DE87484C - - Google Patents
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C09—DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
- C09B—ORGANIC DYES OR CLOSELY-RELATED COMPOUNDS FOR PRODUCING DYES, e.g. PIGMENTS; MORDANTS; LAKES
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT
Das Verfahren bezweckt die Darstellung echter, hauptsächlich zum Färben für Wolle
geeigneter Disazofarbstoffe aus dem Monoo-nitrobenzidin.
Von den aus diesem Benzidinderivate dargestellten Azofarbstoffe hat blos der unter
dem Namen »Anfhracenroth« bekannte Farbstoff des Patentes Nr. 72867 in der Wollfärberei
Verwendung gefunden. Alle anderen Combinationen, von denen manche durch das französische Patent Nr. 203468 bekannt geworden
sind, konnten weder als Baumwollfarbstoffe, noch als Wollfarbstoffe Verwendung
finden, da sie zur vegetabilischen Faser eine ungenügende Verwandtschaft ,besitzen und als
Wollfarbstoffe gegen die entsprechenden Combinationen der Monoamine keine Vortheile aufweisen
(siehe auch die Patentschrift Nr. 72867).
Es hat sich nun gezeigt, dafs die aus dem Mono-o-nitrobenzidin mit ß-Naphtol, Phenol
oder Salicylsäure dargestellten unlöslichen bezw. sehr schwer löslichen Producte, die
als solche für die Färberei ohne Bedeutung sind, durch nachträgliches Sulfiren in werthvolle
rothe · bis gelbe Farbstoffe übergeführt werden, die sich durch eine hervorragende
Walk- und Lichtechtheit auszeichnen und diesbezüglich den echtesten Farbstoffen an
die Seite zu stellen sind. So ist z. B. das aus Mono-o-nitrobenzidin und ^ Mol. ß-Naphtol
dargestellte und nachträglich sulfirte Product ein absolut walkechter rother Farbstoff, welcher
in Bezug auf Echtheit sich vortheilhaft von den mit Naphtolsulfosäuren dargestellten Farbstoffen
unterscheidet.
Seine Walkechtheit ist gegenüber den Farbstoffen aus Mono-o-nitrobenzidin mit ß-Naphtolsulfosäure
(Schäffer), Croce'insä'ure, ß-Naphtoldisulfosäure
G, ß-Naphtoldisulfosäure R eine bedeutend günstigere. Wird Wolle, die mit
den letzteren Farbstoffen gefärbt ist, mit weifsem Garn verflochten und in Wasser gelegt, so
wird das Garn bereits nach einigen Tagen angefärbt, während mit den neuen Producten gefärbte
Wolle nicht blutet und das damit verflochtene Garn tadellos weifs bleibt. Dieselben
Unterschiede machen sich auch bei der Seifechtheit geltend, die Lichtechtheit ist bei dem
neuen Product günstiger. In Bezug auf Nuance sind die mit den Naphtolsulfosäuren dargestellten
Farbstoffe mit Ausnahme des R-Salz-Farbstoffes, der schmutzig violett ist, wesentlich gelber als
das neue Product.
Das als Ausgangsmaterial gewählte Monoo-nitrobenzidin ist das Einwirkungspro duct von
ι Mol. Salpetersäure auf Benzidin in schwefelsaurer Lösung.
20 kg des aus Mono - ο - nitrobenzidin mit 2 Mol. ß-Naphtol dargestellten Farbstoffes werden
in 200 kg Monohydrat eingerührt und nach einiger Zeit etwa 1 bis 2 Stunden auf 50 bis 6o°
erwärmt, bis eine mit Wasser verdünnte Probe auf Zusatz von essigsaurem Natrium sich klar
auflöst. Man giefst alsdann die Sulfirungsmasse in 2000 kg Wasser, filtrirt die abgeschiedene
schwer lösliche Sulfosäure und führt sie in bekannter Weise ins Natriumsalz über. Der Farbstoff
wird heifs ausgesalzen. Er ist in warmem Wasser leicht löslich und färbt Wolle roth.
