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Walzenbrikettpresse Die Erfindung bezieht sich auf eine Walzenbrikettpresse
mit zwei gegeneinander umlaufenden Walzen zum Brikettieren von Erzen, Kohle oder
ähnlichen Stoffen.
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Es sind Walzenbrikettpressen zur Herstellung von Preßkörpern bekannt,
deren Walzen mit ringförmig umlaufenden Nuten versehen sind. Die Unterteilung der
Nuten wird dadurch erzielt, daß in ihnen in bestimmten Abständen Querstege vorhanden
sind. Diese Qüerstege bewirken eine Einkerbung des Preßstranges, so daß dieser nach
dem Verlassen der Preßwalzen in die einzelnen Briketts zerfällt. Durch die Querstege
werden im Verlauf der Nuten einzelne Mulden gebildet. Das Einfräsen dieser Mulden
in den harten Werkstoff, aus dem die Walzen bestehen, ist schwierig durchzuführen.
Es sind auch Walzenbrikettpressen bekanntgeworden, bei denen eine Walze mit mindestens
einer in Querrichtung unterteilten Nut versehen ist und entweder einer glatten zylindrischen
oder einer ebenfalls profilierten Walze gegenüberliegt.
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Außerdem ist eine Ringwalzenpresse. mit einem vorzugsweise zweigeteilten
Walzenring bekannt. Bei diesem unterteilen eine Anzahl Stäbe mit dreieckigem Querschnitt
die Preßnut. Die Stäbe werden entweder in konischen Nuten an dem Boden der Preßnut
des Walzenringes oder durch Schrauben, die durch die Seiten der Preßnut führen,
festgehalten. Infolge der ungünstigen Form der Stäbe verlangt die Art ihrer Befestigung
die Zweiteilung des Walzenringes. Dadurch wird eine sehr komplizierte und teure
Konstruktion erforderlich.
Die geschilderten Schwierigkeiten und
Nachteile werden dadurch vermieden, daß bei einer Walzenbrikettpresse mit zwei gegenläufigen
Walzen, deren eine auf ihrer zylindrischen Oberseite in bekannter Weise mit mindestens
einer durch Querstege unterteilten ringförmigen Nut versehen ist, nach der Erfindung
jeder Quersteg durch einen zylindrischen Stab gebildet ist und daß diese Stäbe in
entsprechenden Bohrungen derart in der Walze angeordnet sind, daß die Achsen der
Stäbe nahezu durch den tiefsten Punkt der Querschnittsform der Nut gehen.
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Die Gegenwalze kann in weiterer Ausbildung der Erfindung in an sich
bekannter Weise glatt oder mit Nuten versehen oder, wie bei Walzenbrikettpressen
üblich, der ersten Walze spiegelbildlich sein.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt,
und zwar zeigt Fig. i eine Walzenbrikettpresse in Seitenansicht, Fig. 2 eine Einzelheit
aus Fig. i und Fig. 3 bis 5 verschiedene Querschnittsformen der ringförmigen Nut.
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Die Walzenbrikettpresse gemäß Fig. i dient zum Brikettieren von feinkörniger
Steinkohle, welche mi;t einem entsprechenden Bindemittel, wie Steinkohlenteerpech,
gemischt ist, oder zum Brikettieren von Erzen oder ähnlichen Stoffen. Sie besteht
im wesentlichen aus der Walze 2 'und der Gegenwalze 3, welche in dem Maschinengestell
i drehbar gelagert sind. Die beiden Walzen .sind durch zwei nicht gezeichnete Zahnräder
miteinander getrieblich verbunden, so daß sie eine Drehung in Richtung der Pfeile
ii und 12 (Fig.2) ausführen. Der Antrieb erfolgt mit Hilfe eines nicht gezeichneten
Motors. Jede Walze besteht aus einem Grundkörper, auf welchen ein Ring 4 bzw. 5
aus hartem, verschleißfestem Stahl aufgeschoben ist. Oberhalb der Walzen ist ein
Einfüllkasten 6 zum Zuführendes Brikettiergutes vorgesehen. Die Seitenwände des
Einfüllkastens stehen mit dem schmalen Rand 7 seitlich an den Walzen über, so daß
man zwischen den Einfüllkasten und den Walzen passende Dichtungen vorsehen kann.
