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Vorrichtung an Puppen zum getrennten Verstellen von schwenkbeweglichen
Lidern und drehbeweglichen Augen Die Erfindung bezieht sieh, auf eine Vorrichtung
an Puppen zum getrennten Verstellen von schwenkbeweglichen Lidern und drehbeweglichen
Augen, die sich auf gemeinsamer Welle befinden, wobei die Augen mehrere Iris- und
Pupillendarstellungen aufweisen und in festgelegte Rastschaltungen schaltbar sind.
Sie bezweckt, eine solche Vorrichtung zu schaffen, die es ermöglicht, die Augen
so verstellen zu können, daß der Wechsel von der einen zu der anderen Iris- und
Pupillendarstellung von außen nicht wahrnehmbar ist.
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Bei einer bekannten Lid- und Augenverstellvorrichtung können die Augäpfel
gemeinsam mit den Lidern jeweils um den gleichen Drehwinkel verstellt werden. Das
Verstellen selbst wird durch Verlagern eines einseitig zur Augendrehachse vorgesehenen
Gewichtes bewirkt. Die bekannte Vorrichtung weist den Übelstand auf, daß zum einen
die in den Augenhöhlen erscheinenden Augendarstellungen unnatürlich klein sind und
daß zum anderen das Verdrehen der Augen von außen her wahrnehmbar ist. Die Ursache
für die unnatürlich kleine Augendarstellung liegt darin, daß der die Augenlidbewegung
bestimmende Drehwinkel möglichst klein gehalten werden muß. Deshalb kann auch der
Drehwinkel der Augen nur klein sein. Beim Drehen um einen solchen kleinen Winkel
müssen nun die Augen so verschwenkt werden, da$ eine Iris- bzw. Pupillendarstellung
aus den Augenhöhlen herausbewegt und die folgendie Iris- bzw. Pupillendarstellung
in die Augenhöhlen hineinbewegt wird). Es müssen daher Iris und Pupillen
auf
:einem verhältnismäßig kleinen Kreisbogen angebracht werden. Infolgedessen müssen
die Augen unnatürlich klein gehalten werden. Weil außerdem beim gemeinsamen Verschwenken
von Lid und Auge das Hineindrehen einer Augendarstellung in die Augenhöhlen wahrnehmbar
ist, so wird auch noch der Eindruck eines unnatürlichen Bewegungsablaufes erweckt.
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Hier hilft nun die Erfindung durch ein handbetätigtes Stufenschaltgetriebe
ab, das in einer Schaltstufe die Lider in Schließlage bringt und dabei die Augen
aus einer Raststellung heraus um den gleichen Winkel verdreht wie die Lider und
düs in der folgenden Schaltstufe zunächst dieAugen bis in deren nächste Raststellung
weiterdreht und dann die Lider öffnet.
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Durch diese Ausbildung wird erreicht, daß jeder Pupille- und Irisdarstellung
auf dem Auge ein wesentlich größerer Kreisbogen zur Verfügung gestellt werden kann
als bei der bekannten Vorrichtung. Wenn nun ein Beobachter die Augenbewegung verfolgt,
dann sieht er beim Schließen der Lider zwar auch ein Verdrehen des Auges, er gewinnt
dabei aber den Eindruck, daß die Augen ein natürliches Augenrollen nachahmen. Dies
ist insbesondere dadurch bedingt, daß beim Verstellvorgang in der ersten Sohaltstufe
die in den Augenhöhlen sichtbaren Iris und Pupillen nur um ein Teilstück verdreht
und in der zweiten Schaltstufe zu Ende verschwenkt werden.
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Besonders günstig ist es, die Ausbildung so zu treffen, daß das Stufenschaltgetriebe
in bekannter Weise ein den Augen zugeordnetes Klinkenradi und ein den Lidern zugeordnetes,
mit diesen über einen Mitnehmer zusammenwirkendes Nockenrad umfaßt, wobei die Anzahl
der Nocken der halben Anzahl Zähne des Klinkenrades `entspricht und die Augen zusammen
mit dem Klinkenrad und. dem Nockenrad auf der gemeinsamen Welle befestigt sind.
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Dabei empfiehlt es sich, dem Nockenrad einen Anschlag zuzuordnen,
.der das Verschwenken der Lider in die Schließlage zuläßt, beim Weiterdrehen der
gemeinsamen Welle aber das Abgleiten des Mitnehmers von dem mit ihm im Eingriff
befindlichen Nocken des Nockenrades bewirkt.
