DE974062C - Verfahren zur Herstellung von neuen Benzolsulfonylharnstoffen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von neuen BenzolsulfonylharnstoffenInfo
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Description
AUSGEGEBEN AM 1. SEPTEMBER 1960
F 18136 IVb j12
Es ist aus der Literatur bekannt, daß einzelne Verbindungen aus der Körperklasse der Aminobenzolsulfonsäureamide
in der Lage sind, den Blutzuckerwert von Versuchstieren, z. B. von Hunden, zu senken. So fuhrt z. B. p-Aminobenzolsulfamidoisopropyl-thiodiazol
eine Senkung des Blutzuckerwertes bei Hunden für 4 bis 6 Stunden herbei (vgl. Jean la Barre und Jean Reuse,
Arch, neerland physiol. 28 (1947), S. 475).
Weiterhin sind einzelne Vertreter von Benzolsulfonylharnstoffen bekannt, wie N-Benzolsulfonylharnstoff,
N-Benzolsulfonyl-N'-phenyl-harnstoff,
N-Benzolsulfonyl-N', N'-diäthyl-harnstoff sowie
N-p-Toluolsulfonyl-harnstoff, N-p-Toluolsulfonyl-N'-phenyl-harnstoff
(vgl. Chem. Rev., Bd. 50, S. 28/29). Technische Bedeutung haben diese Stoffe bisher nicht erlangt.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist die Herstellung von neuen Benzolsulfonylharnstoffen
der allgemeinen Formel
-SO2-NH-CO-NH-C4H9,
worin R für Wasserstoff oder einen niedrigmolekularen
Alkylrest oder Alkoxyrest steht, die eine starke lang andauernde Senkung des Blutzuckerwertes
zu bewirken vermögen.
009 584/10
Die neuen Verbindungen werden hergestellt, indem man gegebenenfalls alkylierte oder alkoxylierte
Benzolsulfonyldsocyanate mit Butylamin umsetzt. Man kann aber auch in umgekehrter Reaktion
die gewünschten Harnstoffe dadurch gewinnen·, daß man· Butylisocyanat mit gegebenenfalls alkylierten
oder alkoxyliertenBenzolsulfonsäureamiden zur Reaktion bringt. Hierbei können an Stelle von
Isocyanaten auch solche Verbindungen Verwendung finden, die im Verlaufe der Reaktion in Isocyanate
übergehen, z. B. das Valeriansäureazid. Eine weitere Möglichkeit, die neuen Verbindungen
herzustellen, besteht darin, daß man an Stelle von Isocyanaten Urethane verwendet. Man kann z. B.
Benzolsulfonylurethane bzw. im Benzolkern alkylierte oder alkoxylierte Verbindungen mit Butylamin
oder in umgekehrter Reaktion N-Butylurethane mit entsprechenden Benzolsulfamiden umsetzen.
Auch Carbamidsäurehalogenide können ao Verwendung finden. So entstehen die neuen
Sulfonylharnstoffe z. B. aus Butylcarbamidsäurechlorid und gegebenenfalls alkylierten oder alkoxylierten
Benzolsulfamiden oder aus Benzolsulfonylcarbamidsäurechlorid und Butylamin. Eine weitere
Möglichkeit zur Synthese besteht darin, daß man von in der —NH2-Gruppe unsubstituierten Bemzolsulfonylharnstoffen
ausgeht und diese in bekannter Weise durch Umsetzung mit Butylamin, in BenzolsulfonylbutylharnstofEe
überführt; man kann auch von ButylharnstofE ausgehen und diesen mit Benzolsulfonamiden
umsetzen. Statt der Harnstoffe kann man auch Isoharnstoffäther, zweckmäßig in Form
ihrer Salze, verwenden, diese mit Benzolsulfonsäurechloriden zur Umsetzung bringen und die so
erhaltenen Produkte anschließend durch saure Hydrolyse in die gewünschten Harnstoffe überführen.
Weitere Möglichkeiten zur Synthese der neuen Verbindungen bestehen darin, daß man zunächst
nach bekannten Methoden die entspreöhenden Thioharnstoffe herstellt und diese entschwefeln oder
darin, daß manN-BenzolsuIfonyl-N'-butylguanidine
in bekannter Weise, z. B. durch Umsetzung von Benzolsulfonylcyanamiden mit n-Butylamin, herstellt
und die erhaltenen Guanidine hydrolysiert. In allen Fällen können an Stelle von Benzolsulfonylverbindungen
auch Alkyl- bzw. Alkoxybenzolsulfonylverbindungen Verwendung finden.
