-
Verfahren zur Herstellung von 9-Propylamino-5-arylamino-benzophenoxazin-Abkömmlingen
Diese Erfindung betrifft die Herstellung von 9- Propylamino- 5- arylamino-benzo
-[a] -phenoxazinen. Die Verbindungen dieser Erfindung stellen in Form ihrer freien
Basen rote Farbstoffe dar, die durch die folgende Formel ausgedrückt werden können
in der R1 einen Propylrest, R2 eine Alkylgruppe mit bis q. Kohlenstoffatomen und
R3 einen monocyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffrest bedeutet. Die Erfindung
betrifft auch die Herstellung der Additionssalze dieser Verbindungen mit Säuren.
-
In Form ihrer Additionssalze bilden dieVerbindungen blaue Farbstoffe,
die durch die folgende Formel
dargestellt werden können, in der X das Anion bildet. Es wurden für die Salze noch
andere Formelbilder vorgeschlagen, jedoch entspricht die obige Formel den Eigenschaften
der Verbindungen.
Die Verbindungen werden -erfindungsgemäß durch
Umsetzen in Anwesenheit einer Säure unter Ringschluß von Verbindungen der folgenden
Formeln hergestellt: -
in denen R1 und R2 die obige Bedeutung haben, X und Y voneinander verschieden sind
und entweder aus einem Wasserstoffatom oder einer Hydroxyigruppe bestehen und Z
ein Wasserstoffatom ist, wenn Y eine 0 H- Gruppe ist, oder ein N H R3 Rest, wenn
Y Wasserstoff ist; falls Z ein Wasserstoffatom ist, wird das Produkt mit einem Amin
der Formel N H2# R3, worin R3 die obige Bedeutung hat, umgesetzt, wodurch ein Säureadditionssalz
der freien Base erhalten wird, das dann erforderlichenfalls neutralisiert wird,
um die freie Base zu gewinnen.
-
Wie ersichtlich, sind zwei Ausführungsarten der Erfindung möglich.
Die erste erzeugt das Endprodukt in einer einzigen Stufe durch Umsetzen von einem
3-Dialkylamino-6-nitroso-phenol-mit- einem durch- den Rest R3 N-substituierten a-Naphthylamin.
Die zweite Ausführungsart erfordert zwei Stufen; sie beginnt mit dem Ringschluß
von ß-Naphthol und dem- entsprechenden N,N-Dialkyl-4-nitroso-anilin. Das g-Dialkylamino-benzo-[a]-phenoxazoniumsalz
wird dann mit dem entsprechenden primären Arylamin umgesetzt. Bei beiden Verfahrensweisen
wird der gleiche Ringschluß unter Abspaltung von Wasserstoff und Wasser vollzogen.
Obwohl das zweite Verfahren eine Stufe mehr einschließt, ist es doch bei der Herstellung
einer Anzahl von Verbindungen beweglicher und deshalb vorzuziehen.
-
Die Verbindungen der Erfindung, besonders die Basen, zeigen eine außerordentlich
hohe Wirksamkeit gegen Tuberkelbazillen. Die äußerst hohe Aktivität scheint für
die Propylgruppe charakteristisch zu sein, und die Wirksamkeit läßt sich durch eine
Verlängerung der Kohlenwasserstoffgruppe an der 9-Aminogruppe nicht erhöhen. Die
Dimethylaminoverbindungen besitzen eine sehr geringe Wirksamkeit bei Mäusen; in
vielen Fällen ist die Wirksamkeit so gering, daß die Verbindung als fast unwirksam
angesehen werden kann. 9-Diäthylaminoverbindungen sind wirksamer, und die entsprechenden
Dipropylverbindungen sind zwei- bis achtmal wirksamer als die Diäthylverbindungen.
Selbst eine einzige Propylgruppe ergibt eine starke Erhöhung der Wirksamkeit; die
Äthylpropylverbindung besitzt etwa die doppelte Wirksamkeit wie die entsprechende
Diäthylverbindung. Wenn an der 9-Aminogruppe Butylreste vorhanden sind, sinkt die
Wirksamkeit. Bei den Propylbutylverbindungen hat jedoch die erhebliche Aktivität
der Propylgruppe zur Folge; daß die Verbindungen eine brauchbare Wirksamkeit entwickeln,
wenn auch ihre Wirksamkeit nicht so hoch wie die der Dipropylaminoverbindungen ist.