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Um zu erreichen, daß die Lider nach dem Abgleiten ihres Mitnehmers
von den zugehörigen Nocken in die Öffnungslage zurückkehren, wird nach einem weiteren
Kennzeichen der Erfindung der Schwerpunkt der Lider so gelegt, daß diese nach Freigabe
des Mitnehmers von dem mit ihm im Eingriff befindlichen Nocken eine der Drehbewegung
der Augen entgegengerichtete Schwenkbewegung ausführen.
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Weitere Vorteile und Merkmale sind in der nachstehenden Beschreibung
der Zeichnung, die ein Ausführungsbeispiel der Erfindung darstellt, erläutert. Es
zeigt Fig. r einen Puppenkopf in Vorderansicht, Fig. 2 einen solchen Kopf in Hinteransicht,
Fig. 3 einen Schnitt nach der Linie III-III in Fig. 2, Fig. 4 einen Schnitt nach
der Linie IV-IV in Fig. 2, Fig. 5 die Anordnung der Iris, schematisch.
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Der Kopf der Puppe ist in zwei Hälften rg und 2o geteilt, welche längs
der Linie 25 zusammengesetzt sind. In Schlitzen der an der Innenseite des Kopfes
vorgesehenen Vorsprünge 23 ist der U-förmige Bügel 24 befestigt. In den Schenkeln
des Bügels 24 sind, die Augen 2r mittels der Welle 22 gelagert. Jedes Auge 2 1 trägt
sechs Iris 43, die entsprechend der Darstellung in Fig. 5 angeordnet sind. Hierdurch
lassen sich durch Drehen der Welle 22 Augen mit unterschiedlichen Blickrichtungen
und mit verschiedenen Farben in dieAugenhöhlen bewegen. Infolgedessenkann die Puppe
unterschiedlicheGesichtsausdrücke annehmen. Zwischen den beiden Augen sind (Fig.
4) ein Klinkenrad 27 und ein Nockenrad 28 gemeinsam auf der Welle 22 befestigt.
Auf der Welle 22 ist ein Arm 29 von U-förmigem Querschnitt schwenkbe-,veglich gelagert.
Seine Flansche liegen beidseitig des Klinkenrades 27. Gegenüber dem Klinkenrad 27
ist der Steg des U-förmigen Armes von den Flanschen entfernt. Hier ist der Arm als
Mitnehmerklinke 30 ausgebildet, der mit dem Klinkenrad zusammenwirkt.
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Der Arm 29 kann auch aus einem U-förmigen Bügel bestehen, dessen Schenkel
an je einem Ende der Welle 22 schwenkbar gelagert sind, wobei sich die beiden Augen
21 zwischen den Schenkeln befinden und der in dieser Weise ausgebildete Arm 29 eine
Mitnehmerklnnke 3o aufweist, die mitten auf dem zwischen den Schenkeln gelegenen
Teil des Armes 29 vorgesehen ist und mit dem Klinkenrad 27 zusammenwirkt.
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Der Kopf wird mittels einer Gummischnur 32 auf dem Puppenkörper 31
festgehalten. Diese Gummischnur ist mit einer Öse um einen Haken 33 am Ende eines
Bandes 34 gelegt, weiches am U-förmigen Bügel 24 befestigt ist. Der Arm 29 durchsetzt
einen Schlitz 35, durch den seine Bewegung begrenzt wird. Er wird normalerweise
in der oberen Lage (Fig. 4) mittels einer Feder 36 festgehalten.
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Der Arm 29 kann mittels eines Gliedes 26 nach unten. verschwenkt werden.
Dabei gleitet die Mitnehmerklinke 30 über einen Zahn des Klinkenrades 27.
Wenn der Arm 29 wieder von der Feder 36 zurückgeführt wird, dann wird die Welle
22 um 30° verschwenkt. Mittels einer Sperrklinke 37 wird sie in dieser Lage festgehalten.
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Ein Band ist in Form von Augenlidern 38 gebogen und an seinen Enden
auf der Welle 22 gelagert. In der Mitte trägt das Band38 einen federnden Arm
39, welcher an seinem Ende eine Rolle 40 hat, die auf dem Nockenrand 28 abrollen
kann. Der Federarm 39 bildet mit der Rolle 40 einen Mitnehmer. Das Nockenrad
28 weist nur halb so viel Zähne auf wie das Klinkenrad27. Beide Räder sind so ausgebildet,
daß beim Drehen der Welle 22 im Uhrzeigerdeehsinn zum Einschwenken eines neuen Paares
Iris 43 in die Augenhöhlen 44 die Augenlider 38 in die geschlossene Lage gebracht
werden (Fig. 3, 4). Die Bewegung der Augenlider über die
Schließlage
hinaus wird dadurch verhindert, daß ein Anschlag 41 mit dem einen Schenkel des Bügels
24 zusammenwirkt. Bei der folgenden Drehung der Welle 22 um 30° rollt die Rolle
4o über die Spitze eines Zahnes auf dem Nockenrad 28 und rollt dann auf der anderen
Seite herab, so daß die Augenlider 38 um 30° entgegen dem Uhrzeigersinn in die offene
Lage gedreht, werden:. Während einer vollständigen :hin- und zurückgehenden Bewegung
des Gliedes 26 werden die Augenlider also abwechselnd geöffnet und geschlossen,
wobei sie geöffnet sind, wenn die Iris 43 sieh gegenüber den Augenhöhlen
44 befinden, und geschlossen sind, wenn sich die Iris 43 in einer Mittellage
befinden.