-In Fig. 2 ist ein Teil der beiden Walzen in vergrößertem Maßstab dargestellt, und
zwar diejenige Stelle, in welcher das Brikettiergut in die eigentliche Preßform
eingeführt wird. Die Walze 2 ist, wie auch aus Fig.4 hervorgeht, auf ihrem Umfang
mit einer ringförmigen Nut 13 versehen. Der Querschnitt der Nut hat die Form eines
Trapezes mit der längeren Grundseite auf der äußeren zylindrischen Manrtelfläche
der Walze. Die Nut wird von einzelnen Stäben 8 unterbrochen. Hierzu sind an der
Walze eine Anzahl Bohrungen angebracht. Die Bohrungen verlaufen parallel zur Drehachse
der Walze. In jede Bohrung wird ein Stahlstab eingepreßt. Die Lage jeder Bohrung
ist so gewählt, daß die Achsre 15 der eingepreßten Stäbe durch den tiefsten
Punkt des Nutenquerschnittes geht, d. h. durch den Punkt, welcher die geringste
Entfernung .von der Drehachse der Walze besitzt. Der Durchmesser 14 des Stabes tangiert
also ungefähr den Grundkreis, dessen Mittelpunkt auf der Walzenachse liegt und welcher
durch den tiefsten Punkt der Nut hindurchgeht. Auf diese Weise wird erreicht, daß
sich die Briketts nach dem Preßvorgang ohne Schwierigkeit aus der Nut lösen. Die
Größe des Stabdurchmessers und damit des Abstandes 16 ist so gewählt, daß der Strang
des brikettierten Gutes durch die Stäbe eine gute Kerbwirkung erfährt. Der Strang
bricht also an diesen Stellen selbsttätig durch, so daß einzelne handliche Brikettstücke
io entstehen. Die Gegenwalze 3 weist, wie auch Fig.4 zeigt, ebenfalls eine flache,
ringförnüge Nut g auf, welche um die Walze ohne jede Unterbrechung umläuft. Die
Nut 'bringt bei manchem Gut den Vorteil mit sich, daß die fertigen Brikettstücke
nicht so leicht zerstört werden.
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In den Fig. 3 bis 5 sind -andere Querschnittsformen der ringförmigen
Nut eingezeichnet. So kann z. B. nach Fig. 3 die Walze 18 eine einfache zylindrische
Außenfläche i9 erhalten, so daß die Nut 2o trapezförmigen Querschnitt hat. Dies
hat den Vorteil, daß die Gegenwalze eine sehr einfache konstruktive Gestalt aufweist
und entsprechend einfach ,gefertigt werden kann. Die Stäbe 21 sowie die Walzen 17
sind ä1 nlich wie bei der Ausführungsform ,nach Fig. 2 ausgeführt, mit dein Unterschied,
daß hier drei Nuten nebeneinander angeordnet sind. Gemäß Fig. 5 sind in den V#,'aJzen
zwei nebeneinanderliegende Nuten vorgesehen. Hier ist gezeigt, daß auch die Gegenwalze
23 verhältnismäßig tiefe Ringnuten 24 besitzen kann. Hierdurch rückt die Trennfuge
an den Briketts weiter nach der Mitte zu, als bei der Ausführungsform gemäß Fig.
4., so daß sich bei verschiedenem Brikettiergut eine bessere Hältbarkeit der Briketts
ergibt. Die Anordnung der Stäbe 25 in der Walze 22 ist ähnlich wie bei dem Beispiel
nach Fig.4 gewählt.
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Um das selbsttätige Abbrechen der einzelnen Briketts zu erleichtern,
kann vorteilhaft unterhalb der Walzen mindestens eine .Führungsleiste oder ein Messer
26 (Fig. 2) angeordnet werden.
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In dem obigen Ausführungsbeispiel ist eine Walzenbrikettpresse beschrieben,
auf deren Walzen entsprechende Ringe 4 bzw. 5 aufgeschoben sind. Jede Walze kann
aber auch aus einem einzigen Stück hergestellt sein.
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Um gegebenenfalls die Kerbwirkung an den Briketts zu erhöhen, kann
man auch die Gegenwalze in gleicher Weise ausbilden wie die Hauptwalze, d. h. die
Ringnuten mit Hilfe von Stahlstäben unterteilen. In diesem Fall ruß man die beiden
Walzen relativ zueinander so einstellen, daß jeweils die Stäbe der beiden Walzen
zu gleicher Zeit durch die horizontale Verbindungsebene der beiden Walzenachsen
hindurchgehen. Die Herstellung jeder Walze ist auch hier wesentlich einfacher als
die Fertigung der bisher bekannten Walzen mit eingefrästen Mulden.
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Bei, Ausführungsformen der Walzenbrikettpresse nach den Abb. 3, 4
oder 5 genügt es in vielen Fällen, insbesondere dann, wenn ein großer Preßdruck
vorliegt, nur eine. der beiden Walzen anzutreiben, und zwar diejenige, welche mit-Stahlstäben
versehen
ist. Die Gegenwalze wird dann infolge des Preßdruckes mitgenommen. Auf diese Weise
ergibt sich eine einfache Gestaltung des Pressenantriebes.
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Die zylindrische Walze gemäß Fig.3 braucht nicht unbedingt aus hochwertigem
Stahl hergestellt zu stein. Man kann sie auch aus Gu@Bei@sen rniit harter Oberfläche
herstellen.
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Mit einer Presse gemäß der Erfindung kann man auch Briketts aus einer
Mischung von Steinkohlc oder einem anderen Brennstoff und Erz, vorteilhaft a,us
Eisenerz, herstellen.