Werden nach dem Eintragen des Farbstoffes in Monohydrat 40 kg Oleum von 30 pCt.
Anhydridgehalt zugesetzt, und wird alsdann
4 Stunden auf 50 bis 60° erwärmt, so erhält man eine in Wasser leicht lösliche Sulfosäüre.
Auch das Natronsalz derselben ist leicht löslich. Dieser Farbstoff färbt Wolle blaustichiger roth
als der niedriger sulfirte.
20 kg des gemischten Farbstoffes aus Monoo-nitrobenzidin mit 1 Mol. Salicylsäure und
ι Mol. ß-Naphtol werden in 150. kg Monohydrat
eingerührt und nach erfolgter Lösung so lange auf 50 bis 60° erwärmt, bis eine
herausgenommene und mit Wasser verdünnte Probe auf Zusatz von essigsaurem Natrium sich
klar löst. Die Isolirung des Farbstoffes erfolgt wie bei Beispiel I. Der Farbstoff färbt Wolle
gelbroth.
Gegenüber dem Farbstoff des Patentes Nr. 72867 unterscheidet sich das neue Product
durch eine wesentlich gelbere Nuance und bessere Löslichkeit. Die Lösung des Anthracenroth
wird entsprechend seiner Eigenschaft als a-Naphtolfarbstoff durch Säuren und Alkalien
bedeutend verändert, während bei vorliegendem Producte diese Veränderungen nur äufserst geringe
sind. Anthracenroth ist ferner gegen. Rostflecke viel empfindlicher als der neue
Farbstoff.
Beispiel III':
20 kg des gemischten Farbstoffes aus Monoo-nitrobenzidin mit 1 Mol. Salicylsäure und
ι Mol. Phenol werden in 100 kg Monohydrat. eingerührt. Nach erfolgter Lösung setzt man
100 kg Oleum mit 30 pCt. 5 O3 zu und läfst so
lange bei gewöhnlicher Temperatur rühren, bis die auf Zusatz von Wasser abgeschiedene und
fütrirte Sulfosäüre sich in heifsem Wasser löst.
Die weitere. Verarbeitung erfolgt wie bei Beispiel I.
Wird nach dem Eintragen des unlöslichen Productes in Monohydrat ohne Zusatz von
Oleum 5 Stunden auf 60 ° erwärmt, so bildet sich ein weniger sulfirtes Product, das wegen
seiner Schwerlöslichkeit geringeres Interesse besitzt.
Die Nuancen der nach diesem Verfahren bisher dargestellten Farbstoffe sind in folgender
Tabelle zusammengestellt.
Farbstoff aus der
Tetrazoverbindung
des Mono-o-nitro-
benzidins mit
Nuance der
schwer löslichen Sulfosäüre
leicht löslichen Sulfosäüre
auf Wolle
roth
gelb
gelb
gelbroth
roth
(blaustichig)
(blaustichig)
gelb
(grünstichig)
(grünstichig)
roth
2 Mol. ß-Naphtol
2 Mol. Salicylsäure
2 Mol. Salicylsäure
ι Mol. Salicylsäure,
ι Mol. ß-Naphtol
ι Mol. Salicylsäure,
ι Mol. Phenol
ι Mol. ß-Naphtol
ι Mol. Salicylsäure,
ι Mol. Phenol
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zur Darstellung von echten Wollfarbstoffen, darin bestehend, däfs man die Farbstoffe, welche durch Combination der Tetrazoverbindungen des Mono-o-nitrobenzidins a) mit 2 Mol. ß-Naphtol, b) mit 2 Mol. Salicylsäure, c) mit ι Mol. Salicylsäure und 1 Mol. ß-Naphtol und d) mit 1 Mol. Salicylsäure und ι Mol. Phenol entstehen, durch Behandeln mit sulfirenden Mitteln in Sulfosäuren überführt.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE87484C true DE87484C (de) |
Family
ID=359455
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT87484D Active DE87484C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE87484C (de) |
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- DE DENDAT87484D patent/DE87484C/de active Active
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