Die angegebenen Verfahren können in ihren
Reaktionsbedingungen weitgehend variiert und den jeweiligen Verhältnissen angepaßt werden.
Beispielsweise können die Umsetzungen unter Verwendung von Lösungsmitteln bei Zimmertemperatur
oder bei erhöhter Temperatur durchgeführt werden.
Die nach der Erfindung erhältlichen Verbindungen zeichnen sich, durch große Stabilität aus.
Gegenüber den in der Chemotherapie zur Bedeutung gelangten Aminobenzolsulfonamiden ist insbesondere
ihre Beständigkeit gegenüber oxydierenden Einflüssen bemerkenswert. Sie lassen sich
auf einfachere Weise herstellen als die obenerwähnten Aminobenzolsulfonamide und sind diesen
bekannten Verbindungen' hinsichtlich der Senkung des Blutzuckers — wie sich bei pharmakologischen
Vergleichsprüfungen gezeigt hat — sowohl in der Wirkungsstärke als auch in der Wirkungsdauer
ganz erheblich überlegen. Das bekannte p-Aminobenzolsulfamido-isopropyl-thiodiazol
bewirkt erst bei ro- bis 2ofacher Dosierung eine Blutzucker-Senkung nur für wenige Stunden.
Von besonderer Bedeutung ist weiterhin, daß sie im Gegensatz zu den Sulfanilylverbindungen nicht
bakteriostatisch wirksam sind. Ferner zeigen die vorliegenden· Verbindungen nidht die von Sulfonamiden
bekannten Nebenwirkungen auf das Blut (Heinz-Körper), auf die Schilddrüse und die durch
die Beeinflussung der Bakterienflora des Darms bedingten Verdauungsstörungen.
Die Verfahirensprodukte sollen beispielsweise zur Herstellung von oral verabreichbaren Präparaten
mit blutzuckersenkender Wirkung zur Behandlung der Zuckerharnruhr dienen. Sie bewirken,
wie in Versuchen an Tieren und in klinischen Versuchen nachgewiesen worden ist, eine
starke Senkung des Blutzuckerspiegels. Sie können als solche oder in Form ihrer Salze bzw. in Gegenwart
von Stoffen, welche zu einer Salzbildung führen, Verwendung finden. Zur Salzbildung
können beispielsweise herangezogen werden: Ammoniak, alkalische' Mittel, wie Alkali- oder
Erdalkalihydroxyde, Alkalicarbonate oder -bicarbonate, ferner physiologisch verträgliche organische
Basen.
N- (4-Methyl-benzolsulfonyl) -N'-n-butyl-harnstoff
In eine Suspension von 96 g 4-Methyl-benzolsulfamidnatrium
in 120 cm3 trockenem Nitrobenzol werden unter Rühren bei Zimmertemperatur
50 g n-Butylisocyanat eingetragen; anschließend wird noch 7 Stunden auf ioo° erhitzt. Nach dem
Abkühlen wird die Reaktionsmischung, die einen dicken Brei darstellt, mit Methylenchlorid oder
Essigester verdünnt und das Natriumsalz des gebildeten Sulfonylharnstoffe abgeschleudert. Der
von organischen Lösungsmitteln befreite kristallisierte Schleuder rückstand wird in 500 bis 600 cm3
Wasser von 500 gelöst und mit Tierkohle entfärbt. Der durch Ansäuern mit verdünnter Salzsäure aus-
;efällte Niederschlag wird in der äquivalenten Menge verdünnten Ammoniaks (etwa 1 : 20) gelöst,
nochmals mit Tierkohle behandelt und wieder mit verdünnter Salzsäure gefällt. Man erhält auf diese
Weise N - (4 - Methyl - benzolsulfonyl) -N'-n-butylharnstoff
in analysenreiner Form und in einer Ausbeute von 70 bis 80 %· der Theorie. Schmelzpunkt
125 bis 1270 (Zers.).
Durch Umsetzung von anderen 4-Alikylbenzolsulfamiden
bzw. deren Alkalisalzen, z. B. von 4-Äthyl-, 4-n-Propyl-, 4-iso-Propyl- und 4-n-Butylbenzolsulfaroid-natrium
oder von 4-Alkoxybenzolsulfamiden, wie 4-Äthoxybenzolsulfamid, mit
n-Butylisocyanat erhält man in gleicher Weise die Analogen des N-(4-Methyl-benzolsulfonyl)-N'-n-
butyl-'harnstoffs. Die Ausbeuten und Eigenschaften dieser Verbindungen sind ähnlich.
