DE891990C - - Google Patents
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- A61K33/00—Medicinal preparations containing inorganic active ingredients
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Description
(WiGBl. S. 175) "
AUSGEGEBEN AM 1. OKTOBER 1953
L 8ppp IV c I is q
von Aminosäuren
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Aluminiumsalzen von Aminosäuren,
welche aus wäßriger Lösung gefällt werden können.
Bei der Behandlung verschiedener Magenkrankheiten, insbesondere Ulcus ventriculi et duodeni,
und verwandter Krankheiten wird, um die Salzsäure des Magens zu neutralisieren, eine Anzahl
Antacida verwendet. Diese Mittel werden oft in großen Dosen und ganz kritiklos verwendet, wodurch
schädliche Nebenwirkungen hervorgerufen werden können. Keines der 'bisher bekannten
Antacida hat die Forderungen, die man an ein Antacidum stellen muß, erfüllt.
Ein Antacidum, welches verabfolgt wird, um den Beschwerden, die von einer zu großen Salzsäuresekretion
im Magen herrühren, abzuhelfen, muß folgende Bedingungen erfüllen:
Die säureneutralisierende Wirkung je Gewichtseinheit muß groß sein, so daß es nicht notwendig
ist, die Substanz in großen Dosen zu verwenden. Die Wirkung muß schnell eintreten, muß aber
gleichzeitig protrahiert sein. Die Substanz darf keine obstipierende oder laxierende Wirkung ausüben
und darf keine Lokalirritation der Magenschleimhaut hervorrufen, da hierdurch ein starkes
Steigen der Salzsäuresefcretion im Magen hervorgerufen wird. Ferner ist es bekannt, daß eine Reaktion,
die vom normalen p^-Wert des Magens zu stark abweicht, lokalirr-itierend wirkt und dadurch
eine größere Säuresekretion bewirkt. Es ist daher notwendig, daß das Antacidum den pfj-Wert des
Magens nicht zu weit von dessen Nprmalwert verschiebt. Jedoch ist es oft bei Krankheiten, wo
Antacida verabfolgt werden, wünschenswert, den
pH-Wert des Magens etwas in alkalischer Richtung
zu verschieben, und als erwünschter pjj-Wert wird gewöhnlich ein pH zwischen 3 und 4 angegeben. Es
ist bekannt, daß pH-Werte höher als 4 manchmal
Milchsäuregärung im Magen hervorrufen, und es ist weiter bekannt, daß Personen, die auf Grund
verminderter Salzsäuresekretion im Magen ungewöhnlich hohe Pjj-Werte haben, besonders leicht
ernste Magendarminfektionen bekommen. Es ist deshalb unerwünscht, daß ein Antacidum pH-Werte
höher als 4 hervorruft. Die Aufreohterhaltung
niedrigerer pH-Werte als 4 ist weiter dadurch begründet,
daß es wünschenswert ist, die ungestörte Wirkung des Pepsins zu sichern. Es ist ferner besonders
wünschenswert, pH-Werte niedriger als 4 aufrechtzuerhalten, da Antacida sehr oft durch
längere Zeit und in sehr willkürlichen Mengen eingenommen werden. Ein Antacidum darf die Titrierungsacidität
des Mageninhaltes nicht steigern und das Säurebasegleichgewicht des Organismus nicht
beeinflussen. Es darf so z. B. keine universelle Alkalose hervorrufen. Weiter muß ein Antacidum
geruch- und geschmacklos und auch billig in der Herstellung sein.
