DE951503C - Verfahren zur Herstellung von nichtaromatischen monosubstituierten Hydrazinen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von nichtaromatischen monosubstituierten Hydrazinen

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DE951503C
DE951503C DEG11801A DEG0011801A DE951503C DE 951503 C DE951503 C DE 951503C DE G11801 A DEG11801 A DE G11801A DE G0011801 A DEG0011801 A DE G0011801A DE 951503 C DE951503 C DE 951503C
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    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C243/00Compounds containing chains of nitrogen atoms singly-bound to each other, e.g. hydrazines, triazanes
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07DHETEROCYCLIC COMPOUNDS
    • C07D307/00Heterocyclic compounds containing five-membered rings having one oxygen atom as the only ring hetero atom
    • C07D307/02Heterocyclic compounds containing five-membered rings having one oxygen atom as the only ring hetero atom not condensed with other rings
    • C07D307/34Heterocyclic compounds containing five-membered rings having one oxygen atom as the only ring hetero atom not condensed with other rings having two or three double bonds between ring members or between ring members and non-ring members
    • C07D307/38Heterocyclic compounds containing five-membered rings having one oxygen atom as the only ring hetero atom not condensed with other rings having two or three double bonds between ring members or between ring members and non-ring members with substituted hydrocarbon radicals attached to ring carbon atoms
    • C07D307/52Radicals substituted by nitrogen atoms not forming part of a nitro radical

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Description

  • Verfahren zur Herstellung von nichtaromatischen monosubstituierten Hydrazinen Nichtaromatische monosubstituierte Hydrazine waren bis jetzt entweder auf relativ komplizierten Umwegen, z. B. durch Kondensation von Hydroxylamin-O-sulfonsäure mit Alkylaminen (vgl. Sommer, Zeitschr. f. anorg. Chemie, 147, I42 [I925]) oder durch Reduktion und Hydrolyse der Nitrosoverbindungen von symmetrischen Dialkylharnstoffen (vgl. Fischer, Ann. d. Chemie, 199, 287 [I8791; Weygand, Organic Preparations, 24I [I945]) oder mit niederen Ausbeuten durch vorsichtige Alkylierung von Hydrazyn (vgl. auch Patent 890648) zugänglich (vgl. auch Gever, Hayes, Journ. Organic Chem., 14,813 [I946]).
  • H. L. Lochte, W. A. Noyes und J. R. Bailey, Journ. Amer. Chem. Soc., 44, 2563 (I922), beschreiben die Herstellung von Isopropylhydrazin durch direkte Reduktion einer Mischung aus Aceton, Hydrazinhydrat und Salzsäure, und Th. Curtius und A. Lublin, Berichte der deutsch. chem.
  • Ges., 33, 2460 (1900), beschreiben die Reduktion von Benzalhydrazin mit Natriumamalgam zum Benzylhydrazin. Ferner ist bekannt, Semicarbazid, also ein mit dem Acylrest der Carbamidsäure acyliertes Hydrazin, mit Aceton zum Acetonsemicarbazon umzusetzen, dieses mit Wasserstoff in Gegenwart von Platin zum Isopropylsemicarbazid zu reduzieren und letzteres mittels Schwefelsäure zum Isopropylhydrazin zu verseifen (vgl. dazu N e i g h b o r s , F o s t e r , C l a r k , M i l l e r und Bailey, ourn. Amer. Chem. Soc., 44, 1559, r560 [1922]). Diesen Autoren gelingt es nicht, die erwähnten monosubstituierten Hydrazine aus technischen Ausgangsmaterialien und unter Verwendung von Katalysatoren unedler Metalle in guter Ausbeute zu erhalten.
