DE890734C - Einrichtung zum Anlassen, Inbetriebhalten und Abstellen von Gasmaschinen od. dgl., insbesondere für sich selbsttätig ein- und ausschaltende Notstromanlagen - Google Patents

Einrichtung zum Anlassen, Inbetriebhalten und Abstellen von Gasmaschinen od. dgl., insbesondere für sich selbsttätig ein- und ausschaltende Notstromanlagen

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DE890734C
DE890734C DENDAT890734D DE890734DA DE890734C DE 890734 C DE890734 C DE 890734C DE NDAT890734 D DENDAT890734 D DE NDAT890734D DE 890734D A DE890734D A DE 890734DA DE 890734 C DE890734 C DE 890734C
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DENDAT890734D
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Nürnberg Dipl.-Ing. Josef Plaschka Nürnberg und Dipl.-Ing. Hans Roller Nürnberg Dipl.-Ing. Ludwig Prechtel f
Original Assignee
Maschinenfabrik Augsburg^Nürnberg A.G., Zweigniederlassung, Nürnberg
Publication date
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    • F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
    • F01—MACHINES OR ENGINES IN GENERAL; ENGINE PLANTS IN GENERAL; STEAM ENGINES
    • F01L—CYCLICALLY OPERATING VALVES FOR MACHINES OR ENGINES
    • F01L13/00—Modifications of valve-gear to facilitate reversing, braking, starting, changing compression ratio, or other specific operations

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Description

Die Erfindung betrifft Schalt- und Steuereinrichtungen für den vollautomatischen Betrieb, d. h. zum Anlassen, Inbetriebhalten und Abstellen von Gasmaschinen, Dieselgasmaschinen od. dgl. Derartige selbsttätige Einrichtungen werden vornehmlich für Hilfs- oder Notstromanlagen benötigt, welche z. B. in Abhängigkeit vom Verbrauchernetz bei Unterbrechung des Stromes oder für Zuschußbetrieb selbsttätig ein- oder zugeschaltet und bei Herstellung der normalen Stromlieferung wieder selbsttätig abgeschaltet werden.
Das Anlassen von Gasmaschinen, besonders solchen mit mehreren Zylindern, ist mit gewissen Schwierigkeiten verbunden und sehr weitgehend von der Geschicklichkeit des Bedienungspersonals abhängig; so werden vor allem bei Selbstanlauf zur Vermeidung von Schäden besondere Vorkehrungen für die Gas- und Druckluftzuführung verlangt und außerdem besondere Hilfsmittel zur genauen Einhaltung der zum Anlauf erforderlichen Gemischzusammensetzung und Menge. Daneben müssen Schaden durch Störungen der verschieden-
sten Art, verursacht durch Bedienungsfehler, wie sie beim Anlassen von Hand auftreten können, oder fehlerhafte Arbeitsweise der Maschine, nach Möglichkeit von vornherein ausgeschaltet werden. Die Erfindung bezweckt die Schaffung einer all diese Forderungen restlos erfüllenden Schalt- und Steuereinrichtung, und zwar besteht die Erfindung aus einer den selbsttätigen Ablauf der Einzelvorgänge beim Anlassen usw. in Abhängigkeit von ίο dem jeweils beabsichtigten Betriebszustand der Maschine derart regelnden Steuerung, daß jeder neue Schaltvorgang erst dann zugelassen wird, wenn die vorhergehende Schaltung als ausgeführt gemeldet ist. Zu diesem Zweck sind den einzelnen Schaltorganen für die Ausführung der verschiedenen Verrichtungen jeweils Steuerorgane zugeteilt, welche die aufeinanderfolgenden Schaltungen überwachen und bei Störungen durch fehlerhafte Bedienung oder fehlerhafte Arbeitsweise der Maschine den weiteren Ablauf der Einzelvorgänge unterbrechen. Für die Steuerung erweist sich ein Druckmittel als vorteilhaft, das bei einer bevorzugten Ausführung mit Steuerdruckluft gegebenenfalls über ein Druekmindtererventil einem Vorratsbehälter entnommen wird. Diesem mit dem Anlassen zur Wirkung gebrachten Steuerkreis sand zwei Gruppen von Schaltungen unterstellt, von denen die eine ganz vom Steuerkreis abhängig ist und mit ihm zurückgeschaltet wird, während die andere Gruppe in ihrer Arbeitsstellung verharrt, bis Verriegelungen zur Lösung kommen, welche durch zusätzliche vom Betriebszustand der Maschine abhängige Steuerungen wirksam werden. Zur Beschleunigung des Anfahrvorganges sind vor den einzelnen Zylindern Einzelgasventile vorgesehen, wodurch nur sehr geringe Räume zwischen der Gasleitung und den Zylindern vom Gas frei sind und somit beim 'Einschalten des Gases, vornehmlich über Zündvorrichtungen, sofort eine Zündung beim Hochfahren eintritt. Um vor dem beabsichtigten Gasbetrieb unerwünschte Zündungen eines etwa bei fehlerhafter Arbeitsweise der Maschine vorhandenen zündfähigen Gemisches zu verhüten, ist die Zündung über Steuer- und Schalteinrichtungen, welche im Steuerkreis liegen, mit einem Zähl- oder Schaltwerk in Verbindung gebracht, das erst nach einer im voraus einstellbaren Anzahl von Maschinenumdrehungen während des Anlaßdruckluftbetriebes die Freigabe des Zündstromes zuläßt. Es besteht hierbei die Gewähr, daß sämtliche Gasreste vor dem Wiedereinschalten der Zündung und der Zuteilung von Gas aus den Zylindern entfernt sind. Zumeßgeräte, beispielsweise in Form von Gebläsen, sorgen dann beim Anlaßvorgang für die nach Menge und Zusammensetzung günstigste Füllung, und erst nach Beendigung der Anlaufperiode erfolgt durch Abschaltung dieser Zumeßgeräte die Umstellung auf den Betrieb. Weitere Einzelheiten beziehen sich auf besondere Ausbildung der Steuer- und Schalteinrichtungen. Durch diese Einrichtungen ist jegliche Gewähr dafür geboten, daß ein vollständiger Anlauf auf selbsttätigem Wege nur bei ordnungsgemäßem Zustand der Maschine erfolgt und jegliche Störungen, welche zu einem Schaden führen könnten, das Anlassen unterbrechen, so daß der betreffende Fehler vor der Inbetriebsetzung der Anlage beseitigt werden kann.
