DE922373C - Verfahren zur Gewinnung eines kristallisierten herzwirksamen Glykosids aus Digitalisblaettern - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung eines kristallisierten herzwirksamen Glykosids aus Digitalisblaettern

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DE922373C
DE922373C DEB14823A DEB0014823A DE922373C DE 922373 C DE922373 C DE 922373C DE B14823 A DEB14823 A DE B14823A DE B0014823 A DEB0014823 A DE B0014823A DE 922373 C DE922373 C DE 922373C
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    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61KPREPARATIONS FOR MEDICAL, DENTAL OR TOILETRY PURPOSES
    • A61K36/00Medicinal preparations of undetermined constitution containing material from algae, lichens, fungi or plants, or derivatives thereof, e.g. traditional herbal medicines
    • A61K36/18Magnoliophyta (angiosperms)
    • A61K36/185Magnoliopsida (dicotyledons)
    • A61K36/80Scrophulariaceae (Figwort family)
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07JSTEROIDS
    • C07J19/00Normal steroids containing carbon, hydrogen, halogen or oxygen, substituted in position 17 by a lactone ring

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Description

  • Verfahren zur Gewinnung eines kristallisierten herzwirksamen Glykosids aus Digitalisblättern Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Gewinnung eines kristallisierten herzwirksamen Glykosids aus Digitalisblättern, insbesondere aus den getrockneten Blättern vonDigitalis purpureaL. und Digitalis lanata Ehrh.
  • Die bisher bekannten herzwirksamen Glykoside werden aus wäßrigen oder wäßrig-alkoholischen Extrakten der Digitalisblätter durch Ausschütteln mit Chloroform oder Chloroform-Alkohol-Gemischen gewonnen. Die wäßrige Schicht wurde hi:sher verworfen, obwohl bekannt war, daß in dieser Phase unbekannte 'herzwirksame Stoffe verbleiben, die in geringer Menge durch Fällung mit Tannin gewonnen werden können. Es wurde nun die überraschende Beobachtung gemacht, daß die in der wäßrigen Phase verbliebenen herzwirksamen Stoffe durch Adsorption an Kohle und Elution mit Aceton in ihrer Gesamtmenge gewonnen werden können.
  • Man geht hierbei von einem auf beliebige Art hergestellten Extrakt aus Digitalisblättern aus. Dieser wird zwischen einer wäßrigen Flüssigkeit, die auch Salze oder mi't Wasser mischbare Löschungsmittel enthalten kann, und einem mit Wasser nicht mischbaren Lösungsmittel oder Lösungsmittelgemisch verteilt. Die organische Lösungsmittelschicht nimmt dabei die bisher bekannten herzwirksamen Gl'ykoside der Digitalisblätter auf.
  • Die in der wäßrigen Phase enthaltenen herzwirksamen Glykoside werden angereichert durch Adsorption an aktiver Kohle und Elutiom mit Aceton oder Tetrahydrofuran. Aus den Eluaten wird bei Unterdruck das organische Lösungsmittel verdampft. Aus dem wäßrigen Rückstand erhält man durch Ausschütteln mit Chlo>roform-Alkohol-Gemischen ein kristallines Roh glykosid. Dieses kann nach bekannten Verfahren weiter gereinigt werden, und man erhält neben anderen Stoffen ein herzwirksames Glykosid in der Menge von o,o10/0, auf die Ausgangsdroge bezogen, mit dem Schmelzpunkt 2io°. Die letale Dosis beträgt o,5 mg/kg Katze nach Hatcher-Brody. Die Keller-Kilianische Reaktion verläuft negativ, während der Legaltest positiv verläuft. Eine Drehung der Ebene des polarisierten Lichtes durch eine Lösung des Glykosids ist nicht feststellbar. Beispiel i Zunächst wird in bekannter Weise, z. B. durch alkoholische oder wäßrig-alkoholische Extraktion, aus ioo kg getrockneten Blättern von Digitalis lanata ein Extrakt hergestellt und der Bleireinigung unterworfen. Dieses Rohextrakt wird erschöpfend mit Chloroform ausgeschüttelt. Die Chloroformauszüge enthalten die bisher bekannten herzwirksamen G'lykoside.