  • Wie nun gefunden wurde, lassen sich nichtaromatische monosubstituierte Hydrazine aus leicht zugänglichen Ausgangsverbindungen mit guter Ausbeute erhalten, wenn man Hydrazide der allgemeinen Formel R-CO-NH-NH2, worin R Wasserstoff oder eine niedere Alkyl- oder Alkoxygruppe, z. B. den Formyl- oder Acetylrest, oder zusammen mit CO den Carbomethoxy-oder Carbäthoxyrest bedeutet, mit aliphatischen, cycloaliphatischen, aromatischen, araliphatischen oder heterocyclischen Oxoverbindungen zu den entsprechenden N'-acylierten Hydrazonen umsetzt, diese zu. den entsprechenden, nichtaromatischen, N-monosubstituierten und N'-acylierten Hydrazinen hydriert und letztere mit hydrolysierenden Mitteln behandelt.
  • Alle drei Verfahrensschritte sind leicht und mit guter Ausbeute durchführbar. Zwei aufeinanderfolgende Schritte oder auch alle drei können gewünschtenfalls ohne Aufarbeitung der Zwischenprodukte in einem Arbeitsgang durchgeführt werden.
  • Als Lösungsmittel kommen für die Hydrazonbildung neben überschüssigen umzusetzenden einfachen Aldehyden und Ketonen insbesondere Alkohole, wie Methanol oder Aethanol, in Betracht und bilden auch für die Hydrierung die bevorzugten Lösung mittel. Als Hydrierungskatalysatoren können z. B.
  • Platin oder Palladium auf Kohle oder Nickel verwendet werden. Die Wasserstoffaufnahme erfolgt meist schon hei Raumtemperatur oder mäßig erhöhter Temperatur und Normaldruck mit genügender Geschwindigkeit, Erhöhung des Druckes beschleunigt die Wasserstoffaufnahme.
  • Die Hydrolyse kann z. B. mit einem geringen Überschuß an alkalischen Mitteln, wie konzentrierter Natronlauge, Kalilauge, Calciumhydroxyd oder Bariumhydroxyd sowie wäß rigalkoholischer oder alkoholischer Natriumhydroxyd- oder Kaliumhydroxydlösung, vorgenommen werden. Bei der Hydrolyse von N-monosubstituierten N'-Carbalkoxy-hydrazinel. braucht man anfänglich nur wenig Alkohol zuzufügen, da bei fortschreitender Hydrolyse weiterer Alkohol frei wird. Weniger vorteilhaft ist die saure Hydrolyse, z. B. mittels Mineralsäuren.
  • Die als Ausgangsstoffe benötigten Acylhydrazine sind durch Behandlung von Hydrazin mit geeigneten funktionellen Derivaten der entsprechenden Säuren leicht zugänglich. Ester, z. B. Ameisensäure- und Essigsäurealkylester, Dimethylcarbonat und Diäthylcarbonat sind als funktionelle Derivate von Vorteil, da ihre Anwendung keine oder nur wenig Diacylhydrazine als Nebenprodukte ergibt, aber auch Säurechloride können bei entsprechender Arbeitsweise verwendet werden.
  • Als Oxoverbindungen können nicht nur solche verwenet werden, welche an die Carbonylgruppe gebunden nur einen bzw. zwei Kohlenwasserstoffreste oder einfache heterocyclische Reste enthalten, sondern auch suibstituierte Verbindungen, sofern deren Substituenten nicht durch eine der drei für die Bildung der Hydrazin notwendigen Reaktionen in unerwünschtem Sinne verändert werden. Für die Herstellung von Verbindungen mit leicht hvdrierbarer Mehrfachbindung fällt das Verfahren außer Bet : acht, dagegen kann man natürlich in der zweiten Stufe gleichzeitig eine im Endprodukt nicht erwünschte Doppelbindung hydrieren oder in der dritten Stufe zusätzlich zur Abspaltung der N'-Acylgruppe eine weitere im Molekül befindliche hydrolysierbare Gruppe verändern. Als geeignete Aldehyde und Ketone seien z. B. Formaldehyd. Acetaldehyd, Propionaldehyd, Butyraldehyd. Valeraldehyd, Glyoxylsäure, Crotonaldehyd, Aceton, nutanon, Pi nakolin, Cyclopentanon, Cyclohexanon, Campher, Fenchon, Cyclohexan-r, 4-dion, Benzaldehyd, p-ChlorIenzaldehyd, Salicylaldehyd, Anisaldehyd, Phenylacetaldehyd, Zimtaldehyd, Acetophenon, Butyrophenon. Benzophenon, Benzyl-methvlketon, Furfurol und Nicotinaldehyd genannt.
  • Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren leicht zugänglich gewordenen nichtaromatischen monosubstituierten Hydrazine bilden wertvolle Zwischenprodukte für die Herstellung von Insekti ziden, Arzneimitteln sowie Farbstoffen.
  • In den nachfolgenden Beispielen bedeuten Teile Gewichtsteile, diese verhalten sich zu Volumteilen wie g zu cm3.
  • Beispiel 1 Isopropylhydrazin 208 Teile Hydrazincarbonsäure-äthylester werden mit 140 Teilen reinem Aceton 10 bis 12 Stunden unter Rückfluß gekocht. Beim Abkühlen kristallisiert das Hydrazon aus. Nach Umkristallisieren schmilzt es bei 72 bis 730 I44 Teile Acetonhydrazon-carbonsäureäthylester werden in 500 Volumteilen Äthanol gelöst, mit 10 Teilen eines 50/oigen Platin-Kohle-Katalysators versetzt und der Hydrierung unterworfen. Die Wasserstoffaulfnahme kann durch Anwendung von Druck und Erhöhung der Temperatur beschleunigt werden. Nach ihrer Beendigung wird vom Katalysator abfiltriert und die Lösung fraktioniert. Unter rT mm Druck geht der Isopropylhydrazin-carbonsäureäthylester bei 95 bis 105° über, wobei die Ausmeute 91 <)/o der Theorie entspricht.
  • Der Ester wird mit einem kleinen Überschuß an 30%iger Natronlauge (auf 100 Teile Ester etwa 190 Teile Lauge) unter Rühren auf 95 bis 100° erhitzt, wobei die Reaktion unter Ausscheidung von Natriumcarbonat plötzlich einsetzt und der freigesetzte Alkohol zu verdampfen beginnt. Darauf kochf man noch I Stunde unter Rückfluß. Der erkalteten Reaktionsmischung kann das Isopropylhydrazin z. B. mittels Äther entzogen und dann durch Destillation gereinigt werden. Die Ausbeute liegt bei 95 g5°/o.
  • Beispiel 2 Äthylhydrazin Zu einer Lösung von 104 Teilen Hydrazincarbonsäureäthylester in 65 Teilen Äthanol werden bei I5 bis 200 44 Teile frisch destillierter Acetaldehyd unter Rühren innerhalb J/2 Stunde inTropfgeschwindigkeit unter die Flüssigkeitsoberfläche zufließen gelassen und I Stunde bei Raumtemperatur und 2 Stunden hei 800 weitergerührt.
  • Die so erhaltene Lösung wird mit 10 Teilen Platin-Kohle-Katalysator versetzt und bei 40 bis 500 unter 100 at Druck hydriert. Nach beendeter Wasserstoffaufnahme wird vom Katalysator abfiltriert und die Reaktionslösung fraktioniert. Unter I4 mm Druck geht bei 92 bis 940 der Athylhydrazincarbonsäure-äthylester in einer Menge über die 97% Ausbeute entspricht.
  • In einem mit Rührer versehenen geeigneten Destillationsgefäß, z. B. einem Dreihalskolben, werden 300 Teile 30%ige Natronlauge auf go bis IOO° erhitzt. Dann werden unter energischem Rühren 130 Teile Äthylhydrazincarbonsäure-äthylester langsam zugetropft. Er wird ziemlich rasch verseift, und es destilliert ein Gemisch aus Alkohol, Wasser und Äthylhydrazin über. Die Destillation wird so lange fortgesetzt, wie noch Hydrazin, z. B. mittels Fehlingscher Lösung, im Destillat nachgewiesen werden kann. In der Vorlage befindet sich eine Lösung von Äthylhydrazin in wäßrigem Alkohol, wobei der Anteil an Äthylhydrazin einer Ausbeute von 95% entspricht.