Die Zeichnung veranschaulicht eine beispielsweise Ausführung einer Schalt- und Steueranlage für eine Mehrzylindergasmaschine mit druckluftbetätigter Steuereinrichtung für den Anlaßvorgang, und zwar zeigt
Abb. ι eine Gesamtdarstellung,
Abb. 2 einen Längsschnitt durch ein Hauptanlaß steuerventil mit Vor steuerventil und Drucküberwachungsorgan,
Abb. 3 einen Längsschnitt durch ein Gasventil, Abb. 4 Schnitte durch ein Kühlwasserventil, eine Kupplungsvorrichtung und Zündeinrichtung mit entsprechenden Steuereinrichtungen,
Abb. S Längsschnitte durch ein Hauptgasventil und Gaswechselventil.
Zur Erzielung einer besseren Übersicht sind sämtliche Druckluft-, Schalt- und Stertierleitungen als einfache Linien dargestellt, und zwar die ausgezogenen Linien für den Anlaßvorgang und die strichlierten Linien für die Stillsetzung, während die Leitungen für die AnI aß druckluft mit Doppellinien gezeichnet sind. go
Für die Versorgung mit Druckluft sind zwei Druckluftsysteme vorgesehen. Für das normale Anfahrsystem ist Luft, z. B. von etwa 30 atü, in einem Behälter 20 gespeichert. Die Druckluft für die Steuerung der Anlage wird aus diesem Anfahrbehälter 20 über ein Druckmindererventil 21 entnommen und in einem Behälter 22 gespeichert. Dieses Steuerdrucklüftsystem kann beispielsweise eine Spannung von 5 atü aufweisen. Die Möglichkeit, die Anfahrluftflasche 20 bei einem Nachlassen der Druckluftspannung durch einen selbsttätig anlaufenden Verdichter wieder aufzufüllen, kann vorgesehen werden.
Der Aufbau der Schalt- und Steuervorrichtungen gestaltet sich in Verbindung mit den verschiedenen Bedienungsmöglichkeiten wie folgt: Für den normalen vollautomatischen Anlauf mit Hilfe der Druckluft ist zur Auslösung der Schaltvorgänge ein Vorsteuerventil 1 vorgesehen, das mit zwei Schaltorganen, z. B: Druckknöpfen ia zum Anfahren und ι** zum Stillsetzen, ausgestattet ist (Abb. ι und 2). Zum Anfahren muß entweder mit der Hand oder bei vollautomatischer Notstromlage durch 'Einschaltung des Relais i6 auf den Knopf i° gedruckt werden, wobei sich ein Ventil ic öffnet, das den Weg der Druckluft vom Anlaßbehälter über die Leitung α zur Leitung b freigibt. Diese Leitung führt zu einem Hauptanlaß steuerventil 2, das die Druckluft dem Steuerkreis zuführt. Dieses Hauptanlaßsteuerventil ist mit zwei in der Öffnungsstellung mit Riegeln 2e und 2k sperrbaren Ventilen 2° und 2' für die Einleitung des Anlaßvorganges und für die Stillsetzung der Anlage versehen. Die Steuerdruckluft gelangt aus der Leitung b in den Zylinderraum unter den verhältnis- las mäßig großen Kolben 2& und drückt diesen in die
Höhe, wobei sich das Anlaßsteuerventil 2C öffnet, und zwar entgegen der Wirkung der Feder 2f. Der mit einem abgefederten Kolben 2d versehene Riegel 2e springt in eine Aussparung des Kolbens 2& ein und hält diesen fest. Dabei wird gleichzeitig ein Riegel 2r so verstellt, daß der Kolben 2V so lange nicht angehoben werden kann, wie Ventil 2° geöffnet ist. Aus der an den Steuerluftbehälter angeschlossenen Leitung c gelangt nun die Druckluft über die Aussparung 2S der Anlaßsteuerventilspindel in die Leitung d. Unter den verschiedenen von dieser Hauptsteuerleitung d abzweigenden Druckluftführungen ist nur der Weg durch die Zweigleitung e zu dem Kühlwasserventil 11 der Maschinenanlage frei (Abb. 1 und 4). Dieses- Ventil besitzt innerhalb eines Zylinders ii« einen abgefederten Kolben n&, der als Arbeits- und Steuerkolben dient und mit einem Rast oder Sperrkolben ι ic verbunden ist. Die über die Leitung e unter den Kolben n& gelangende Druckluft führt diesen entgegen der Wirkung der Feder in die Höhe, öffnet das Kühlwasserventil, und der Sperriegel nä schiebt sich unter die Rast 11^ so daß das Ventil geöffnet bleibt. Der Weg der Druckluft zur Leitung/ ist nun durch den Steuerkolben n& freigegeben, und diese gelangt zu einem Steuerzylinder 4" einer Kupplung 4. Das Gestänge für die Steuerkolben 4C steht mit dem Gestänge 4? eines Schaltkolbens 4" in Verbindung, von wo- aus die Betätigung der Kupplung erfolgt. Nur in der gezeichneten ausgerückten Stellung der Kupplung kann die Steuerdruckluft zwischen den beiden Kolben 4° in die Leitung 9 eintreten. Dieser Druckluftsteuerzylinder wirkt somit als Wächterstelle für den weiteren Ablauf des Anlaßvorganges. Von der Leitung 9 gelangt die Steuerluft zu einem Schaltzylinder Ja, in dem sich entgegen der Wirkung einer Feder Jb ein Kolben Jc mit einem daran angesetzten Sperriegel Jd bewegen kann. Mit diesem Riegel wird ein weiter unten noch näher zu beschreibendes Zähl- oder Schaltwerk 7, bestimmt zur Überwachung der ersten Maschinenumdrehungen und der Ein- oder Ausschaltung der Zündung jz, gesperrt, und zwar derart, daß bei eingeschalteter Sperre die Zündung ebenfalls eingeschaltet ist. Bevor die Steuerdruckluft weitere Schaltvorgänge auslösen kann, muß der Kolben yc der Zählwerkverriegelung nach unten gedruckt und somit über das Zähl- und Schaltwerk 7 durch Wirkung der Feder y" die Zündung ausgeschaltet werden, und erst nach diesem Vorgang kann die Steuerluft in die Leitung h eintreten und über die Luftführung 3s unter den Schaltkolben. 3* des Hauptgasventils 3 gelangen (Abb. 5). Hierdurch wird dieser entgegen der Wirkung der Feder 3C nach· oben gedrückt, und der Weg des Gases aus der Hauptzuführungsleitung 3d und in die zur Maschine führende Leitung 23 ist frei. Gleichzeitig werden auch die an der Ventilspindel befindlichen Steuerschieber 3e und 3^ nach oben bewegt. Der Riegel 3ff fällt unter der Wirkung einer Feder 3Λ vor den Steuerkolben 3' und verriegelt das Gashauptventil in seiner Offenstellung. Durch die geänderte Lage der Steuerschieber 3e wird aber nun der Weg der Druckluft von der Leitung d aus durch die Zweigleitung i zur Leitung k frei und somit zu dem Raum über dem Schaltkolben 4? der Kupplung 4. Der Schaltkolben 4e wird von der Druckluft entgegen der Wirkung der Feder 4F nach unten gedrückt und die Kupplung 4 eingerückt. Die obere Welle 4'' steht jetzt in Verbindung mit der Maschinenwelle oder eimer mit dieser verbundenen schnell laufenden Welle 4W. An der Welle 4'' ist die Welle 9" angesetzt, durch welche ein oder mehrere Gasgebläse angetrieben werden.