Durch. Umsetzung von 2-Methylbenzolsulfamid
mit n-Butylisocyanat erhält man bei analoger Arbeitsweise N-(2-Methylbenzolsulf onyl)-N'-nbutylharnstoff.
Schmelzpunkt 160 bis i6i°. An Stelle von 2-Methylbenzolsulfamid kann man auch
andere durch niiedrigmolekulare Alkyl- oder Alkoxy-.reste
substituierter Benzolsulf amide als Ausgangsstoffe benutzen,
Beispiel 2
N-Benzolsulfonyl-N'-n-butyl-harnstoff
N-Benzolsulfonyl-N'-n-butyl-harnstoff
63 g Benzolsulfamid, 120 g feingemahlenes
Kaliumcarbonat und 600 cm3 trockenes Aceton werden bei 56° 1 Stunde lang verrührt. Dann läßt
man unter Rückfluß und unter Rühren 40 g n-Butylisocyanat langsam zutropfen. Man erhitzt noch
6 Stunden auf 50 bis 55°, dampft das Aceton völlig ab, löst den Rückstand in Wasser, behandelt mit
Tierkohle und säuert mit verdünnter Salzsäure an. Der schon sehr rein anfallende Sulfonylharnstoff
wird in der äquivalenten Menge verdünnten Ammoniaks (etwa ι :2o) gelöst, nochmals mit Tier-
a5 kohle behandelt und mit verdünnter Salzsäure
gefällt. Man erhält so N-Benzolsulfonyl-N'-nbutyl-harnstoff
in analysenreiner Form und in einer Ausbeute von 70 bis 80% der Theorie. Schmelzpunkt 129 bis 1310.
In analoger Weise erhält man aus Benzolsulfamid
und Isobutylisocyanat den N-Benzolsulfonyl-N'-isobutyl-harnstoff
vom Schmelzpunkt 132 bis 1330·
Beispiel 3
N-(4-Methyl-benzolsulfonyl)-N'-n-butyl-harnstoff
N-(4-Methyl-benzolsulfonyl)-N'-n-butyl-harnstoff
60 g 4-MethyI-benzolsulfonyl-isocyanat werden
in 30 cm3 absolut wasserfreiem Dioxan gelöst und bei Zimmertemperatur unter Rühren 22 g n-Butylamin,
gelöst in 30 cm3 Dioxan, langsam zugetropft. Nach beendigtem Eintropfen rührt -man noch
ι Stunde bei 8o° nach, dampft dann einen Teil des Dioxans ab und fällt den Sulfonylharnstoff durch
Zugabe von Wasser aus. Durch Lösen in verdünn-" tem Ammoniak, Behandlung mit Tierkohle und
Fällen mit verdünnter Salzsäure erhält man in guter Ausbeute den N-(4-Methyl-benzolsulfonyl) N'-η
- butyl-harnstoff vom Schmelzpunkt 125
bis 1270.
Beispiel 4
N- (4-Methyl-benzolsulf onyl) -N'-n-butyl-harnstoff
N- (4-Methyl-benzolsulf onyl) -N'-n-butyl-harnstoff
97 g N - (4 - Methyl - benzolsulfonyl) - carbamidsäure-äthylester
vom Schmelzpunkt 84 bis 850 (dargestellt durch Umsetzung von 4-Methylbenzolsulfamid
mit Chlorameisensäureäthylester in Gegenwart von Kaliumcarbonat) werden in 130 cm3
Glykolmonomethyläther gelöst, die Lösung mit 29 g n-Butylamin versetzt und das Reaktionsgemisch
20 Stunden unter Rückfluß gekocht. Der nach dem Abdestillieren des Glykolmonomethyläthers
verbleibende Rückstand wird durch Anreiben mit Wasser zur Kristallisation gebracht,
abgesaugt, in verdünntem Ammoniak (1 :20)
gelöst, die Lösung durch Behandeln mit Tierkohle entfärbt und der Sulfonylharnstoff durch Ansäuern
mit verdünnter Salzsäure gefällt. Nach dem Umkristallisieren aus· 5o0/»igem Äthanol erhält man
den N- (4-Methyl-benzolsulfonyl) -N'-n-butyl-harnstoff
in guter Ausbeute und in analysenreiner Form. Schmelzpunkt 125 bis 1270.
