DEP0017660DA - Verfahren zum Fermentieren von Tabak - Google Patents
Verfahren zum Fermentieren von TabakInfo
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Description
ρ 17 660 IVa/79/c D. Starnberg, den 6. Oktober 1948
Dr.Fritz Singer, Starnberg/Obb., Wilhelmsholienstrasse
29 1/3
Verfahren zum Fermentieren von Tabak.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Fermentieren Von Tabak und besteht darin, daß der Rohtabak bei einem
unter 50 % des Tabakgewichts liegenden Gesamtwassergehalt in der Wärme mit Säure behandelt wird.
Es ist bereits bekannt, Tabakblätter in 1 $ Ameisensäure enthaltenden Lösungen kurzzeitig auf 90 - 100° zu
erhitzen.
Ls ist ferner bekannt, Zigarettentabak in einem zur vollständigen Bindung der bei der Verbrennung entstehenden
Basen genügenden Überschuß mit nicht flüchtigen organischen Säuren zu behandeln.
Abgesehen davon, daß im Gegensatz zu dem Verfahren nach der Erfindung bei dem erstgenannten "Verfahren die Behandlung
der Tabakblätter bei Gegenwart grosser Wa,ssermengen vorgenommen wird, handelt es sich bei diesem bekannten
Verfahren auch nicht um ein Fermentierungsverfahren, sondern um ein Verfahren, des Braunwerden der Tabakblätter
zu verhindern.
Das andere bekannte 'Verfahren ist ebenfalls kein Fermentierungsverfahren. Es bezweckt vielmehr, den erwünschten
sauren Bauchcharakter fertiger Zigarettentabake durch Zusatz nicht flüchtiger organischer Säuren zu erhöhen.
Die tie Qualität steigernde Wirkung der Säurefermentation nach der Erfindung wird durch den Gesamtwassergehalt
des Systems Tabak-Säure erheblich beeinflußt. Das Optimum an Gllteverbesserung wird bei einem Gesamtwassergehalt des
Systems Tabak-Säure erzielt, der den zur Aufrechterhaltung der Geschmeidigkeit erforderlichen Feuchtigkeitsgehalt,
der je nach den Eigenschaften des Tabakblatts 12 - 16 $ beträgt, nicht wesentlich übersteigt.
Mit wachsendem Feuchtigkeitsgehalt erfährt die Güteverbesserung eine Abnahme, der Tabak nimmt eine dunklere Färbung
an und vor allem macht sich die Erscheinung immer mehr geltend, daß sich die Feuchtigkeit nicht mehr gleichmäßig
verteilt, sondern im Blatt ansät zt eil um die Hauptrippe ansammelt und das Blatt an diesen Stellen dunklerfarbig und
durehscheinend macht.
Über die Wirkungsweise der Säurefermentation n'ach der Erfindung lassen sich mangels eingehender Untersuchungen
der da,bei eintretenden Veränderungen in der chemischen Zusammensetzung nur Vermutungen anstellen. Da erfindungsgemäß
der Feuchtigkeitsgehalt der verwendeten Rohtabake verhältnismäßig niedrig und die angewandten Säuremengen
verhältnismäßig hoch sind, so ist die im Tabakblatt zur "Wirkung kommende Säure verhältnismäßig konzentriert, sodaß
sie auch ohne Mitwirkung der im Tabakblatt enthaltenen Fermente den Abbau von Kohlehydraten und Eiweißstoffen zu
bewirken imstande ist.
Als eine für die Zwecke der Erfindung besonders geeignete Säure hat sich die Ameisensäure erwiesen. Diese
Säure hat gegenüber anderen Säuren nicht nur den Vorzug der Büütdtgfeetbt, sondern, von anderen flüchtigen organischen
Säuren wie z.B. Essigsäure abgesehen, auch den der leichteren Anwendbarkeit, da sie dem Tabak in Gas- oder Dampfform einverleibt
werden kann.
