzraumes auswirken kann. Ferner nimmt auch die Abkühlung des Einsetzgutes lange Zeit in Anspruch und kann trotzdem nicht innerhalb des ganzen Beschickungsraumes gleichmässig vor sich gehen, da der Wärmeverlust der Glasteile nur durch Strahlungsaustausch mit der Ofentür und den Muffelwänden erfolgt und daher die am äusseren Rand des Stapels stehenden Teile schneller abkühlen als die Teile im Innern. Es lassen sich daher mehrere Ofenbesetzungen in einer Tagesschicht nicht durchführen.
Alle vorgenannten, die Betriebsführung erschwerenden Vorgänge werden von Kammeröfen nach den Erfindungsansprüchen dadurch beseitigt, dass das Innere der Einsetzräume von grösseren Mengen umgewälzter Warmluft gleichmässig durchströmt wird, vorzugsweise beginnend mit dem Einsetzen der Ware und endend unmittelbar vor Entnahme des Einsetzgutes. Bis zum Beginn der Abkühlung wird die Umwälzluft durch die Strahlungs- und Berührungswärme der Feuerungsmuffelplatten indirekt erwärmt, während in der Abkühlperiode sowohl direkt durch beigemischte Kaltluft zu der Umwälzluft als auch indirekt durch Einleitung von Kaltluft in die Feuerungskanäle die Temperaturverminderung herbeigeführt wird. Durch die teilweise Rückleitung der umgewälzten Luft in einem Doppelboden unterhalb des Kammerbodens wird weiter sichergestellt, dass sowohl örtliche Überhitzungen als auch örtliche Unterkühlungen des Einsetzraumes vom Kammerboden her vermieden werden.
In der beigefügten Zeichnung ist beispielsweise ein Kammerofen für die Beheizung mit flüssigen, gasförmigen oder staubförmigen Brennstoffe gemäss der Erfindung dargestellt.
Fig. 1 zeigt einen derartigen Ofen im Längsschnitt,
Fig. 2 den gleichen Ofen im Querschnitt durch den Einsetzraum.
Das Flügelrad 1 des Umwälzventilators liegt in einer Aussparung 2 des Ofenmauerwerks 3 in der Ofenrückwand und leitet die aus dem Einsetzraum 4 abgesaugte Luft einmal in den Herdzwischenboden 5 unterhalb des Kammerbodens 6 und zum anderen Mal in Aufheizkanäle 7 und 8 unterhalb des Zwischenbodens, von welchen die Feuerungskanäle 9 rekuperatorartig ummantelt sind. Die beiden getrennten Umwälzströme in den Räumen 5 bezw. 7 und 8 werden nach erfolgter Aufwärmung bezw. nach erfolgter Abkühlung an der Türseite in den Einsetzraum 4 eingeleitet, um in der
Folge den ganzen Einsetzstapel zu durchströmen. Damit wird eine in allen Teilen gleichmässige und zugleich schnelle Erwärmung der Glas- und Keramikteile innerhalb des ganzen Einsetzraumes in gleicher Weise gewährleistet wie die anschliessende schnell und wiederum gleichmässige Abkühlung des ganzen Einsetzstapels.
Zur beschleunigten Abkühlung werden nach Abstellung der Brennstoffzufuhr einmal die Feuerungskanäle 9 mit grossen Kaltluftmengen beschickt, wodurch auch die weiteren Feuerungskanäle 10 und 11 und die zugehörigen Muffelwände 12 und 13 gegenüber dem Einsetzraum schnell heruntergekühlt werden. Ausserdem werden den Umwälzmengen vor Einleitung in den Einsetzraum noch grössere Kaltluftmengen durch die Düsen 14 direkt beigemischt, wodurch eine besonders schnelle Abkühlung des Einsetzgutes herbeigeführt wird.
Letztere Luftbeimischung zu den Luftumwälzmengen ist auch in geringerem Ausmass zum Einbrennen von Farben in der Aufheizperiode betrieblich erforderlich, um ein Ableiten der schweren Farbdünste aus dem Einsetzraum zu sichern und in diesem Zusammenhang u.a. das Mattwerden der eingebrannten Farben sowie Farbänderungen zu vermeiden.
Aufheiz- und Abkühlzeiten von bisher unbekannter Kürze werden daher mit Kammeröfen nach den Erfindungsansprüchen mit Sicherheit erreicht, einwandfreie Erzeugnisse gewährleistet und wesentlich höhere Durchsetzleistungen gegenüber den bisher üblichen Ofenausführungen in der gleichen Arbeitszeit erzielt.
Claims (5)
1. Kammerofen, insbesondere zur beschlagfreien Kühlung von geblasenen, gepressten oder gewalzten Glasteilen aller Art sowie zum Einbrennen von Farben auf Glas- und Keramikteile, gekennzeichnet durch eine rekuperatorartige Vorrichtung, in welcher Luft auf gewünschte Temperatur gebracht wird, und einen Ventilator, durch den diese Luft im Kreislauf durch den Einsetzraum geleitet wird.
2. Kammerofen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass unterhalb des Kammerbodens ein Zwischenraum vorgesehen ist, durch den ein Teil der umgewälzten Warmluft vor Eintritt in den Einsetzraum durchströmt.
3. Kammerofen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass unterhalb des Kammerbodens Kanäle für die umzuwälzende Luft vorgesehen sind, welche die Feuerungskanäle rekuperatorartig umgeben.
4. Kammerofen nach einem der Ansprüche 1 - 3, dadurch gekennzeichnet, dass in die Kanäle für die anzuwärmende Luft Kaltluftzuführungen münden.
5. Kammerofen nach einem der Ansprüche 1 - 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Feuerungskanäle mit Kaltluftzuführungen versehen sind.
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