DE99953C - - Google Patents

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DE99953C
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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C11ANIMAL OR VEGETABLE OILS, FATS, FATTY SUBSTANCES OR WAXES; FATTY ACIDS THEREFROM; DETERGENTS; CANDLES
    • C11BPRODUCING, e.g. BY PRESSING RAW MATERIALS OR BY EXTRACTION FROM WASTE MATERIALS, REFINING OR PRESERVING FATS, FATTY SUBSTANCES, e.g. LANOLIN, FATTY OILS OR WAXES; ESSENTIAL OILS; PERFUMES
    • C11B11/00Recovery or refining of other fatty substances, e.g. lanolin or waxes
    • C11B11/005Lanolin; Woolfat

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  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Oil, Petroleum & Natural Gas (AREA)
  • Wood Science & Technology (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Fats And Perfumes (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 23: Fett- und Mineralölindustrie.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 18. August 1897 ab.
Es ist bekannt, dafs die Abwässer, welche zur Wäsche der rohen Wolle gedient haben, ebenso wie alle seifenhaltigen und stickstoffhaltigen Wasser sich zersetzen, wenn man sie mit einer Säure behandelt.
Die Fettkörper, die anorganischen Verbindungen und die fäulnifsfähigen Stoffe bilden, soweit dieselben durch Säure gefällt werden können, einen Niederschlag, welcher nach dem Abtropfen etwa 50 bis 60 pCt. Wasser enthält, welches von den festen emulgirten Substanzen zurückgehalten wird. Dieser Niederschlag (Magma) hat in diesem Zustande das Aussehen feuchter Erde.
Die Gegenwart von Wasser in der feinen Vertheilung der Emulsion bewirkt es, dafs man die Fettkörper nicht abscheiden kann etwa durch directe Behandlung des Magmas mit einem flüchtigen Lösungsmittel für das Fett. Die einzige Möglichkeit, dieselben mit bekannten Mitteln abzuscheiden, besteht darin, dafs man die emulgirende Fettsubstanz vollkommen zur Trockenheit bringt und alles Wasser entfernt. Indessen ist es unmöglich, die directe Trocknung, welche für kleine Quantitäten und im Laboratorium wohl durchgeführt werden kann, im grofsen Mafsstabe und industriell zu erreichen, weil die Masse nach einigem Wasserverlust eine grofse Plasticität annimmt, welche im Grofsen ein fast unüberwindliches Hindernifs für eine genügende Trocknung bildet.
Die Abscheidung der Fettsubstanzen aus diesem Magma läfst sich in folgender Weise bewirken:
Das oben erwähnte Magma wird mit einer gewissen Menge einer Fettsubstanz in der Hitze behandelt bezw. gekocht und bildet diese Fettsubstanz gewissermafsen das Extractionsmittel für das im Magma enthaltende Wollfett.
Das Verhältnifs, in welchem die Fettsubstanz zur Verwendung kommt, kann in ziemlich weiten Grenzen schwanken, wesentlich ist nur, dafs dieselbe genügend bemessen ist, um zertheilend in die Masse einzudringen und die Plasticität derselben zu zerstören.
Unter diesen Bedingungen verflüchtigen sich die wässerigen Antheile mit gröfster Leichtigkeit und die abgeschiedenen festen Körper werden sehr schnell wasserfrei. Als vorzüglich für diesen Zweck geeignet hat sich das Wollfett selbst erwiesen, das man bei früheren Processen gewonnen hat. Indessen wäre praktisch das Resultat dasselbe, wenn man z. B. Oelsäure oder irgend einen anderen Fettkörper oder einen nicht flüchtigen Kohlenwasserstoff verwenden wollte.
Im Folgenden sollen an einem Beispiel die Einzelheiten des Verfahrens dargelegt werden. Zunächst empfiehlt es sich, aus Sparsamkeitsrücksichten das Magma mehr oder weniger zu concentriren, indem man dasselbe in irgend welchen geeigneten Gefäfsen mittelst Abhitze concentrirt. Sodann wird die Masse in einen doppelwandigen, mit Dampf geheizten Kessel gebracht, welcher mit einem Rührwerk versehen ist und der eine dem Magma fast gleiche Menge geschmolzenen Wollfettes enthält, dessen Temperatur einige Grade über den Kochpunkt
des Wassers gehalten wird. Die Mischung wird durch das Rührwerk dauernd in Bewegung gehalten, wodurch eine lebhafte Verdampfung erzielt wird, welche in dem Augenblick aufhört, wo die in dem Magma enthaltenen festen Körper erdiger oder organischer Natur wasserfrei geworden sind. Sobald das Rührwerk jetzt zum Stillstand gebracht ist, setzen sich diese festen Körper sehr schnell zu Boden und man kann ohne Schwierigkeiten das klare Wollfett von dem Bodensatz trennen. Aus dem wasserfreien Rückstand wird dann noch der Rest des Fettes auf bekanntem Wege durch ein flüchtiges Lösungsmittel extrahirt. Der extrahirte Rückstand stellt ein trockenes und sehr feines Pulver dar, das einen Stickstoffgehalt von ca. 4 pCt. hat und ein werthvolles Düngemittel darstellt. Das Hauptproduct ist rohes Wollfett von dem-Aussehen eines erstarrten Oeles, mehr oder weniger braun, das zum gröfseren Theil aus Oelsäure und anderen Fettsäuren besteht und sich mit Leichtigkeit zu 68 bis 70 pCt. verseift. Der unverseifbare Theil kann durch die bekannten industriellen Methoden vorzugsweise durch Kalkverseifung getrennt werden, welche die Scheidung bei erhöhter Temperatur oder mittelst eines flüchtigen Lösungsmittels vorzunehmen gestattet.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Ein Verfahren zur Gewinnung von rohem Wollfett oder anderen Fetten aus Abwässern, dadurch gekennzeichnet, dafs der in bekannter Weise durch Zusatz von Säuren erhaltene Niederschlag mit einer gewissen Menge von Wollfett oder anderen Fetten versetzt und erhitzt wird, wodurch sowohl die Verdampfung des Wassers, w,ie auch die Trennung der geschmolzenen Fettsubstanzen von den Verunreinigungen erleichtert wird.
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