Beispiel 5
N- (4-Äthyl-benzolsulf onyl) -N'-n-butyl-harnstoff
N- (4-Äthyl-benzolsulf onyl) -N'-n-butyl-harnstoff
56 g 4-Äthyl-benzolsulfamid vom Schmelzpunkt
no° werden in 100 cm3 Aceton suspendiert und
mit 200 cm3 einer wäßrigen Natronlauge, die 12 g Natriumhydroxyd enthält, in Lösung gebracht.
Man' tropft nun unter Rühren 33 g n-Butylisocyanat bei etwa io° unter Kühlung zu und rührt,
nachdem alles Isocyanat zugegeben ist, noch ι Stunde nach. Nach dem Verdünnen mit Wasser
wird von wenig Ungelöstem abgesaugt, das klare Filtrat durch eine Kohleschicht gesaugt und unter
Rühren mit 2n-Salzsäure langsam bis pH3 angesäuert.
Der anfänglich zum Teil nur halbfest ausfallende Niederschlag wird bald kristallin. Man
saugt ab, wäscht das Rohprodukt gut mit Wasser, nimmt es in verdünntem Ammoniak (1 ."25) auf,
behandelt mit Tierkohle und säuert unter Rühren wieder mit 2n-Salzsäure an. Der ausfallende und
rein weiße Sulfonylharnstoff wird abgesaugt, mit Wasser gewaschen und aus 7ofl/oigem Äthanol umkristallisiert.
Man erhält so in guter Ausbeute den N - (4 -Äthyl - benzolsulfonyl) - N'- η - butyl - harnstoff
vom Schmelzpunkt 100 bis 1020.
In analoger Weise erhält man durch Umsetzung von 4-Äthyl-benzolsulfamid vom Schmelzpunkt
iio°, in Form seines Natriumsalzes, mit Isobutylisocyanat den N- (4-Äthyl-benzolsulfonyl) -N'-isobutyl-harnstoff
vom Schmelzpunkt 144 bis 1460.
N- (4-n-Propyl-benzolsulfonyl) -N'-n-butylharnstoff
Durch Umsetzung von 4-n-Propyl-benzolsulfamid
vom Schmelzpunkt 108 bis iio° in Form seines Natriumsalzes mit n-Butylisocyanat in
30%igem Aceton erhält man entsprechend der im "° Beispiel 5 angegebenen Arbeitsweise den N-(4-n-P
ropy 1-benzolsulfonyl)-N'-n-butyl-harnstoff in guter
Ausbeute vom Schmelzpunkt 104 bis 105°.
In analoger Weise erhält man aus dem Natriümsalz
des 4-Isopropyl-benzolsulfamids mit η-Butyl- 11S
isocyanat den N-(4-Isopropyl-benzolsulfonyl) N'-n-butyl-harnstoff
vom Schmelzpunkt 135 bis 1370.
N- (4-Methoxy-benzolsulfonyl) -N'-n-butylharnstoff
72 g 4-Methoxy-benzolsulfamid, 120 g feingemahlenes
Kaliumcarbonat und 800 cm3 Aceton werden bei 50 bis 6o° 1 Stunde lang verrührt. Dann
läßt man unter Rückfluß und unter Rühren 40 g
n-Butylisocyanat langsam zutropfen, erhitzt das Reaktionsgemisch anschließend noch 6 Stunden
auf 50 bis 55° und dampft das Aceton völlig ab. Den verbleibenden Rückstand löst man in Wasser,
behandelt mit Tierkohle und säuert mit verdünnter Salzsäure an. Der anfänglich nur halbfest ausfallende
Sulfonylharnstoff wird bei mehrstündigem Stehen bei o° kristallin. Er wird abgesaugt, aus
verdünntem Ammoniak umgefällt und schließlich aus- 3O%igem Äthanol umkristallisiert. Ausbeute:
70 bis 75% der Theorie-; Schmelzpunkt 118
bis 1190.
N- (4-Methyl-benzolsulfonyl) -N'-isobutylharnstoff
62 g N - (4 - Methyl - benzolsulf onyl) - carbamidsäureäthylester
werden entsprechend der im Beispiel 4 angegebenen1 Vorschrift mit 20,5 g Iso-
ao butylamin in Glykolmonomethyläther als Lösungsmittel zur Umsetzung gebracht. Das erhaltene Reaktibnsgemisch
.wird entsprechend der erwähnten Vorschrift aufgearbeitet. Man erhält in guter Ausbeute
den N - (4 - Methyl - benzolsulf onyl) - W- isobutyl-harnstoff mit dem Schmelzpunkt 169 bis 1700.