Es ist bekannt, als säureneutralisierende Mittel verschiedene Produkte zu verwenden, wie Natriumbicarbonat,
Calciumcarbonat, Magnesiumoxyd, Aluminiumhydroxyd, Calciumsilicat, Magnesiumtrisilicat,
Glycin und Proteinhydrolysate. Keines dieser bisher bekannten Mittel ist indessen ganz geeignet,
da keines davon sämtliche obenerwähnte Forderungen erfüllt. Abgesehen von Proteinhydrolysaten
und vielleicht auch von Glycin garantiert keines der obenerwähnten bekannten Mittel
die Aufrechterhaltung eines pH-Wertes niedriger als 4, da sie alle, mit Ausnahme der beiden letzterwähnten,
bei Üiberidosierung ρΗ-Werte höher als 4,
die oft in der Nähe oder sqg'ar höher als der Neuftralpudkt liegen, hervorrufen. In den Fällen,
wo die Dosierung an und für sich richtig ist, können Überkonzentrationen der Antacida lokal im
Magen vorkommen, so daß rein lokal unerwünscht hohe pH-Werte entstehen, wodurch die Magenschleimhaut
gereizt wird. Besonders ungeeignet sind Natriumbicarbonat, Calciumcarbonat und Magnesiumoxyd, da sie eine so kräftige Reizung
bewirken, daß sie nach vorübergehender Neutralisierung eine sekundäre HyperSekretion von Salzsäure
im Magen hervorrufen, und sie verschlimmern somit die Krankheiten, die sie heilen sollten. Ferner
haben die drei letzterwähnten Antacida andere Nachteile. So beeinflußt Natriumbicarbonat das
Säurebasegleichgewicht des Organismus, da es geeignet ist, eine allgemeine Alkalose hervorzurufen.
Die Anwendung von Calciumcarbonat kann !Ausscheidungen von Carbonat auf der Schleimhaut
des Darmes hervorrufen, wodurch es obstipierend wirkt. Magnesiumoxyd dagegen wirkt laxierend,
und Verwendung während längerer Zeit kann Konkrementenbildung· von Magnesiumammoniumphosphat
im Darm verursachen.
Calciumsilicat, das, wie -angeführt, unerwünscht
hohe pH-Werte im Magen hervorrufen kann, ist weiter dadurch unvorteilhaft, daß die säureneutralisierende
Wirkung des Präparates je Gewichtseinheit ziemlich gering ist. Ferner ist das Präparat
nicht besonders haltbar, da es mit dem Kohlendioxyd der Atmosphäre Calciumcarbonat bildet.
Die säureneutralisierende Wirkung der Handelspräparate ist deshalb stark wechselnd.
Aluminiumhydroxyd hat den besonderen Nachteil, daß die säureneutralisierende Wirkung der
Handellspräparate sehr wechselnd ist, ein Verhalten, das teilweise darauf zurückzuführen ist, daß der
neutralisierende Effekt durch die Lagerung der Präparate herabgesetzt wird. Weiter wirken
Aluminiumhydroxydpräparate langsam und können hartnäckige Obstipation verursachen.
Die Aminosäure Glycin kann pH-Werte höher
als 4 in Mischungen von Glycin und Salzsäure hervorrufen, wenn die beiden Komponenten in ganz .
bestimmten Mengenverhältnissen vorkommen. Solche Mengenverhältnisse können bei der Anwendung
von Glycin als Antacidum nur schwer erreicht werden, und in der Praxis werden bedeutend
niedrigere pß-Werte erreicht, d. h. Werte zwischen
etwa 1,5 und 2,7. Wenn auch die neutralisierende Wirkung des Glycins je Gewichtseinheit groß ist,
wird trotzdem keine genügende Abstumpfung der Magensalzsäure erreicht, und die Neutralisierung
ist nur von kurzer Dauer. Ferner ist Glycin wie alle reinen Aminosäuren schwer zugänglich und
deshalb kostspielig, weshalb es nur sehr geringe Verwendung als Antacidum gefunden hat.
Die Aminosäuremischungen, die als Proteinhydrolysate gewonnen werden können, haben wie
reine Aminosäuren selbstverständlich auch neutralisierende Eigenschaften. Jedoch haben die Proteinhydrolysate
einen besonders unangenehmen Geruch und Geschmack und bewirken, wie das reine Glycin,
nur eine Neutralisierung von kurzer Dauer. Ferner ist der neutralisierende Effekt der Proteinhydrolysate
je Gewichtseinheit erheblich geringer als der des Glycins. Die Proteinhydrolysate haben deshalb
keine größere Verwendung als säureneutralisierende Mittel gefunden.
In der USA.-Patentschrift 2 480 743 werden basische Aluminiumsaize von Glycin, Alanin, Lysin,
Glutaminsäure oder Arginin als säureneutralisierende Mittel beschrieben. Diese Salze enthalten
eine freie Aminogruppe und verleihen dem Wasser alkalische Reaktion. Sie sind deshalb imstande,
unerwünscht hohe pH-Werte hervorzurufen, besonders
rein lokal, und infolgedessen sind sie als Antacida ungeeignet. Diese Salze sind weiter kostspielig,
da sie von den schwer zugänglichen und teuren reinen Aminosäuren nach einem komplizierten
Verfahren hergestellt werden. Aus der USA.-Patentschrift ist es bekannt, daß diese Salze nur
nach einem chemischen Verfahren aus einer konzentrierten
Lösung einer Aminosäure und einem Aluminiumalkoholat hergestellt werden können.