Mit dem Kupplungsschaltkolben 4e haben sich ebenfalls die Steuerkolben4c nach unten bewegt, die Leitung g von der Zuführungsleitung f abgesperrt und über dem oberen Steuerkolben 4° mit der Außenluft verbunden, so daß der Raum über dem Schaltkolben yc der Zählwerksverriegelung entlüftet wird, was zu einem Aufwärtsschieben des Riegels yd unter der Wirkung der Feder yb führt (gezeichnete Stellung). Die Steuerluft strömt nun zwischen den beiden. Steuerkolben 4°, welche somit als Wächtereinrichtung für die ordnungsgemäße Einschaltung der Druckluftkupplung dienen, in die Leitung ι und von hier über den Abzweig i1 und einen Steuerzylinder ioe in die Leitung m, welche nach oben zu den Einzelgasventilen 511 führt. Gleichzeitig zweigt von der S teuer leitung 1 eine Leitung 0 zu dem Zählwerksteuerschieber ye und von hier über die Leitung p .zu den Ventilen 51 ab. Die Leitung 1 endet in den Raum zwischen den Steuerkolben I2a. gs
Die Ventilkegel 5a der Einzelgasventile können mit einem Schaltkolben 5* entgegen der Wirkung einer Feder 5C geöffnet werden. An diesem Schaltkolben ist ein Führungskolben 5ä angesetzt, der durch die Riegel ζ° in der gehobenen Stellung sperrbar ist. Die Sperriegel besitzen Steuerkolben 5f und 5ff, wobei sich der Kolben 5f an eine Feder 5* anlegt. In der gezeichneten Schließstellung der Einzelgasventile 5° steht z. B. beim Ventil 51 die Zuleitung/» der Steuerluft mit der Weiterleitung q zum nächsten Ventil derselben Gruppe in Verbindung. Ist nun aus irgendwelchen Gründen, z. B. durch Hängenbleiben, ein Gasventil noch geöffnet, so ist dieser Luftweg durch den Steuerkolben abgesperrt, und die Druckluft muß zunächst durch Hochdrücken des Steuerkolbens 5' den Riegel zurückziehen, so daß unter der Wirkung der Feder 5C sich .das Gasventil 5" schließen kann. Durch diese Kontrolle wird bezweckt, die Gefahr eines gleichzeitigen Eintretens von Druckluft und Gas in den Zylinder beim Anlassen mit Druckluft zu beseitigen. Mit diesem Steuerzweig p steht bei Mehrzylindermaschinen nur ein Teil der Zylinder in Verbindung, da diese zur Ermöglichung einer absatzweisen Inbetriebsetzung in mehrere Anlaßgruppen aufgeteilt sind. Das Einzelgasventil 51 stellt ein Ventil einer Gruppe dar, während das Ventil 511 einer anderen Gruppe in diesen Steuerkreis noch nicht eingeschlossen ist. Zu der Ventilgruppe 51 führen die Steuerleitungen p und q, während die Ventile der Ventilgruppe 511 an den
Steuerzweig m angeschlossen und mit der Steuerleitung η untereinander geschaltet sind.
Vom letzten Ventil der Ventilgruppe 51 tritt die Druckluft über die Steuerleitung q unter den Kolben 6la eines automatischen Druckluftanlaßventils und gibt der Anlaßdruckluft aus dem Behälter 20 über das geöffnete Ventil 6lb den Weg 141 zur Zylindergruppe 51 frei. Gleichzeitig strömt vom letzten Ventil ider Ventilgruppe 511 die Druckluft durch die Steuerleitumg η zum Kraftkolben 6IIa, dieser wird gehoben, und damit werfden die Ventile 6116 geöffnet, wobei auch die Zylindergruppe 511 Anfahrdruckluft über Leitung 1411 erhält. Auf diese Weise läßt sich z. B. bei einer 8-Zylinder-Maschine erreichen, daß diese aus jeder Kurbelstellung mit Druckluft anzulaufen vermag und sich zu drehen beginnt, wobei jedoch zunächst noch kein Gas in die Zylinder gelangen^kann.