  • Beispiel 3 n-Propylhydrazin Zu einer Lösung von 60 Teilen Formylhydrazin in 100 Volumteilen Äthanol werden 58 Teile frisch destillierter Propionaldehyd langsam unter Rühren zugetropft, wobei die Temperatur durch schwache Kühlung bei 10 bis 200 gehalten wird. Nach beendigtem Zutropfen rührt man noch I Stunde bei Raumtemperatur und 2 bis 3 Stunden bei Siedetemperatur unter Rückfluß. Die so erhaltene alkoholische Lösung des N'-Formyl-propionylaldehydhydrazons wird nach Zusatz von 10 Teilen eines P1 atin-Kohle-Katalysatolrs bei Raumtemperatur oder mäßig erhöhter Temperatur der Hydrierung unterworfen. Wenn die Reaktionslösung keinen Wasserstoff mehr aufnimmt, wird sie vom Katalysator abfiltriert und unter etwa 12 min Druck fraktioniert destilliert, wobei das N'-Formyl-n-propylhydrazin in guter Ausbeute erhalten wird.
  • 65 Teile des so erhaltenen N'-Formyl-n-propylhydrazin werden mit-IOO Teilen etwa 30%iger Natronlauge auf go bis IOO° erhitzt, wobei unter Ausscheidung von Natriumcarbonat Hydrolyse zum n-Propylhydrazin eintritt.
  • Beispiel 4 Cyclohexylhydrazin Eine Lösung von 98 Teilen Cyclohexanon in 100 Volumteilen Athanol oder Methanol wird mit IO4 Teilen Hydrazincarbonsäure-äthylester oder go Teilen Hydrazincarbonsäure-methylester bei Raumtemperatur vermischt. Durch die Reaktionswärme steigt die Temperatur um etwa 20 bis 250 an. Sobald die Temperatur wieder zu sinken beginnt, kocht man die Lösung noch I bis 2 Stunden unter Rückfluß und kühlt hierauf ab. Der Cyclohexanonhydrazon-carbonsäure-äthylester bildet eine viskose Flüssigkeit.
  • Die rohe Reaktionslösung wird mit 10 Teilen eines s°/oigen Palladium-Kohle-Katalysators versetzt und bei einem Druck von 100 at der Hydrierung unterworfen. Nach beendeter Wasserstoffaufnahme filtriert man die Lösung vom Katalysator ab und destilliert vom Lösungsmittel ab. Der Cyclohexylhydrazincarbonsäuire-äthylester geht unter II mm Druck bei I400 in einer Menge über, die einer nahezu quantitativen Ausbeute entspricht.
  • Zur Hydrolyse werden 176 Teile Cyclohexylhydrazincarbons änre-äthylester mit 270 Teilen 3oe/oiger Natronlauge und 30 Volumteilen Äthanol 4 Stunden bei go bis IOO° energisch gerührt. Nach dem Abkühlen wird das Reaktionsgemisch mit Äther erschöpfend extrahiert und der Ätherextrakt destilliert. Das Cyclohexylhydrazin geht unter II mm Druck bei 750 über. Die Ausbeute beträgt 86§/o. An Stelle von Cyclohexanon kann man z. B.
  • Fenchon oder Campher in entsprechender Weise umsetzen. An Stelle von Palladium-Kohle kann man auch Raney-Nickel als Katalysator verwenden (20 Teile pro Mol Oxoverbindung), wobei die Hydrierung bei 85 bis 950 und einem Druck von I20 at ausgeführt wird.
  • Beispiel 5 74 Teile Glyoxylsäure als 20 bis 30%ige wäßrige Lösung werden unter Rühren mit 104 Teilen Hydrazincarbonsäure-äthylester versetzt. Die Temperatur steigt von selbst allmählich an, und das Hydrazon fällt aus. Wenn die Reaktion am Abklingen ist, erwärmt man noch t/2 Stunde unter ständigem Rühren auf 50 bis 600, kühlt dann mit Eiswasser und filtriert den Glyoxylsäurehydrazon-carbonsäureester ab. Er kann aus Wasser umkristallisiert werden und wird in einer Ausbeute von 76°/o mit einem Schmelzpunkt von I670 erhalten.