-
Die Gründe für die hervorragende Wirkung der Propylgruppe, sogar einer
einzigen Propylgruppe, sind nicht völlig klar; und besonders die abweichende Wirkung
bei Verlängerung der Kohlenwasserstoffkette über die Propylgruppe hinaus hat bis
jetzt noch keine Erklärung gefunden. Es ist deshalb nicht beabsichtigt, die vorliegende
Erfindung auf irgendeine Theorie festzulegen, die die Frage zu klären versucht,
warum die Propylgruppe einen so großen Einfluß auf die Wirksamkeit der Verbindungen
gegen Tuberkel-Bazillen und die Butylgruppe den entgegengesetzten Einflüß ausübt,
Es scheint ziemlich sicher zu sein, daß dies nicht mit der Fettlöslichkeit oder
anderen lipophilen Eigenschaften zusammenhängt, da die Verlängerung der Kohlenwasserstoffkette
an der 9-Aminogruppe bis Bütyl -eine Erhöhung der Fettlöslichkeit hervorrufen würde,
aber die Wirksamkeit verringert.
-
Der Arylrest an der 5-Aminogruppe ist nicht ohne Wirkung. Der p= Tölylrest
ergibt eine Verbindung, die wesentlich wirksamer als die Phenyl- oder Äthylphenylverbindung
ist, aber das Vorhandensein eines Propylrestes an der 9-Aminogruppe erzeugtden gleichen
Effekt, und zwar in einer Höhe, die das Doppelte bis Achtfache oder mehr als das
Achtfache der Wirkung der Diäthylreste beträgt. Infolge ihrer hohen Wirksamkeitündder
verhältnismäßigniedrigen Produktionskosten sind die 5-p-Tolylaminoverbindungen besonders
bevorzugt, obwohl die Erfindung sich nicht auf ihre Herstellung beschränkt. Die
folgende Tabelle zeigt die durchschnittliche Lebensdauer von Mäusen, die mit einem
virulenten Tuberkulosestamm infiziert und mit verschiedenen Dosen 9-Diäthylamino-,
9-Äthylpropylamino- und g-Dipropylamino-5-arylamino-benzophenoxazin behandelt wurden.
In jedem Fall starben die Kontrollmäuse, die kein Mittel erhalten hatten; die durchschnittliche
Lebensdauer derselben betrug etwa 2 Wochen. Die anderen Mäusegruppen wurden mit
den Mitteln 7 Tage lang in Mischung mit ihrer Nahrung gefüttert.
Es ist hieraus zu ersehen, daß bei den wirksameren ;Mitteln in höheren therapeutischen
Dosen die Wirksamkeit der 9-Dipropylaminoverbindungen etwa das Achtfache derjenigen
der entsprechenden 9-Diäthylaminoverbindungen beträgt. Die Wirksamkeit der Äthylpropylaminoverbindungen
beträgt etwa das Doppelte der Diäthylaminoverbindungen. Bei den weniger wirksamen
Verbindungen sind die Dipropylaminoverbindungen mindestens doppelt so wirksam wie
die Diäthylaminoverbindungen.
-
Die folgende Tabelle zeigt die Lebensdauer einer Durchschnittsmaus
nach Behandlung mit einer Anzahl vonMitteln, einschließlich fastunwirksamerBenzophenoxazine,
und dem Standardmittel Streptomycin. Eine Reihe von Zahlen sind die gleichen wie
in Tabelle i.
| Tägliche Arzneigabe in Milligramm/ |
| Kilogramm (unten angegeben) |
| 40o i 20o i 10o I 50 25 |
| Streptomycin*) . . giftig , 42 J 30 23 15 |
| *) Bedeutet eine 14 Tage lange Behandlung statt einer 7 Tage |
| langen und eine subkutane Anwendung statt einer oralen. |
Wenn auch Vergleiche hinsichtlich der Wirksamkeit von Nutzen sind, um die Gleichheit
bei der Wirkung der Propylgruppe hervorzuheben, wird der tatsächliche Wert jedes
Mittels durch die Ergebnisse bestimmt, die am Testobjekt mit der zulässigen Maximaldosis
erzielt werden. Hier werden die Vorzüge der 9-Dipropylaminoverbindungen und im besonderen
der Verbindung 9-Dipröpylamino-5-p-tolylamino-benzophenoxazin eindrucksvoll dargelegt
und durch die Tabellen I und II veranschaulicht, die ein Am-Leben-Bleiben der meisten
mit den verschiedenen Mitteln behandelten Mäuse beweisen. Wie oben schon festgestellt