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Das Glied 26 kann mittels einer Drucktaste 45 im Puppenkörper hin-
und zurückbccwegt werden. Beim Eindrücken der Taste 45 wird der Winkelhebel 46 verdreht.
An dem Winkelhebel 46 ist das Glied 47 verschwenkbar gelagert, das mit seinem freien
Ende mittels eines Gummischlauchstückes 48 am Ende des Gliedes 26 befestigt ist.
Diese Verbindungsweise gestattet es, den Kopf und den Körper der Puppe je für sich
zusammensetzen und dann miteinander verbinden zu können.
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Beim Eindrücken der Taste 45 wird das Glied 26 nach unten gezogen;
dabei wird der Arm 29 um die Achse der Welle 22 im Uhrzeigergegendrehsinn verschwenkt,
wobei die Mitnehmerklinke 3o einen Zahn des Klinkenrades 27 überspringt.
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Wird die Taste 45 freigegeben, dann zieht die Feder 36 den Arm 29
in die in Fig. 4 dargestellte Lage zurück. Dabei wird die Drucktaste 45 ebenfalls
nach außen zurückbewegt. Außerdem wird der Arm 29 um die Achse der Welle 22 im Uhrzeigerdrehsinn
verschwenkt. Dabei erfolgt über die Mitnehmerklinke 30 ein Verdrehen des
Klinkenrades 27. Weil dieses fest auf der Welle 22 sitzt, wird auch letztere mit
verdreht. Infolgedessen werden die ebenfalls fest auf der Welle 22 angebrachten
Augen 21 und das Nockenrad 28 gleichfalls verschwenkt. Beim Verschwenken des Nockenrades
28 werden die Lid -er 38 über den Mitnehmer 39, 4o in die Schließlage gebracht.
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Wird die Drucktaste 45 erneut gedrückt, dann erfolgt zunächst wiederum
ein Verstellen des Armes 29 um die Achse der Welle 22 im Uhrzeigergegendrehsinn,
wobei die Mitnehmerklinke3o abermals einen Zahn des Klinkenrades 27 überspringt.-
Beim Freigeben der Drucktaste 45 kehrt der Arm 29 in seine Ausgangslage (Feg. 4)
zurück, und die Drucktaste 45 nimmt gleichfalls ihre Ausgangslage wieder ein. Bei
der Rückkehr des Armes 29 wird das Klinkenrad 27 wiederum im Uhrzeigerdrehsinn verschwenkt,
was zur Folge hat, daß die Augen 21 ebenfalls im Uhrzeigerdrehsinn verschwenkt werden.
Auch das Nockenrad 2,8 wird dabei im Uhrzeigerdrehsinn verstellt. Weil die
Lider 38 durch den Anschlag 41 am Weiterdrehen gehindert werden, gleitet der Mitnehmer
39, 40 über den mit ihm im Eingriff befindlichen Nocken des Nockenrades 28 hinweg
und: führt eine Gegenuhrzeigerdrehsinnbewegung aus. Die Lider 38 kehren also in
ihre Öffnungslage zurück. Die Eigen-Bewegung der Lider in ihre Öffnungslage wird
durch entsprechende Wahl der Schwerpunktslage erreicht.
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Zum Verstellen der Augen um eine Irisdarstellung stehen zwei Schaltstufen
zur Verfügung. In der ersten Stufe erfolgen das Schließen der Lider und teilweise
Verschwenken der Augen. In der zweiten Stufe erfolgen das zweite Teilverschwenken
der Augen und das Öffnen der Lider.
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Es sei hervorgehoben, daß die erfindungsgemäße Vorrichtung das Drehen
des Puppenkopfes nicht behindert.
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Auf die Drucktaste 45 kann verzichtet werden, wenn das aus Klinkenrad
27 und Nockenrad 28 sowie Mitnehmerklinke 3o und Mitnehmer 39, 40 bestehende Stufenschaltgetriebe
durch ein anderes bewegliches Glied, beispielsweise .einen Arm, betätigbar ist.