  • 160 Teile dieses Esters werden in 600 Volumteilen Athanol gelöst, und die Lösung wird unter Zusatz von 10 Teilen 50/oiger Palladium-Kohle hydriert. Nachdem die berechnete Menge Wasserstoff aufgenommen worden ist, wird die Lösung vom Katalysator befreit und das Lösungsmittel abdestilliert. Der zurückbleibende Sirup, der sich bei der Titration mit Jod als reine Carbäthoxyhydra- zinoessigsäure erweist, wird mit der berechneten Menge Bariumhydroxyd (I1/2 Mol), das als konzentrierte wäßrige Lösung angewandt wird, auf dem Wasserbad hydrolysiert. Die Hydrolyse geht bei Temperaturen über 900 sehr rasch vor sich und Bariumcarbonat fällt aus. Die heiße Lösung wird filtriert und das Filtrat so lange mit verdünnter Schwefelsäure versetzt, wie noch Bariumsulfat ausfällt, und abgekühlt. Nun wird vom Bariumsulfat abfiltriert und das Filtrat im Vakuum bis zur Sirupkonsistenz eingedampft. Nach einigem Stehen in der Kälte kristallisiert der Sirup. Die Eigenschaften der Kristallmasse stimmen mit den in der Literatur für Hydrazinoessigsäure angegebenen überein, die Ausbeute ist nahezu quantitativ.
  • Beispiel 6 Benzylhydrazin 104 Teile Hydrazincarbonsäure-äthylester werden in 200Volumteilen Äthanol gelöst. Zu dieser Lösung werden unter schwacher Kühlung Io6 Teile frisch destillierter Benzaldehyd zugetropft. Die Kondensation geht unter Wärmeentwicklung vor sich, nach Absinken der Temperatur kocht man noch I bis 2 Stunden unter Rückfluß. Dann setzt man I5 Teile Platin-Kohle-Katalysator zu und hydriert bei 60 bis 700 unter 100 at Druck. Wenn keine weitere Wasserstoffaufnahme mehr eintritt, filtriert man vom Katalysator ab und destilliert das Filtrat in Fraktionen. Unter 0,4 mm Druck geht bei 145 bis I550 der Benzylhydrazincarbonsäure-äthylester in guter Ausbeute über. Er wird anschließend in gleicher Weise, wie in den vorstehenden Beispielen beschrieben, hydrolysiert.
  • Beispiel 7 (α-Phenyl-äthyl)-hydrazin Acetophenon wird mit Hydrazincarbonsäuremethylester kondensiert. Acetophenonhydrazoncarbonsäure-methylester bildet farblose Kristalle vom F. I230 (aus Methanol). Dieser wird in alkoholischer Lösung bei IIO bis I200 mit Wasserstoff unter Druck in Gegenwart eines Platin-Kohle-Katalysators hydriert. Nach dem Aufarbeiten wird der - (α-Phenyl-äthyl)-hydrazincarbonsäure-methylester vom Kp0,1 Io6 bis 110° in ungefähr 80°/oiger Ausbeute erhalten. Nach dem Verseifen mit alkoholischer Natronlauge und dem Aufarbeiten wird das (a-pbenyl-äthyl) -hydrazin als farbloses Öl vom Kp15 IIO bis IIIO erhalten; Ausbeute 83°/o. Der Schmelzpunkt des Oxalats liegt bei 141 bis I420 (Zersetzung).
  • Beispiel 8 a-Furylmethylhydrazin In Athanol werden äquivalente Mengen Fural und Hydrazincarbonsäure-äthylester kondensiert.
  • Der ausgefallene Furalhydrazoncarbonsäure-äthylester (vom rohen Schmelzpunkt I32 bis I350) wird ohne weitere Reinigung der Hydrierung unterworfen. Nach dem Aufarbeiten des Hydriergutes und der Verseifung des Esters wird das a-Furylmethylhydrazin als farblose Flüssigkeit erhalten.