N-(4-Methyl-benzolsulfonyl)-N'-Sek.-butylharnstoff
Eine Lösung von 55 g N-(4-Methyl-benzolsulfonyl)-carbamidsäure-methylester,
115 g Glykolmonomethyläther und 20 g Sek.-Butylamin wird
4V2 Stunden unter Rückfluß zum Sieden erhitzt. Man engt unter vermindertem Druck ein, versetzt
den noch warmen Rückstand mit Wasser und bringt ihn durch Zu.sa.tz von konzentriertem wäßrigem
Ammoniak in Lösung. Die Lösung wird mit Kohle geklärt und unter Rühren mit Salzsäure bis
zur kongosauren Reaktion versetzt. Man erhält eine kristalline Fällung von N- (4-Methyl-benzolsulfonyl)
-N'-Sek.-butyl-harnstoff. Die Substanz wird durch Lösen in Ammoniak (1 :20) und Wie-.derausfällen
mit verdünnter Salzsäure gereinigt. Die Ausbeute beträgt 48 g. Der Schmelzpunkt liegt
nach dem Umkristallisieren aus wäßrigem Äthanol bei 128 bis 1300.
Beispiel 10 N- (4-Methoxy-benzolsulf onyl) -N'-isobutyl-
harnstoff
38 g 4-Methoxy-benzolsulfamid, 60 g feingemahlenes Kaliumcarbonat und 400 cm3 Aceton
werden bei 50 bis 550 r Stunde lang verrührt. Dann läßt man unter Rückfluß und unter Rühren
22 g Isobutylisocyanat langsam zutropfen. Man erhitzt noch 4 Stunden auf 500, dampft das Aceton
völlig ab, löst den Rückstand in Wasser, behandelt mit Tierkohle und säuert mit 2n-Salzsäure an. Der
ausgefallene Sulfonylharnstoff wird in verdünntem Ammoniak (1 :2s) aufgenommen, nochmals mit
Tierkohle behandelt und mit verdünnter Salzsäure wieder gefällt. Nach dem Umkristallisieren aus
400 cm3 5o°/oigem Äthanol erhält man den j
N - (4 - Methoxy - benzolsulf onyl) - N' - isobutyl-harnstoff in einer Ausbeute von 50 g (87 %»der Theorie).
Schmelzpunkt 141 bis 1420.
Beispiel 11 N- (3-Methyl-benzol-sulf onyl) -N'-isobutyl-
harnstoff 7„
85,5 g 3-Methyl-benzolsulfamid werden in
167 cm3 Aceton suspendiert und mit 333 cm3 einer
wäßrigen Natronlauge (enthaltend 20 g Ätznatron) versetzt. Man tropft bei io°, unbeschadet einer
eventuellen Kristallisation von Natriumsalz des Toluolsulfamids, 50 g Isobutylisocyanat langsam
zu. Nachdem man 1 bis 2 Stunden nach-, gerührt hat, filtriert man unter Verwendung von
Tierkohle und säuert das Filtrat unter Rühren mit verdünnter Salzsäure an. Man erhält in guter Ausbeute
ein Kristallisat von N-(3-Methyl-benzolsulfonyl)-N'-isobutyl-harnstoff,
der zur Reinigung in ι 1 verdünntem Ammoniak (ι :2ο) gelöst und
mit Salzsäure wieder ausgefällt wird. Das so erhaltene Produkt wird aus Isopropylalkohol umkristallisiert
und schmilzt bei 105 bis io6°.
In analoger Weise erhält man unter Verwendung von 3-Methyl-benzolsulfonamid einerseits und von
n-Butylisocyanat andererseits den N-(3-Methylbenzol-sulfonyl)-N'-n-butyl-harnstoff
vom Schmelzpunkt 108 bis 1090.
