-
Verfahren und Vorrichtung zum Mattieren von Glas durch Sandstrahlen
mittels Druck Es ist bekannt, Glas, wie insbesondere auch plane Glasflächen, .durch
mechanische Einwirkung einer Sandstrahlung zu mattieren. Der Sand wurde hierbei
auf die zu bearbeitende Flächen entweder durch Vakuum oder durch Druck zur Einwirkung
gebracht. Das sogenannte Vakuumverfahren erforderte dabei kostspielige und räumlich
anspruchsvolle Anlagen, während man beim Sandstrahlen unter Druck entweder besondere
Schutzschirme, welche die Arbeit sehr wesentlich behinderten, anwenden mußte oder
die Bedienungsleute .durch besondere Schutzanzüge vor .den Einwirkungen des umherwirbelnden
feinen Staubes schützen mußte. In beiden Fällen war aber die Staubentwicklung derart
groß, .daß die Mattierungsarbeiten nur in ganz besonderen, für sich abgeschlossenen
Betriebsräumen durchgeführt werden konnten und eine Gesurndheitsschädigung der damit
beschäftigten Personen nicht immer mit Sicherheit zu vermeiden war.
-
Die Erfindung hat sich zum Ziel gesetzt, diese Nachteile zu beseitigen
und ein neues Verfahren zum Mattieren von Glas zu schaffen, welches einfach, sauber
und ohne Staubbelästigung durchzuführen ist. Die Arbeitsweise nach der Erfindung
besteht im wesentlichen darin, den Sandstrahl unter Druck in einer nach .außen geschlossenen
Glocke auf einen Teil,der zu bearbeitenden Fläche zur Einwirkung zu bringen und
Glocke und Werkstück relativ zueinander entsprechend dem erforderlichen Arbeitsfortschritt
zu bewegen. Vorteilhaft wird bei dem Verfahren nach der Erfindung der benutzte
Sand
und der entstehende Staub sofort aus der Glocke abgesaugt. Das Verfahren nach der
Erfindung kann zweckmäßig noch in der Weise durchgeführt werden"daß dieBreite der
zu bearbeitenden Fläche innerhalb der Arbeitsglocke 'durch eine veränderliche Abdeckung
begrenzt wird. Bei der Durchführung der Arbeitsweise nach der Erfindung kommt nicht
nur der bisher ,erforderliche besondere Arbeitsraum, die Arbeitsbühne und alle sonstigen
Schutzeinrichtungen für Raum- und Bedienungsmann in Fortfall, (da ja der Sandstrahl
nur auf einer kleinen Fläche innerhalb eines abgeschlossenen Raumes zur Wirkung
gebracht und der entstehende Staub gar nicht nach außen dringen kann, sondern es
werden auch zahlreiche andere Vorteile erzielt. So wird bei dem Verfahren nach der
Erfindung der Luftverbrauch wesentlich herabgesetzt und eine erhöhte Blas- und Flächenleistung
erzielt. Dies ist insbesondere auch auf eine intensivere Einwirkung des Sandstrahles
zurückzuführen, welche es ermöglicht, die Einwirkungszeit je Flächeneinheit herabzusetzen.
-
Darüber hinaus macht die Arbeitsweise nach der Erfindung noch zahlreiche
weitere Vorteile erreichbar. Beispielsweise können bei Streifenmattierungen in paralleler
oder sich kreuzender Anordnung die bisher hierfür erforderlichen komplizierten und
kostspieligen Abdeckarbeiten erspart werden, indem die Arbeitsglocke unter entsprechender
Einstellung der Einwirkungsbreite in Streifenzonen über .das Werkstück bewegt wird,
so wie es das herzustellende Mattierungsmuster verlangt. Es läßt sich hierdurch
eine besondere Konturenschärfe erzielen, welche bei dem bisherigen Abdeckverfahren
nicht immer gewährleistet ist. Auf der anderen Seite kann das Verfahren nach der
Erfindung auch bei beliebigen Mustern angewandt werden, welche in üblicher Weise
durch eine teilweise Abdeckung des. Werkstückes mittels Schablonen erzielt werden.
Bei Streifenmattierungen ist es dabei auch möglich, zwei, drei oder mehr Streifen
in einem Arbeitsgang gleichzeitig anzufertigen und diese auch hinsichtlich der Intensität
der Mattierung untereinander zu variieren.
-
Die Erfindung betrifft fernerhin noch die verschiedensten vorteilhaften
Einzelheiten von Einrichtungen zur Durchführung der ihr zugrunde liegenden Arbeitsverfahren.
Vorteilhafte Einzelheiten .derartiger Einrichtungen sowie .das Verfahren nach der
Erfindung sind aus der Zeichnung ersichtlich, in welcher die Erfindung beispielsweise
veranschaulicht ist. Es zeigt -Abb. i eine Einrichtung nach der Erfindung in Seitenansicht,
Abb. z in Stirnansicht und Abb. 3 in Draufsicht.
-
In dem :dargestellten Ausführungsbeispiel besteht eine Vorrichtung
zur Durchführung des Verfahrens nach der Erfindung im wesentlichen aus einer geschlossenen
Arbeitsglocke i, welche beispielsweise über Rollen a auf Schienen 3 über die zu
bearbeitende Glasscheibe 4 bewegt werden kann und gegenüber der Glasscheibe 4 z.
B. durch Filzstreifen 5 abgedichtet ist: Innerhalb der Glocke i i-st,die Sandstrahldüse
6 angeordnet, und die Glocke ist mittels der Leitung 7 an eine beliebige Absaugeinrichtung
angeschlossen. Verstellbar dder auswechselbar sind in der Glocke fernerhin vorteilhaft
Blenden 8 angeordnet, durch die die Breite der zu bearbeitenden Fläche begrenzt
wird und durch Verstellung oder Auswechselung der Blenden 8 veräudert werden kann.