  • Diese siedet bei 15 mm bei 88 bis 89°, das sehr hygroskopische Hydrochlorid schmilzt bei 73 bis 740 (aus Isopropanol).
  • Beispiel g Methylhydrazin Zu 290 Teilen Formaldehydlösung (2o0/oig) wird eine Lösung von I98 Teilen Hydrazincarbonsäureäthylester in 200 Volumteilen Äthanol unter Kühlung so zutropfen gelassen, daß die Reaktionstemperatur bei 20 bis 250 gehalten werden kann, worauf noch 2 Stunden bei derselben Temperatur und 2 Stunden unter Rückfluß gerührt wird. Anschließend werden unter vermindertem Druck die Lösungsmittel abgedampft. Der Rückstand ist eine farblose zähe Masse. Diese wird in Äthanol gelöst und bei 100 bis 110° in Gegenwart eines Platin-Kohle-Katalysators unter Druck hydriert. Die hydrierte Lösung wird durch Filtrieren vom Katalysator getrennt und der fraktionierten Destillation unterworfen. Der rohe Methylhydrazincarbonsäureäthylester geht unter I5 mm bei 86 bis go0 über.
  • Die Ausbeute beträgt ungefähr I90 Teile.
  • Zur Verseifung werden beispielsweise 50 Teile Methylhydrazincarbonsäure-äthylester in 50 Volumteilen Wasser in einem Rührgefäß mit Rückfluß kühler auf 80 bis go0 erwärmt. Innerhalb t/2 Stunde wird eine heiße 330/oige Lösung von 217 Teilen Bariumhydroxyd zugetropft. Der Ester wird sofort verseift und Bariumcarbonat fällt aus. Nach 10 Minuten Nachrühren wird abgekühlt, mit Essigsäure schwach sauer gestellt und filtriert. Das Filtrat wird bei 50 bis 550 mit 44 Teilen Benzaldehyd verrührt, wobei das Hydrazon sofort als gelber Niederschlag ausfällt. Durch Kochen mit wäßriger Säu ! re kann dieses in Benzaldehyd und das Methylhydraziniumsalz der betreffenden Säure gespalten werden.
  • Beispiel 10 Das Kondensationsprodukt aus 1 Mol Acetylhydrazin und Aceton wird in äthanolischer Lösung in Gegenwart von Raney-Nickel bei 85 bis 950 und I20 at Druck zum N-Isopropyl-N'-acetyl-hydrazin (Kp11 116 bis II80) hydriert. In einem Rührkolben mit Destillationseinrichtung werden 200 Teile Natronlauge (50°/oig) unter Rühren auf I500 erhitzt.
  • Bei dieser Temperatur wird das N-Isopropyl-N'-acetyl-hydrazin langsam zugetropft. Jeder Tropfen wird beim Einfallen sofort verseift. Es destilliert fortwährend eine Flüssigkeit ab, aus der nach entsprechender Aufarbeitung Isopropylhydrazin, z. B. als Hydrochlorid oder Oxalat gewonnen werden kann.
  • Beispiel II Diphenylmethyl-hydrazin Benzophenon-hydrazoncarbonsäure-äthylester (F. II40 aus Methanol, erhalten durch Kondensation von äquimolekularen Mengen Benzophenon und Hydrazincarbonsäure-äthylester) wird, wie beschrieben, in äthanolischer Lösung hydriert. Die entstandene Lösung von Diphenylmethylhydrazin- carbonsäure-ätlhylester wird Vom Katalysator durch Filtrieren befreit und die Hauptmenge des Lösungsmittels abdestilliert. Durch Kochen der eingeengten Lösung mit konzentrierter Natronlauge wird die Carbäthoxygruppe abgespalten. Nach Abkühlen des Reaktionsgemisches wird vom ausgeschiedenen Natriumcarbonat abfiltriert, wobei sich das Filtrat in zwei Schichten trennt. Die obere, alkoholische Schicht wird im Vakuum von Alkohol befreit und sodann mit verdünnter Salzsäure verrührt. Dabei fällt das Hydrochlorid des Diphenylmethylhydrazins in weißen Nadeln aus. Sie werden von der Mutterlauge abfiltriert und mit Äther gewaschen.