Sobald die Maschine bei diesem Druckluftbetrieb aine bestimmte Betriebsweise erreicht, also z. B-. ein -bis drei Umdrehungen gelaufen hat, was von der Einstellung und Bemessung eines Zähl- oder Schaltwerkes 7 abhängt, folgen die weiteren Schaltungen, und zwar veranlaßt das Zählwerk die nun erforderlichen Schaltvorgänge durch Einschaltung des Zündschalters Jz und Umschalten der Zylindergruppe 51 auf Gasbeitrieb. Die Anwendung des Zündschalters stellt eine Sicherheitsmaßnahme dar für .den Fall, daß dhirch Unidichtheiten des Gashauptventils 3 oder der Einzelgasventile 51 oder 5n während des Stillstandes doch etwas Gas in die Zylinder gelangt sein sollte, welches schon im ersten Augenblick des Anfahrens, mit Druckluft vermengt und entzündet, ein Gefahrenmoment bilden kann. Wird jedoch zwischen die im Zylinder bereits etwa vorhandene Gasmenge und die erste Zündung durch mehrere Masehinenumdrehungen ein Druckluftpolster gelegt, so ist jede Explosionsgefahr vermieden. Als Zähl- oder Schaltwerk 7 eignet sich jede Vorrichtung, welche in Abhängigkeit von der einstellbaren Umdrehungszahl Schaltungen ausführen kann. Das Schaltwerk wird z. B-. über die Achse Jf von der Welle 4'' angetrieben und betätigt. In der Zeichnung besteht das Zählwerk 7 aus einer Spiralfeder yg, die über einen nicht gezeichneten Freilauf mit der Achse yf gekuppelt ist. Durch Drehung der Welle 7 wird die Feder ys in einen gespannten Zustand versetzt und nach Erreichung der vorausbestimmten Drehzahl über den Schalthebel 7* das Schaltgestänge 7' in Richtung das Pfeiles yx verschwenkt. Dabei wird der Steuerkolben ym entgegen der Wirkung der Fader y» so weit nach rechts verschoben, daß die Druckluft aus der Leitung 0 in die Leitung r treten kann. Aus der Leitung r gelangt die Druckluft durch Abzweigung in den Raum yg unter den Schaltkolben ya und verschiebt die Steuerkolben ym weiter bis zum Anschlag 7° nach rechts, wobei der Hebel 7' sich ebenfalls so weit verschwenkt, bis die Raste yk in dien Riegel yd einfällt. Dabei wird der Schalter yz für die Zündung geschlossen, und der Weg der Druckluft von der Leitung 0 über die Leitung r zum Steuerschieber ioa und von hier über die Steuerleitung s unter dem Kolben 8a des Gaswechselventils S ist frei. Dieses wird entgegen der Wirkung einer Feder 8f aus der gezeichneten Mittelstellung in die Höhe gehoben und an den Sitz 8b angepreßt. Das untere Gebläse 911 arbeitet nun im Umlauf, während das obere Gebläse 91 an die Sammelleitung 23 angeschlossen ist.
Durch Verschieben der Steuerkolben ym des Zählwerkschiebers steht die Steuerleitung ρ mit der Außenluft in Verbindung, über die Sperrschiebersteuerzylinder der E,'inzelgasventilgruppe 51 und Leitung q kann sich der Raum 6lc unter dem Kraftkolben des automatischen Druckluftanlaßventils 6lb entlüften und unter der Wirkung der Feder &d fällt der Kolben nach unten und schließt die Anlaßdruckluftventile 6lb ab. Beim gleichzeitigen Umschalten des Gaswechselventils 8 nach oben hat sich unter dem Einfluß des Gestänges 8C ebenfalls der S teuersch'ieber Sd nach oben bewegt, und der Weg der Steuerdmickluft von der Leitung d zwischen den beiden Steuerkolben 8d zur Leitung t umd zwischen den Stsuerkolben6Ie des Steuerzyliniders.6If über'die Leitung ν unter die Schaltkolben 5* der Einzelgasventilgruppe S1 ist frei. Die Einzelgasventile 5a dieser Gruppe öffnen sich, und aus der Sammelleitung 23 wird durch das Gasgebläse αϊ das Gas in die betreffende Zylindergruppe gefördert. Diese Gasmenge ist auf den Verbrauch dieser Zylindergruippe abgestimmt, und infolge vorheriger Abstellung der Anfahrluft auf diesen Seiten tritt hier der normale Arbeitsvorgang ein. Bei dieser Umschaltung wirken die Steuerschieber 8d und 6Ie des Gaswechselventils 8 und des Druckluftanlaßventils 6Ιδ als Wächter für die ordnungsmäßige Durchführung der vorhergehenden Schaltungen. Die an- gehobenen Einzelgasventile werden nun durch die vorschnellenden Riegel 5" in der Offenstellung gesperrt, was unter dem Einfluß der Federn 5Λ möglich ist, da die Räume vor den Kolben, wie oben beschrieben, bereits entlüftet worden waren.
Die Maschine läuft nun auf Zylindergruppe 511 mit Druckluft und auf Zylindergruppe 51 im normalen Viertaktbetrieb. Die Drehzahl wird steigen, und bei Erreichung einer im voraus bestimmten Drehzahl, auf welche ein Drehzahlwächter 10 eingestellt ist, spricht dieser an. Das Ansprechen dieses Reglers ist als ein Maß dafür anzusehen, daß die mit Gas betriebenen Zylinderseiten bereits ordnungsgemäß arbeiten und deshalb nunmehr auch die anderen Zylinderseiten der Gruppe 511 auf Gasbetrieb umgestellt werden dürfen. Unter dem Einfluß des Drehzahlreglers 10 bewegt sich der vier Kolben aufweisende Steuerschieber ΐοδ in Richtung des Pfeiles nach links, und die Räume vor dem Sperriegelsteuerkolben 5' der Einzelgasventilreihe S11 werden über die Leitung m und Öffnung ioc im S teuer zylinder ΐοα entlüftet. Hierbei tritt infolge Entlüftung des Zylindterraumes unter dem Kraftkolben 6Πα des Druckluftanlaßventils 6H über Leitung m und η des Raumes 6IIe ein Schließen der Druckluft zu der Zylindergruppe S11 ein. Damit wird die Druckluft zu diesen Zylinderseiten 511 gesperrt. Gleichzeitig tritt innerhalb des Steuer-
Schiebers ioffi aus der Leitung i1 Druckluft in die Steuerleitung u und beaufschlagt den Kolben 8a des Gaswechselventils 8, schiebt diesen nach unten, da ja die Steuerleitung s über den Steuerschieber ioa entlüftet ist, so daß sich das Gaswechselventil auf den unteren Sitz 8e drückt. Nun sind beide Gebläse an die Gassammelleitung 23 angeschlossen. Durch diese Umschaltung des Gaswechselventils steht zwischen den Steuerkolben 8d die Steuerleitutng d mit der Leitung ν zum Druckluftanlaßventil 611* in Verbindung, und zwischen den beiden Kolben 6IIe kann Steuerluft über die Leitung w unter die Schaltkolben 5* der Eiinzelgasventilreihe 511 eintreten, so daß diese Ventile ebenfalls angehoben und wie oben beschrieben durch die entlüfteten Sperriegel in der Offenstellung festgehalten werden. Es wird nun der Gaszutritt zur Zylinderreihe 511 freigegeben, und die Gaszumeßgebläse 91 und 911 decken jetzt den gesamten Bedarf sämtlicher Zylinderseiten, so daß alle Zylinder mit Gas weiterlaufen und die Drehzahl der Maschine gesteigert wird.
