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Rollbare Milch -Transportkanne Zusatz zum P.atent 882528
Gegenstand
des Patents 882 528 ist eine rollbare Milch-Transportkanne mit einem die bisher
üblichen 20- und 40SLiterqKannen um ein Vielfaches übersteigenden Fassungsvermögen,
welche zur Erleichterung des Wechselns von der Sollage in die aufrechte Stellung
und umgekehrt unten am Boden einen Stehring von kleinerem Durchmesser als die Kanne
aufweist; an den Boden schließt sich der stark abgerundete Kannenboden an, auf dem
sich beim Umlegen oder Aufrichten das Gewicht der Kanne bis zu einer bestimmten
Neigung abrollt, während der obere Kannenhals so weit verengt ist, daß er in der
Kannenrollage nicht verschmutzen kann.
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Die Zusatzerfindung bezweckt eine weitere Ausgestaltung der Kanne
nach dem Patent 882 528, derart, daß das mitunter erforderliche Umfüllen oder Ausgießen
der Transportkanne, inslbesondere die Entleerung des bei der Reinigung der Kanne
anfallenden Reinigungs- und Nachspritzwassers ganz wesentlich vereinfacht und erleichtert
wird.
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Bei der mit dem Patent 882 528 vorgeschlagenen Ausführung hatte die
Milch-Transportkanne noch den Nachteil, daß es infolge der ungünstigen Schwerpunktslage
einer großen Kraftanspannung bedurfte, um die Kanne durch Kippen au.s der Rolllage
in die Entleerungslage zu bringen. Auch mußte die Kanne in der Entleerungslage durch
den Bedienungsmann bis zu ihrer vollständigen Entleerung festgehalten werden, um
ein Zurückfallen der Kanne in die Rollage zu verhindern. Auch diese Handhabung der
Kanne war sehr lästig, anstrengen und zeitraubend, da ein Bedienungsmann die Kanne
ständig in der Kipplage halten
mußte und deshalb in dieser Zeit
keine andere Arbeit leisten konnte, während ein zweiter Bedienungsmann erforderlich
war, der das Umfüllen überwachte, das Reinigungs- und Nachspritzwasser in die Kanne
einbrachte und die restlose Entleerung und gegebenenfalls das Ausnutzen der Kanne
besorgte.
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Diese Nachteile und Schwierigkeiten werden nach der Erfindung dadurch
beseitigt, daß die Kanne so geformt ist, daß in der Entleerungsstellung der Schwerpunkt
der Kanne sowohl im gefüllten als auch lim entleerten Zustande lotrecht über dem
mit der Aibstützfläche in Berührung kommenden kegelstumpfförmigen Kannenoberteil
liegt, an welchem beidseits der Mantelauflagelinie oder -fläche je ein Knaggen zum
Abstützen der Kanne gegen die Abstützfläche angebracht ist.
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Durch diese Ausführung der Kanne werden eine Reihe von Vorteilen
erzielt, die darin Ibestehen, daß einmal das Kippen der Kanne aus der Rollbare in
die Entleerungsstellung infolge der günstigen Gewichtsverteilung wesentlich erleichtert
wird und bequem von einem einzigen Bedienungsmann ausgeführt werden kann. Sodann
wird durch die günstige Lage des Schwerpunktes ,die Kanne durch ihr Eigengewicht
in der durch Kippen herbeigeführten Entleerungsstellung festgehalten, so daß das
Wiederz,urückfallen der Kanne in ihre Rolllage mitSicherheit verhindert wird, während
durch die beiden Abstützknaggen die Kanne gegen Drehen gesichert wird. Infolgedessen
ist der Bedienungsmann nach dem Kippen der Kanne in die Entleerungsstellung entlastet
und für andere-Verriohtungen frei.
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Weitere Merkmale der Erfindung sind in den Ansprüchen enthalten.
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Der Gegenstantd der Erfindung wird in der Zeichnung an Hand eines
Ausführungsbeispieles näher erläutert, und zwar zeigt Abb. I eine gemäß der Erfindung
ausgebildete Milch-Transportkanne in ihrer Entleerungsstellung, Abb. 2 einen Schnitt
durch den lKannenhals in Höhe der Abstützungsknaggen und Abb. 3 und 4 eine Teilansicht
der Abb. I und 2, bei welcher die Abstützknaggen als Handgriffe ausgebildet sind.
