DE91371C - - Google Patents

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DE91371C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C05FERTILISERS; MANUFACTURE THEREOF
    • C05DINORGANIC FERTILISERS NOT COVERED BY SUBCLASSES C05B, C05C; FERTILISERS PRODUCING CARBON DIOXIDE
    • C05D1/00Fertilisers containing potassium
    • C05D1/02Manufacture from potassium chloride or sulfate or double or mixed salts thereof

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 16: Düngerbereitung.
MATHIAS NEUHAUS in LUCKENWALDE. Düngerconservimngsmittel.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 13. Juli 1895 ab.
Den Gegenstand der vorliegenden'Erfindung bildet ein neues Mittel zur Conservirung natürlichen Düngers, wie menschlicher und thierischer Excremente, d. h. zur Bindung des sich sonst verflüchtigenden Ammoniaks in demselben, welches sich vor den bisher zu diesem Zweck angewendeten unzulänglichen und mit Uebelständen verbundenen Hülfsmitteln durch Billigkeit, hohe und erschöpfende Wirksamkeit sowie vollkommene Unschädlichkeit und Bequemlichkeit im Gebrauch, Aufbewahrung und Transport auszeichnet. Das neue Düngerconservirungsmittel wird lediglich aus Asche von Brennmaterialien aller Art, einem bisher als werthlos betrachteten Abfallstoff', und Schwefelsäure, welch letztere für sich ja als ammoniak bindendes Mittel bekannt, aber wegen ihrer zerstörenden Wirkung in ihrer Anwendung in freiem Zustande beschränkt ist, nach besonderem eigenthümlichen Verfahren hergestellt und beruht auf den Eigenschaften der Asche, einestheils die Fähigkeit zu besitzen, eine verhältnifsmäfsig sehr grofse Menge Schwefelsäure in vollkommen chemisch gebundenem Zustande in sich aufzunehmen, dadurch der Schwefelsäure ihre ätzende (zerstörende) Wirkung zu nehmen, sowie in Verbindung mit der Schwefelsäure alles Wasser abzuscheiden und nach erfolgter Verdunstung des Wassers solches nicht mehr anzuziehen, also vollständig trocken zu bleiben, anderentheils durch diese Verbindung mit einer so grofsen Menge Schwefelsäure verschiedene Arten von Sulfaten zu bilden, welche sich sa'mmtlich als ganz besonders wirksam für die vollkommene Bindung sämmtlichen Ammoniaks in dem Dünger erweisen.
Es sind in der englischen Patentschrift Nr. 3562 vom Jahre 1868 eine Anzahl Stoffe, darunter andeutungsweise auch schon Asche erwähnt, welche in Verbindung mit einem geringem Quantum Schwefel- und anderer Säure zur Desinfection von Abwässern verwendet werden sollen, wobei weiter angegeben ist, dafs die Rückstände der mit dieser Mischung behandelten Abwässer zur Bereitung von Dünger nutzbar gemacht werden können. Dem gegenüber handelt es sich bei der vorliegenden Erfindung nicht allgemein um den Schutz auf die Verwendung von Asche und Schwefelsäure zu den genannten oder ähnlichen Zwecken, sondern die Erfindung besteht in dem neuen und eigenartigen Verfahren der Behandlung von Asche mit Schwefelsäure im Hinblick, darauf, möglichst viel Schwefelsäure an die Asche chemisch zu binden, indem sämmtliche Bestandtheile der Asche zur Verbindung mit Schwefelsäure herangezogen werden, sowie in der durch dieses Verfahren gewonnenen, in ihrer Zusammensetzung , ' ihren Eigenschaften und Wirkungen durchaus neuartigen Masse, welche bei den günstigsten äufseren Eigenschaften ein erschöpfend wirksames Mittel für die Conservirung des natürlichen Düngers bildet, wobei der mit ihr vermischte Dünger alsbald fertig zum Gebrauch ist, es sich also nicht erst um die Bereitung von Dünger aus den mit ihr behandelten Düngestoffen handelt, wie bei der erwähnten englischen Patentschrift.
