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Gewindelehrdorn
Zur Lehrung von Muttergewinden werden meist Gewindelelirdorne
verwendet, die in üblicher Ausführung aus einem zylindrischen Stahlkörper bestehen,
in dessen Mantelfläche das Gewinde mit Lehrengenauigkeit eingearbeitet list. Zur
Lehrung des Kerndurchmessers sind außer so gestalteten Gut- und Ausschußlehrdornen
glatte zylindrische Kaliberzapfen für »Gut« und »ausschu« erforderlich.
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Die Gut-Gewindelehrdorne erfordern zum Schleifen feine Schleifscheiben,
die beim Schleifen mindestens über die ganze Gewindelänge eines Dornes praktisch
unverändert bleiben müssen, da sonst der Flanken- und der Kerndurchmesser nicht
innerhalb der sehr kleinen Toleranz liegen. Außerdem ist es unwirtschaftlich, die
Schleifscheibe jeweils nach kurzen Schleifzeiten abziehen zu müssen (Zeitaufwand,
Sc3ileifscheibenverbrauch).
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Diese Schwierigkeiten vervielfachen sich, wenn man für die Gewindelehrdorne
an Stelle gehärteten Stahles andere verschleißfeste Stoffe, z. B.
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Hartmeballe, verwendet. Solche Stoffe sind aber besonders erwünscht,
weil hieraus gefertigte Gewindelehrdorne sich nicht rasdh abnutzen und erst nach
längerer Zeit ersetzt werden müssen.
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Die vorliegende Erfindung besteht nun darin, daß ein Teil der Gewindeglinge
fortfällt, und zwar so, daß am vorderen Ende des Gewindelehrdornes nur wenige Gänge,
am hinteren Ende ein Gang oder mehrere Gänge verbleiben und das Gewinde auf zwei
getrennten, gegeneinander unverdrehbar angeordneten, austauschbaren Scheiben aus
Hartmetall aufgebracht ist, deren Abstand voneinander der Gewindesteigung angepaßt
ist.
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Die Erfindung verfolgt mehrere Zwecke: I. Ersparnis von Schleifarbeit
bei der Herstellung der Gewindelehrdorne und Schonung der Schleifscheiben; 2. Ersparnis
von Hartmetall, indem dieses nur für Id:ie noch notwendigen Gewindegänge verwendet
wird; 3. Verringerung der Abnutzung der Gewindelehrdorne, weil der Anpreßdruck an
den Gewindeflanken, der durch mögliche Steigungsfehler des Muttergewindes verursacht
wird, vermindert ist; 4. leichten Ersatz des vorderen Gewindestückes, dessen Gewindeprofil
sich wesentlich schneller abnutzt als das des rückwärtigen Gewindestückes.
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Weitere Vorteile dieser neuartigen Anordnung liegen darin, daß sich
der Lehrdorn leichter einschrauben läßt und daß, wenn der letzte Gang nicht hineingeht,
damit unmittelbar angezeigt wird, daß das Gewinde Steigungsfehler hat. Ferner ist
es möglich, daß m;it der Gewindeprüfung gleichzeitig auch die Prüfung des Kerndurchmesser-Gutmaßes
erfolgen kann.
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Eine allgemeine Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes ist in
Abb. 1 dargestellt. Eine solche, die in Betracht kommt, wenn der zu verwendende
Lehrenbaustoff in den Bohrungen paßgenau bearbeitbar ist, zeigt Abb. 2. Eine Anordnung
nach Abb. 3 wird dann angewendet, wenn die Gewindescheiben b aus einem Werkstoff,
z. B.
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Hartmetall, gefertigt sind, bei dem die Bearbeitung der Scheibenbohrungen
auf Paßsitz nicht möglich ist.
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In Abb. 4 ist ein Querschnitt durch eine besondere Ausführung des
Geinde'lehrdornes dargestellt.
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Abb. I zeigt einen bekannten Gut-Gewindelehrdorn, dessen Länge durch
die Länge des zu prüfenden Muttergewindes bestimmt wind. Die ersten Gänge a und
b prüfen beim Einschrauben, ob alle Gänge des Muttergewindes weit genug geschnitten
sind. Im Mittelteil c fehlen die Gänge (Mittelgänge); griffseitig genügt ein Gang
d, der prüft; ob auch die Steigung des Muttergewindes keine unzulässigen Fehler
aufweist. Die Zahl der Gänge am Anfang und Ende des Gewindelehrdornes kann auch
größer sein; sie ist gleich, wenn der Gewindemeßteil umsteckbar ausgeführt wird.
Es ist möglich, dem Durchmesser des Mittelteils das Gutmaß des Gewindekerndurchmessers
zu geben, so daß gleichzeitig- die Gutprüfung dieses Durchmessers erfolgen kann.
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Abb. 2 zeigt eine nach der Erfindung zusammengesetzte Bauart. An
Stelle eines über die Einschraublänge vollen Gewindeproflis sind auf dem Dorna'
zwei schmale Gewindescheiben b' spielfrei aufgepaßt, die -gegen Drehung mittels
der Paßfeder c' gesichert sind und inAchsenrichtung durch die Überwurfmutter d',
die Paßscheiben e und die Abstandbuchse f zusammengehalten werden. Die Austauschbarkeit
der Gewindescheiben ist dadurch gewährleistet, daß das Gewinde auf jeder Scheibe
b' um einen bestimmten, gleichen Winkel gegen die Nut in der Scheibenbohrung versetzt
beginnt und die Länge der Abstandbuchse ein ganzes Vielfaches der Gewindesteigung
beträgt. Gibt man dem Durchmesser der Abstandbuchse das Gutmaß des Gewindekerndurchmess'ers,
so ist wiederum gleichzeitig die Gutprüfung dieses Durchmessers möglich.
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Abb. 3 zeigt eine Bauart mit Klemmpassung der innen nicht genau bearbeiteten
Gewindescheiben.
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Diese sitzen auf der Federhülse g, die beiderseits eine Anzahl von
Spreiznasen h hat. Diese werden einerseits durch den Kegelansatz des Domes a', andererseits
durch die mittig geführte Kegelhül-se i zentrisch aufgespreizt. Die Drehsicherung
der Gewindescheiben b' erfolgt wiederum durch eine Paßfeder c', die diesmal in seitliche,
genau bearbeitbare Nuten der Scheiben b' eingreift. Das Feinschleifen der so aufgesetzten
Gewindescheiben kann nach vollendeter Festspannung erfolgen; diesem Zwecke dient
der Schutz der Körnerbohrung durch die Kappe d'.
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Ferner ist eine Anordnung gemäß Abb. 4 möglich, bei der an Stelle
einer griffseitigen vollen Gewindescheibe eine zylindrische Scheibe mit angesetzten
oder eingesetzten Gewindesegmenten k verwendet wird. Hierdurch wird der von der
Schleifscheibe zu bewältigende Schleifweg weiter verkürzt und der Aufwand an Hartmetall
weiter verringert.