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Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen von Schuhwerk Die Erfindung
bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung eines Schuhwerkes, und zwar eines
Schuhwerkes, das in seiner Gesamtheit ohne Anwendung von Nägeln (Täksen), Nähten
od. dgl. lediglich durch Verklebung aller in Betracht kommenden Teile miteinander
hergestellt ist.
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Dieses Verfahren kennzeichnet sich dadurch, daß (las Futter in den
Rand der dem Leisten entsprechend genau zugeschnittenen Brand- bzw. Einlegesohle
angesteppt und in den fertigen Schaft, dessen Einzelteile durch Verklebung miteinander
unter Zuschärfung der sich ü'berlapperndenTeile verbunden werden, eingeklebt wird,
indem der entsprechende Futterrand an die in Frage kommende Stelle im Innern des
Schaftes angefügt wird, wonach in den mit Futter versehenen Schaft der Leisten eingefügt
und dabei die Fersenkappe zwischen Futter und Schaft eingeschoben und eingeklebt
wird und der über den Leisten vorstehende Rand des Schaftes, soweit es sich um den
Fersenteil des Schuhes handelt, auf die Einlege- bzw. Brandsohle gebogen, soweit
es sich um den Zehen-und Ballenteil handelt, aber nach außen abgebogen wird, wonach
die Laufsohle auf die umgebogenen Ränder des Schaftes aufgeklebt und schließlich
die Trocknung des fertig geklebten Schuhes durch infrarote Strahlen unterstützt
wird, :auf diese Weise gelingt es, mit den einfachsten Maßnahmen eine sichere Zusammenfügung
aller Teile des Schuhwerkes zu erreichen, ohne daß dabei eine andere Zusammenfügung
dieser Teile als durch Kleben stattfindet. Dieses Schuhwerk weist eine beträchtliche
Elastizität auf und kann mit den bekannten Einrichtungen und Maschinen der Schuhwerkstätten
bzw. Schuhfabriken durchgeführt «-erden, wobei aber zweckmäßigerweise besondere
für das Verfahren geeignete Maschinen Verwendung finden.
Zur Formung
des Fersenteiles bzw. Anbringen des Fersenfutters, der Hinterkappen usw. wird eine
Maschine verwendet, bei der eine Anzahl von Fersenleisten vorgesehen ist, mit einer
sich auf den Fersenteil des auf den Leisten aufgesteckten Schuhes auflegenden Schlaufe,
die gegen den Schuh festgezogen wird, wobei die Schlaufe von einem Preßluftkissen
gebildet wird.
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Für die umzubiegenden Ränder des auf den Leisten gebrachten Schaftes
wird ein Gerät versendet, das in einem von einem Ständer getragenen Rahmen besteht,
der durch Längsteilung in zwei gegeneinander bewegliche Teile getrennt ist, die
je auf einen Träger gesteckt sind, wobei die Träger durch eine am Gestell gelagerte
Schraubspindel gegeneinander beweglich gemacht sind und die einander zugekehrten,
der Leistenform entsprechend profilierten Ränder der Formenteile durch auf die Formenpfiatte
abnehmbar aufgelegte Streifen gebildet werden.
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Bevor die Laufsohle mit den übrigen Teilen verbunden wird, ist es
erforderlich, eine Aufrauhung der für das Ankleben in Betracht kommenden Teile vorzunehmen,
indem eine längs des Sohlenrandes mit Abstand verlaufende Aufrauhung stattfindet,
für die eine Maschine benutzt wird, bei der der Aufrauhkopf in der senkrechten Längsachse
der Antriebswelle nicht exzentrisch gelagert ist, wobei für das Werkstück eine angetriebene,
Auflagescheibe mit derart abweichend von der Längsrichtung der Aufrauhkopfwelle
stehender Antriebswelle vorgesehen ist, daß sich der Aufrauhkopf exzentrisch auf
die Scheibe aufsetzt, deren Oberfläche flach dachförmig mit von der Mitte abfallender
Schräge ausgebildet ist.
