DEP0031274DA - Verfahren zum Verbessern der Eigenschaften von Leder - Google Patents

Verfahren zum Verbessern der Eigenschaften von Leder

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DEP0031274DA
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DE
Germany
Prior art keywords
leather
solution
properties
water
acid
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Expired
Application number
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English (en)
Inventor
Gerhard Rurich Classen
Walter Köln Hees
Hermann Dipl.-Ing. Opladen Noerr
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Bayer AG
Original Assignee
Bayer AG
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Description

Es wurde gefunden, dass man bei den mit verschiedenen bekannten Gerbmitteln, wie pflanzlichen und synthetischen Gerbstoffen, mineralischen und organischen reaktionsfähigen Stoffen hergestellten Ledern eigenschaftsverbessernde Effekte erzielen kann, wenn man in die bis zu einem gewissen Prozentsatz mit vorgenannten Mitteln ausgegerbten Leder in einem abschließenden Arbeitsverfahren ein wasserunlösliches, plastisches Harz einlagert. Als ein solches wurde insbesondere ein in Gegenwart eines sauren Katalysators durch Mischkondensation erzeugtes Harz aus Ligninsulfonsäure und reaktionsfähigen Methylolverbindungen organischer, stickstoffhaltiger basischer Verbindungen ermittelt. Für die Bildung der Ligninkondensationsprodukte in Betracht kommende leicht reagierende Kondensationspartner sind die Methylolverbindungen des Harnstoffs, Thioharnstoffs, Dicyandiamids, Cyanamids in Form ihrer Mono- und Dimethylolstufen, insbesondere die Mono- und Dimethylolgemische, sowie die Polymethylolverbindungen des Melamins und des Ammelins und Ammelids. Ferner können auch vorteilhaft die noch eben wasserlöslichen Vorkondensationsprodukte dieser organischen Stickstoffverbindungen mit Formaldehyd Verwendung finden. Als saure Katalysatoren wirken saure Salze und freie Säuren, z.B. aliphatische und aromatische Carbonsäuren, und Amidosulfonsäure. Besonders vorteilhaft ist die Anwendung solcher organischer aromatischer Säuren als Katalysatoren, die gleichzeitig noch gerbaktive Eigenschaften besitzen, wie freie Gerbsulfosäure vom Typ Oxyphenylsulfophenylestersulfonsäure nach den deutschen Patentschriften 260379 und 265415 oder von Formaldehydkondensationsprodukten der Dioxydphenylsulfonsäure nach der deutschen Patentschrift 739488.
Zur katalytischen Umsetzung mit den reaktiven Methylolverbindungen eignen sich auch solche synthetischen Gerbstoffe, die durch Mischkondensation von Ligninsulfonsäure mit phenolischen Komponenten und kernverbindenden Mitteln hergestellt werden, wie sie in den deutschen Patentschriften 675775 und 696272 beschrieben sind.
Gemäß der vorliegenden Erfindung kann die Einlagerung eines wasserunlöslichen plastischen Harzes beispielsweise in der Weise durchgeführt werden, dass das abgewelkte Leder (Wassergehalt 50-100%) mit einer konzentrierten Lösung wasserlöslicher Ligninderivate zweckmäßig im Heißluftfass bei einer Temperatur von 40-50° behandelt wird, bis die Lösung vom Leder aufgenommen ist. Anschließend erfolgt Zugabe einer konzentrierten Lösung der reaktionsfähige Methylolgruppen enthaltenden stickstoffhaltigen Verbindung. Ist auch diese Lösung von der Lederfaser aufgenommen, so wird die für die Bildung des hydrophoben Harzes benötigte Menge eines sauren Katalysators zugesetzt und das Ledermaterial so lange weiter behandelt, bis vollständige Verharzung eingetreten ist.
Da die Harzbildung gemäß Erfindung im wesentlichen innerhalb des Ledergefüges erfolgt, so lagert sich das wasserunlösliche Harz um die einzelnen Lederfasern und trägt zu einer Erhöhung der Fülle und Ledersubstanz bei, ohne die spezifischen Eigenschaften des Leders, besonders seine Luftdurchlässigkeit, grundsätzlich zu verändern.
