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Verfahren zur Herstellung von Kondensationsprodukten Es ist bekannt,
daß 2-Methyl-3-phytyl-i, 4-naphthohydrochinon (Dihydrovitamin K1) und dessen Abkömmlinge
durch Kondensation von 2-Methyl-I, 4-naphthohydrochinon mit Phytol oder Acetylphytol
oder Phytylbromid oder Phytadien dargestellt werden können. So wird in der deutschen
Patentschrift 714 034 die Kondensation von Acetylphytol und 2-Methyl-I, 4-naphthohydrochinon
mittels Zinkchlorid beschrieben. In der USA.-Patentschrift 2 348 037
wird
Phytylbromid mit dem Mononatriumsalz von 2-Methyl-i, 4-naphthohydrochinon umgesetzt.
Gemäß der USA.-Patentschrift 2 417 919 wird 2-Methyl-I, 4-naphthohydrochinon mit
Phytol oder Phytadien bei einer Reaktionstemperatur von 7o bis ido° und einer Reaktionsdauer
von etwa 24 Stunden kondensiert, wobei Oxalsäure und Trichloressigsäure als saure
Kondensationsmittel angewandt werden. Isophytol und Phytyläther sind bisher noch
nie mit 2-Methyl-I, 4-naphthohydrochinon kondensiert worden.
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Es wurde nun gefunden, daß man bei der Kondensation von 2-Methyl-i,
4-naphthohydrochinon mit Phytol oder Isophytol oder deren Abkömmlingen die Ausbeute
dadurch steigern kann, daß man :als saure Kondensationsmittel Bortrifluoridkatalysatoren
anwendet und eine Temperatur zwischen 30 und i2o° einhält. Während bisher
höchstens eine Ausbeute von 29 °/o erzielt werden konnte, liefert das neue Verfahren
Ausbeuten von über 40 °/a. Diese Verbesserung der Ausbeute bedeutet wegen der Kostbarkeit
der Endprodukte und der Phytolkomponente in wirtschaftlicher Hinsicht einen wesentlichen
Fortschritt. Die Kondensation mit Bortrifluoridkatalysatoren erfordert weder eine
hohe Reaktionstemperatur noch eine lange Reaktionsdauer. Sie führt deshalb auch
zu einer geringeren Zerstörung von gebildetem Kondensationsprodukt.
Die
Ausbeuteerhöhung erleichtert zudem die nachherige Reinigung wegen des günstigeren
Verhältnisses von Kondensationsprodukt zu Nebenprodukten.
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Das Verfahren ist besonders anwendbar auf Phytol, Isophytol, Phytylester,
Isophytylester und Phytyläther. Die Reaktionstemperatur wird zwischen 30 und i20°
gehalten. Eine zweckmäßige Ausführungsform der Erfindung besteht darin, daß man
als Katalysator Bortrifluorid-ätherat verwendet und eine Reaktionstemperatur zwischen
40 und 7o° wählt. Besonders empfehlenswert ist es, das 2-Methyli, 4-naphthohydrochinon
mit Isophytol zu kondensieren, da diese Verbindung synthetisch zugänglich ist. Beispiel
i il Gew-ichtsteile 2-Methyl-i, 4-naphthohydrochinon, 30 Raumteile wasserfreies
Dioxan und 1,5 Raumteile Bortrifluorid-ätheratwerden auf 50° erwärmt. Während man
rührt und Stickstoff einleitet, fügt man im Verlaufe von 15 Minuten io Gewichtsteile
Phytol in fo Raumteilen Dioxan zu. Darauf rührt man noch 2o Minuten bei 5o°, kühlt
dann die dunkelfarbige Reaktionslösung ab, fügt 6o Raumteile Äther zu und wäscht
zuerst mit Wasser, dann mit einem Gemisch von 3 Teilen n-Natronlauge und 2 Teilen
2,5°/oiger Natriumhydrosulfitlösung und wieder mit Wasser. Die wäßrigen Auszüge
werden fortlaufend mit Äther gewaschen. Man trocknet die vereinigten Ätherlösungen
mit Natriumsulfat und verdampft das Lösungsmittel, zuletzt unter vermindertem Druck.
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Das so gewonnene wachsartige Kondensationsprodukt wird mit 6o Raumteilen
Petroläther (Siedepunkt 3o bis 40°) versetzt und unter Zusatz eines wenig aktiven
Palladium-Blei-Katalysators (Pd-CaC03-Katalysator, dessen Aktivität durch Zusatz
von Blei und Chinolin abgestumpft ist) mit Wasserstoff geschüttelt. Dabei scheidet
sich das Kondensationsprodukt als voluminöser weißer Niederschlag aus. Man filtriert
bei Ausschluß von Luft unter Zugabe eines inerten grobkörnigen Adsorptionsmittels
(z. B. Aluminiumsilikatfiltersatz) und wäscht mit kaltem Petroläther nach. Darauf
extrahiert man das so gewonnene 2-Methyl-3-phytyl-1, 4-naphthohydrochinon mit Äther
aus dem Filtergut. Beispiel 2 6 Gewichtsteile 2-Methyl-i, 4-naphthohydrochinon werden
in 16 Raumteilen Acetylglykol-monomethyläther gelöst und mit o,8 Raumteilen Bortrifluoridätherat
versetzt. Man fügt bei 50° 3 Gewichtsteile Phy-tylacetat (hergestellt durch Kochen
von Phytol mit Acetanhydrid) zu und rührt während 2o Minuten. Darauf wird abgekühlt,
mit Äther verdünnt, mit einem Gemisch von 3 Teilen n-Natronlauge und 2 Teilen 2,5
°/oiger Natriumhydrosulfitlösung und mit Wasser gewaschen, getrocknet und eingeengt.