  • Der nach der Chloroformbehandlurig verbleibende wäßrige Rückstand wird durch Einengen vorzugsweise im Vakuum auf etwa ioo 1 wäßrige Lösung eingeengt und mit 2o kg Aktivko'h'le sorgfältig bei normaler Temperatur ausgerührt. Nach der Filtration verbleibt ein fast farbloses, glykosidfreies Filtrat. Der Filterrückstand wird mit ioo 1 Aceton in mehreren Portionen eluiert. Die Acetonlösung wird bei vermindertem Druck auf etwa 1 1 bei 5o° C eingeengt. Dieser nunmehr rein wäßrigge Extrakt wird wiederholt mit je 11 eines Gemisches von Chloroform und Alkohol (im Verhältnis 2:1) ausgeschüttelt, bis der wäßrige Extrakt keine herzwirksamen Glykoside mehr enthält.
  • Die vereinigten Chloroform-Alkohol-Auszüge werden bei vermindertem Druck bei- 5o° C zur Trockne eingedampft und anschließend in Wasser gelöst. Um Ballaststoffe zu entfernen, wird, die konzentrierte wäßrige Lösung mit Chloroform ausgeschüttelt. Die Chloroformschicht wird verworfen und der wäßrige Rückstand mit Chloroform-Alkohol-Gemisch (2:1) erschöpfend ausgeschüttelt. Die Chloroform-Alkohol-Auszüge werden auf etwa ioo-g eingeengt und der zurückbleibende Sirup in Chloroform, das etwa 80/9 Methanol enthält, gelöst und zur- weiteren Reinigung an die zwanzigfache Menge Aluminiumoxyd' (standardisiert nach B r ockmänn) chromatographisch absorbiert. Das Chromatogramm- wird mit Chloroform mit einem Gehalt von -io bis 25 % Methanol eluiert. Das Eluat enthält herzwirksame Glykoside in noch unreiner Form. Beim Eindampfen des Eluafis bleibt ein schwach gefärbter, glasharter Schaum zurück, aus dem nach der Lösung in Aceton ein herzwirksames Glykosid auskristallisiert. Nach weiterem Umkristallisieren besitzt dieses einen Schmelzpunkt von 2io° C (unkorr.). Die Ausbeute beträgt etwa 8 g, entsprechend o,oo8% deirAusgangs.mernge anDigitalisblättern. Beispiel 2 ioo kg getrocknete Blätter von Digitalis purpurea werden in bekannter Weise mit ioo 1. Wasser behandelt und die gesamte Masse erschöpfend mit Chloroform extrahiert. Die Chloroformlösung enthält die bisher bekannten herzwirksamen Glykoside der Purpureablätter. Es wird nunmehr der wäßrige Rückstand abgepreßt und das Filtrat der Bleireinigung unterworfen. Die bleifreie Lösung, etwa ioo 1, wird mit 2o kg Aktivkohle sorgfältig bei normalerTemperatur ausgerührt. Der weitere Gang der Aufarbeitung verläuft wie im Beispiel i und führt zur Gewinnung nerzwirksamer Glykosilde, von denen etwa ebenfalls die Hälfte aus dem beschTiebenen reinen und kristallisierten Glykosid besteht. Die Ausbeute beträgt etwa o,oi%, auf die Ausgangsmenge an Digitalisblättern bezogen.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Gewinnung der nach der an sich bekannten C'hloroformextraktion wäßriger oder wäßrig-alkoholischer Digitalisauszüge in der wäßrigen Phase verbleibenden Wirkstoffe, dadurch gekennzeichnet, daß diese wäßrige Phase mit Kohle behandelt 'wird, worauf der von der Kohle adsorbierfie wirksame Stoff mit Aceton oder Tetrahydrofuran eluiert, das organische Lösungsmittel verdampft und der wäßrige Rückstand mit Chloroform-Alkohol ausgezogen wird, aus welchem der Wirkstoff kristallisiert.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Chloroform-Alkohol-Lösung des Eluatrückstandes zwecks weiterer Reinigung in an sich bekannter Weise aufgearbeitet wird. Angezogene Druckschriften: . Arch. f. exp. Pathologie u. Pharmakologie, 1926, S. 3o8 bis 311; Chem. Zentralblatt, 194o, Bd. I, S. 3296.
DEB14823A 1951-05-01 1951-05-01 Verfahren zur Gewinnung eines kristallisierten herzwirksamen Glykosids aus Digitalisblaettern Expired DE922373C (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1096547B (de) * 1958-11-22 1961-01-05 Dresden Arzneimittel Verfahren zur Abtrennung von Lanatosid D aus einem Gemisch von Lanatosid C und Lanatosid D

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1096547B (de) * 1958-11-22 1961-01-05 Dresden Arzneimittel Verfahren zur Abtrennung von Lanatosid D aus einem Gemisch von Lanatosid C und Lanatosid D

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