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Freilaufrücktrittbremse für Fahrräder Es ist bereits eine Freilaufbremsnabe
für Fahrräder vorgeschlagen worden, bei der in die eine im Durchmesser erweiterte
Seite der Nabe eine an sich bekannte Scheibenbremse gekapselt eingebaut ist, die
beim Antrieb des Kettenzahnrades als Kupplung zwischen diesem und der Nabe und beim
Rückdrehen des Kettenzahnrades als ,Bremse arbeitet. Auch bei der Freilaufbremsnabe
nach der Erfindung findet eine derartige Scheibenbremse Verwendung, deren Grundprinzip
in der Patentschrift 72I 7oo beschrieben und in mehreren Ausführungsbeispielen dargestellt
ist.
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Die Scheibenbremse besteht aus zwei mit Bremsbelägen versehenen Bremsscheiben,
die mit in Ausnehmungen angeordneten Kugeln ausgestattet sind. Die mit Schrägflächen
zum Auflaufen der Kugeln versehenen Ausnehmungen liegen auf der Innenseite der in
einem rotierenden Bremsgehäuse eingebauten Bremsscheiben. Werden die beiden Bremsscheiben
gegeneinander verdreht, so laufen die vorzugsweise in gleichen Abständen angeordneten
Kugeln auf den Schrägflächen der Ausnehmungen auf. Sie drücken damit die Scheiben
auseinander und pressen sie gegen das rotierende Bremsgehäuse.
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Weiterhin ist eine Freilaufnabe mit Rücktrittbremse bekanntgeworden,
bei welcher das Antriebsglied durch eine mit zwei Sperrkegeln versehene Klinke entweder
mit einem an der Radnabe befestigten oder mit einem die Bremsung einleitenden Zahnkranz
gekuppelt wird. Dabei ist die Klinke als Ganzes um verschiedene Drehachsen, und
zwar insbesondere sowohl um eine zur Radspindel parallele als auch um eine die Radspindel
kreuzende Achse schwingbar am Antriebsrad angeordnet.
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Bei einer anderen bekannten Nabeninnenbremse für Freilaufnaben von
Fahrrädern läuft die Bremse
während des Antriebs- mit anderen Teilen
um und wird beim Bremsen mit feststehenden Teilen gekuppelt. Diese Bremse ist mit
zwei in verschiedenen Drehrichtungen wirksamen Gesperren ausgerüstet, von denen
das eine das Kettenzahnrad direkt mit der Nabe kuppelt, während das andere eine
in die Nabe eingebaute Lamellenbremse betätigt.
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Schließlich ist eine Bremse bekannt, deren Bremsflächen kegelmantelartig
ausgebildet und um etwa 2o° geneigt sind. Es handelt sich dabei aber weder um eine
Lamellenbremse noch um eine Scheibenbremse.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Freilaufrücktrittbremse
zu schaffen, welche gegenüber den bekannten Bremsen dieser Art die Vorteile hat,
daß sie einen verhältnismäßig kleinen Durchmesser aufweist, einfach hergestellt
ist und im Nabenkörper alle Freilauf- und Bremsenteile gut gekapselt sowie leicht
demontierbar untergebracht sind. Die erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe erfüllt
diese Forderungen. Sie setzt eine Freilaufrücktrittbremse als bekannt voraus, die
zwei in verschiedenen Drehrichtungen wirkende Ratschenkupplungen aufweist, deren
eine das Kettenrad mit der Nabe kuppelt und deren andere eine in die Nabe eingebaute
Bremse betätigt, und besteht darin, daß die Bremse als an sich bekannte Zweischeibenbremse
ausgebildet ist, deren eine nur in axialer Richtung bewegliche Bremsscheibe eine
in an sich bekannter Weise schräg angeordnete, vorzugsweise um etwa 2o° geneigte
Bremsfläche aufweist, die zum Bremsen gegen die Gegenbremsfläche eines innerhalb
des Nabenkörpers befestigten Bremsringes gepreßt wird.