Dieser Vorgang dauert so lange an, bis der Drehzahlwächter 12 anspricht, welcher zweckmäßigerweise auf einen kurz unterhalb der normalen Betriebszahl liegenden Wert eingestellt ist. Spricht dieser Regler an, so bewegt er den Steuerschieber I2ö in Richtung des Pfeiles nach, links· und über den gesenkten Kupplungssteuerschieber 4? gelangt Druckluft von f über Leitung 1 zwischen den Steuerkolben I2a in .die Leitung χ und von hier über einen Abzweig xx vor den Kolben 2d des Hauptsteuerventils, schiebt diesen entgegen der Wirkung der Feder nach links, dadurch schiebt sich der Riegel 2e aus dem Kolben 2b, und unter der Wirkung der Feder 2f schließt sich das Ventil 2°. Gleichzeitig wird auch der Riegel 2r gezogen und der Kolben 2" dadurch freigegeben. Über die Hauptzuleitung d kann sich nun das Steuersystem durch den Raum 2ε und die Ehtlüftungsbohrung 2h entleeren. Hierbei geht der Schaltkolben 8" des Gasventils unter Einwirkung der Feder 8' in die gezeichnete Mittelstellung, und auch die Kupplung 4 wird durch die Feder 4r ausgerückt, so daß die Gebläse stehenbleiben und die Maschine nunmehr unter dem Einfluß des normalen Maschinenreglers (im Schema nicht dargestellt) weiterläuft. Die Gaszufuhr vom Gashauptventil 3 in die Leitung 23 erfolgt nun durch den Raum 13.
Das Gasbauptventil und die Einzelgasventile sowie das Kühlwasserventil bleiben in ihrer verriegelten Betriebsstellung stehen. Ebenso wird die Zählwerksverriegelung yd nicht aus der Rast yl: ausgelöst, so daß auch die Zündung eingeschaltet bleibt.
Die Drehzahlwächter 10 und 12 laufen im Betrieb mit.
Wenn beim ersten Anlaufversuch die Maschine auf der Zylindergruppe 511 nicht gleich zündet und demzufolge nach Abschalten der Druckluft für diese Zylindergruppe die Drehzahl absinkt, wird automatisch vom Regler 10 nochmals Druckluft gegeben, und zwar immer wieder, bis ein sicheres Zünden dieser Zylindergruppe erfolgt und die Maschine mit normaler Drehzahl läuft. Durch diese wiederholte Druckluftentnahme aus dem Anlaß druckluftbehälter könnte der Druck auf ein unzulässiges Maß absinken. Das Drucküberwachungsorgan 15, welches mit einem Kontaktmanometer über das Relais ΐζ° in Verbindung steht, schließt bei diesem Absinken des Druckes durch Anziehen des Hebels 15^ und Öffnen des Drucküberwachungsventils I56 entgegen der Wirkung der Feder 15° den Anlaß Vorgang ab, da nun über die Leitung x2 und x1 der Riegel 2d durch Druckluft entgegen der Federkraft verschoben und das Ventil 2e durch die Feder 2f geschlossen wird. Damit ist die Steuerluftzufuhr zu den Anlaufüberwachungseinrichtungen abgestellt und der Anlaßvorgang unterbrochen.
Der normale automatische Stillsetzvorgang mit Hilfe der Druckluftsteuereinrichtung vollzieht sich in folgender Weise: Durch Drücken des Knopfes xd oder durch Betätigung des Elektromagneten ie von der elektrischen Selbststeuereinrichtung der Notstrommaschine aus wird das Ventil if angehoben. Aus Leitung α tritt Druckluft über die Steuerleitung ζ unter den Kolben 2", öffnet das Ventil 2!', wobei der Riegel 2k den 'Kolben 2" in der gehobenen Stellung festhält. Die Steuerdruckluft tritt nun durch die Leitung z1 der Reihe nach unter die rechte Seite der Riegelkölbchen 5ff der Einzelgasventilreihen 51 und 511 und entriegelt dadurch die Einzelgasventile, und diese werden durch die Wirkung der Federn 5/! geschlossen. Hierdurch wird den Zylindern die Gaszufuhr abgesperrt, und die Maschinendrehzahl sinkt. Vom letzten Einzelgasventil der Reihe 51 und 511 gelangt die Steuerluft durch die Leitung s2 vor den Riegelsteuerkolben 3ff des Hauptgasventils 3, entriegelt dieses ebenfalls, so daß die gesamte Gaszufuhr geschlossen wird. Von dem Hauptgasventil fließt die Steuerluft durch die Leitung z3 zum. Kühlwasserventil 11, tritt hier vor den Riegelsteuerkolben ntf und sperrt ebenfalls die Kühlwasserzufuhr ab. Da zwischen dem Schließen der Einzelgasventile und des Hauptventils eine gewisse Zeit verstreicht, die nötigenfalls auch noch durch geeignete Mittel, z. B. entsprechende Leitungsbemessung, beeinflußt werden kann, steht beim Schließen des Hauptgasventils die Sammelgasleitung wieder unter dem vollen Druck der normalen Gasleitung, so daß mit Eindringen von Luft in diese Sammelleitung und mit einem dadurch erschwerten Anfahrvorgang, nicht zu rechnen ist. Nach dem Entriegeln des Kühlwasserventils tritt die Steuerdruckluft durch die Leitung z4· vor den Kolben 21 des Sperriegels 2ft, entriegelt den Schaltkolben 2P und ermöglicht auf diese Weise das Schließen des Ventils 21. Das beim Stillsetzvorgang von Steuerdruckluft gefüllte Rohrleitungssystem wird über den Raum 2m und die Bohrung 2" entlüftet. Die Maschine ist zu neuem Anlauf bereit. Das Zählwerk bleibt verriegelt und somit die Zündung eingeschaltet, da deren Ausschaltung erst beim selbsttätigen Anfahren, wie eingangs beschrieben, mit Steuerdruckluft erfolgt. Die eingeschaltete Zündung ist notwendig, um bei
einem eventuellen Anfahren von Hand Zündungen zu erhalten.
