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Schaltungsanordnung zum Dämpfungsabgleich in Fernvermittlungssystemen
mit Wählerbetrieb Die Erfindung bezieht sich auf Fernvermittlungssysteme mit in
mehreren übereinanderliegenden Netzebenen gruppenweise zusammengefaßten Vermittlungsstellen
mit Wählerbetriebund den einzelnen Vermittlungsstellen fest zugeordneter Orstrufnummer,
die in den im Zuge eines Verbindungsaufbaus zu durchlaufenden Vermittlungsstellen
gespeichert und zur Richtungsausscheidung ausgewertet wird.
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Bei derartigen Systemen mit Selbstwählferndienst ist die Dämpfungsaufteilung
bis zu einem gewissen Grade von der Art des zur Anwendung kommenden Verbindungsaufbaues
abhängig. Bei einer Gliederung des Fernsprechnetzes in drei Ebenen erhält man, vom
Teilnehmer ausgehend, eine Ortsnetzebene, in der alle an eine Vermittlungsstelle
angeschlossenen Teilnehmer vereinigt sind, eine Bezirksnetzebene, in der eine Gruppe
von Vermittlungsstellen zusammengefaßt ist, die untereinander ohne Verstärker verkehren
können, und eine Fernnetzebene, über welche mit Hilfe von Verstärkern Verbindungen
zwischen verschiedenen Bezirksnetzgruppen hergestellt werden.
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Bei Anwendung einer vierdrahtmäßigen Durchschaltung in der F ernnetzebene
und zweidrahtmäßiger Durchschaltung ohne Verstärker in der Bezirksnetzebene ist
es möglich, beim Übergang von der Fernnetzebene zur Bezirksnetzebene und umgekehrt
den Pegel auf -i-- o,5 N zu halten. Hierbei ergibt sich jedoch an diesen Stellen
folgendes Problem: Um eine Selbsterregung des an der Übergangsstelle angeordneten
Verstärkers zu vermeiden, muß die in das Bezirksnetz weiterführende Leitung eine
bestimmte Mindestdämpfung aufweisen. Ist dies nicht der Fall, so ist ein Dämpfungsabgleich
notwendig, d. h. es muß in diese Leitung eine künstliche Dämpfung
'eingefügt
werden, die. die- eigentliche Leitungsdämpfung auf die geforderte Mindestdämpfung
ergänzt.
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Gegenstand der Erfindung- ist: eine Schaltungsanordnung, bei der in
besonders =einfacher Weise mit Hilfe an sich vorhandener Schaltmittel die Einschaltung.der
richtigen Zusatzdämpfung möglich ist. Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht,
daß das in die Sprechleitung vor dem Richtungswähler fest eingeschaltete veränderliche
Dämpfungsnetzwerk unmittelbar durch die Einstellung des den Richtungswähler steuernden
Speicherwählers auf den erforderlichen Wert eingestellt wird.
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Bei einer solchen Anordnung besteht der wesentliche Vorteil darin,
daß zur Einschaltung der jeweils in Betracht kommenden Dämpfungsglieder keine besonderen
Wähler aufgewendet zu -werden brauchen. Aus der Einschaltung der Dämpfungsglieder
in; die Sprechleitung vor dem Richtungswähler ergibt sich ferner der beachtliche
Vorteil, daß bei Verbindungen, die vierdrahtig ankommen und zweidrahtig weiterlaufen,:
durch das in der Leitung angeordnete Dämpfungsnetzwerk bereits vor Einstellung des
Richtungswählers auf die weiterführende Leitung die Stabilität der Leitung bis zu
dem noch offenen Richtungswähler gesichert ist. Dieser Vorteil hat insbesondere
für die Fernwahl Bedeutung.
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Durch die Einstellung des Speicherwählers ist jeweils die Ansteuerung
eines ganz bestimmten, in einer gewünschten Richtung weiterführenden Leitungsbündels
festgelegt, aus dem eine freie Leitung herausgesucht wird. Die Dämpfungsunterschiede
zwischen den einzelnen Leitungen eines Bündels werden, da sie im allgemeinen nur
geringfügig sind, hierbei nicht berücksichtigt. Derartige Dämpfungsunterschiede
auszuregeln, .ist Aufgabe der selbstverständlich ebenfalls vorhandenen Pegelregelung
am ankommenden Leitungsende. Dagegen weist jedes Leitungsbündel eine bekannte kilometrische
Dämpfung auf, so daß die gesamte Leitungsdämpfung von deren Länge abhängig ist:
Das eingeschaltete Dämpfungsnetzwerk hat nur die Aufgabe, die untereinander stark
verschiedenen Längen der von dem Richtungswähler erreichbaren Leitungsbündel dämpfungsmäßig
abzugleichen.
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Dieser Abgleich wird mit Hilfe einiger zusätzlicher Schaltarme des
Speicherwählers in der Weise vorgenommen, daß die Kontaktanschlüsse der zugehörigen
Kontaktbänke so untereinander und mit mehreren Schaltrelais einzeln oder in Kombination
verdrahtet sind, daß jeweils alle die Ausgänge, die Leitungsbündel annähernd gleicher
Länge und annähernd gleicher Dämpfung kennzeichnen; zusammengefußt und mit einem
bestimmten Schaltrelais oder einer bestimmten Kombination derartiger Relais verbunden
sind. Diese Relais werden dann bei Einstellung des Speicherwählers erregt und bewirken
die Abschaltung bestimmter Glieder des mehrgliedrigen Dämpfungsnetzwerk es.
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In der Fig. i ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.