  • Nach Umkristallisieren aus Wasser schmilzt das Hydrochlorid bei 203 bis 2050 Das daraus mittels Lauge in Freiheit gesetzte Diphenylmethylhydrazin geht unter o,r mm Druck bei I29 bis r300 über, schmilzt bei 59 bis 600, ist in Wasser fast unlöslich und zersetzt sich an der Luft allmählich unter Gasentwicklung und Verflüssigung.
  • Beispiel 12 2-Oxy-2-methyl-pentyl-(4) hydrazin 92 Teile Hydrazincarbonsäure-äthylester werden in IOO Volumteilen Athanol gelöst. Zu dieser Lösung werden unter schwacher Kühlung I28 Teile Diacefonalkohol zugetropft. Nach einigen Stunden Rührzeit ist die Reaktion auf Fehlingsche Lösung negativ. Das gebildete Hydrazon ist als klare Lösung vorhanden, die ohne weiteres unter Zusatz von Katalysator der Hydrierung zugeführt werden kann.
  • Die hydrierte Lösung wird durch Filtrieren vom Katalysator und Destillieren vom Äthanol befreit, wonach der Rückstand (2-Oxy-2-methyl-pentyl-(4)-hydrazin-carbonsäure-äthylester) nach kurzem Stehen kristallisiert. Nach dem Umkristallisieren aus Dimethylcyclohexan liegt der Schmelzpunkt des Produkts bei 65 bis 660; es ist in Wasser und gebräuchlichen Lösungsmitteln sehr leicht löslich.
  • Durch Verseifung des Esters wird das freie 2-Oxy-2-methyl-pentyl- (4) -hydrazin erhalten, das zweckmäßigerweise zuerst als Benzaldehydhydrazon isoliert wird. Dieses kann leicht mittels der berechneten Menge Oxalsäure in wäßriger Suspension in der Hitze gespalten werden und liefert so direkt das kristallisierende Oxalat des Hydrazins. Aus Methanol umkristallisiert schmilzt es unter Zersetzung bei 143 bis 1440.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung nichtaromatischer monosubstituierter Hydrazine, dadurch gekennzeichnet, daß man Hydrazide der allgemeinen Formel R-CO-NH-NH2, worin R Wasserstoff oder eine niedere Alkyl-oder Alkoxygruppe, z. B. den Formyl- oder Acetylrest, oder zusammen mit CO den Carbomethoxy-oder Carbäthoxyrest bedeutet, mit aliphatischen, cycloaliphatischen, aromatischen oder heterocyclischen Oxoverbindungen zu. den entsprechenden N'-acylierten Hydrazonen umsetzt, diese zu nichtaromatischen N-monosubstituierten N'-acylierten Hydrazinen hydriert und letztere mit hydrolysierenden Mitteln behandelt.
    In Betracht gezogene Druckschriften: Journ. of the Amer. Chem. Soc., 44 (in22), rssg, 1560, 2563; Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 33, 2460; Journal für praktische Chemie (2) 44, 537.
DEG11801A 1952-05-23 1953-05-22 Verfahren zur Herstellung von nichtaromatischen monosubstituierten Hydrazinen Expired DE951503C (de)

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Cited By (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US3118940A (en) * 1959-02-11 1964-01-21 Ciba Geigy Corp Hydrazino ethers and process for their manufacture
US3354200A (en) * 1960-01-05 1967-11-21 Ciba Geigy Corp 2-(1, 2, 3, 4-tetrahydronaphthyl)-hydrazines and salts thereof
WO2015097658A1 (en) 2013-12-23 2015-07-02 Isagro S.P.A. Process for the regioselective synthesis of pyrazoles

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