Die Einrichtung ist bei der Anlage nach dem Schema so getroffen, daß die Maschine gegebenenfalls auch von Hand angelassen und stillgesetzt werden kann, und zwar sind hierbei folgende Überlegungen getroffen worden: Beim automatischen Anlassen mit Steuerdruckluft müssen bei einem Arbeiten nur einer Hälfte der Zylinderseite ίο mit Gas für diesen Zweck 'diejenigen Zylinder ausgewählt werden, deren Zündzeitpunkte in gleichmäßigen Zeitabständen aufeinanderfolgen. Beim Anlassen von Hand muß eine andere Aufteilung durchgeführt werden. Ebenso-wiebei automatischem Anfahren muß aber im Interesse eines einfachen und sicheren AnI auf Vorganges vermieden wenden, daß Gas und Druckluft in ein und denselben Zylinder eintreten können. Außerdem ist beim Umschalten auf Betrieb mit Gas an allen Zylinder-Seiten möglichst nur ein einziger Handgriff zu betätigen. Wollte man hierbei die nicht unmittelbar aneinandergrenzenden Zylindterseiten I und II des Anlaßvorganges mit einer solchenzus ammengefaß ten Umschaltvorrichtung betätigen, so wäre hierzu ein umfangreiches Schaltgestänge erforderlich. Da aber die gleichmäßige Kurbelversetzung der Zylinderseiten, welche beim Anlaßvorgang zuerst Gas erhalten, beim Handanlassen nicht so wichtig ist, wird hierfür zweckmäßig eine andere Zylindergruppe ausgewählt. Es ist daher vorgesehen, eine Handanlaßvorrichtung 16 in der Mitte der Gassammelleitung 23 einzubauen. Diese besteht aus einer Gasabsperrklappe ΐόα unld Druckhifthähnen 166, welche über Leitungen 17 mit einem Hauptdruckluftanfahrventil 18 in Verbindung gebracht sind1. Diese Klappen sind untereinander gekuppelt, derart, daß sie mit einem einzigen Handgriff verstellt werden können. Bei automatischem Anlassen sind die Drucklufthähne 166 geschlossen, die Gasklappe i6s dagegen geöffnet. Beim Handanfahren wird zunächst die Gasklappe geschlossen, wobei sich die Drucklufthähne öffnen. Weiter sind die Einzelgasventile sowie das Kühlwasserventil durch Herausziehen von Hand zu öffnen. Durch Einfallen der Riegel bleiben diese dann geöffnet. Ebenso ist die Zündung (wenn ausgeschaltet) mit einem Handgriff 7r zu schließen. Hierauf wird das Handdrucklüftanfahrventil 18 geöffnet, und die Maschine erhält jetzt auf den Zylinderseiten II Druckluft. Damit sie anlaufen kann, muß sie selbstverständlich vorher in Anfahrstellung geschaltet sein. Nunmehr wird das Hauptgasventil durch Hochheben der Ventilspindel von Hand geöffnet. Für die praktische Durchführung kann hierfür eine zusätzliche zweckmäßige Einrichtung vorgesehen werden. Die Maschine saugt nun während des Druckluftbetriebes auf den Seiten II Luft und auf den Seiten I Gas-Luft-Gemisch. Ist hier die Zündung eingetreten, so wird die Anfahreinrichtung 16 derart umgestellt, daß die Druckluftzufuhr abgestellt, der Gasdurchgang aber ebenfalls zu den Zylinderseiten II freigegeben wird, wobei die Maschine als normale Viertaktmaschine hochläuft.
Das Stillsetzen von Hand vollzieht sich in der Weise, daß lediglich der Sperriegel 3ff herauszuziehen ist, worauf das entriegelte Hauptgasventil 3 unter der Wirkung seiner Feder sich schließt.
Sämtliche im Betrieb vorkommenden Störungsmöglichkeiten sind bei einer derartigen automatisch arbeitenden Einrichtung ausgeschaltet. Einige derartige Störungen und die Beseitigung werden nachstehend beschrieben, und zwar zunächst Bedienungsfehler.
Ist nach dem Stillsetzen von Hand vergessen worden, die Einzelgasventile zu schließen, so besteht die Gefahr eines gleichzeitigen Eintretens von Gas und Druckluft in die Zylinder. Eine Abhilfe wird dadurch geschaffen, daß bei dem druckluftgesteuerten Anlaßvorgang durch die Steuerluftleitungen m oder p zunächst die Riegel der Einzelgasventile gelüftet und unter Umstanden offene Ventile vor Einleitung der weiteren Vorgänge geschlossen werden, so daß die Gefahr des Zusammentreffens von Gas und Druckluft im Zylinder beseitigt ist.
Erfolgt während des Anfahrens eine Betätigung des Stillsetzknopfes id am Vorsteuerventil, so tritt eine unkontrollierbare Störung des Anlaufvorganges ein. Eine Abhilfe wird dadurch geschaffen, daß während des Anlaufens das Ventil 21 für die Stillsetzung der Anlage in der Schlußstellung verriegelt ist, so daß der Anlaufvorgang in vollem Umfang durchgeführt wird, bis der Drehzahlwächter 12 angesprochen und die Verriegelung der Ventile 2C und 2' gelöst hat. Erst in einem Zeitpunkt, wenn keine Verwirrung des Systems mehr möglich ist, kann also ein Druck auf den Stillsetzknopf i* wirksam werden.
Wird bei laufender Maschine der Anlaßknopf ia im Vorsteuerventil nochmals gedrückt, so wird infolge der Wirkung des Drehzahlwächters 12 jede schädliche Auswirkung eines solchen Handgriffes verhindert, da das Anlaßventil 2C gleich wieder entriegelt wird.
Bleibt der Anlaßknopf iö dauernd gedruckt, so bleibt ebenfalls das Anlaßsteuerventil 2C geöffnet, trotzdem der Riegel 2e geöffnet worden ist. Die Maschine läuft mit den Gasgebläsen 91 und 911 weiter. Es besteht die Gefahr eines Durchgehens no bei kleiner Last. Eine Abhilfe ist dadurch möglich, daß die von einem Regler betätigten Drosseln an den Zylindern die Gaszufuhr absperren; außerdem können Rückströmventile, die am Gebläse in die Druck- und Saugseite eingebaut sind!, in Tätigkeit gebracht werden. Erforderlichenfalls kann auch ein selbsttätiger Zündungsausschalter vorgesehen werden. Bei dieser Störung besteht bei großer Belastung die Gefahr eines Abfallens der Drehzahl, da das laufende Gebläse nur eine für den Anlauf bemessene Gasmenge fördert.
