DE970991C - Verfahren und Vorrichtung zum Formen von Presskoerpern aus textilen Stoffen, insbesondere Watte - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Formen von Presskoerpern aus textilen Stoffen, insbesondere WatteInfo
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Description
- Verfahren und Vorrichtung zum Formen von Preßkörpern aus textilen Stoffen, insbesondere Watte Bei der Verarbeitung von Watte bzw. Faserkörpern ähnlicher Beschaffenheit zu Formstücken wird der Ausgangsstoff z. B. durch senkrechten Druck etwa zu einer Platte gewünschter Stärke verdichtet. Bei der Herstellung von zylindrischen Formstücken, insbesondere Tampons, werden diese durch im wesentlichen axialen Druck gestaucht.
- Derartige Formstücke weisen auf Grund des einseitigen bzw. ungleichmäßigen Preßdruckes ein entsprechend unterschiedliches Saugvermögen auf, was sich besonders bei kleineren Formkörpern störend bemerkbar macht.
- Um derartige Formkörper bei der Formgebung gleichmäßig zu pressen und damit auch ein gleichmäßiges bzw. erhöhtes Saugvermögen zu erreichen, wird erfindungsgemäß loses Ausgangsmaterial in einen von biegsamen Stäben begrenzten zylindrischen Preßraum eingebracht, worauf man auf die Preßstäbe mittels eines axial verschiebbaren, dem Preßdruck entsprechend bemessenen, konisch verjüngten Preßmundstückes einen allseitigen radialen Druck ausübt. Das fertige Preßstück wird dann aus dem Preßraum entnommen, wobei gegebenenfalls, wie an sich bekannt, ein oder mehrere tYberzüge aufgebracht werden.
- Dle bei dem Ausstoßen eines Preßstückes aufgebrachten Überzüge können als Abdeck- oder Verpackungsumhüllungen ausgebildet sein. Sie werden auf einen entsprechend geformten Ansatz des gleitend geführten Preßmundstückes aufgezogen und bei bzw. nach der Axialverschiebung des Preßmundstückes über den aus dem Preßraum austretenden Preßkörper geführt.
- Eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens besteht aus einer Grundplatte mit einer Bodenöffnung, um die senkrechte Preßstäbe angeordnet sind. Auf den Preßstäben ist ein axial verschiebbares, konisch verjüngtes Preßmundstück geführt. Die Preßstäbe bestehen vorzugsweise aus biegsamen Stalhlnadeln.
- Das Preßmundstück weist an seinem inneren Rand axial angeordnete, nach innen offene Führungsschlitze für die Druckstäbe bzw. Nadeln auf. Die Grundflächen der Führungsschlitze für die Preßstäbe bzw. Nadeln sind nach deren freien Enden zu konisch geformt. Die Nadeln können auch in einer mit Längsschlitzen versehenen rohrförmigen Hülse geführt sein, die zweckmäßig mit einem Anschlag für die axiale Bewegung des Preßmundstückes verbunden wird. Die Hülse kann gleichzeitig als Einbringhülse für das Preßmaterial dienen.
- Die Zeichnung veranschaulicht eine Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens beispielsweise, und zwar in Abb. 1 eine auf einem Kranz von Preßnadleln aufgebrachte Führungs- und Einbringhülse in schaubildlicher Wiedergabe, während Abb. 2 ein aufgesetztes Preßmundstück mit einem Rohransatz, der das Aufbringen von Überzügen auf das Preßstück ermöglicht, ebenfalls schaubildlich zeigt.
- Die Vorrichtung besteht aus einer starren Grundplatte 10 mit einer Durchbrechung II, um die ein Kranz von senkrechten Stahlnadeln I2 angeordnet ist. Auf den Umfang des so gebildeten zylindrischen, von den Nadeln I2 begrenzten Preßraumes ist eine Hülse I3 mit Längsschlitzen 14 aufgezogen, wobei die streifenförmigen Wandungen der Hülse I3 an einem Ring 15 befestigt sind.
- Der Ring 15 dient gleichzeitig zum Aufsetzen eines Preßmundstückes I6 mit konisch ansteigender Preßfläche I7 und einem Rohransatz I8, dessen Innendurchmesser dem Durchmesser des herzustellenden Preßlings entspricht. Durch die Offnung II der Grundplatte 10, den Innenrand des Nadelkranzes 12 und den Rohreinsatz IS ist ein Stab 19 geführt, der .zum Ausstoßen der fertigen Preßkörper dient und der zur Handhabung auf einer weiteren Grundplatte 20 befestigt sein kann.