und gesagt wurde, starben alle Kontrollmäuse im Durchschnitt innerhalb von etwa
2 Wochen.
-
Die Tabelle II zeigt im einzelnen, daß der größte Teil der Mäuse ein
wenig länger lebt, wenn er mit der Dimethylaminoverbindung gefüttert wird. Die Lebensdauer
einer normalen Maus erhöht sich bis auf etwa 42 Tage bei Verabreichung von Streptomycin,
dem am häufigsten gebrauchten und wirksamsten Arzneimittel bei der Bekämpfung der
menschlichen Tuberkulose. Das 9-Diäthylamino-5-p-tolylamino-benzophenoxazin ergibt
eine Lebensdauer von etwas über 6o Tagen. Die entsprechende Dipropylverbindung ergibt
in einer Dosis, die sich mit der maximal zulässigen
Dosis von Streptomycin
vergleichen läßt, eine durchschnittliche Lebensdauer von mehr als i5o Tagen. Wenn
man bedenkt, daß die Lebensdauer einer Maus nur etwa 1/3o der Lebensdauer des Menschen
beträgt, scheint es durchaus möglich zu sein, daß einige derMäuse, die mit der optimalen
Dosis des besonders vorteilhaften 9-Dipropylamino-5-p-tolylamino-benzophenoxazins
behandelt werden, tatsächlich geheilt werden können; ein derartiger Erfolg ist niemals
bei Mäusen bisher beobachtet worden, die derart extrem drastischen Prüfungen unterzogen
wurden.
-
Es muß betont werden, daß die Mäuse, denen nach der Infizierung Streptomycin
verabreicht wurde, dieses 14 Tage lang erhielten, während die Mäuse, denen die besonders
empfohlenen Mittel der Erfindung verabreicht wurden, diese nur 7 Tage lang mit ihrem
Futter erhielten.
-
Die Brauchbarkeit eines Mittels hängt nicht allein von seiner Wirksamkeit,
sondern auch von seiner Toxizität und der Neigung ab, arzneimittelbeständige Stämme
der Mikroorganismen zu bilden. Bei den vorteilhaftesten der erfindungsgemäßen Verbindungen
ist die Wirksamkeit wesentlich größer als die des Streptomycins; die akute Toxizität
ist bedeutend geringer, und bakteriologische Versuche haben gezeigt, daß keine widerstandsfähigen
Stämme von Tuberkuloseerregern entstehen, was besonders bei der Streptomycin-Therapie
von Nachteil ist.
-
Im allgemeinen werden die Verbindungen dieser Erfindung in Form ihrer
Salze, wie z. B. der Nitrate oder Hydrochloride, hergestellt. Diese stellen Verbindungen
dar, die in Alkohol mit intensiv blauer Farbe löslich sind. Sie können durch Alkali
in die freie Base unter Bildung einer rotgefärbten Verbindung übergeführt werden.
Für therapeutische Zwecke werden die Verbindungen normalerweise in Form ihrer Basen
per os verabreicht. Die Anwendung erfolgt am besten mit der Nahrung zusammen in
feinzerteiltem Zustand.
-
Die Erfindung wird des näheren in den folgenden Beispielen beschrieben.
Alle Teile sind gewichtsmäßig zu verstehen. Beispiel i a) 9-Di-n-propyl-amino-benzo-[a]-phenoxazonium-nitrat
Eine Mischung von 144 Teilen 2-Naphthol, 82 Teilen Zinkchlorid und rooo Teilen Äthylalkohol
wird auf Rückflußtemperatur erhitzt. Zu der siedenden Lösung werden in kleinen Portionen
242,5 Teile N, N-Di-npropyl-4-nitroso-anilin-hydrochlorid gegeben. Die Mischung
wird weiter zum Kochen erhitzt, bis kein gelber Fleck auf feuchtem Filterpapier
mit einem Tropfen der Reaktionslösung entsteht. Nach dem Abkühlen wird das ausgefallene
9-Di-n-propyl-amino-benzo-[a]-phenoxazoniumchlorid-Zinkchlorid-Doppelsalz abfiltriert
und in 18 ooo Teilen heißem Wasser gelöst. Nach dem Klären der entstandenen Lösung
werden 95o Teile konzentrierter Salpetersäure zugegeben. Beim Abkühlen fällt das
9-Di-n-propyl-amino-benzo-[a]-phenoxazonium-nitrat aus; es wird abfiltriert und
ergibt nach dem Trocknen bei 5o° C 112 Teile an Substanz in Form grünlicher Platten
mit kupferähnlichem Glänz. b) 5-Phenylamino-9-di-n-propyl-amino-benzo-[a]-phenoxazonium-nitrat
Eine Mischung von 197 Teilen 9-Di-n-propyl-aminobenzo-[a]-phenoxazonium-nitrat mit
14o Teilen Anilin und i5oo Teilen Äthylalkohol wird erwärmt, bis vollständige Lösung
eintritt. Die Lösung wird abgekühlt und stehengelassen, bis die Abscheidung der
glänzend grünen Nadeln vollständig ist. Der Niederschlag wird danach abfiltriert
und ausÄthylalkohol umkristallisiert und die Substanz in Form des Monohydrats erhalten.