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Für die Trocknung wird eine Vorrichtung verwendet, die vornehmlich
in einem geschlossenen Behälter gitterförmig od. d-1. ,durchlässig gestaltete Auflagen
für das Schuhwerk und eine Gruppe von die Auflagen mit entsprechendem Abstand rings
umgebenden Bestrahlungskörpern aufweist, wobei entweder bei feststehendem Bestrahlungskörper
die Auflage eine kreisende Be-,vegung ausführt oder bei feststehender Auflage die
Bestrahlungskörper eine kreisende Bewegung ausführen. Dabei ist eine Reihe von Auflagen
an einem sternförmigen Körper schaulcelartig aufgehängt, und es sind Mittel vorgesehen,
um den Stern dauernd um seine waagerechte Achse zu drehen.
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Zur näheren Erläuterung des Verfahrens dienen folgende Ausführungen
und die zeichnerischen Darstellungen.
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Abb. i zeigt schaubildlich die aus Stoff bestehende Einlegesohle io,
die entsprechend der Leistengröße genau zugeschnitten ist. An dem Rand dieser Sohle
ist durch Maschinensteppung i i das Schuhfutter 12 befestigt.
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Abb. 2 zeigt ebenfalls schaubildlich den Schaft, der aus drei Oberlederteilen
13, 14 und 15 besteht. Diese Teile sind durch Verklebung miteinander verbunden,
indem die Ränder 16, 17 einander überlappen. Dabei sind diese Ränder, wie
aus Abb. 3 ersichtlich, zugeschärft, damit an den Klebstellen keine beim Tragen
des Schuhwerkes lästigen Verstärkungen entstehen.
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Abb.4 zeigt im senkrechten Querschnitt, wie das an die Einlegesohle
io angenähte Futter 12 in den Schaft eingeklebt ist. Es ist der Rand 18 des Futters
mit dem inneren oberen Rand der Schaftteile 13, 14 verbunden.
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Zwischen Futter und Schaft wird die Hinterkappe eingeschoben und eingeklebt,
wobei für das feste Zusammenfügen der Fersenteile des Schuhwerkes zweckmäßig eine
Vorrichtung benutzt wird, die in Abb.5 dargestellt ist.
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Es ist ein Gestell in Form eines Ständers i9 vorhanden, der einen
drehbaren Teller 2o trägt, an dem eine Reihe von Trägern 2o' für je einen Arbeitsplatz
vorgesehen ist. An jeder Arbeitsstelle ist eine Auflage für den Fersenteil des vorläufig
noch nicht mit Laufsohle und Absatz versehenen Schuhkörpers 2i vorgesehen. Über
jeder Auflage ist eine Schlaufe 22 an den Federn 23 aufgehängt, die mittels einer
Stange 24 am Umfang einer oberen Tellerscheibe 25 aufgehängt sind. Jede Schlaufe
besteht aus einem Preßluftkissen, an dessen beiden Enderi Blechstücke 26 befestigt
sind, in deren Mitte je eine Kette 27 aufgehängt ist. Diese Kette läuft über Rollen
28, deren Lager verdrehbar um den Zapfen 29 am oberen Ende einer Stange
30 sitzt. Diese Stange geht durch eine Schiebernuß 31 hindurch, die in dem
gegabelten Ende 32 des nach unten ragenden Teiles des betreffenden Trägers 2ö verschiebbar
gleitet. Unten endet die Stange 30 in einem Fußtritt 33.
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Es setzt sich an der jeweils in Anspruch genommenen Arbeitsstelle
das schlaufenartige Preßluftkissen 22 auf den hinteren Teil des Schuhwerkes auf,
und gleichzeitig legt sich der aufgeblähte Teil des Kissens seitlich an das Schuhwerk
an, wodurch eine vollkommene Formung .des Fersenteiles des Schuhwerkes herbeigeführt
wird.
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Das mit eingesetzter Hinterkappe versehene Werkstück wird nunmehr
auf den Leisten aufgebracht, wonach sich das in Abb. 6 im senkrechten Querschnitt
gezeigte Bild ergibt. Der Leisten ist mit 34 bezeichnet, wobei die Ränder 35 des
Schaftes über den Leisten. vorragen. Diese Ränder werden nun mit Hilfe des in Abb.