Die Beschreibung erklärt, daß es unmöglich ist, diese basischen Salze nach anderen Methoden, z. B.
durch doppelte Umsetzung zwischen einem anorganischen Aluminiumsalz und einem Natrium-
salz der entsprechenden Aminosäure herzustellen, da diese unvermeidlich die Ausfällung des Aluminiumhydroxyds
zur Folge haben würde.
Nach dem Herstellungsverfahren der Erfindung werden nun Aluminiumsalze von Aminosäuren hergestellt,
welche als säureneutralisierende Mittel besonders geeignet sind, da sie keinen der obenerwähnten
Nachteile besitzen. Hiernach lassen sich solche Aluminiumsalze von Aminosäuren dadurch
herstellen, daß man ein Protein, eine Mischung von Proteinen oder ein proteinhaltiges Material
hydrolysiert, worauf das Hydrolysat mit Aluminiumionen bei einem pfj-Wert zwischen etwa 3 und 8
umgesetzt wird, wodurch Aluminiumsalze von Aminosäuren ausgefällt werden.
Die Hydrolyse des Proteins wird auf an sich bekannte Weise durch Einwirkung von Säuren
oder Basen oder von proteolytischen Enzymen, wie Trypsin oder Pepsin, ausgeführt.
ao Die Umsetzung zwischen dem Hydrolysat und den Ailuminiumionen wird vorzugsweise dadurch
ausgeführt, daß das Hydrolysat einem stark dissoziierten Aluminiumsalz zugesetzt wird; so kann
z. B. das Hydrolysat auf einmal der für die vollständige Fällung notwendigen Menge Aluminiumsulfat
zugesetzt werden. Das pH im Hydrolysat wird normalerweise dadurch so weit herabgesetzt,
daß keine unmittelbare Fällung erreicht wird. Die Fällung wird dann dadurch hervorgerufen, daß
man das pH der Mischung von Hydrolysat und zugesetztem
Aluminiumsalz durch Zusatz einer Base, z. B. Natriumhydroxyd, auf einen Wert zwischen
etwa 3 und 8 einstellt. In dem pH-Bereich von etwa 3 bis 4 erfolgt die Fällung ziemlich langsam,
wogegen sie bei pH-Werten über 4 schnell verläuft.
Ist es erwünscht, die Fällung bei pH-Werten höher
als etwa 4 auszuführen, so muß der' Zusatz von Aluminiumsalz und Base zum Hydrolysat daher
so bemessen werden, daß das pH der Reaktionsmischung ständig innerhalb des gewünschten Bereiches,
z. B. 6 bis 7, gehalten wird.
Die Umsetzung zwischen Hydrolysat und Aluminiumionen kann auch dadurch ausgeführt werden,
daß die Aluminiumionen aus einem zum Hydrolysat zugesetzten Aluminat durch Zusatz einer Säure,
die stark dissoziierend Aluminiumsalze bildet, freigemacht werden. Man kann auch ein Aluminat zu
einem Hydrolysat zusetzen, wobei dem Hydrolysat vorher eine Säure zugesetzt wird, die stark dissoziierende
Aluminiumsalze bildet. DieAluminiumionen können auch auf andere Weise dem Hydrolysat
zugeführt werden, z. B. durch einen elektrolytischen Prozeß.
Es hat sich gezeigt, daß die zur vollständigen Fällung der im Hydrolysat vorhandenen, mit
Aluminiumionen fällbaren Aminosäuren notwendige Menge von Aluminiumionen normalerweise mit dem
Gehalt des Hydrolysats an Aminogruppen, die durch Formoltitrierung festgestellt werden, äquivalent ist.