-
Die Substanz wird in angesäuertem Äthylalkohol gelöst, wobei eine
intensiv grünlichblau gefärbte Lösung mit einer maximalen Lichtabsorption bei der
Wellenlänge von etwa 66o mu auftritt. Beim Zufügen von Alkali wird die Lösung rot
und besitzt unter Bildung der freien Base eine maximale Absorption bei
531 mu. Beispiel 2 5-(4-@lethylphenylamino)-9-di-n-propyl-amino-benzo-[a]-phenoxazonium-nitrat
Es wird nach der Verfahrensweise vom Beispiel i gearbeitet, jedoch bei der zweiten
Umsetzungsstufe das Anilin durch 16o Teile p-Toluidin ersetzt. Der erhaltene Niederschlag
besteht aus den bräunlichgrünen Nadeln des Hemihydrats.
-
Beim Lösen der grünen Nadeln in angesäuertem Äthylalkohol wird eine
blaue Lösung erhalten, die in die rote Farbe der freien Base beim Alkalischmachen
mit Ammoniumhydroxyd umschlägt. Die Absorptionsmaxima der blauen und roten Lösung
besitzen im wesentlichen die gleichen Wellenlängen wie die des Produktes vom Beispiel
i.
-
Beispiel 3 5-(4-Athylphenylamino)-9-di-n-propyl-amino-benzo-[a]-phenoxazonium-nitrat
Es wird nach der Verfahrensweise vom Beispiel i gearbeitet und
das Anilin durch 182 Teile p-Äthylanilin ersetzt. Das Produkt wird in Form glänzendgrüner
Platten erhalten und besteht wie beim vorangehenden Beispiel ebenfalls aus einem
Hemihydrat.
-
Beispiel 4 5-(3-Methylphenylamino)-9-di-n-propyl-amino-benzo-[a]-phenoxazonium-nitrat
Es wird nach der Verfahrensweise vom Beispiel i gearbeitet, aber statt =4o Teile
Anilin werden =6o Teile m-Toluidin verwendet. Das Produkt wird inForm brauner Nadeln
gewonnen, die in angesäuertem Äthylalkohol eine blaue Lösung ergeben, die beim Zufügen
von Ammoniumhydroxyd in Rot umschlägt.
-
Beispiel 5 5-(2-Methylphenyiamino)-9-di-n-propyl-amino-benzoa]-phenoxazonium-nitrat
Es wird wie im Beispiel i gearbeitet, aber das Anilin durch =6o Teile o-Toluidin
ersetzt. Das Produkt wird in Form brauner Nadeln erhalten. Es zeigt den gleichen
Farbwechsel in äthylalkoholischer Lösung, nur daß es in Form der Salzlösung ein
deutliches Grünlichblau aufweist. Beispiel 6 5-(2,, 4-Dimethylphenylamino)-9-di-n-propylamino-benzo-[a]-phenoxazonium-nitrat
,
Es wird wie im Beispiel i gearbeitet, aber das Anilin durch 187, Teile 2, 4-Xylidin
ersetzt. Die Reaktion verläuft etwas rascher als im Beispiel i, aber die Abschei-Jung
der Kristalle erfolgt etwas langsamer. Das Produkt wird in Form brauner Kristalle
gewonnen, die in angesäuertem Alkohol eine grünlichblaue Lösung ergeben, die beim
Zufügen von Alkali die freie Base entstehen läßt, wobei die Farbe in Rot umschlägt.
