DEC0000866MA - Verfahren zum Färben zu streifiger Färbung neigender Kunstseide aus regenerierter Cellulose - Google Patents

Verfahren zum Färben zu streifiger Färbung neigender Kunstseide aus regenerierter Cellulose

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DEC0000866MA
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DE
Germany
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streaky
dyeing
rayon
dyes
oxynaphthalene
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Fritz Dr. Neue Welt Schütz
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BASF Schweiz AG
Original Assignee
Ciba AG
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Description

Es ist bekannt, dass beim Färben von Kunstseide aus regenerierter Cellulose, die z.B. nach den Kupferoxyd-ammoniak- oder insbesondere nach dem Xanthogenat-Verfahren (Viscose) hergestellt ist, Schwierigkeiten auftreten, die allgemein als streifiges Färben bezeichnet werden. Die Streifigkeit rührt davon her, dass Kunstseidefäden, die aus verschieden stark gereifter Spinnlösung hergestellt werden oder bei denen während des Herstellungsprozesses nicht unter genau identischen Bedingungen gearbeitet wurde, ein färberisch verschiedenes Verhalten zeigen können, derart, dass der eine Faden so viel mehr Farbstoff als der andere beim Färbeprozess aufnimmt, dass die Differenz am Warenbilde schliesslich gut sichtbar ist.
Es wurde bereits vorgeschlagen, zum Färben solcher streifig färbender Kunstseide besonders gut egalisierende Farbstoffe zu verwenden, die im übrigen den verschiedensten Gruppen angehören können. Von besonderer Bedeutung sind u.a. einige Metallkomplexverbindungen, z.B. Chrom- und Kupferver- bindungen, von Monoazofarbstoffen, die nur eine mässige Substantivität (d.h. Affinität zur Cellulosefaser) besitzen. Ganz allgemein war man der Auffassung, dass ein nicht zur grosses Mass an Substantivität unerlässlich für die Brauchbarkeit der Farbstoffe zum Färben streifiger Viscose darstellt.
Es wurde nun gefunden, dass überraschenderweise eine Gruppe von im übrigen durch gute Substantivität ausgezeichneten Farbstoffen zum Färben streifiger Kunstseide verwendet werden kann. Die vorliegende Erfindung beruht auf der überraschenden Erkenntnis, dass die kupferhaltigen Farbstoffe der allgemeinen Formel worin R(sub)1 und R(sub)2 aromatische Reste darstellen, die insgesamt mindestens zwei, zweckmässig aber drei bis vier Sulfonsäuregruppen aufweisen, sich zum Färben von streifiger Kunstseide aus regenerierter Cellulose besonders gut eignen.
Die dem vorliegenden Verfahren als Ausgangsstoffe dienenden kupferhaltigen Farbstoffe können nach verschiedenen Methoden hergestellt werden. Einerseits ist es in den meisten Fällen möglich, solche Farbstoffe durch Kuppeln von tetrazotiertem 3,3'-Dioxy-4,4'-diaminodiphenyl mit 2 Mol derselben oder verschiedener aromatischer Kupplungskomponenten, die in o-Stellung zu einer Hydroxylgruppe kuppeln, herzustellen und die erhaltenen Bis-(o,o'-dioxyazo)-farbstoffe in üblicher
Weise zu kupfern. Anderseits ist es in den meisten Fällen auch möglich, dieselben Farbstoffe, ausgehend von Dianisidin (3,3'-Dimethoxy-4,4'-diamino-diphenyl) und 2 Mol der gleichen oder verschiedener Kupplungskomponenten durch Kupferung unter solchen Bedingungen zu erhalten, dass die Methylgruppen unter Bildung des o,o'-Dioxyazo-kupferkomplexes abgespalten werden. Je nach den besonderen im einzelnen Fall vorliegenden Umständen kann der eine oder andere Weg Vorteile bieten.
Der Vollständigkeit halber sei bemerkt, dass die in der obigen Formel gewählte Schreibweise für die Darstellung des Kupferkomplexes sich an den allgemeinen Gebrauch anlehnt. Es soll aber nicht darüber ausgesagt werden, ob der Kupferkomplex wirklich auf einer Hauptvalenzbindung beruht oder ob in Wirklichkeit eine auf Nebenvalenzen beruhende Bindung des Kupfers vorliegt.
Als Beispiele seien die kupferhaltigen Farbstoffe genannt, die sich durch passende Kupferung (siehe oben) der Farbstoffe aus tetrazotiertem 3,3'-Dioxy- bzw. 3,3'-Dialkoxy-4,4'-diamino-diphenyl einerseits und den folgenden Kupplungskomponenten anderseits erhalten werden:
2 Mol 1-Amino-8-oxynaphthalin-2,4-disulfonsäure,
2 Mol 1-Amino-8-oxynaphthalin-4,6-disulfonsäure und insbesondere
2 Mol 1-Amino-8-oxynaphthalin-3,6-disulfonsäure,
2 Mol 2-Oxynaphthalin-3,6-disulfonsäure,
1 Mol einer der vorstehend genannten Kupplungskomponenten zusammen mit 1 Mol 2-Amino-5-oxynaphthalin-7-sulfonsäure oder einem N-Derivat davon,
2 Mol 2-Amino-5-oxynaphthalin-1,7-disulfonsäure,
1 Mol 1-Oxynaphthalin-3,6,8-trisulfonsäure zusammen mit
1 Mol 2-Oxy-3-naphthoesäureanilid oder -o-anisidid oder zusammen mit 1 Mol 2-Phenylamino-5-oxynaphthalin-7-sulfonsäure oder 1 Mol 2-Oxynaphthalin,
1 Mol 2,8-Dioxynaphthalin-6-sulfonsäure zusammen mit 1 Mol 2-Oxynaphthalin-3,6-disulfonsäure,
1 Mol 1-Amino-8-oxynaphthalin-3,6-disulfonsäure zusammen mit
1 Mol 1-Amino-8-oxynaphthalin-2,4-disulfonsäure,
1 Mol 1,8-Dioxy-naphthalin-3,6-disulfonsäure zusammen mit
1 Mol 2-Benzoylamino-5-oxynaphthalin-7-sulfonsäure,
1 Mol 1-Oxynaphthalin-3,8-disulfonsäure zusammen mit 1 Mol 2-(4'-Carboxymethoxyphenyl)-amino-5-oxynaphthalin-7-sulfonsäure.
Verfahren zur Herstellung solcher kupferhaltiger Farbstoffe sind zum Teil längst bekannt.
Zum Färben von streifiger Kunstseide nach dem vorliegenden Verfahren können die obigen Farbstoffe in an sich bekannter Weise z.B. aus neutralen bis schwach alkalischen z.B. Alkalicarbonate, wie Natriumcarbonat enthaltenden Bädern zweckmässig unter Zusatz von neutralen Salzen wie Natriumchlorid und insbesondere Natriumsulfat verwendet werden.
Gewünschtenfalls können in an sich bekannter Weise netzende oder dispergierend wirkende Mittel mit oder ohne ausgesprochene Egalisierwirkung mitverwendet werden. In vielen Fällen ist es zweckmässig, die Färbung in Abwesenheit ausgesprochen alkalisch wirkender Mittel durchzuführen und gegebenenfalls auch den Zusatz von Alkalicarbonaten unter das normale Mass zu verringern bzw. zu unterlassen.
Vorteilhafte Resultate erhält man in vielen Fällen mit Farbstoffen der oben angegebenen Formel, in denen R(sub)1 und R(sub)2 einen Naphthalinrest darstellen und die insgesamt 3 bis 4 Sulfonsäuregruppen enthalten. Diese liefern im allgemeinen echte blaue bis marineblaue Töne von guter Gleichmässigkeit auf streifiger Kunstseide.
Das nachfolgende Beispiel erläutert die vorliegende Erfindung, ohne diese irgendwie einzuschränken. Dabei bedeuten die Teile Gewichtsteile, die Prozente Gewichtsprozente und die Temperaturen sind in Celsiusgraden angegeben.
Beispiel.
In ein Färbebad, welches in 4000 Teilen Wasser 30 Teile kristallisiertes Natriumsulfat und 0,8 Teile des Farbstoffes der Formel enthält, geht man mit einem Stück streifiger Viskosekunstseide im Gewicht von 100 Teilen bei 40° ein, steigert die Temperatur innerhalb 20 Minuten auf 80° und färbt dann während 40 Minuten bei 80 bis 85°. Hierauf wird die Kunstseide mit kaltem Wasser gespült und getrocknet. Sie ist in sehr gleichmässigem, rotstichig blauem Ton gefärbt. Die Färbung zeichnet sich ausserdem durch sehr gute Widerstandsfähigkeit gegen Knitterfestappretur aus.
Verwendet man zum Färben nach der obigen Vorschrift die in Spalte I der nachstehenden Tabelle angegebene Anzahl Teile des in Spalte II angeführten Farbstoffes, so erhält man auf streifige Kunstseide ebenfalls sehr gleichmässige Färbungen, deren Farbton aus Spalte III der Tabelle ersichtlich ist.
Selbstverständlich können auch Mischungen solcher Farbstoffe unter sich oder mit anderen direktziehenden Farbstoffen in nicht zu grosser Menge verwendet werden.
+) hier empfiehlt es sich, anstatt 30 Teile 40 Teile kristallisiertes Natriumsulfat zuzusetzen.

Claims (1)

  1. Verfahren zum Färben zu streifiger Färbung neigender Kunstseide aus regenerierter Cellulose, dadurch gekennzeichnet, dass man nach einem üblichen Direktfärbeverfahren mit kupferhaltigen Farbstoffen der allgemeinen Formel färbt, worin R(sub)1 und R(sub)2 aromatische Reste vorzugsweise Naphthalinreste darstellen, die insgesamt mindestens zwei, zweckmässig aber drei bis vier Sulfonsäuregruppen aufweisen, und worin die -O-Cu-Gruppen jeweils in o-Stellung zur Azogruppe stehen.

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