Die Ausfällung nach der obigen Reaktion zwischen dem Hydrolysat und Aluminiumionen bei
pH-Werten zwischen etwa 3 und 8 ergibt neue Aluminiumsalze von Aminosäuren, Salze, die in
Wasser nur schwer löslich sind und die beim Kochen mit Wasser nicht zu Aluminiumhydroxyd
und Aminosäuren hydrolysieren. Die Ausfällung kann darüber hinaus noch Aluminiumhydroxyd
enthalten, besonders wenn die Fällung mit einem Überschuß an Aluminiumionen und bei hohem
pfj-Wert durchgeführt wird.
Ein geringer Gehalt an Aluminiumhydroxyd in dem frisch hergestellten Antacidum übt keinen
schädlichen Einfluß auf die säureneutralisierende Wirkung des Präparates aus. Normalerweise
nimmt die säureneutralisierende Wirkung des Aluminiumhydroxyds bei Lagerung ab; dagegen
stabilisieren die neuen Aluminiumsalze der Aminosäuren nach -vorliegender Erfindung den säureneutralisierenden
Effekt des Aluminiumhydroxyds und vermindern dabei den sonst vorhandenen Nachteil
der Alterung des Aluminiumhydroxyds. Ist es erwünscht, ein Antacidum von ausgesprochen unveränderlicher
Wirkung herzustellen, so ist es vorteilhaft, keinen Überschuß oder wenigstens nur
einen geringen Überschuß an Aluminiumionein bei der Reaktion mit dem Hydrolysat zu verwenden.
Die Ausfällung, die von der Umsetzung zwischen
Hydrolysat und Aluminiumionen stammt, wird mit Wasser gewaschen, um wasserlösliche Verunreinigungen
zu entfernen, und ist dann farblos oder nur schwach gefärbt und geruch- und geschmacklos.
Das gewonnene Produkt ist als Antacidum besonders geeignet, da es sämtliche obenerwähnte
Forderungen an ein Antacidum erfüllt. Die Fällung kann nach bekannten Methoden, z. B. durch Sprühtrocknung,
getrocknet werden.
Als Ausgangsmaterial für das Verfahren nach der Erfindung können z. B. verwendet werden:
Kasein, Gelatine, Gluten, Fischmehl und Sojaschrot.
Daß die obenerwähnte doppelte Umsetzung zwischen dem Hydrolysat und den Aluminiumionen
wirklich Aluminiumsalze der Aminosäuren und nicht nur Aluminiumhydroxyd ergibt, ist daraus
ersichtlich, daß eine klare Lösung von Aluminiumchlorid in Wasser, deren pfj 4 ist, nach Mischung
mit einem klaren wäßrigen Proteinhydrolysat, dessen pfj ebenfalls 4 ist, eine Ausfällung gibt.
Daß diese Ausfällung kein Aluminiumhydroxyd ist, welches durch Hydrolyse nach Wasserzusatz
gebildet wird, ist daraus ersichtlich, daß die Aluminiumchloridlösung
nach Zusatz einer Menge Wassers gleich dem Volumen des verwendeten wäßrigen Hydrolysats keine Ausfällung gibt. Daß
Aluminiumverbindungen von Aminosäuren gebildet werden, ist weiter daraus ersichtlich, daß die sorg- 1x5
fältig gewaschene Ausfällung im Gegensatz zum Aluminiumhydroxyd dem Wasser eine saure Reaktion
erteilt.