Man erhält 4,1 Gewichtsteile Kondensationsprodukt vom n; = 1,514. Beispiel 3 5 Gewichtsteile
Phytylformiat (dargestellt aus Phytol und Ameisensäure mittels Bortrifluorid ätherät;
Siedepunkt 145 bis i55°/o,i mm, 4ö = 1,459) werden im Laufe von io Minuten bei 5o'
einer Lösung von 3 Gewichtsteilen 2-Methyl-i, 4-naphthohydrochinon und i Raumteil
Bortrifluorid-ätherat in 15 Raumteilen Acetylglykolmonomethylätlher zugegeben. Man
rührt noch 2o Minuten bei 5o°, kühlt ab und reinigt das gebildete Kondensationsprodukt
nach den Angaben von Beispiel e. Beispiel 4 5 GewichtsteilePhytylmethyläther (dargestellt
durch Kochen von Phytylbromid in Methylalkohol mit Kaliumcarbonat; Siedepunkt 132
bis 135°/0,0z mm und WO> = 1,457) werden in 5 Raumteilen Dioxan gelöst und dann
bei 5o° einer Lösung von 5 Gewichtsteilen 2-Methyl-i, 4-naphthohydrochinon und i
Raumteil Bortrifluorid=ätherat in 2o Raumteilen Dioxan zugegeben. Man rührt i Stunde
bei 5o°, kühlt ab und reinigt das erhaltene Kondensationsprodukt nach den Angaben
von Beispiel e. Beispiel 5 fo Gewichtsteile Isophytol in fo Raumteilen Dioxan werden
bei 50° im Verlaufe von 15 Minuten einer Lösung von il Gewichtsteilen 2-Methyl-1,
4-naphthohydrochinon und 1,5 Raumteilen Bortrifluorid-ätherat in 3o Raumteilen Dioxan
unter Rühren zugefügt. Darauf rührt man noch 2o Minuten bei 50° und reinigt das
gebildete Kondensationsprodukt nach den Angaben von Beispiel i. Beispiel 6 2o Gewichtsteile
Isophytylacetat (dargestellt aus Isophytol und Acetylchlorid in Pyridinlösung; Siedepunkt
i28°/o,i mm,. Wö = 1,454) werden in 2o Raumteilen Dioxan gelöst und bei 5o° unter
Rühren einer Lösung von 2o Gewichtsteilen 2-11@Zethyl-z,4 -naphthohydrochinon und
4 Raumteilen Bortrifluorid-ätherat in 8o Raumteilen Dioxan zugegeben. Man rührt
30 Minuten bei 50° und arbeitet nach den Angaben von Beispiel 2 auf. Man
erhält 28 Gewichtsteile rohes Kondensationsprodukt vom WD = 1,512. Beispiel 7 Eine
Lösung von 5 Gewichtsteilen 2-Methyli, 4-naphthohydrochinon in 2o Raumteilen Dioxan
wird mit i Raumteil mit Bortrifluorid gesättigtem Anisol versetzt und auf 50° erwärmt.
Während man rührt und Stickstoff einleitet, versetzt man mit einer Lösung von 5
Gewichtsteilen Phytol in 5 Raumteilen Dioxan und rührt 30 Minuten bei 5o°.
Das gebildete Kondensationsprodukt wird nach den Angaben von Beispiel 2 aufgearbeitet.
Man erhält 6,8 Gewichtsteile rohes Kondensationsprodukt vom nö = 1,5o9. Beispiel
8 Eine Lösung von fo Gewichtsteilen 2-Methyli, 4-naphthohydrochinon in 4o Raumteilen
Dioxan versetzt man mit io Raumteilen Dioxan, in die vorher i Gewichtsteil gasförmiges
Bortrifluorid eingeleitet wurde. Man fügt bei 5o° fo Gewichtsteile Isophytol in
io Raumteilen Dioxan zu und rührt 30 Minuten bei 5o°. Die Aufarbeitung erfolgt
nach den Angaben von Beispiel i. Man erhält in guter Ausbeute racemisches
2-Methyl-3-phytyl-i,
4-naphthohydrochinon in Form eines goldgelben Öles, das in allen Eigenschaften mit
dem Produkt von Beispiel s übereinstimmt.