7 und 8 dargestellten Rahmens abgebogen, und zwar die Partie des Randes im Bereich
des Fersenteiles wird nach innen auf den Leisten umgebogen, während die Partie des
Randes im Bereich des Zehen- bzw. Ballenteiles nach außen abgebogen wird.
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Es ist ein Ständer 36 vorhanden, in dessen obere Bohrung der Zapfen
eines wannenförmigen Trägers 37 hineinragt. Der Zapfen wird gegen Verdrehung gesichert.
In der Wanne befindet sich eine Spindel 38 mit Rechts- und Linksgewinde.
Auf jedem Gewinde läuft eine in der Wanne geführte Spindelnuß 39, die mit einer
von ihr getragenen Führungsplatte 40, die in Abb. 8 fortgelassen ist, auf dem oberen
Rand der Wanne aufliegt. Jede Platte trägt einen senkrechten Bolzen,
in
dessen Bohrung der Zapfen je eines Rahmenteiles 41 und 42 eingesteckt ist und durch
eine Flügelmutter festgehalten wird.
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Auf diese Weise kann man die beiden Rahmenteile 41 und 42 gegeneinander
oder voneinander bewegen. In der endgültigen Gebrauchsstellung sind die beiden Rahmenteile
(vgl. Abb. 8) so zusammengefügt, daß ihre Stoßflächen sich berühren, und die Rahmenteile
werden in dieser Stellung durch verschwenkbar gelagerte Stellmuttern 43 zusammengehalten.
Der Leisten 34 trägt das Oberleder 14, dessen Rand 35 über den Leisten vorsteht
der in der aus Abb. 7 ersichtlichen Weise in den Rahmen eingesetzt ist. Die beiden
Rahmenteile 41 und :42 tragen je einen Streifen 44, der durch Schrauben an der Oberfläche
des betreffenden Rahmenteiles befestigt ist. Diese Streifen sind entsprechend der
jeweils in Betracht kommenden Leistenform profiliert, schließen sich also mit ihren
dem Leisten zugekehrten Rändern genau an den Leisten an. Infolgedessen kann man
die vorstehenden Ränder 35 des Oberleders nach außen oder innen umbiegen.
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Auf die mit Klebstoff versehenen abgebogenen Sohlenränder wird dann
die Brand- bzw. Laufsohle aufgepreßt, nachdem die Laufsohle vorher mit einer längs
des Sohlenrandes mit Abstand verlaufenden Aufrauhung versehen ist. Um dem nach dem
neuen Verfahren hergestellten Schuh ein rahmenschuhähnliches Ansehen zu geben, wird
nach dem ersten Aufkleben des Oberleders an die Zwischensohle zweckmäßigerweise
ein Rahmen aus Leder oder Werkstoff mittels Maschine oder Hand aufgedoppelt. Für
diese Aufrauhung wird die Maschine gemäß den A'bb.9, io und ii verwendet, wobei
Abb.9 ein senkrechter Längsschnitt, Abb. io eine Ansicht von oben und Abb. i i eine
Sonderdarstellung ist.
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Von einem Elektromotor aus wird unter Zwischenschaltung eines stufenlosen
Wechselgetriebes eine senkrecht stehende Welle gedreht, in deren unterem Ende ein
Aufrauhkopf 45 befestigt ist, der auf dem Querbolzen 46 in bekannter Weise die Aufrauhrädchen
47 in Form von senkrecht gestellten, am Umfang gerändelten Scheiben trägt. Versetzt
gegen die senkrecht stehende Welle des Aufrauhkopfes ist eine zweite Welle 48 vorgesehen,
die oben eine Scheibe 49 trägt, deren Oberfläche ganz flach dachförmig profiliert
ist so daß sie von der Mitte aus nach den Rändern zu schräg abfällt. Der Aufrauhkopf
45 setzt sich exzentrisch auf die Scheibe 49 bzw. auf das auf die Scheibe aufgelegte
Werkstück 5o, nämlich die Schuhsohle auf. Die auf die Scheibe aufgelegte Sohle wird
durch die Schräge, im Verein mit dem Druck des Aufrauhkopfes so beeinflußt, daß
ihr Rand gegen Anschlagrollen 5 i gedrückt wird, was eine automatische Weiterbeförderung
der Sohle herbeiführt. Die ]Zollen 5i sind konzentrisch mit nach unten zu gericht,eter
Verjüngung gehalten, so daß bei der Aufrauharbeit nicht ein nach oben gerichtetes
Aufklaffen des Sohlenrandes in die Erscheinung treten kann. Es ist noch zu bemerken,
.daß nach der Arbeitsstelle eine gegabelte Saugleitung 52 führt, welche den beim
Aufrauhen entstehenden Staub absaugt.