Wird nach dem Drücken des Stillsetzknopfes id der Anlaßknopf τ" gedrückt, so kann sich eine Betätigung des Ventils ic im Vorsteuerventil nicht auswirken, solange sich das Stillsetzventil 21' in der toppstellung befindet. Wenn jedoch das Ventil 2'
in die Ruhestellung zurückgegangen ist, vollzieht die Maschine einen eventuell erneuten Anlaßbefehl in normaler Weise durch Wiederhochfahren. Um diese Bedienungsfehler auszuschalten, kann auch eine Sperrung zwischen den beiden Druckknöpfen ia und id oder zwischen den beiden Ventilen 2C und 2l vorgesehen werden, wodurch die Betätigung des einen Organs in Betriebsstellung des anderen Organs ausgeschlossen ist.
Durch fehlerhafte Arbeitsweise der Maschine können sich folgende Störungen ergeben, für welche gleichzeitig jeweils die Abhilfe angegeben ist.
Steigt die Maschinendrehzahl bereits im reinen Druckluftbetrieb so weit an, daß der Drehzahlwächter 10 anspricht, so werden sämtliche Zylinder vorzeitig auf Gas umgestellt, was zu einem starken Abfall der Drehzahl führt, bis die Druckluft erneut angesetzt wird. Das Pendeln zwischen vollem Druckluftbetrieb und voller Gasbetrieb-Schaltung wird dadurch vermieden, daß der Steuerkolben io& nach rechts gedrückt bleibt, bis das Zählwerk für die Zündung angesprochen und die eine Zylindergruppe auf Gasbetrieb umgestellt hat. Bei einem Hängenbleiben eines Einzelgasventils besteht die Gefahr eines Zusammentreffens von Gas und Druckluft in einem Zylinder. Hierbei wird der nächste Schaltvorgang verhindert und die Maschine läuft nicht an; zum mindesten erhält die gestörte Zylindergruppe keine Druckluft.
Tritt nach dem Umschalten der Zylindergruppe II keine Zündung ein, so sinkt die Drehzahl, und der Drehzahlwächter 10 schließt nochmals die Einzelgasventile der Zylindergruppe II und veranlaßt die erneute Einführung von Anlaßdruckluft.
Tritt überhaupt keine Zündung ein, so sinkt der Anlaß luftdruck so weit, daß auch ein Anlassen von Hand nicht mehr möglich ist. Eine Abhilfe ist durch das bereits beschriebene Drucküberwachungsorgan 15 möglich, d. h. die Maschine bleibt dann stehen, und gegebenenfalls kann durch Auslösung eines Signals der Maschinenwärter verständigt werden.
Dreht sich die Maschine auch mit Druckluft nicht, so kann ein nicht dargestelltes Zeitrelais auf elektrischem Wege auf das Drucküberwachungsorgan einwirken und die Steuerdruckluft abstellen. Außerdem ist eine Verständigung des Wärters auf elektrischem Wege durch ein Signal möglich.
Ist 'der ReguHeröldruck noch nicht vorhanden, wenn die Maschine angelaufen ist, so besteht die Gefahr eines Durchgehens. Für diesen Zweck kann ein nicht dargestellter Sicherheitsregler das Überschreiten zulässiger Drehzahlen verhindern.
Das Sinken des Öldruckes, das Ausbleiben, von Kühlwasser oder sonstige zu überwachende Fehlerquellen während des Betriebes können durch entsprechende Wächter auf den Magnet ie zur Einwirkung gebracht werden, von wo aus dann über den Steuerknopf iä in oben beschriebener Weise das Stillsetzen der Anlage auf automatischem Wege durchgeführt wird.
An Stelle der Steuerdruckluft kann auch ein anderes Druckmedium verwendet werden, unter Umständen ist ebenfalls ein in anderer Weise, z. B. auf elektrischem Wege, gesteuertes System denkbar. Die besondere Durchbildung sowie die Wahl und die Aufstellung der Schalt- und Steuerorgane innerhalb des Steuerkreises richtet sich jeweils nach der Arbeitsweise der betreffenden Maschine, ebenso die Anordnung an derselben, wobei ebenfalls der Einbau in besonderen Schaltkästen in der Nähe der Maschine möglich ist. Bei kleineren Maschinensätzen können die Schaltungen vereinfacht oder gegebenenfalls mit einem Handantrieb kombiniert werden.

Claims (17)

Patentansprüche:
1. Einrichtung zum Anlassen, Inbetriebhalten und Abstellen von Gasmaschinen od. dgl., insbesondere für sich selbsttätig ein- und ausschaltende Notstromanlagen, bei denen ein elektrisches Relais bei Unterbrechung des Netzstromes die Auslösung von Steuer- und Schalteinrichtungen veranlaßt, dadurch gekennzeichnet, daß die für das Anlassen, den Betrieb und die Regelung erforderlichen Einrichtungen der Gasmaschine, wie z. B. Ventile, Zündvorrichtungen, Zumeßvorrichtungen, Drehzahlwächter usw. jeweils über Steuer- und Schaltvorrichtungen in den zusammenhängenden Steuerkreis einer Hilfskraft (Luft-, Öl-, Wasserdruck, Elektrizität od. dgl.) derart in zwangsläufiger Abhängigkeit voneinander eingeschaltet sind, daß beim Anlassen, Inbetriebhalten und Abstellen jeder neue Schaltvorgang über die vorhergehende Schaltung erst dann ausgelöst wird, wenn jene als ausgeführt gemeldet ist.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein Teil der vom Steuerkreis betätigten Steuer- und Schalteinrichtungen *°° mit Sperrvorrichtungen zur selbsttätigen Verriegelung ihrer Arbeitsstellungen versehen ist und diese Sperrvorrichtungen durch vom Betriebszustand der Maschine abhängige zusätzliche Steuerorgane überwacht werden.
3. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß dem mit dem Anlassen zur Wirkung gebrachten Steuerkreis zwei Gruppen von Schaltungen unterstellt sind, von denen die eine ganz vom Steuerkreis abhängig ist und mit ihm zurückgeschaltet wird, während die andere Gruppe in ihrer Arbeitsstellung verharrt, bis die zur Lösung ihrer Verriegelung vorgesehenen zusätzlichen vom Betriebszustand der Maschine abhängigen Steuerungen wirksam werden.
