DE89723C - - Google Patents
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- G02B—OPTICAL ELEMENTS, SYSTEMS OR APPARATUS
- G02B15/00—Optical objectives with means for varying the magnification
- G02B15/02—Optical objectives with means for varying the magnification by changing, adding, or subtracting a part of the objective, e.g. convertible objective
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 42: Instrumente.
EMILE TOUSSAINT in BERLIN.
wechselbaren Vergrößerungen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 5. April 1896 ab.
Für die Benutzung von Feldstechern hat es sich in vielen Fällen, besonders bei militairischen
Beobachtungen, auf Reisen, bei Wettrennen und dergl., als ein dringendes Bedürfnifs
herausgestellt, die Vergröfserung ohne Absetzen des Fernglases plötzlich erhöhen zu können,
d. h. also einen Feldstecher zu besitzen, mittelst dessen zunächst — bei geringerer Vergröfserung
— ein entsprechend gröfseres Gesichtsfeld übersehen und dann plötzlich eine Vergröfserung
desjenigen Gegenstandes herbeigeführt werden kann, welcher einer besonders genauen
Besichtigung unterzogen werden soll, ohne dafs bei diesem Wechsel der Vergröfserung der betreffende
Gegenstand aus dem Gesichtsfelde verloren gehen kann.
Die vorliegende Erfindung löst diese Aufgabe dadurch, dafs die ein gröfseres Gesichtsfeld
gewährende schwache Vergröfserung mittelst eines Oculars hervorgebracht wird, dessen
Wirkung durch ein davor angebrachtes Convexglas abgeschwächt ist, und dafs zugleich eine
Einrichtung getroffen ist, welche zu gleicher Zeit das vorerwähnte Convexglas zur Seite
schiebt und das Objectiv um so viel vorschnellt, als der Unterschied zwischen den
Brennweiten des letzteren allein und seiner Combination mit dem vor dem Ocular angebrachten
ausschaltbaren Convexglas beträgt.
Die beiliegende Zeichnung veranschaulicht eine Ausführungsform eines in dieser Weise
eingerichteten Feldstechers.
Der mit der Fassung des Oculars a verbundene Gewindetheil b der Stellschraube sitzt
auf einer Sechskanthülse c (Fig. 2 und 4), deren Hohlraum runden Querschnitt hat. Dieser
Hohlraum nimmt eine runde Welle d auf, welche durch einen Stift e derart mit der
Hülse c gekuppelt ist, dafs sie sich zusammen mit letzterer in der Längsrichtung verschiebt,
während kurze Querschlitze f (Fig. 3) in der Hülse c eine geringe selbstständige Drehung
der Welle d ermöglichen. Letztere ist vom unteren Ende aus in einer der Maximalverschiebung
des Oculars a entsprechenden Länge geschlitzt, und durch diesen Schlitz g
(Fig. 2 und 4) greift ein Stift h hindurch, der querliegend in einem in der Brücke i3 drehbar
gelagerten Rohr k befestigt ist. Letzteres trägt einen Griff /. Wird also das Rohr k
durch diesen Griff gedreht, so nimmt es mittelst des Stiftes die Welle d und den in letzterer
befestigten Stift e mit. Die beiden Enden dieses Stiftes greifen in die Büchse m eines
um das obere rund abgesetzte, in der Brücke ζ'1 gelagerte Ende der Sechskanthülse c drehbaren
zweiarmigen Hebels nl n2 ein und bewegen
diesen je nach der Drehrichtung des Griffes / in dem einen oder anderen Sinne.
Dieser zweiarmige Hebel M1M2 schwingt
innerhalb der entsprechend hohl ausgebildeten Brücke z1 und ragt mit den plattenförmig
verbreiterten Enden seiner beiden Schenkel in das das Ocular tragende Rohr r1 hinein. In
den Enden befinden sich je zwei Oeffnungen. In je eine dieser Oeffnungen ist ein Convexglas
ρ eingesetzt, während die zweite Oeffnung q frei bleibt. Der Ausschlag des-Hebels nl n2
wird durch den Anschlag der plattenförmigen Verbreiterungen an die Rohre r1 begrenzt, und
zwar sind die Verbreiterungen derart bemessen, dafs bei der einen Grenzstellung des Hebels
die Mitten der beiden Convexgläser ρ in die Mittellinie von Objectiv und* Ocular fallen
(Fig. ι und 3), während bei der zweiten Grenzstellung des Hebels diese Mittellinie
mitten durch die betreffende Oeffhung q hindurchgeht.
Das Objectiv 0 sitzt in einem Rohr r3, welches
mit der Brücke z4 verschraubt und auf einem mit der Brücke z'3 verschraubten Rohr r2
verschiebbar ist. Die Brücke z'4 trägt in der Achse der Stellschraube für das Ocular α ein
Rohr k\ welches sich auf dem Rohr k verschiebt. Das Rohr k1 ist unten geschlossen.