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Das auf dem Leisten steckende Schuhwerk wird, nachdem die Laufsohle
mit ihrer aufgerauhten Seite auf die umgebogenen Ränder des Schaftes unter Verleimung
aufgelegt ist, in eine Klebepresse eingebracht. Dort findet die Vereinigung unter
Druck und Hitze statt, wobei ein:Luftkissen verwendetwird, das in der Abb. 12 im
waagerechten Querschnitt und in Abb. 13 in einer Ansicht von oben dargestellt ist.
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Das Preßkissen besteht aus den beiden Deckschichten 53 und 54. Zwischen
diesen Deckschichten befindet sich eine Blase, welche durch zwei flach aufeinandergelegte
Gummiplatten 55 und 56 gebildet ist, deren Ränder durch geeignete Verklebung miteinander
verbunden sind. Die Ränder der so gebildeten Blase sind zwischen die Ränder der
Deckschichten 53 und 54 gefaßt, wobei alle Ränder gemeinsam durch die Schrauben.57
miteinander verbunden sind. Diese Schrauben pressen Unterlagsscheiben 58 an. Die
Unterlagsscheiben sind so profiliert, daß das eine zugeschärfte Ende 59 in eine
entsprechende Ausnehmung 6o am anderen Ende der benachbarten Unterlagsscheibe hineinragt.
Die Unterlagsscheiben bilden auf diese Weise eine in sich geschlossene, leicht bewegliche
Gliederkette.
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Es findet eine Beheizung mit Hilfe von Heizdrähten 61 statt, die nach
außen geführt sind und an einen Stecker 62 sich anschließen. Die Heizdrähte liegen
in der Tasche 63 zwischen der Blasenschicht 55 und der Deckscheibe 53.
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Die Wirkung der Preßluft erstreckt sich unmittelbar bis an den Rand
des Kissens, der an sich eine genügende Nachgiebigkeit aufweist, und es wird in
allen Teilen des Kissens eine gleichmäßige Verteilung des Preßluftdruckes erreicht,
wobei das Kissen trotzdem eine genügende Festigkeit besitzt, um ein Durchwölben
der Sohle des Schuhwerkes zu verhindern. Überdies verkleinern sich die Abmessungen
des Kissens dadurch, daß der Blasenrand selbst mit in den Kissenrand einbezogen
ist, während sonst die fertige Blase zwischen die am Rand miteinander verbundenen
Deckschichten eingelegt wird.
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Der so durch Verklebung seiner einzelnen Teile miteinander erstellte
Schuh wird in eine Vorrichtung eingebracht, in welcher unter Einwirkung von infraroten
Stralen die Trocknung herbeigeführt 1>zw beschleunigt wird.
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Die dafür geeignete Vorrichtung ist in den Abb. 14 und 15 dargestellt,
wobei Abb. 14 eine Ansicht von vorn und Abb. 15 eine Ansicht von der Seite ist.