Das Verfahren zur Herstellung des neuen Düngerconservirungsmittels aus Asche und Schwefelsäure besteht nun darin, dafs man die Asche, welche von Brennmaterialien aller Art
(2. Auflage, ausgegeben am 6. Oktober iSgg. I
herrühren kann, zuerst von allen fremden Beimengungen, wie Schlacken und sonstigen unverbrannten, thonigen und dergl. Stoffen, befreit, um nur möglichst reine Asche zu verwenden, sie alsdann mit ungefähr dem gleichen Gewicht Schwefelsäure vermischt, das erhaltene Gemisch trocknet und hierauf an der Luft in Haufen, welche oft umgeschaufelt werden müssen, so lange (etwa 3 bis 4 Wochen) ablagert, bis die Masse ein weifslich-schimmliges Aussehen erlangt hat. Der Zweck dieses Verfahrens ist folgender:
Die Asche von Brennmaterialien enthält einestheils Basen, vornehmlich Thonerde, Eisenoxyd, Natron und Kali; anderentheils enthält sie auch eine besondere Art von Kalk, den sogenannten Aschenkalk. Entsprechend diesen Bestandtheilen der Asche entstehen bei ihrer Vermischung mit der genannten grofsen Menge Schwefelsäure: 1. sauer reagirende Sulfate von Thonerde, Eisenoxyd, Natron und Kali; 2. nicht sauer reagirender Gyps. Mit den Basen Thonerde, Eisenoxyd, Natron und Kali geht die Schwefelsäure sofort Verbindung ein. Dabei wird das in der Schwefelsäure gebundene Wasser frei und wird dasselbe theils durch den sich bildenden Gyps gebunden, theils durch die darauffolgende Trocknung der Masse verdunstet; desgleichen verliert die Schwefelsäure durch die Verbindung mit den Basen ihre ätzende (zerstörende) Wirkung, so dafs man eine Masse gewinnt, die sehr viel Schwefelsäure in gebundenem Zustande enthält, dabei aber doch sowohl vollkommen trocken ist, als auch keine zerstörende Wirkung besitzt und folglich von Jedermann überall· ohne Vorsichtsmafsregeln bequem benutzt und aufbewahrt werden kann.
Mit dem Aschenkalk geht die Schwefelsäure ihre Verbindung nicht sofort ein, sondern es ist hierzu längere Zeit erforderlich. Da aber das aus dem Aschenkalk entstehende Sulfat ebenfalls einen sehr wichtigen Bestandtheil der neuen Masse für die beabsichtigte Wirkung — Bindung sämmtlichen Ammoniaks in dem Dünger — bildet, so ist es von der gröfsten Bedeutung, dafs dieses Sulfat in der Masse auch vollständig gebildet wird, und um dies vollkommen zu erreichen, dient die schliefsliche längere Lagerung der Masse an der Luft. Der Aschenkalk bildet durch die hierbei allmälig stattfindende Verbindung mit der Schwefelsäure weifse, kurz- und feinfaserige Gypskrystalle, welche der anfänglich dunkelgrauen Masse eine immer heller werdende Färbung verleihen. Ist das weifslich-schimmlige Aussehen der Masse erreicht, so ist aller Kalk der Asche mit Schwefelsäure vollkommen gesättigt und die Masse zum Gebrauch fertig.
Die fertige Masse., ein natürliches Gemenge von ammoniakbindenden Sulfaten, bildet ein trockenes, streubares, nicht ätzendes Pulver, das auch nachträglich keine Feuchtigkeit mehr aus der Luft anzieht, sondern dauernd vollkommen lufttrocken bleibt.
Die Masse oder das Pulver wird einfach in den zu conservirenden natürlichen Dünger (Excremente und sonstige Abfallstoffe organischer Beschaffenheit) in einer Quantität von ca. 5 bis 10 pCt. eingestreut. Diese der Gährung bezw. Fäulnifs und Zersetzung anheimgefallenen Stoffe enthalten kohlensaures Ammoniak in gasförmigen flüssigen und festen Substanzen. Die Wirkung des eingestreuten Pulvers, welche im allgemeinen darin besteht, dafs die in ihm gebundene Schwefelsäure das flüchtige kohlensaure Ammoniak in nicht flüchtiges schwefelsaures Ammoniak verwandelt und dadurch das Ammoniak — den so werthvollen Stickstoffträger — in dem Dünger fixirt, besteht nun im besonderen darin, dafs die Schwefelsäure der oben unter 1. erwähnten sauer reagirenden Sulfate sich mit dem Ammoniak der festen und flüssigen Ammoniaksubstanzen verbindet, während das unter 2. erwähnte Sulfat des Aschenkalks (krystallirjischer Gyps) das gasförmige Ammoniak bindet. Würden die sauer reagirenden Thonerde-, Eisenoxyd- etc. Sulfate allein verwendet, so würde ihre nur leicht gebundene Schwefelsäure sich in erster Linie mit dem Ammoniak der festen und flüssigen Substanzen verbinden, dagegen das gasförmige Ammoniak verloren gehen; der Gyps, allein verwendet, würde hingegen nur eine unvollkommene Bindung des Ammoniaks im Dünger bewirken, ohne die weitere Gährung, Fäulnifs und Zersetzung stickstoffhaltiger Körper aufhalten zu können. Nur durch den Umstand, dafs in dem neuen Asche-Schwefelsäureproduct beide Arten von Sulfaten vorhanden sind, wird eine vollständige Bindung sämmtlichen in dem Dünger enthaltenen Ammoniaks ohne jeden Verlust an ihm erzielt.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Herstellung eines trockenen, nicht ätzenden,-streubaren Düngerconservirungsmittels, dadurch gekennzeichnet, dafs gereinigte Asche mit so viel Schwefelsäure versetzt wird, dafs die in der Asche enthaltenen Basen in saure Sulfate übergeführt werden, und das so erhaltene Product alsdann mehrere Wochen gelagert wird.
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