In den genannten Rohren befindet sich eine Schraubenfeder s, deren oberes Widerlager von
einem in dem Rohr k festgelötheten oder vernieteten Ringe t gebildet wird. Die Feder s
hat beständig das Bestreben, das Rohr k1 und damit die Brücke z+ mit dem Rohr r3 und
dem Objectiv 0 nach vorn zu schnellen. Die Verschiebung wird durch den nach auswärts
gebogenen vorderen Rand des Rohres r2 und einen nach innen vorspringenden Absatz am
Rohr r3 begrenzt.
Das Rohr r3 wird in eingeschobenem Zustande und bei gespannter Feder 5 durch den
aus dem Rohr k herausragenden Stift h gesichert, der beim Einschieben des Rohres r3
zunächst in eine in der Brücke i* vorgesehene winkelförmige Nuth u (Fig. 7) eintritt und bei
der darauffolgenden Drehung des Griffes / und damit auch des Rohres k in den horizontalen
Schenkel dieser Nuth u übergeführt wird.
An der Brücke i3 ist in dem Ausschnitt, in
welchem sich der Griff / hin- und herbewegen läfst, eine Blattfeder ν gelagert, welche eine
Rückdrehung des Griffes verhindert, wenn er sich in der Lage Fig. 7 befindet. Das Objectiv ο
ist dann ausgeschoben. Wird dasselbe eingeschoben, so drückt ein an der Brücke il
(Fig. 7) befestigter Stift w die Feder ν derart zurück, dafs . der Griff / nunmehr wieder an
derselben vorbeischwingen kann.
Die Benutzung des vorbeschriebenen Feldstechers ist folgende:
Das Objectiv ο befinde sich in eingeschobenem Zustande und sei durch Umlegen des
Griffes / in dieser Lage gesichert. Bei dieser Stellung des Griffes / sind die Convexgläser 'p
eingeschaltet. Das Fernglas befindet sich also in dem aus Fig. 1 ersichtlichen Zustande. Infolge
der durch das Convexglas ρ erzeugten nochmaligen Strahlenbrechung wird die an sich
bis zum Punkte 1 (Fig. 1) reichende Brennweite des Objectivs bis zum Punkte 2 verkürzt
und hierdurch zwar das Gesichtsfeld vergröfsert, aber gleichzeitig auch die absolute
Vergröfserung an sich vermindert.
Das Ocular α wird mittelst der Stellschraube b
nach dem Auge eingestellt. Soll nun irgend ein Gegenstand im Gesichtsfelde einer genaueren
Betrachtung unterzogen werden, so wird er zunächst möglichst in die Mitte des Gesichtsfeldes
gebracht, und nun wird — ohne Absetzen des Feldstechers — mittelst Fingerdrucks der
Griff / umgelegt, wodurch in der oben dargelegten Weise der Hebel n1 n2 einen solchen
Ausschlag macht, dafs die freien Oeffnungen q an Stelle der Convexgläser ρ treten und gleichzeitig
der Verschlufs h u gelöst, d. h. die gespannte Feder s freigegeben und somit das
Objectiv 0 vorgeschnellt wird.
Das Mafs ^ dieser Verschiebung (Fig. 2) ist
gleich dem Abstand der beiden Brennpunkte 1 und 2, so dafs das nunmehr mit voller Vergröfserung
wirkende Fernglas seine Anpassung an das Auge beibehält und somit den betreffenden
Gegenstand sofort deutlich erkennen läfst.
Claims (2)
1. Feldstecher mit zwei verschiedenen Vergröfserungen,
bei welchem die Veränderung
. in der Vergröfserung ohne Unterbrechung der Beobachtung durch Verdrehung eines
Rohres (k) erfolgt, welches derart mit der Welle (d) eines zwei Hülfslinsen (p) tragenden Doppelhebels (m nl ri2) gekuppelt ist,
dafs es diese Linsen bei jeder Stellung der Oculare ein- und auszuschalten vermag, und
welches bei seiner der stärkeren Vergröfserung dienenden Verdrehung gleichzeitig die
verschiebbare und unter der Wirkung einer Feder (s) stehende Objectivfassung auslöst,
so dafs das Objectiv um ein der veränderten Linsenanordnung entsprechendes Mafs vorgeschnellt
wird.
2. Ein Feldstecher nach Anspruch 1, bei welchem die vorgeschobene Lage der Objective
(0) durch eine Blattfeder (v) gesichert wird, welche hinter den zur Ausschaltung
der Convexgläser (p) und Auslösung der die Objectivgläser vorschnellenden Feder (s)
dienenden Griff (I) einschnappt, beim Zusammenschieben des Feldstechers durch
einen in der die Objectivrohre (r3) tragenden Brücke .ft 1J befestigten Stift (jv) zur
Seite gedrückt wird und hierdurch den Griff (I) wieder freigiebt.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE89723C true DE89723C (de) |
Family
ID=361514
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT89723D Active DE89723C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE89723C (de) |
-
0
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