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Die Füße 64 tragen ein Gehäuse, welches aus zwei Teilen besteht, nämlich
einem oberen Teil 65 und: einem unteren Teil 66. Dieses Gehäuse hat eine im Querschnitt
im wesentlichen rechteckige Form, und in Nischen, die in den vier Ecken angebracht
sind, ist je eine Reihe von infraroten Bestrahlungslampen 67 vorgesehen. In dem
Gehäuse
sind in den Lagern 68 die waagerechten Zapfen je eines aus
vier Armen 69 bestehenden Sternes gelagert, wobei die Arme der beiden Sterne durch
Querstäbe 70 miteinander verbunden sind. An diesen Querstäben ist je eine
Schaukel aufgehängt, die eine bei der Drehung der Sterne stets in waagerechter Lage
verharrende Auflage 71 für das Schuhwerk oder Teile davon besitzt. Diese Auflage
ist gitterförmig od. dgl. gestaltet. Von einer Antriebsscheibe 7.2 aus wird
die waagerechte Schneckenwelle 73 gedreht, die mit einem Schneckenrad im Eingriff
steht, auf dessen Achse ;4 eine Scheibe mit einem Nocken 75 sitzt. Bei der Drehung
der Scheibe kommt der Nocken mit dem an einer zweiten Scheibe 76 angeordneten Nocken
in Eingriff und bewirkt dadurch die Weiterschaltung des Sternrades. Bei dieser Drehung
werden die auf der Unterlage 71 hergestellten Schuhwerke od. dgl. im. Kreis herumgeführt,
wobei die infraroten Strahlen von allen Seiten an das Schuhwerk herantreten können
und somit eine schnelle und vollständige Trocknung herbeiführen.
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Abgesehen von der gezeichneten Ausführung könnten auch umgekehrt die
Unterlagen 71 stillstehen, während das Gehäuse mit den infraroten Bestrahlungslampen
67 eine Drehung im wesentlichen um die Achse des Sternes ausführt.
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Bei dem fertigen Schuh handelt es sich nun noch darum, die Schnittränder
der Laufsohle bzw. Einlegesohle zu polieren und einzuwachsen, was mit Hilfe der
in Abb. 16 und 17 gezeichneten Vorrichtung geschieht.
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Abb. 16 ist eine Vorderansicht mit teilweise senkrechtem Querschnitt,
und Abb.17 ist eine Seitenansicht mit teilweise senkrechtem Querschnitt.
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Auf der senkrechten Stange 77 ist gleitbar und feststellbar ein Körper
78 angeordnet, aus dem die Stange 79 hervorragt. Auf dieser Stange ist mittels einer
Schelle der Heizkörper8o befestigt, in dessen Bohrung eine elektrische Widerstandsheizung
eingesetzt wird. Der Körper 8o legt sich in Ausnehmungen ein, welche zwischen den
beiden nach unten ragenden Wandflächen 8i vorhanden sind, wobei diese Wandflächen
von dem Boden eines Wachsaufnahmegefäßes 82 ausgehen. Auf diese Weise wird die Beheizungswärme
bestens auf den Wachsbehälter übertragen. Das in den Behälter eingebrachte mehr
oder weniger feste Wachs wird erwärmt und fließt dann durch die eine Bohrung in
das schräg gestellte Hohlrohr 83. Oben wird das Hohlrohr durch eine Kappe 8¢ abgeschlossen,
und unten ist in das Hohlrohr ein Kopfstück 85 eingesetzt, das mit einer zentralen
kreisförmigen Bohrung versehen ist. Durch diese Bohrung geht der im Querschnitt
flach gehaltene Stift 86 hindurch, derart daß er mit seinem unteren Ende aus dem
Kopfstück vorragt. Der Stift weist eine Ventilplatte 87 auf, die sich abdichtend
vor die Offnung legt, wenn der Stift durch die Feder 88 mit seiner Platte niedergedrückt
wird. Die Feder ist in einem Halterohr 89 untergebracht und wird durch eine Stellschraube
hinsichtlich des Druckes, mit dem sie sich auf das Stiftende auflegt, geregelt.
Das Hohlrohr endet mit seinem Kopfstück 85 und dem Stift 86 im Bereich des Poliereisens
go. Dieses Eisen wird von einem Halter 9i getragen, dessen oberes Ende in einem
Kopfstück 92 gefaßt ist. Dieses Kopfstück wird in eine oszillierende Schwingung
versetzt, so daß das Poliereisen, gegen welches der Säulenrand gedrückt wird, eine
entsprechende Bewegung ausführt. Dabei wird dem Soblenrand flüssiges Wachs durch
entsprechende Verdrängung des Stiftes 86 zugeführt. Dabei kann man durch entsprechende
Schräglage des Schuhrandes eine mehr oder weniger große Verschiebung des Stiftes
86 vornehmen und damit die Durchflußmenge des Wachses durch die Bohrung am unteren
Ende des Hohlrohres 83 regeln. Um gefühlsmäßig stets den gleichen Stiftwiderstand
herbeizuführen, ohne Rücksicht -darauf, ob das in dem Rohr befindliche Wachs mehr
oder weniger flüssig ist, dient die Einstellung der Feder 88. Bei schwerer flüssig
werdender Wachsmasse wird die Feder gelockert, so daß ohne allzu fühlbaren Widerstand
der Stift 86 verschoben werden kann, um das genügende Abheben des Ventiltellers
87 herbeizuführen, während bei ganz dünnflüssigem Wachs ein Anziehen der Stellschraube
dafür sorgt, d,aß die Feder 88 stärker angespannt wird und der Stift denselben Widerstand
findet, als wenn es sich um schwerflüssiges Wachs handelt.