Die säureneutralisierende Wirkung des' erfindungsgemäßen Antacidums gründet sich auf einen
Reaktionsmechanismus, der bisher bei Antaciden unbekannt war. Dieser kann auf folgende Weise
erklärt werden:
Das Antacidum enthält Alumindumsalze von Aminosäuren, die in Wasser schwer löslich sind,
jedoch leicht löslich bei pH-Werten niedriger als
etwa 3. Infolgedessen werden sie im Magen aufgelöst, indem sie gleichzeitig die Salzsäure des
Magens neutralisieren. Bei diesem Vorgang werden Aluminiumionen frei, und positive lAminionen von
Aminosäuren werden gebildet. Dlie Neutralisierung kann nur so lange vor sich gehen, bis das Ph des
Magens ein Maximum von 3,5 erreicht. Bei diesem PH-Wert werden die Aluminiumsalze der Aminosäure
unlöslich und verursachen keine weitere Neutralisierung. Sollte das pH des Mageninhaltes aus
irgendeinem Grunde weiter steigen, so werden die neuen Aluminiumsalze ausgefällt, wobei Salzsäure
freigemacht wird, wodurch die Aufrechterhältung des Pfj-Wertes innerhalb des gewünschten Bereiches
gesichert wird. Nur wenn der pH-Wert des Magens infolge der Sekretion frischer Salzsäure wieder
unter 3,5 gefallen ist, werden weitere Mengen der Aluminiumsalze der Aminosäuren durch Neutralisierung
der Salzsäure aufgelöst. Es ist deshalb ganz unmöglich, durch das Antacidum pfj-Werte
höher als 3,5 im Magen hervorzurufen. Dies ist nicht nur der Fall, wenn es in den erforderlichen
Mengen verabfolgt wird, sondern auch, wenn zu große Dosen genommen werden. Infolgedessen ist
es· ganz unmöglich, sei es auch nur lokal, pH-Werte
höher als etwa 3,5 zu erzielen. Dies ist eine sehr wichtige Eigenschaft des Antacidums nach vorliegender
Erfindung, die es gegenüber den bisher bekannten Antaciden auszeichnet. Es ist tatsächlich
noch niemals gelungen, ein Antacidum herzustellen, welches die Aufrechterhaltung des pH-Wertes im
Magen innerhalb des Gebietes sichert, das bei der Behandlung von Krankheiten, bei denen Antacida
verabfolgt werden, erwünscht ist, d. h. zwischen pH-Werten von 3 bis 4, und welches endlich gleichzeitig
sämtliche Forderungen an ein Antacidum erfüllt.
Die neutralisierende Wirkung des Antacidums nach der vorliegenden Erfindung und die anderer
bisher bekannter Antacida geht aus der Zeichnung hervor; die Abszisse gibt die Zeit in Minuten an,
die Ordinate die pH-Werte. Man kommt auf folgende Weise zu den gezeigten Kurven: 25 ecm
0,1 η-Salzsäure werden mit 1 g Antacidum versetzt.
Die Mischung wird gerührt und der pH-Wert
möglichst schnell nach Zusatz des Antacidums gemessen und ferner nach 1, 2, 3, 4, 5, 10, 15 und
30 Minuten. Um die ständige Sekretion der Salzsäure im Magen nachzuahmen, wird nach den ersten
30 Minuten eine weitere Menge von 25 ecm 0,1 η-Salzsäure zugesetzt, und 'dies wird alle
30 Minuten wiederholt. Unmittelbar vor jedem Zusatz an Salzsäure ist der pH-Wert der Mischung
zu messen. Während des ganzen Versuches wird die Temperatur der Mischung auf 370 gehalten.
Fig. ι gibt die Wirkung des Antacidums nach der vorliegenden Erfindung wieder,
Fdg. 2 Handelspräparat von Aluminiumhydi oxyd, Fig. 3 Magnesiumoxyd,
Fig. 4 Magnesiumtrisilicat,
Fig. 5 Calciumsilicat,
Fig. 6 Calicumcarbonat,
Fig. 7 Alumindumglycinat.
Fig. 4 Magnesiumtrisilicat,
Fig. 5 Calciumsilicat,
Fig. 6 Calicumcarbonat,
Fig. 7 Alumindumglycinat.
Die Zeichnung beweist eindeutig, daß fmr das
Antacidum nach, der Erfindung einen pH-Wert
innerhalb des gewünschten Bereiches zwischen 3 und 4 sichert. Daß Aluminiumglycinat imstande
ist, unerwünscht hohe pH-Werte hervorzurufen,
kann nach der hier angewandten Versuchsmethode nicht gezeigt werden.
Das neue Antacidum unterscheidet sich nicht nur vorteilhaft von den bisher bekannten obenerwähnten,
. sondern es erfüllt auch sämtliche vorher erwähnten Forderungen, die an Heilmittel dieser Art
gestellt werden. So ist die säureneutralisierende Wirkung groß, entsprechend der des Natriumbicarbonats.