Da der Effekt der Säurefermentation nach der Erfindung zu einem wesentlichen Teil in der Ionen-Wirkung zu suchen
ist, so lassen sich auch bei Verwendung anorganischer Sä^^ren
gewisse Güteverbesserungen feststellen. Bei "Verwendung von Salzsäure tritt aber eine wesentliche Ve rs clil echte rung der
Glimmfähigkeit ein. Andere Säuren wie z.B. die Phosphorsäure liefern dunklere und schwerere Tabake.
Wenn nun auch die bisher untersuchten organischen
Säuren eine allgemeine Güteverbesserung erkennen lassen, so treten doch geschmackliche und geruchliche Unterschiede des Rauches auf, die auf spezifische Wirkungen der verwendeten Säuren schließen lassen.
Säuren eine allgemeine Güteverbesserung erkennen lassen, so treten doch geschmackliche und geruchliche Unterschiede des Rauches auf, die auf spezifische Wirkungen der verwendeten Säuren schließen lassen.
Durch das Verfahren nach der Erfindung wird gegenüber bekannten Fermentierungsverfahren eine wesentliche Steigerung
der Qualität insbesondere geringwertigerer Tabake erzielt. Dies bezieht sich vor allem auf die Glimmfähigkeit,
Milde und Aroma. Es gestattet, ausländische Tabake ohne
Beeinträchtigung der Qualität der Erzeugnisse durch einheimische Tabake zu ersetzen.
Beeinträchtigung der Qualität der Erzeugnisse durch einheimische Tabake zu ersetzen.
Die Ausführung des den Erfindungsgegenstand bildenden Verfahrens wird durch folgende Beispiele erläutert:
I.
1 kg Rohtabak mit einem Wassergehalt von 13 - 15 $
wird bei 50 - 60° im geschlossenen Gefäß mit den Dämpfen
von 20 g auf Tonscherben aufgesaugter konzentrierter Ameisensäure solange behandelt, bis an einer entnommenen Probe
keine Änderung des Aromas mehr festzustellen ist.
wird bei 50 - 60° im geschlossenen Gefäß mit den Dämpfen
von 20 g auf Tonscherben aufgesaugter konzentrierter Ameisensäure solange behandelt, bis an einer entnommenen Probe
keine Änderung des Aromas mehr festzustellen ist.
II.
Der dachreife Tabak wird an den zum Trocknen verwendeten Stäben hängend in eine luftdicht abschliessende Kammer
gebracht und zweckmässig bei bewegter Luft mit den Dämpfen konzentrierter Ameisensäure behandelt, bis er 1 - 2 <f0 seines
Gewichts an Ameisensäure aufgenommen hat. Der so behandelte Tabak wird in der gleichen Kammer 60 Stunden bei Temperaturen
zwischen 50 und 60 behandelt. Um an Kammerraum zu sparen, kann der mit Ameisensäure beladene Tabak aus der Säurekammer
entfernt und zu dichten Bündeln verpackt in besonderen Wärmekammern weiter behandelt werden.
III.
Der dachreife Tabak wird, bevor er von den Schnüren abgenommen wird, mit einer 10 $igen Y/einsäure- oder Zitronensäurelösung
besprüht, gegebenenfalls noch kurz nachgetrocknet und im noch geschmeidigen Zustand zu dichten Büscheln
verpackt in Wärmekammern bei 60 - 90° erwärmt. Man kann der Wein- oder Zitronensäurelösung Aromastoffe, Kristall-
oder Invertzucker usw. hinzufügen.
Claims (2)
1.) Verfahren zum Fermentieren ^on Tabak, dadurch gekennzeichnet, daß Rohtabak bei einem 50 $ des Tabakgewichts
nicht überschreitenden Gesamtwassergehalt in der Wärme mit Säure behandelt wird.
2.) Verfahren zum Fermentieren von Tabak, dadurch gekennzeichnet, daß der Rohtabak bei einem Feuchtigkeitsgehalt,
der den zur Aufrechterhaltung der Geschmeidigkeit erforderlichen Wassergehalt nicht wesentlich übersteigt, in
der Wärme der Einwirkung von Säuren ausgesetzt wird.
3·) 'Verfahren zum Fermentieren von Tabak nach Ansprüchen 1 und 2, gekennzeichnet durch die Anwendung gasförmiger
organischer Säuren, insbesondere von Ameisensäure.
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