- Auf dem inneren Umfang des Preßmundstückes sind entsprechend der Lage der Befestigungspunkte 2I der Nadeln I2 auf der Platte 10 Längsschlitze zur Führung je einer Preßnadel angeordnet. Die Grundfläche dieser Schlitze ist konisch ausgebildet, und zwar entspricht die Konizität der beim Pressen erwünschten Minderung des ursprünglichen Durchmessers des Ausgangsmaterials. Ein ausreiohender radialer Preßdruck läßt sich auch erzielen, wenn die in der Hülse I3 geführten Nadeln lediglich durch eine glatte konische Innenwandung des Preßmundstückes I6, I7 bei der Axialverschiebung des Preßmundstückes einander genähert werden.
- Die Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt etwa in folgender Weise: Das zu pressende Ausgangsmaterial wird in die Hülse I3 bzw. in den Innenraum der durch die Nadeln 12 begrenzten Hülse eingebracht (abt. I).
- Hierauf setzt man das Preßmundstück I6, I7 auf die freien Enden der Preßnadeln I2 und drückt das Preßmundstück so weit nieder, daß die Nadeln einander genähert werden. Hierbei bleibt die kreisförmige Stellung der Nadeln erhalten, es verringert sich ledigliah der Innenraum des Nadeikranzes.
- -Der Preßling wird dann mittels des Stabes 19 durch den Rohransatz IS ausgestoßen.
- Soll der Preßkörper mit einem Mullüberzug versehen werden, so zieht man diesen vor dem Ausstoßen des Preßkörpers, wie in Abb. 2 bei 22 angedeutet, über den Rohransatz I8. Der Mullüberzug 22 wird entsprechend der späteren Ausdehnung des Tampons bei der Aufnahme der Feuchtigkeit bemessen. Über einen Mullüberzug 22 kann auch die Hülse 23 gezogen werden, die später als äußere Verpackungshülle dient. Diese besteht z. B. aus einem schlauchförmigen Teil aus Zelluloseglashaut od. dgl., der nach Einführung des Preßlings mit dem Mullüberzug 22 an beiden Enden durch Zusammendrehen verschlossen wird.
- Die Vorrichtung ist ausdrücklich als Ausführungsbeispiel veranschaulicht, ohne daß dadurch das Arbeitsprinzip hierauf beschränkt wäre. Dieses erstreckt sich vielmehr auf die Anwendung des Nadelkranzes aus vorteilhaft biegsamen Preß nadeln, die in beliebiger Form nebeneinander auf den Umfang des Preßraumes verteilt werden und deren Biegsamkeit die Herstellung von Preßkörpern verschiedener Durchmesser ermöglicht. Gleichzeitig übertragen die Stahlnadeln in den entsprechenden Führungen den vollen radialen Preßdruck ohne eigene Formänderung. Sie können von geringem Durchmesser sein, so daß ein hoher Preßdruck mit einer verhältnismäßig kleinen Vorrichtung sicher erreicht werden kann. Wesentlich ist vor allem, daß auf dem ganzen Umfang des Preßkörpers ein gleichmäßiger radialer Preßdruck erreicht wird, was ein gleichmäßiges Saugvermögen des Preßkörpers auf dessen ganzem Umfang ermöglicht. Da zwischen den Stahlnadeln und dem Preßmundstück lediglich Eisenteile aufeinanderreiben, sind sehr hohe Preßdrücke möglich.
- Die Vorrichtung kann in senkrechter oder waagerechter Stellung zur Anwendung kommen. Die Anordnung kann auch so getroffen sein, daß der Preßraum mit seinem Nadelkranz einen Bestandteil einer-maschinellen Preßvorrichtung. bildet Es ist auch möglich, mit einem Nadelkranz durch die Wahl von entsprechend bemessenen Preßmundstücken Preßkörper verschiedenen Durchmessers herzustellen, wobei lediglich durch die Biegsamkeit der Nadeln Grenzen gesetzt sind. Hierbei ist es ein besonderer Vorteil, daß die Radialbewegung der Nadeln völlig gleichmäßig und unbehindert erfolgt.