4. Einrichtung nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß bei Verwendung eines Druckmediums als Hilfskraft für die Einleitung des Anlaßvorganges ein mit der Hand oder automatisch über ein elektrisches Relais einschaltbares Vorsteuerventil (1) vorgesehen ist und von diesem über ein Hauptanlaßsteuerventil (2C) die Öffnung des für den Ablauf der Anlaßvorgänge bestimmten Steuerkreises erfolgt.
5. Einrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß nach dem Einschalten des Hauptanlaßsteuerventils (2C) eine Sperrung (2e) einfällt, welche das Anlaßorgan (2&, 2C) erst mit der beim Übergang auf den Betriebs-• zustand der Maschine erfolgenden Unterbrechung des Steuerkreises wieder freigibt.
6. Einrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß mit der Unterbrechung des ,Steuerkreises ein Gaswechselventil (8) auf Betriebsstellung eingeschaltet und die Gebläsekupplung (4) ausgerückt wird, während für den Betrieb das Gashauptventil (3), die Einzelgasventile (5), das Kühlwasserventil (11) und der Zündschalter (7Z) in ihrer gesperrten Offenstellung verbleiben.
7. Einrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die während des Betriebes gesperrten Teile der Maschine, z. B. das Kühlwasserventil, Hauptgasventil, Einzelgasventile usw., in einem von einem Stillsetzorgan (id, if, 2", 2') 'beherrschten Zusatzsteuerkreis eingeschlossen sind, welcher die Schaltungen für die gegebenenfalls mit Zeitverzögerung vor sich gehenden Rückbewegungen der Maschinenteile in die Schließstellung freigibt.
8. Einrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Stillsetzorgan (2", 2C) mit einer Betriebsstellungssperre (27{) versehen ist, deren Lösung durch den von ihm in Betrieb gesetzten Steuerkreis erfolgt, nachdem dieser die ihm zugewiesenen Schaltungen ausgeführt hat.
9. Einrichtung nach Anspruch 4 bis 8, gekennzeichnet durch eine Sperrung zwischen dem Anlaß- und Stillsetzungsorgan (ia bzw. id), welche die Betätigung des einen Organs bei Betriebsstellung des anderen Organs ausschließt.
10. Einrichtung nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß ein Gashauptventil (3) und an eine Gassammelleitung (23) angeschlossene Einzelgasventile (51 und 511) mit vom Steuerkreis überwachten Sperrvorrichtungen (3^ bzw. 5") versehen sind und über diese durch den Steuerkreis die Einschaltung der Druckluftanlaßventile (61 und 6n) erfolgt.
11. Einrichtung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß beim Anlassen mit Anlaß druckluft die Freigabe des Zündstromes erst nach einer im voraus einstellbaren Anzahl von Maschinenumdrehungen durch ein Zähloder Schaltwerk (7) erfolgt.
12. Einrichtung nach Anspruch 1 bis 7 und 10, dadurch gekennzeichnet, daß bei Mehrzylindermaschinen die wechselweise in Betrieb setzbaren Zylindergruppen jeweils gesonderte Zuteileinrichtungen, z, B. Gebläse (91, cp) für Gas und gegebenenfalls für Luft, besitzen und die Anschaltung des für die beabsichtigte Betriebsweise erforderlichen Gebläses über ein ebenfalls im Steuerkreis liegendes Gaswechselventil (8) erfolgt.
13. Einrichtung nach Anspruch 1 bis 7 und 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß nach Erreichung eines beabsichtigten Betriebszustandes, z. B. nach einer bestimmten Drehzahl der Maschine bei Teilgasbetrieb, durch die Maschine selbst, z. B. durch einen mit Steuereinrichtungen im Steuerkreis liegenden Drehzahlwächter (10), die weiteren Schaltyorgänge, z. B. bei Mehrzylindermaschinen das Absperren der Anlaßdruckluft der einen Zylindergruppe, Umschaltung des Gaswechselventils auf sämtliche Zylinder und Öffnen der Einzelgasventile der folgenden Zylinderreihe usw., zur Auslösung gebracht werden.
14. Einrichtung nach Anspruch 1 bis 7 und 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß nach Erreichen eines beabsichtigten Betriebszustandes der Maschine bei Vollgasbetrieb während des Anlassens, z. B. bei einer bestimmten Drehzahl, von der Maschine selbst,
z. B. durch einen mit Steuervorrichtungen im Steuerkreis liegenden Drehzahlwächter (12), der zum Schaltausgang führende Zweig des Steuerkreises stillgesetzt wird und somit die Schließung des Hauptanlaßsteuerventils erfolgt.
15. Einrichtung nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Steuerkreis mit einem an die Sperrung (2e) des Hauptanlaßorgans (2C) angeschlossenen Drucküberwachungsorgan(i5) in Verbindung steht und dieses beim Abfallen des Druckes im Steuerkreis unter eine im voraus bestimmte Höhe, z. B. in Abhängigkeit von einem Kontaktmanometer, selbsttätig, z. B. durch eine Fernsteuerung, zur Auslösung kommt, wonach der Anlaßvorgang unterbrochen wird.
16. Einrichtung nach Anspruch 1, 4 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß die für den Betrieb der Maschine vorzusehenden, an sich bekannten Überwachungseinrichtungen, ζ. B. für Öldruck, Kühlwasser usw., über ein Relais (ie) auf das Stillsetzorgan (id) einwirken.
17. Einrichtung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß für Handanlaßbetrieb die Sperriegel der Betriebsorgane mit Bedienungsknöpfen versehen sind und eine in die Gassammelleitung eingesetzte und die Zylindergruppen unterteilende Gasabsperrklappe (16) mit Druckluftschiebern (i66) derart gekuppelt ist, daß bei geschlossener Gasklappe die Druckluft in die von der Gaszufuhr abgesperrten Zylinder gelangen kann.
Angezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschrift Nr. 653 911;
USA.-Patentschrift Nr. 1 336 616.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
DENDAT890734D Einrichtung zum Anlassen, Inbetriebhalten und Abstellen von Gasmaschinen od. dgl., insbesondere für sich selbsttätig ein- und ausschaltende Notstromanlagen Expired DE890734C (de)

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