Dabei sind nur die für das Verständnis der Erfindung wesentlichen Stromkreise eines
Richtungswählers, z. B. eines Bezirksnetzgruppenwählers, mit seinem ihm fest zugeordneten
Speicher wiedergegeben. Die Wirkungsweise der Anordnung- ist. folgende: Bei Belegung
des Netzgruppen- oder Richtungswählers RW ist das Dämpfungsnetzwerk, das hier dreigliedrig
gewählt ist, voll eingeschaltet. Die über die a/b-Leitung von links ankommende erste
Wahlimpulsreihe wird von dem A-Relais aufgenommen und über c III 2, a II und 111:2
auf den Drehmagneten des Zehnerspeichers übertragen, der eine der Impulszahl entsprechende
Zahl von Schritten fortgeschaltet wird. Während der Impulsreihe ist ein Relais V
erregt, das am Ende der Impulsreihe verzögert abfällt. Dabei spricht ein Relais
I an über -f-, vI, ZSp, dzsp, I, -,
,das sich anschließend über seinen Kontakt
II hält und den Impulsstromkreis mit seinem Kontakt 1112 auf den Drehmagneten
DESp umschaltet. Dieser nimmt die zweite Impulsreihe auf, worauf ein Relais II über
-f:, vII, ESp, desp; II, anspricht. Der Speicher ist damit eingestellt und kennzeichnet
über seine hintereinandergeschalteten Kontaktarme einen bestimmten Kontakt in einer
Kontaktbank des Richtungswählers RW. Ist beispielsweise die Ortsrufnummer 17 aufgenommen
worden, so steht der Zehnerspeicher auf Schritt i, der Einerspeicher auf Schritt
7, und es ist über Schaltarm i von ZSp W und Schaltarm i des ESpW Erdpotential
am Schritt 4 des Richtungswählers gelegt, d. h. die 17 ist in die Richtungsziffer
4 umgerechnet worden.
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Durch die Erregung des Relais II wird nun der Richtungswähler RW zum
Anlaufen gebracht über -I-, c,, p2 121 sI 2, 2 III 2; p1 II, a Rw, DRW,
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SW läuft in Selbstunterbrecherschaltung auf den gekennzeichneten Schritt,
auf den Relais P i anspricht und RW stillsetzt.
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Noch vor der Einstellung des Richtungswählers wurde über einen besonderen
Schaltarmsatz des Speicherwählers der Dämpfungsabgleieh durchgeführt. Es sei angenommen,
daß das Bezirksnetzamt 17 über ein Leitungsbündel erreicht werde, das eine durchschnittliche
Leitungsdämpfung von o,6 Neper aufweist, wie Abb. 2 zeigt. Um den Mindestdämpfungswert,
der hier zu o,8 N angenommen sei, zu erreichen, muß also eine Zusatzdämpfung von
o,2 N eingeschaltet werden. Die Glieder des Dämpfungsnetzwerkes mögen, von links
nach rechtsgerechnet, Dämpfungswerte von o,i, o,2, o,2 Neper aufweisen. Entsprechend
der Rufnummer, 17
sind Kontaktarm 2 von ZSp W auf Schritt i und die
Kontaktarme r i bis 2o von ESP W auf Schritt.? eingestellt. Über -+-, 2 Von
ZSP W, I I Von .ESp W, C:2 (1/2, C I, -sind hier die Relais Cl und
C2 eingeschaltet,: die mit ihren Kontakten die ersten beiden Glieder des
Dämpfungsnetzwerkes
abschalten, so daß nur das letzte Glied in den Sprechadern eingeschaltet bleibt,
das die erforderliche Zusatzdämpfung von 0,2 N liefert. Der Dämpfungsabgleich
ist also bereits durchgeführt, ehe die gewünschte Leitung angeschaltet ist.
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Im Anschluß an die Einstellung des RW auf die gewünschte Richtung
wird nach Ansprechen des Prüfrelais P i der Freiwähler FTV angelassen, der aus dem
angesteuerten Leitungsbündel eine freie Leitung aussucht, auf welcher er durch das
Ansprechen des Prüfrelais P:2 stillgesetzt wird.
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Dieses Relais bewirkt in nicht näher dargestellter Weise die Weitergabe
der in dem Speicher aufgenommenen Rufnummer über S, i und die beiden Sprechadern
in Simultanschaltung zur nächstfolgenden Vermittlungsstelle, worauf die Sprechadern
über die u3-Kontakte durchgeschaltet werden. Der Speicher wird von den weiter einlaufenden
Impulsreihen durch Öffnen der Kontakte u" nicht mehr beeinflußt.
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Sind sämtliche Ausgänge in der gewünschten Richtung besetzt und besteht
die Möglichkeit, die gewünschte Vermittlungsstelle auf einem Umweg zu erreichen,
so wird in hier nicht dargestellter Weise der Richtungswähler selbsttätig auf die
andere Richtung umgesteuert. Der Speicherwähler wird von dieser Umsteuerung nicht
berührt, so daß-auch die eingestellte Zusatzdämpfung bestehenbleibt. Da die Umwegrichtung
einen anderen Dämpfungswert aufweist, können nur solche Umwegrichtungen zugelassen
werden, die einen höheren, jedoch einschließlich der Zusatzdämpfung unter der zulässigen
Maximaldämpfung verbleibenden Wert aufweisen. In Fig. 2 ist ein solcher Umweg angedeutet.
Er führt über eine weitere Vermittlungsstelle, wobei die beiden Verbindungsleitungen
je 0,4 N besitzen. Einschließlich der Zusatzdämpfung und derjenigen der Zwischenvermittlung
ergibt sich hier eine Gesamtdämpfung von i.i N, die innerhalb der zulässigen Grenzen
liegt.