- Die erfindungsgemäße Ausgestaltung des Preßmundstückes ermöglioht gleichzeitig das Aufziehen der Verpackung in einer oder mehreren Hüllen, wobei der Preßkörper ohne Zusatz von Verfestigungs- oder Imprägniermitteln unter Aufrechterhaltung des durch den Preßdruck verkleinerten Volumens in die Verpackungshülle übergeführt und in zusammengepreßtem Zustand gehalten werden kann.
- Erfindungsgemäß lassen sich deshalb z. B. fertigverpackte Tampons zum Einführen in Körperhöhlen in einem Arbeitsgang herstellen. Die Hülle 22 kann auch einen Zugfaden zum späteren Herausziehen des erweichten Tampons aufweisen, der beim Preßvorgang und beim Verpacken des Preßlings nicht stört.
Claims (7)
- PATENTANSPRÜCHE: I. Verfahren zum Formen von Preßkörpern aus textilen Stoffen, insbesondere Watte, unter radialem Druck, dadurch gekennzeichnet, daß man loses Ausgangsmaterial in einen von biegsamen Stäben begrenzten zylindrischen Preßraum einbringt, auf die Preßstäbe mittels eines axial verschiebbaren, dem Preßdruck entsprechend bemessenen konisch verjüngten Preßmundstückes einen allseitigen, radialen Druck ausübt und das fertige Preßstück aus dem Preßraum entfernt, wobei gegebenenfalls, wie an sich bekannt, ein oder mehrere Überzüge aufgebracht werden.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man einen oder mehrere Abdeck- bzw. Verpackungsüberzüge auf einen entsprechend geformten Ansatz des gleitend geführten Preßmundstückes aufzieht und bei bzw. nach der Axialverschiebung des Preßmundstückes über den aus dem Preßraum austretenden Preßkörper führt.
- 3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch I und 2, gekennzeichnet durch eine Grundplatte (20), auf der senkrechte Preßstäbe (I2) ringförmig um eine Durchhrechung (II) fest angeordnet sind und ein auf den Preßstäben (I2) geführtes, konisch verjüngtes Preßmundstück (I6, I7, I8) axial verschiehbar ist.
- 4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Preßstäbe (12) aus biegsamen Stabluadeln bestehen.
- 5. Vorrichtung nach Anspruch 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Preßmundstück (I6,I7,I8) an seinem inneren Rand axial angeordnete, nach innen offene Führungsschlitze für die Druckstäbe bzw. Nadeln (I2) aufweist.
- 6. Vorrichtung nach Anspruch 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Innenraum des Preßmundstückes (I6, I7, I8) bzw. die Grundfläche der Führungsschlitze für die Preßstäbe oder Nadeln (12) nach deren freien Enden zu konisch ausgebildet sind.
- 7.Vorrichtung nach Anspruch 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Grundplatte (Io) eine am inneren Umfang mit Längsschlitzen (I4) für die Preßstäbe bzw. Nadeln (12) versehene Hülse (I3) und ein Anschlag für die Axialbewegung des konischen Preßmundstükkes (I6, I7, I8) angeordnet sind.In Betracht gezogene Drucksohriften: Deutsche Patentschriften Nr. 743 032, 407459; schweizerische Patentschrift Nr. 248 634; USA.-Patentsohrift Nr. 2 425 004.In Betracht gezogene ältere Patente: Deutsches Patent Nr. 944419.
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| DE970991C true DE970991C (de) | 1958-11-20 |
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| DE407459C (de) * | 1924-01-18 | 1924-12-22 | Allister Stewart Mitchell | Einrichtung zur Einfuellung von Polstermaterial in Polsterwaren |
| DE743032C (de) * | 1942-05-13 | 1944-04-19 | Byk Guldenwerke | Verfahren zum Herstellen formhaltiger Wattepresslinge |
| CH248634A (de) * | 1946-03-25 | 1947-05-15 | Int Cellucotton Products Compa | Tampon. |
| US2425004A (en) * | 1942-06-02 | 1947-08-05 | William H Rabell | Method of and machine for making tampons |
| DE944419C (de) * | 1949-10-31 | 1956-06-14 | Carl Hahn Dr Ing | Vorrichtung zum Herstellen und Verpacken von aus faserigem Werkstoff bestehenden Tampons |
-
1950
- 1950-12-01 DE DEL6446A patent/DE970991C/de not_active Expired
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