1 g der neuen Aluminiumverbindungen von Aminosäuren neutralisiert etwa 120 ecm
0,1 η-Salzsäure bei pjj 2. Kleinere Abweichungen
in der säureneutralisierenden Wirkung mögen, ab- !hängig von dem angewandten proteinhaltigen
Material und dem Verfahren, nach dem die Hydrolyse stattgefunden hat, auftreten. Die Wirkung ist
jedoch schnell, derart, daß eine schnelle Linderung der Schmerzen, die oft die HyperSekretion von Salzsäure
im Maigen begleiten, erfolgt. Ferner hat das Antacidum einen protrahierenden Effekt. Es ist
wohlbekannt, daß unlösliche Substanzen im Magen langer verweilen als lösliche, und der protrahierende
Effekt des Antacidums nach vorliegender Erfindung ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, daß bei
einem pH-Wert von 3,5 ungelöstes Antacidum im Magen bleibt. Ein weiterer Vorteil des Antacidums
nach der vorliegenden Erfindung besteht darin, daß es keine obstipieremde oder laxierende Wirkung
hat und daß es keine lokale Heizung bewirkt. Endlich beeinflußt es die Titrierungsacidität des Mageninhaltes
nicht, und infolgedessen wird die Zeit, in der das Essen im Magen bleibt, weder verlängert
noch abgekürzt.
Das neue Antacidum nach der Erfindung kann ohne Zumischung anderer Heilmittel verabfolgt
werden, oder es kann mit sekretionshemmenden Substanzen, wie Atropin, oder synthetischen Substanzen
von ähnlicher Wirkung, wie Belladonna, und anderen alkaloddalen parasympaticusbeeinflussenden
Substanzen gemischt benutzt werden. Es kann auch mit schmerzstidlenden Mitteln, wie
Codein, oder in Mischungen von sowohl sekretionshemmenden als auch schmerzstillenden Mitteln genommen
werden. Es kann allein oder mit anderen Medikamenten kombiniert als Pulver in Form von
Tabletten oder als wäßrige Suspension gebraucht werden. Jeder der gewöhnlichen inaktiven Füllstoffe
zur Herstellung von Pulvern, Tabletten oder Suspensionen kann benutzt werden.
i. Einer Mischung von 1,5 kg Wasser und 3,5 kg
3'6%iger Salzsäure werden 3 kg Kasein zugesetzt. Die Mischung wird 10 Stunden lang unter Rückfluß
gekocht und die Salzsäure im Vakuum abdestilliert. Das gewonnene Hydrolysat wird mit
Wasser verdünnt, so daß alles lösliche Material in Lösung gebracht wird; dann wird mit Natrium-
hydroxyd auf einen pH-Wert von etwa 6 eingestellt
und durch Filtrieren mit Kohle entfärbt.
Die für die vollständige Fällung des Hydrolysate bzw. der mit Aluminiumionen fällbaren Aminosäuren
nötige Menge Aluminiumionen wird, wie angegeben, durch Formoltitrierung ermittelt und
auf Aluminiumsulfat umgerechnet. Der pH-Wert
der Mischung ist dann nach Zusatz des Aluminiumsulfats geringer als etwa 2,5, und durch Zusatz von
Natriumhydroxyd wird das pH der Reaktionsmischung auf etwa 5 eingestellt. Der hierdurch
gefällte Niederschlag wird abfiltriert, ausgewaschen und getrocknet.
2. 20 kg Gluten und 48,5 kg 36%ige Salzsäure
werden 8 Stunden unter Rückfluß gekocht. Die Salzsäure wird danach im Vakuum abdestilliert
und das Hydrolysat mit Wasser verdünnt und durch Filtrieren mit KoIhIe entfärbt. Die Fällung
wird, wie in Beispiel 1 angegeben, ausgeführt, jedoch mit der Änderung, daß Aluminiumchlorid
statt Aluminiumsulfat verwendet wird.
3. 5 kg Gluten, 4 kg Natriumhydroxyd und 10 kg
Wasser werden 2V2 Stunden bei 1200 im Autoklav behandelt. Das Hydrolysat wird mit 30 kg Wasser
verdünnt und Schwefelsäure zugesetzt bis zu einem Ph von 6 und mit Kohle filtriert; das Filtrat wird,
wie im Beispiel 1 angegeben, weiterbehandelt.
4. 15 kg Gluten werden 85 kg Wasser zugesetzt. Das pH der Mischung wird bei Zusatz von Natriumhydroxyd
auf etwa 11 eingestellt, wobei Gluten aufgelöst wird. Man versetzt mit Salzsäure bis zu
einem pH von etwa 8 und dann mit 75 S Trypsin
(600 Löhlein-Volhard-Einheiten/g). Die Mischung wird etwa 30 Stunden auf 370 gehalten und das pn
während dieser Zeit auf etwa 8 eingestellt durch Zusatz von Natniumihydroxyd. Das gewonnene
Hydrolysat wird filtriert und das Filtrat wie in Beispiel 1 weiterbehandelt, jedoch mit der Änderung,
daß hier Aluminiumnitrat statt Aluminiunisulfat verwendet wird. .