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Das Poliereisen go legt sich mit einer Gleitfläche 93 an eine Schrägfläche,
die das Ende des Heizkörpers 8o bildet, an. Bei der Hinundherbewegung des Poliereisens
leitet die Fläche go an der Gegenfläche des Heizkörpers, so daß ständig die aus
dem Heizkörper kommende Erhitzung auf den Polierkopf übertragen, wird.
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Der fertige Schuh hat beispielsweise das in Abb, 18 gezeigte Aussehen.
Im Bereich des Fersenteiles, dort, wo sich der Absatz 94 befindet, ist der Lederrand
des Schaftes nach innen eingeschlagen, während im vorderen Ballen oder Zehenteil
der Rand 35 des Oberleders nach außen abgebogen und auf die Lauf- bzw. Brandsohle
g5 aufgeklebt ist. Hier kann man noch einmal des schöneren Aussehens halber und
zum anderen auch zur Verstärkung der Klebearbeit, die an sich bekannten Nähte 96
anbringen, wenngleich es der Hauptzweck der Erfindung ist, ein Schuhwerk in vollendeter
Weise mit Hilfe von besonders geeigneten Vorrichtungen zu schaffen, bei dem alle
Teile lediglich durch Verklebung miteinander verbunden sind.
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Wenngleich das neue Verfahren mit den bei der Schuhherstellung an
sich bekannten Mitteln .durchgeführt werden kann, so ist es doch zweckmäßig, für
das Verfahren die Vorrichtungen zu benutzen, welche in den Abb. 5 bis 18 dargestellt
sind, mit deren Hilfe die Vorteile des neuen Verfahrens am günstigsten ausgenutzt
werden können. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung eines Schuhwerkes,
dadurch gekennzeichnet, daß das Futter (12) an den Rand der dem Leisten entsprechend
genau
zugeschnittenen Brand- bzw. Einlegesohle (io) angesteppt und in den fertigen Schaft,
dessen Einzelteile (13, 1,4, 15) durch Verklebung miteinander unter Zuschärfung
der sich überlappenden Teile (16, 17) verbunden werden, eingeklebt wird, indem der
entsprechende Futterrand (18) an die in Frage kommende Stelle im Innern des
Schaftes (14) angefügt wird, wonach in den mit Futter versehenen Schaft der Leisten
eingefügt und dabei die Fersenkappe zwischen Futter und Schaft eingeschoben und
eingeklebt wird und der über den Leisten vorstehende Rand (35) des Schaftes, soweit
es sich um den Fersenteil des Schuhes handelt, auf die Einlege- bzw, Brandsohle
gebogen, soweit es sich um den Zehen- und Ballenteil handelt, aber nach außen abgebogen
wird, wonach die Laufsohle auf die umgebogenen Ränder des Schaftes aufgeklebt wird
und schließlich die Trocknung des fertig geklebten Schuhes durch infrarote Strahlen
unterstützt wird.
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2. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch i zur Formung
des Schuhwerkfersenteiles, bei welcher eine Auflage für den Fersenteil und. eine
sich auf den Fersenteil auflegende Schlaufe vorhanden sind, die gegen ,den Schuh
festgezogen wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Schlaufe von einem Preßluftkissen
(22) gebildet wird, wobei die Enden der Schlaufe mit einer durch Fußtritt (33) gesteuerten
Stange (39) verbunden sind und die Schlaufe federnd aufgehängt ist, derart, daß
bei Freigabe des Fußtrittes die Schlaufe von dem Schuh abgehoben wird.