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Weitere Einzelheiten der Erfindung sind der an Hand der Abb. I und
2 durchgeführten Beschreibung eines Ausführungsbeispiels des Erfindungsgedankens
zu entnehmen.
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Abb. I zeigt einen durch die Nabenachse gelegten Schnitt der Freilaufbremsnabe;
in Abb.2 ist ein Ausschnitt aus der Abwicklung eines ringförmigen, parallel zur
Nabenachse gelegten Schnittes durch die beiden Bremsscheiben der Scheibenbremse
in Höhe des Mittelpunktes der Kugeln Io dargestellt.
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Der hohle Nabenkörper I läuft auf Kugellagern auf der in die Fahrradgabel
fest eingespannten Nabenachse I4. In den Nabenkörper I ist der Bremsring II eingeschraubt,
welcher als Gegenbremsfläche für die nur in axialer Richtung vorschiebbare Bremsscheibe
9 der in die Nabe eingebauten Scheibenbremse dient. Die auf die Nabenachse I4 unverdrehbar
aufgebrachte Hülse I2 weist an ihrem linken Ende Führungsrippen für die Bremsscheibe
9 auf. Die letztere steht über gleichmäßig am Umfang verteilte Kugeln Io mit der
ebenfalls axial verschiebbaren und außerdem noch in Umfangsrichtung verdrehbären
Bremsscheibe 8 in Verbindung. Der Pfeil in Abb. 2 deutet an, in welcher Drehrichtung
die Bremsscheibe 8 gegenüber der Bremsscheibe 9 verdreht werden muß, um die Kugeln
Io auf den Schrägflächen zum Auflaufen zu bringen und damit die Bremsscheiben entgegen
der Kraft der gleichmäßig am Umfang verteilten Zugfedern I3 auseinanderzupressen.
Die Verdrehung der Bremsscheibe 8 wird mittels der Betätigungshülse 7 bewirkt, welche
mit Klauen in entsprechende Aussparungen der Bremsscheibe 8 eingreift. Die Bremsscheibe
8 wird beim Bremsen gegen. die Bremsfläche des in den Nabenkörper I eingeschraubten
und deshalb mit diesem umlaufenden Deckel 5 gepreßt.
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Das Kettenrad 2 steht mit dem auf Kugellagern innerhalb des Nabenkörpers
I laufenden Ratschenkupplungsring 3 in fester Verbindung. Dieser Kupplungsring 3
weist an seiner,der Nabenachse I4 zugewendeten Innenseite zwei nebeneinanderliegende
Zahmkränze auf. In den in der Abb. I links dargestellten Zahnkranz greift eine unter
Federdruck stehende Sperrklinke 4 ein, welche auf dem Deckel 5 der Scheibenbremseneinheit
gelagert ist. Die Zahnform dieses Zahnkranzes und die Sperrklinke 4 sind so ausgebildet,
daß das Kettenzahnrad 2 während des Fahrbetriebes über den Kupplungsring 3, die
Sperrklinke 4, den Deckel 5 starr mit dem Nabenkörper I gekuppelt ist. Wird das
Kettenzahnrad 2 zum Bremsen in entgegengesetzter Richtung gedreht, dann rastet die
Klinke 4 aus und die Sperrklinke 6 in den in der Abb. I rechts angedeuteten Zahnkranz
des Ratschenkupplungsringes 3 ein. Da die Sperrklinke ,6 auf der Betätigungshülse
7 gelagert ist, besteht beim Rücktreten des Kettenzahnrades 2 eine starre Kupplung
zwischen diesem Kettenzahnrad über den Ratschenkupplungsring 3, die Sperrklinke
6 mit der in Umfansrichtung versdrehbaren Bremsscheibe 8. Durch das Rücktreten des
Kettenzahnrades 2 werden die Bremsscheiben 8 und 9 gegen die mit dem Nabenkörper
I einlaufenden Bremsflächen des Bremsringes II und des Deckels 5 gepreßt und damit
der Nabenkörper I abgebremst.