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Die Kanne ist mit einem kegelstumpfförrnigen Oberteil 6 versehen,
der durch einen abnehmbaren, mit einer Entleerungsöffnung 4 versehenen, vollständig
dicht abschließenden Deckel I3 verschlossen wird. Infolge der kegelstumpfförmigen
Ausbildung des Kannenobetteiles 6 kann der Deckelrand beim Rollen der Kanne nicht
beschmutzt werden.
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An den Oberteil der Kanne schließt sich ein kurzer zylindrischer,
mit Rollwulsten 12 versehener Mittelteil II an, welcher nach unten in einen ebenfalls
kegelstumpfförmigen Unterteil IO übergeht.
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In der Mitte des Bodens ist eine nach innen gewölbte Einbuchtung g
vorhanden; diese weist an ihrer tiefsten Stelle einen Handgriff 2 auf, durch welchen
das Aufkippen der Kanne aus der Rollage in die in Abb. 1 dargestellte Entleerungsstellung
wesentlich erleichtert wird. Der sich zwischen dem sich verjüngenden Unterteil IO
und der mittleren Einbuchtung g befindliche abgerundete Bodenringteil bildet den
Stehring 8, auf welchem die Milch-Transportkanne in ihrer aufrechten -Stellung aufruht.
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Zur Entleerung wird die Kanne von den Rollwulsten 12 abgehoben und
auf den kegelstumpfförmigen Oberteil gelegt (s. Abb. I). Damit sie in der Entleerungsstellung
auf der Abstützfläche I liegenbleibt, ist das Mittelteil kurz gehalten und das Gewicht
so verteilt, daß die Schwerpunkte S und Sl der gefüllten als auch der leeren Kanne
lotrecht über der Mantelaufllagellsinlie oder -fläche 7 liegen und über dieser Linie
oder Fläche auch beim Leerlaufen verbleiben, ohne tdaß eine weitere Bedienun,g wider
Kanne oder eine Stützung mit der Hand erforderllich list.
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Das Aufkippen der Kanne in die Entleerungsstellung erfolgt mit Hilfe
des unter dem nach innen gewölbten fußringfreien Boden angebrachten Handgriffes
2.
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Urn ein Rollen auf dem kegelstumpfförmigen Oberteil 6 zu verhindern,
sind wenigstens zwei Knaggen 3 an der Kanne vorgesehen, die, wie Abb. 3 und 4 erkennen
lassen, mit besonderem Vorteil auch als Handgriffe 3' ausgebildet sein können, wodurch
das Hantieren mit der Kanne wesentlich erleichtert wird.
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Bei der Entleerung in der Kannenlage nach Ab,b. I bleibt der diohtschließende
Kannendeclkel I3 geschlossen, an der tiefsten Stelle ist im Deckel eine besondere
Entleerungsöffnung 4 vorgesehen; sie kann ruckartig schnell geöffnet werden. Ein
spritzfreies und beschleunigtes Leerlaufen wird erreicht durch Öffnen einer Luftschraube
5 an höchster Stelle der aufgekippten Kanne.
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Als Anlieferungsgefäß für den Milchhandel ist die Kanne insofern
vorteilhaft, als dieselbe aufgerichtet als Staadgefäß im baden wie auch im Kleinhandel
nach Abnehmen des Deckels I3 durch den genügend weiten Kannenhals mit dem Meßgefäß
durch Ausschöpfen geleert werden kann unter Vermeidung des nachteiligen Umgießens
in besondere Verkaufsbehälter; auch ist die Gefahr des Sauerwerdens der Milch im
Sommer und des Ein frierens im Winter durch das große Fassungsvermögen vermindert.
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Sofern die Rollkanne mr Lieferung an die Molkereien benutzt wird,
ist auch mit einer erhöhten Fettausbeute zu rechnen, weil das Heranrollen unmitteLbar
vor dem Entleeren eine Durchmischung der Milch und ein Abspülen des Rahmes von der
inneren Kannenwand erfolgt, wogegen bei den vielen immer stehenden kleinen Transportkannen
durch Aufrahmen ein erheblicher Anteil des Milohfettes im Deckel und Kannenhals
zurückbleibt.