5. 15 kg Kasein werden mit 85 kg Wasser gemischt,
und nach Zusatz von Natriumhydroxyd wird das p.H der Mischung auf etwa 8 eingestellt.
75 g Trypsin (600 Löhlein-Volhard-Einheiten/g)
werden zugesetzt. Die Mischung wird etwa 30 Stunden auf 37° gehalten, indem der pH-Wert ständig
auf etwa 8 durch Zusatz von Natriumhydroxyd gehalten wird. Das erhaltene Hydrolysat wird
filtriert und das Filtrat, wie in Beispiel 1 angegeben,
weiterbehandelt.
6. 20 kg Fischmehl werden mit 60 kg Wasser gemischt, und Natriumhydroxyd wird zugesetzt,
bis das pH der Mischung etwa 8 beträgt. Dann werden ioogTrypsin (Löhlein-Volhard-Einheiten/g)
zugesetzt, und die Mischung wird 30 Stunden auf 370 gehalten, wobei das pH ständig auf etwa 8
durch Zusatz von Natriumhydroxyd gehalten wird. Das Hydrolysat wird mit 40 kg Wasser verdünnt
und mit Kohle nitriert; das Filtrat wird, wie in Beispiel 1 angegeben, weiterbehandelt.
7. 20 kg Sojaschrot werden mit 60 kg Wasser gemischt, und es wird Natriumhydroxyd zugesetzt,
bis das pH der Mischung etwa 8 beträgt. Dann werden 100 g Trypsin (600 Löhlein-Volhard-Einheiten/g)
zugesetzt; die Mischung wird etwa 30 Stunden auf 370 gehalten, wobei das pH ständig
auf etwa 8 durch Zusatz von Natriumhydroxyd gehalten wird. Das Hydrolysat wird mit 40 kg Wasser
verdünnt und mit Kohle filtriert; das Filtrat wird, wie .in Beispiel 1 angegeben, weiterbehandelt.
8. 10 kg Gelatine werden mit 20 kg Wasser gemischt, und es wird Natriumhydroxyd zugesetzt,
bis das pH der Mischung etwa 8 beträgt. Darauf werden 50 g Trypsin (600 Löhlein-Volhard-Einheiten/g)
zugesetzt, und die Mischung wird etwa 48 Stunden auf 370 gehalten, wobei das pH ständig
auf etwa 8 durch Zusatz von Natriumhydroxyd gehalten wird. Das Hydrolysat wird mit Wasser
verdünnt und filtriert; das Filtrat wird, wie in Beispiel 1 angegeben, weiterbehandelt.
9. 4 kg Kasein werden mit 10 kg Wasser und 0,75 kg Zitronensäure gemischt. Das Ph der
Mischung wird durch Zusatz von Natriumhydroxyd auf etwa 2 eingestellt. Dann werden 30 g Pepsin
(1 :3000) zugesetzt, und die Mischung wird
24 Stunden auf 370 gehalten. Das gewonnene Hydrolysat wird mit 15 kg Wasser verdünnt und
filtriert; das Filtrat wird weiterbehandelt, wie in Beispiel 1 angegeben.
Claims (3)
1. Verfahren zur Herstellung von im Wasser fällbaren ALuminiumsalzen von Aminosäuren,
dadurch gekennzeichnet, daß ein proteinhaltiges Material hydrolysiert wird, worauf das Hydrolysat
mit Aluminiumionen bei einem pH-Wert innerhalb des Bereiches von etwa 3 bis 8 umgesetzt
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Hydrolyse mittels Säuren oder Basen oder mittels proteolytischer Enzyme,
wie Trypsin oder Pepsin, ausgeführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß als proteinhaltiges Material
Kasein, Gluten, Fischmehl, Sojaschrot oder Gelatine verwendet werden.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
© 5443 9.53
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE891990C true DE891990C (de) |
Family
ID=581023
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT891990D Active DE891990C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE891990C (de) |
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0
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