DE99540C - - Google Patents
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C10—PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
- C10B—DESTRUCTIVE DISTILLATION OF CARBONACEOUS MATERIALS FOR PRODUCTION OF GAS, COKE, TAR, OR SIMILAR MATERIALS
- C10B27/00—Arrangements for withdrawal of the distillation gases
- C10B27/06—Conduit details, e.g. valves
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 10: Brennstoffe.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 18. Dezember 1897 ab.
Bei den Gasabzugsröhren, beispielsweise der Koksöfen, machte sich bisher ein grofser
Uebelstand geltend, welcher darin besteht, dafs das mitgerissene hochsiedende Theerpech sich
in den oberen Rohrtheilen und der Vorlage absetzt und dadurch Verstopfungen herbeiführt.
Versuche, die Gase durch Einspritzung von Wasser abzukühlen, ergaben kein günstiges
Resultat.
Den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet eine Kühlvorrichtung für die Abzugsrohre,
welche sich bei den angestellten Versuchen gut und zuverlässig bewährt hat.
Die neue Construction ist auf der beiliegenden Zeichnung beispielsweise für einen Koksofen
zur Anschauung gebracht.
Fig. ι zeigt einen Verticalschnitt durch den Ofen mit zwei Abzugsrohren.
Fig. 2 zeigt die Anordnung des Abzugsrohres mit der neuen Kühlvorrichtung in
gröfserem Mafsstabe als Fig. 1.
Das Abzugsrohr a, welches an die Abzugsöffnung im Ofen dicht anschliefst, ist von
einem zweiten, erheblich weiteren concentrischen Rohre b von gleicher Höhe umgeben.
Der zwischen den beiden Rohren verbleibende Raum ist unten durch einen mit dem inneren
Rohr verbundenen Flantsch c abgeschlossen. Dieser ringförmige Raum wird mit Wasser
gefüllt bezw. ist an eine Kühlwasserleitung angeschlossen, welche eine stete Erneuerung des
Kühlwassers ermöglicht. In den so gebildeten Wasserkranz taucht das Steigrohr d mit seinem
■ unteren Ende ein. Das Kühlwasser kühlt das Steigrohr d stark ab und dadurch auch die
in seinem Innern aufsteigenden Gase.
Die starke Abkühlung des Gasstromes und die Sättigung mit Wasserdampf bewirkt den
Niederschlag des dampfförmigen hochsiedenden Theerpechs in den unteren Rohrtheilen, so
dafs sich derselbe nicht festsetzen kann, sondern zum grofsen Theil in den Ofen zurückfällt.
Hierbei gelangen auch keine harten Destillationsproducte in die oberen Rohrtheile,
Ventile und Vorlagen. Es können also auch keine Verstopfungen mehr eintreten; dagegen
können sehr weiches Theer und das durch Niederschlag der Wässerdämpfe gebildete starke
Ammoniakwasser leicht aus der Vorlage abfliefsen. In dem Wasserraum findet eine sehr
kräftige Wasserverdunstung, statt. Die Wasserdünste mischen sich mit den heifsen Gasen
und verhindern in hohem Mafse die Bildung harter und zäher Niederschläge. Der beschriebene
Wasserverschlufs und der den Boden des Wasserbehälters bildende Flantsch c, welcher
auf der Ofendecke in Chamottemasse eingesetzt ist, bewirken einen explosionssicheren
und luftdichten Abschlufs des Ofeninnern gegen die äufsere Luft. Die fragliche Vorrichtung
kann bei allen denjenigen Oefen benutzt werden, bei denen Gase zur Condensation von
Theer, Ammoniak, Benzol zu Leuchtgas- bezw. Brennzwecken in Gasfabriken bei Generatoren,
also für alle Apparate, aus denen heifse Gase abgeführt werden, Verwendung finden.
Durch das Heifser- und Kälterwerden der Oefen tritt bei dem Ofenmauerwerk ein fort-
fs. Auflage, ausgegeben am 23. September i8gg.l
währendes Wachsen und Schrumpfen ein, während die Vorlagen mit den bisherigen alten
Steigröhren unverrückbar festliegen und die Bewegungen des Mauerwerkes nicht mitmachen
können. An den Stellen nun, an welchen die alten Steigrohre in das Ofenmauerwerk eintreten
, entstehen infolge des stetigen Verschiebens der Oefen dadurch Undichtigkeiten,
dafs der zum Zuschmieren, der Verbindungsfuge verwendete Lehm rissig wird. Durch
diese Undichtigkeiten tritt atmosphärische Luft in den Ofen, wodurch das Gas verschlechtert,
der Verkokungsprocefs beeinträchtigt und die Ausbeute an Nebenproducten verringert wird.
Bei der oben beschriebenen neuen Construction ist dieser Uebelstand vollständig beseitigt.
Der untere Theil des Steigrohres, an welchem sich der Wasserbehälter befindet, ist
mit dem Ofenmauerwerk fest verbunden und kann die Verschiebungen des Ofenmauerwerkes
mitmachen, da der obere Theil des Steigrohres mit dem unteren nicht in directer Verbindung
steht, sondern lediglich in das Wasser eintaucht; Undichtigkeiten werden also bei der
neuen Construction vollständig vermieden.
Die Vortheile, welche durch die neue Construction geboten werden, sind sehr erhebliche
; die hauptsächlichsten Vortheile seien hier angeführt:
1. Es setzt sich kein Pech in den oberen Rohrtheilen, Ventilen und der Vorlage fest,
wodurch also ein Reinigen der Rphre und Abschlufsventile unnöthig wird;
2. die Vorlage bleibt frei von Pech, und
die weichen Destillationsproducte laufen von selbst ab;
3. die Ausbeute an Theer wächst, besonders im Sommer;
4. das in der Vorlage condensirte Ammoniakwasser von 0,7 bis o,8° ß. entlastet die Skrubber;
5. die Gasverluste beim Rohrreinigen und die Gasverschlechterung durch Oeffnen der
Putzdeckel kommen in Wegfall;
6. der Wasserverschlufs des Kühlrohres bildet einen explosionssicheren und luftdichten
Verschlufs;
7. der Unterheil des Steigrohres kann, frei von dem oberen Theil und der Vorlage, die
Verschiebungen des Ofenmauerwerkes mitmachen, so dafs eine Lockerung der Fugen an der Einführungsstelle des Steigrohres in den
Ofen und dadurch Undichtigkeit vollständig vermieden wird.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Gasabzugsrohr für Koksöfen, Oefen zur Gasfabrikation, Generatoren u. s. w., gekennzeichnet durch einen den unteren an den Ofen angeschlossenen Theil des Abzugsrohres umgebenden Wasserbehälter, in welchen das Steigrohr eintaucht, wobei infolge Abkühlung ein Theil der durch die Gase mitgerissenen Theerpechdämpfe gleich beim Verlassen des Ofens niedergeschlagen wird und durch die stattfindende Wasserverdunstung den abziehenden Gasen Wasserdämpfe zugeführt werden, welche die Bildung harter Ansätze in der Vorlange verhindern.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE100416T |
Publications (1)
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Country Status (1)
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE100416C (de) |
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