-
Beispiel 7 5-(4-Isopropylphenylamino)-9-di-n-propylamino-benzo-[a]-phenoxazonium-nitrat
Es wird wie im Beispiel i gearbeitet, jedoch werden statt des Anilins
203 Teile p-Isopropylanilin verwendet. Die Reaktion verläuft wie im Beispiel
6 schnell, jedoch erfolgt auch hier die Abscheidung der Substanz ziemlich langsam.
Das Produkt wird in Form brauner Kristalle erhalten, die die gleichen blauen und
roten Lösungen in Alkohol bei den verschiedenen pH-Werten ergeben, wie in den vorstehenden
Beispielen beschrieben wurde.
-
Beispiel 8 a) 9-Äthylpropylamino-benzo-[a]-phenoxazonium-nitrat Diese
Verbindung wird nach der im Beispiel i beschriebenen Weise hergestellt, nur daß
22,8 Teile N-Äthyl-N-n-propyl-4-nitroso- anilin-hydrochlorid statt 242,5 Teile N,
N-Di-n-propyl-4-nitroso-anilinhydrochlorid verwendet werden.
-
Das hier gebrauchte N-Äthyl-N-n-propyl-4-nitrosoanilin-hydrochlorid
wird durch allmähliches Zufügen einer Lösung von 166 Teilen Natriumnitrit in 3oo
Teilen Wasser zu einer gekühlten Lösung von 326 Teilen von N-Äthyl-N-n-propyl-anilin
in 6oo Teilen konzentrierter Chlorwasserstoffsäure und 8oo Teilen Wasser hergestellt.
Nach Beendigung der Reaktion wird überschüssige Natronlauge zugefügt, wobei die
Nitrosobase sich in Form eines grünen Öls abscheidet, das in Äther aufgenommen wird.
Nach dem Trocknen der Ätherlösung wird gasförmiger Chlorwasserstoff eingeleitet,
so daß das Hydrochlorid des N-Äthyl-N-n-propyl-4-nitroso-anilins ausfällt, das abfiltriert
und aus heißem Äthylalkohol umkristallisiert wird, wobei eine gelbgrüne kristallinische
Substanz entsteht.
-
b) 5-(4-Methylphenylamino)-9-äthylpropylaminobenzo-[a]-phenoxazonium-nitrat
=33 Teile 9-Äthylpropylamino-benzo-[a]-phenoxazonium-nitrat werden in iooo Teilen
Äthylalkohol
gelöst und ii2Teile p-Toluidin unter Rühren zugefügt.
Die Farbe der Lösung schlägt von Rötlichblau in Blaugrün um, und beim Kühlen und
Stehen bildet sich ein Niederschlag, der durch Abfiltrieren gewonnen wird. Nach
dem Umkristallisieren aus Äthylalkohol wird das Produkt als feste violette Substanz
erhalten, die in Äthylalkohol löslich ist und bei saurer Reaktion eine blaue Lösung
ergibt, die beim Zufügen von Ammoniumhydroxyd in Rot umschlägt.
-
Beispiel 9 5-Phenylamino-9-äthylpropylamino-benzo-[a]-phenoxazonium-nitrat
Es wird wie im Beispiel 8 gearbeitet, das p-Toluidin jedoch durch 98 Teile Anilin
ersetzt. Das Produkt wird in Form grüner Kristalle mit metallischem Glanz gewonnen.
Wie in den vorhergehenden Beispielen löst es sich in Alkohol und ergibt bei saurer
Reaktion eine blaue Lösung, die beim Zufügen von Alkali in Rot umschlägt. Beispiel
io 5-Phenylamino-9-di-n-propyl-amino-benzo-[a]-phenoxazin-Base
2-Nitroso-5-di-n-propyl-amino-phenol in einer Menge, wie sie aus 218 Teilen m-Aminophenol
erhalten wird, wird zu einer Lösung von 169 Teilen N-Phenylnaphthylarnin-(i) in
i5oo Teilen Äthylalkohol gegeben und das Gemisch mit etwas Chlorwasserstoffsäure
angesäuert. Die Mischung wird gerührt und unter Rückfluß erhitzt, bis die Reaktion
beendet ist. Es wird eine intensiv blaue Lösung erhalten. Die Lösung wird mit dem
gleichen Volumen Äthylalkohol verdünnt und mit überschüssigem konzentriertem Ammoniumhydroxyd
behandelt, wobei ein öliges Produkt ausfällt, das sich bald zu der dunkelgrünen
Base verfestigt. Diese wird abfiltriert und zu einem grünlichen Pulver getrocknet.