Die Sandstrahldüse 6 kann, wie in Abb. 2 gestrichelt angedeutet, auch exzentrisch
zur Achse ihrer Zuführungsleitungangeordnet sein, um die Ausdehnung der von ihr
innerhalb,der Glocke r beaufschlagten Fläche durch Rotieren der Düse 6 innerhalb
der Kammer i zu verändern. Zu diesem Zweck kann .die Düse 6 beispielsweise über
die Zahnräder g und das Friktionsrad io, welches an einer festen .Fläche ii abläuft,
in Umdrehung versetzt werden, wenn die Glocke i mittels der Rollen a über das Werkstück
gezogen. wird. Die Umdrehung der Düse kann jedoch auch .durch einen direkten motorischen
Antrieb oder -durch einen Pleuel erfolgen.
-
Bei der dargestellten Einrichtung wird also dar Sandstrahl mit Quarzsand
oder Stahlkies unter Druck in der Glocke i auf die Glasplatte 4 im Bereich der Blenden
8 zur Einwirkung gebracht und der verbrauchte Quarzsand und der entwickelte Staub
sofort durch die Leitung 7 abgesaugt. Druck in der Düse 6 -und Unterdruck bzw. Absaugmenge
in der Leitung 7 werden dabei aufeinander abgestimmt, daß keine Stauungen entstehen.
-
Die Intensität der Einwirkung des Sandstrahles auf die Glasplatte
4 kann (dabei durch eine Veränderung des Druckes oder der Entfernung der Düse 6
von der Fläche 4 verändert werden. Die Glasplatte4 kann entweder in üblicher Weise
durch eine Schablone abgedeckt` sein, oder es können mit der dargestellten Einrichtung
auch Streifenmattierungen in der Weise !durchgeführt werden, daß die Arbeitsglocke
i in entsprechenden Abständen und unter entsprechender Einstellung der Blenden 8
mit konstanter Vorschubgeschwindigkeit über die Fläche 4 bewegt wird. Hierbei können
auch 2, 3 oder mehr Streifen gleichzeitig hergestellt werden, indem in der Glocke
i eine entsprechende Anzahl von Düsen nebeneinander angeordnet sind, deren Einwirkungsflächen
durch entsprechende Blenden gegeneinander abgegrenzt sind. Die verschiedenen Streifen
können dabei auch eine verschiedene Intensität besitzen, indem die einzelnen Düsen
beispielsweise mit verschiedenen Drücken 'beaufschlagt werden. Es ist jedoch beispielsweise
auch möglich, in einem Streifen zwei oder mehr Düsen hintereinander zur Einwirkung
zu bringen, um eine verschieden starke Mattierung zu erreichen.
-
Die Erfindung ist jedoch mit den dargestellten und beschriebenen Ausführungsbeispielen
keinesfalls erschöpft. Beispielsweise sind auch Ausführungsformen der Erfindung
möglich, bei denen die Glasplatte 4 gegenüber der Glocke i bewegt wird oder die
Unterstützungsschienen 3 in entsprechender Höhenlage frei über der Glasplatte 4
angeordnet sind. Die Einstellungen der Glasplatte q. in die notwendige
Arbeitslage
kann dabei z. B. durch einen heb- und senkbaren Arbeitstisch erfolgen.
-
Auch kann,die Glocke beispielsweise allseitig beweglich angeordnet
werden und z. B. eine Drehbewegung ausführen, was insbesondere bei,der Mattierung
von großen Flächen vorteilhaft sein kann. Beispielsweise kann fernerhin auch die
Glocke an einem allseitig beweglichen Schwenkarm befestigt werden, um so eine in
sich geschlossene Werkstatteinheit zu finden, die .auch transportabel ausgebildet
sein kann. Es ist auch möglich, gemäß der Erfindung ständig wiederkehrende Muster
und Ornamente, wie beispielsweise Sternchen, Blumenmuster und andere wiederkehrende
Ornamente, mit Hilfe einer abrollenden Schablone zu erzeugen, deren Rollbewegung
mit der Vorschubgeschwindigkeit der Glocke über die bearbeitende Fläche in Übereinstimmung
gebracht wird. Hierbei kann die Glocke auch eine Rollen- oder Walzenform erhalten.
Die Erfindung ist schließlich auch auf die Mattierung von Hohlglas anwendbar, indem
die Glocke oder ähnliche Einrichtung eine ungefähr ;dem zu bearbeitenden Hohlglas
angepaßten Öffnung erhält, welche von elastischen Einlagen umrahmt ist, an die das
Hohlglas während der Bearbeitung hineingedrückt wird. Die Glocke kann dabei stillstehend
in aufrechter Stellung angeordnet sein.
-
Allgemein sei noch hervorgehoben, daß der Vorschlag -der Erfindung
auch noch durch eine wesentliche Verkleinerung der Glocke oder ähnliche Einrichtung
verwirklicht werden kann. Beispielsweise kann bei -derartigen Ausführungsformen
der Erfindung die Sandstrahldüse unmittelbar mit einer Abs,augeinrichtung vereinigt
sein, welche beispielsweise ringförmig um die Düse angeordnet ist und vorteilhaft
einen trichterartigen Ansatz zu der Arbeitsfläche bildet. Es `kann sich ;hierbei
eine unmittelbare Abdichtung einer derartigen Einrichtung nach außen auch ersparen
lassen und Staub und Sand durch .die ringförmige Trichteröffnung unmittelbar abgesaugt
werden. Die ganze Einrichtung kann auf einer Schiene leicht beweglich über die Bearbeitungsfläche
laufend angeordnet sein.