N- (4-Methyl-benzolsulfonyl) -N'-tert.-butylharnstoff
65,7g 4-Methyl-benzolsulfonyl-isocyanat werden
in 500 cm3 Benzol gelöst. Unter ständigem Rühren tropft man langsam 24,3 g tert.-Butylamin zu. Es
erfolgt Temperaturanstieg auf etwa 400. Man erhitzt die Lösung anschließend noch 1 Stunde unter
Rückfluß zum Sieden und engt dann ein. Der verbleibende Rückstand wird mit verdünntem Ammoniak
im Verhältnis 1:20 behandelt, wobei weitgehend Lösung eintritt. Man filtriert, eventuell
unter Zusatz von Tierkohle, und erhält durch langsames Ansäuern mit verdünnter Salzsäure in
guter Ausbeute ein Kristallisat von N- (4-Methylbenzolsulfonyl) -N'-tert.-butyl-harnstoff, der nach
dem Absaugen, Waschen mit Wasser und Trocknen bei. 166 bis 1670 schmilzt. Der Schmelzpunkt
der aus Methanol umkristallisierten Substanz liegt bei 167 bis i68°.
N- (4-Methyl-benzolsulfonyl) -N'-isobutylharnstoff
5 g N-(4-Mcthyl-benzolsulfonyl)-carbamidsäurechlorid
(dargestellt durch Einleiten von trockenem Chlorwasserstoff in 4-Methyl-benzolsulfonyl-isocyanat;
Schmelzpunkt 95 bis 960 unter Zersetzung) werden unter Kühlen in überschüssiges Isobutylamin;
eingetragen. Man verdünnt das Reaktionsgemisch mit Wasser, filtriert von geringen Ausflockungen
ab und versetzt das Filtrat mit Eisessig bis zur sauren Reaktion. Man erhält in sehr
guter Ausbeute eine kristalline Fällung von
N-(4-Methyl-benzolsulfonyl)-N'-isobutyl-harnstoff,
der bei 169 bis 1700 schmilzt.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH:Verfahren zur Herstellung von neuen Benzolsulfonylharnstoffen der allgemeinen FormelSO2-NH-CO-NH-C4H91worin R für Wasserstoff oder einen niedrigmolekularen Alkylrest oder Alkoxyrest steht, dadurch gekennzeichnet, daß man gegebenenfalls alkylierte oder alkoxylierte Benzolsulfonylisocyanate mit Butylamin oder Butylisocyanat oder solche Verbindungen, die im Verlauf der Reaktion in ButyHsocyanat übergehen, mit den der obigen Formel entsprechenden Sulfonsäureamiden umsetzt; oder daß man gegebenenfalls alkylierte oder alkoxylierte Benzolsulfonylurethane mit Butylamin oder N-Butylurethaiie mit gegebenenfalls alkylierten oder alkoxylierten Benzolsulfamiden zur Reaktion bringt; oder daß man Butylcarbamidsäurehalogenide mit gegebenenfalls alkylierten oder alkoxylierten Benzolsulfamiden oder die entsprechenden Benzolsulfonylcarbamidsäurehalogenide mit Butylamin umsetzt; oder daß man gegebenenfalls alkylierte oder alkoxylierte Benzolsulfonylharnstoffe, die in der —NH2-Gruppe unsubstituiert sind, in bekannter Weise durch Umsetzung mit Butylamin in die entsprechenden Butylverbindungen überführt; oder daß man BvitylharnstofF mit gegebenenfalls alkylierten oaer alkoxylierten Benzolsulfamiden zur Reaktion bringt; oder daß man Isoharnstoffäther, zweckmäßig in Form ihrer Salze, mit .gegebenenfalls alkylierten oder alkoxylierten Benzolsulfonsäurehalogeniden zur Umsetzung bringt und die so erhaltenen Produkte anschließend sauer hydrolysiert; oder dsß man die entsprechenden Thioharnstoffe entschwefelt; oder daß man gegebenenfalls alkylierte oder alkoxylierte N-Benzolsulfonyl-N'-butylguanidine herstellt und diese hydrolysiert.In Betracht gezogene Druckschriften:Deutsche Patentschriften Nr. 741533, 910779;Patentschrift Nr. 9688 des Amtes für Erfindungsund Patentwesen in der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands;schweizerische Patentschrift Nr. 231 025;französische Patentschrift Nr. 877 129;britische Patentschrift Nr. 604259;Journal Chemical Society, London, 1951, S. 1258; Chemical Reviews, Bd. 50, S. 28, 29 (1952);Archiv f. expmtl. Pathologie und Pharmakologie, Bd. 218, S. 97 (1953);Dtsch. med. Wochenschrift, Bd. 80, S. 1449.F. Mietzsch: (Monographie) Therapeutisch verwendbare Sulfonamid- und Sulfonverbindungen, S. 50, 51;Archiv neerland. physiol., Bd. 28, S. 475 (1947).θ ··» «Mi* ». SC(009584/10 8.60)
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|---|---|
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