-
Die Base löst sich in Alkohol und bildet eine purpurne Lösung, die
durch Zufügen von Chlorwasserstoffsäure grünlichblau wird. Es wird dann Äther zugefügt
und das Hydrochlorid der Base als feste Substanz abgeschieden, abfiltriert und gewonnen.
Beispiel ii 5-(4-Methylphenylamino)-9-di-n-propyl-amino-benzo-[a]-phenoxazin-Base
25 Teile 5-(4-Methylphenylamino)-9-di-n-propylamino-benzophenoxazonium-nitrat, hergestellt
wie im Beispiel 2, werden mit Zoo Teilen Äthylalkohol angerührt, und das Gemenge
wird mit io Teilen konzentriertem, wäßrigem Ammoniumhydroxyd behandelt. Die Farbe
der Mischung schlägt von grünlichblau in rotbraun um. Die entstandene Base ist in
Wasser unlöslich; sie wird abgesaugt oder abfiltriert, mit Wasser gewaschen und
darauf getrocknet; sie bildet dann ein dunkelgrünes Pulver, das bei etwa 178 bis
i79° C schmilzt. Beispiel 12 a) 9-n-Propylisopropylamino-benzo-[a]-phenoxazonium-nitrat
N-n-Propyl-N-isopropyl-4-nitroso-anilin wird wie im Beispiel 8 hergestellt, hierzu
wird das dort verwendete N -Äthyl-N-n -propyl-4-nitroso - anilin -hydrochlorid durch
die entsprechende Menge N-n-Propyl-N-isopropyl-4-nitroso-anilin-hydrochlorid ersetzt.
Das Produkt wird dann in das Benzophenoxazonium-nitrat nach dem Verfahren vom Beispiel
i übergeführt. b) 5-(4-Methylphenylamino)-9-n-propylisopropylamino-benzo-[a]-phenoxazonium-nitrat
Es wird wie im Beispiel 1 gearbeitet, jedoch g-n-Propylisopropylamino-benzo-[a]
-phenoxazonium-nitrat statt der im Beispiel 1 verwendeten g-Di-n-propylaminoverbindung
genommen. Es wird ein Produkt erhalten, das sich in Alkohol bei saurer Reaktion
mit blauer Farbe und bei alkalischer Reaktion mit roter Farbe löst. Beispiel 13
a) g-Butylpropylamino-benzoä]-phenoxäzonium-nitrat 4-Nitroso-butylpröpylanilin-hydrochloridwird
durch Behandeln einer chlorwasserstoffsauren Lösung von Butylpropylanilin mit einer
wäßrigen Natrinmnitritlösung bei einer Temperatur unter 1o° C und Abfiltrieren des
entstandenen kristallinischen Nitrosoderivats hergestellt. Eine Mischung von
792 Teilen ß-Naphthol, 415 Teilen wasserfreiem Zinkchlorid und 5oo Teilen
Äthylalkohol wird zum Sieden erhitzt. 141o Teile wi e oben hergestelltes 4-Nitroso-butylpropylanilin-hydrochlorid
werden allmählich unter ständigem Rühren zugefügt. Die Lösung wird dunkelgrün und
schlägt zum Schluß in Purpur um. Das Erhitzen wird unter Rückfluß fortgesetzt, bis
mit einem Tropfen der Reaktionslösung auf feuchtem Filterpapier kein gelber Fleck
mehr entsteht.
-
Beim Kühlen fällt das Zinkchloriddoppelsalz vom g-Butylpropylamino-benzo-[a]-phenoxazoniumchlorid
aus; es wird abfiltriert und mit Alkohol gewaschen. Die Verbindung wird in das Nitrat
umgewandelt, indem sie in Zoo ooo Teilen Wasser gelöst und mit 35o Teilen konzentrierter
Salpetersäure behandelt wird. Das Nitrat fällt aus, wird abfiltriert und mit Wasser
gewaschen. Es wird dann bei 50° C getrocknet und in Form einer dunkelgrünen festen
Substanz erhalten.
-
b) 5-Phenylaminö-g-butylpropylamino-benzo-[a]-phenoxazonium-nitrat
Eine Mischung von 407 Teilen g-Butylpröpylaminobenzo-[a]-phenoxazonium-nitrat, 28o
Teilen Anilin und 3ooo Teilen Äthylalkohol wird bis zur vollständigen Lösung gerührt.