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3. Gerät zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch i, bei dem ein
Rahmen für die nach außen abgebogenen Ränder des Oberleders vorhanden ist, der durch
Längsteilung aus zwei gegeneinander beweglichen Teilen besteht, dadurch gekennzeichnet,
daß die beiden nicht gelenkig verbundenen Rahmenteile (41 und 42) je auf einem Träger
(39) angeordnet sind, wobei die Träger durch eine am Gestell gelagerte Schraubspindel
(38) od. dgl. gegeneinander beweglich gemacht sind, wobei die einander zugekehrten,
der Leistenform entsprechend profilierten Ränder der Formenteile (4i, 42) durch
auf die Formenplatte abnehmbar aufgelegte Profilstreifen (44) gebildet werden.
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Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch i, bestehend
aus einem Gerät zum Aufrauhen der zu beleimenden Flächen der Schuhsohlen, bei welchem
von einer senkrecht stehenden Welle ein Aufrauhkopf getragen wird, dadurch gekennzeichnet,
daß der Aufrauhkopf (45) in der senkrechten Längsachse seiner Antriebswelle gelagert
ist, wobei für das Werkstück eine angetriebene, waagerechte Auflagescheibe (49)
mit derart abweichend von der Längsrichtung der Aufrauhkopfwelle stehenden Antriebswelle
(48) vorgesehen ist, daß sich der Aufrauhkopf exzentrisch auf die Scheibe (49) aufsetzt,
deren Oberfläche flach dachförmig mit von der Mitte ausgehender abfallender Schräge
ausgebildet ist, wobei das Werkstück gegen einen Anschlag gedrückt wird, der aus
zwei Rollen (51) besteht, die auf senkrechter Achse angeordnet und sich konisch
nach unten verjüngend ausgebildet sind.
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5. Preßkissen zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch i, mit Luftblase,
dadurch gekennzeichnet, daß die Blase aus zwei aufeinandergelegten, an den Rändern
durch Verklebung miteinander verbundenen Platten (55 und 56) aus Gummi od. dgl.
besteht und die verklebten Ränder der Blase zwischen die Ränder der Deckschichten
(53 und 54) des Kissens gefaßt und mit ihnen durch Verschraubung verbunden sind.
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6. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch i, bei
welcher zur Trocknung des geklebten Schuhwerkes oder seiner Teile infrarote Bestrahlung
angewendet wird, gekennzeichnet durch eine vornehmlich in einem geschlossenen Gehäuse
(65) gitterförmig od. dgl. durchlässig gestaltete Auflage (71) für das zu behandelnde
Gut und eine Gruppe von die Auflage mit entsprechendem Abstand rings umgebenden
Bestrahlungskörpern (67), wobei entweder bei feststehenden Bestrahlungskörpern die
Auflage ,(71) eine kreisende Bewegung ausführt oder bei feststehender Auflage die
Bestrahlungskörper eine kreisende Bewegung ausführen.
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7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß eine Reihe
von Auflagern (71) an einem sternförmigen Körper (69) schaukelartig aufgehängt und
Mittel (72 bis 76) vorgesehen sind, um den Stern absatzweise zu drehen.
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B. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch i, bei
der durch Erwärmung flüssig gemachtes Wachs auf das Werkstück im Bereich eines hin
und her bewegten Poliereisens für den Schnittrand der Schuhsohle geleitet wird,
dadurch gekennzeichnet, daß an einem beheizten Wachsbehälter (82) ein mit seiner
Mündung schräg nach dem Poliereisen (9o) gerichtetes Rohr (83) angeschlossen ist,
welches an seinem unteren Ende einen unter Federdruck stehenden, aus dem Rohrende
vorragenden Federstift (86) aufweist, derart, daß durch die Haltung des an das Poliereisen
gedrückten Werkstückes ein mehr oder minder großer Druck auf das Stiftende ausgeübt
werden kann, wobei der in einer kreisförmigen Bohrung steckende Stift (86) mit einem
Ventilteller (87) ausgerüstet ist und einen flachen Querschnitt aufweist.