Ferner wird durch das erfindungsgemäße Verfahren eine Verbesserung der Tragfähigkeit des Leders erhalten. Die aus dem Leder gearbeiteten Gegenstände sind nicht nur widerstandsfähiger, sondern sie behalten auch z.B. bei Schuhen besser ihre ursprüngliche Form. Anhand der folgenden Beispiele werden die für die Durchführung des Verfahrens in Betracht kommenden Einzelheiten näher erläutert.
Beispiel 1:
Modern gegerbtes Vacheleder wird in abgewelktem, halbfeuchtem Zustand mit 30% einer 50%igen Lösung von Ligninsulfonsäure im Warmluftfass bei 40-45° behandelt. Dann werden 12% einer 30-50%igen Lösung aus Mono- und Dimethylolharnstoff zugegeben. Wenn eine gute Verteilung und Aufnahme der beiden Produkte erfolgt ist, setzt man 3% einer 10%igen Lösung freier Gerbsulfonsäuren, erhalten nach den Angaben der Patentschriften 260379 und 265415, als Verharzungskatalysator zu.
Beispiel 2:
Vegetabilisch gegerbtes Spaltsohlleder in aufgewelktem Zustand wird mit 40% eisen- und kalkfreier 50%iger Sulfitcelluloseablauge im Warmluftfass bei 40-45° behandelt. Danach werden 10% einer 30-50%igen Lösung aus Di- oder Trimethylolmelamin zugesetzt und im Walkfass weiter behandelt, bis die Methylolverbindung vom Leder aufgenommen ist. Danach wird mit 0,3% Amidosulfonsäure, die vorher mit Wasser im Verhältnis 1 : 20 verdünnt wurde, nachbehandelt.
Beispiel 3:
Modern gegerbtes Vacheleder wird, wie in Beispiel 1 und 2, mit Eisen und Kalk befreiter Ligninsulfonsäure und Methylolverbindungen des Harnstoffs oder Melamins behandelt. Darauf folgend verharzt man mit 0,2-0,4% H(sub)2SO(sub)4 in Form einer 20%igen Lösung. Zur Beseitung starker Säuren wird anschließend mit 1 : 3 verdünnter Ammonacetatlösung nachbehandelt.
Beispiel 4:
Mit einer Mischung aus 70% vegetabilischen und 30% synthetischen Gerbstoffen gegerbtes Sohlvacheleder mit einem Rendement von etwa 50-52% wird in abgewelktem, halbfeuchtem Zustande mit 50% eines eisen- und kalkfreien Ligninsulfonats von 50% Trockengehalt im Warmluftfass bei 40-45° behandelt. Anschließend setzt man 8-10% eines 70%igen höhenmolekularen Methylencarbamidkondensationsproduktes zu, welches Methylol- gruppen in solcher Zahl enthält, dass es noch eben wasserlöslich ist und durch kochende Kondensation von Harnstoff, Formaldehyd mit Triäthanolamin als Katalysator erhalten wird. Die Kondensation mit dem Ligninsulfonat erfolgt in diesem Falle ohne besonderen Säurekatalysatorzusatz, da infolge der erhöhten Verharzungsgeschwindigkeit des Carbamidvorkondensates der Säuregrad des Leders hierzu ausreicht.
Beispiel 5:
Abgewelktes, chromgegerbtes Sohlleder wird im Heißluftfass bei 50° mit 60% einer 50%igen Lösung von Ligninsulfonsäure behandelt. Nach dem Einwalken der Ligninsulfonsäurelösung werden 6% einer etwa 40%igen Lösung von Trimethylolmelamin zugesetzt und weiter gewalkt, bis auch diese Lösung vom Leder aufgenommen wurde. Danach wird die Verharzung durch Zusatz von 0,6% eines Kondensationsproduktes, erhalten durch Kondensation von (beta)-Naphtalinsulfonsäure und Formaldehyd, herbeigeführt.

Claims (1)

  1. Verfahren zum Verbessern der Eigenschaften von Leder, dadurch gekennzeichnet, dass man in mit gebräuchlichen Gerbmitteln hergestellten Ledern ein hydrophobes, plastisches Kondensationsharz aus wasserlöslichen Ligninderivaten und reaktionsfähigen Methylolverbindungen stickstoffhaltiger organischer basischer Verbindungen bzw. deren noch wasserlöslichen, polymeren Formaldehydvorkondensationsprodukte in Gegenwart saurer Katalysatoren erzeugt.

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