Die Mischung wird dann über Nacht stehengelassen und der glänzend dunkelgrüne, kristallinische
Niederschlag abfiltriert und durch Umkristallisieren aus heißem Alkohol gereinigt.
-
Das auf diese Weise erhaltene Produkt löst sich in Äthylalkohol in
beschränktem Maße mit blauer Farbe. Zufügen von alkalischen Reagenzien verursacht
ein Umschlagen der Farbe in Rot unter Bildung der freien Base. Beispiel 14 5-(4-Methylphenylamino)-g-butylpropylaminobenzo-[a]-phenoxazonium-nitrat
Es wird wie im Beispiel 13 gearbeitet, nur daß die 28o Teile Anilin durch 32o Teile
p-Toluidin ersetzt werden.
-
In alkoholischer Lösung besitzt die Verbindung eine blaue Farbe; die
rote Farbe der Base erscheint beim Zufügen einer Lösung von Ammoniumhydroxyd. Beispiel
15 5-(4-Chlorphenylamino)-g-butylpropylaminobenzo-[a]-phenoxazonium-nitrat
Es wird wie im Beispiel 13 gearbeitet, nur daß statt der 28o Teile Anilin 38o Teile
p-Chloranilin genommen werden.
-
Die Base von diesem Nitrat entsteht durch Zufügen von überschüssigem
wäßrigem Ammoniumhydroxyd zu der Lösung des Salzes in Äthylalkohol. Beispiel 16
5-Phenylamino-g-butylpropylamino-benzo-[a]-phenoxazin-Base
Zu einer Lösung von 5 Teilen 5-Phenylaminog-butylpropylamino-benzo-[a]-phenöxazonium-nitrat,
hergestellt wie im Beispiel r3,: in 6ooTeilenAlkoholund 3oo Teilen Wasser werden
1o Teile konzentrierter Salmiakgeist zugefügt. Diese Mischung wird kurze Zeit erwärmt,
damit die feste Substanz koaguliert und ausfällt. Die ausgefallene Base wird dann
abfiltriert; sie stellt eine dunkelrotbraune wasserunlösliche feste Substanz dar,
die bei 137 bis 138° C schmilzt.
Beispiel 17 5-(2-Methylphenylamino)-9-butylpropylamino-benzo-[a]-phenoxazonium-nitrat
Es wird wie im Beispiel 14 gearbeitet, aber das p-Toluidin durch die gleiche Menge
o-Toluidin ersetzt. Die entstandene Verbindung besitzt die gleiche Löslichkeit und
Farbe wie die Verbindung des Beispiels 14.
| Tabelle III |
| Beispiel Substituent Substituent Fp.-Base Abs. Max. |
| am 9-Stickstoff am 5-Stickstoff ° C |
| Base I Salz |
| 1 Di-n-propyl - - 438 579 |
| 1 Di-n-propyl Phenyl 151 bis 152 531 66o |
| 2 Di-n-propyl p-Tolyl 178 bis 179 531 66o |
| 3 Di-n-propyl p-Äthylphenyl 171 bis 172 532 662 |
| 4 Di-n-propyl m-Tolyl - 530 661 |
| 5 Di-n-propyl o-Tolyl 147 bis 148 527 655 |
| 6 Di-n-propyl 2,4-Dimethylphenyl - 527 655 |
| 7 Di-n-propyl p-Isopropylphenyl 149 bis 150 527 655 |
| 8 Äthyl-n-propyl - - 430 576 |
| 8 Äthyl-n-propyl p-Tolyl - 532 66o |
| 9 Äthyl-n-propyl Phenyl - 531 66o |
| 10 Di-n-propyl Phenyl 151 bis 152 531 |
| ii Di-n-propyl p-Tolyl 178 bis 179 531 - |
| 12 n-Propylisopropyl - - - |
| 12 n-Propylisopropyl p-Tolyl - 532 663 |
| 13 n-Butyl-n-propyl - - 438 579 |
| 13 n-Butyl-n-propyl Phenyl 137 bis 138 536 664 |
| 14 n-Butyl-n-propyl p-Tolyl - 533 662 |
| 15 n-Butyl-n-propyl p-Chlorphenyl - 539 665 |
| 16 n-Butyl-n-propyl Phenyl 137 bis 138 536 |
| 17 n-Butyl-n-propyl o-Tolyl 129 bis 130 531 655 |