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Konferenz-Fernsprechanlage mit Lautsprecherbetrieb Die Erfindung betrifft
eine Konferenz-Fernsprechanlage mit Lautsprecherbetrieb.
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Derartige Anlagen, die an sich bekannt sind, dienen der Abhaltung
fernmündlicher Besprechungen. Handelt es sich nun um Anlagen kleineren Umfanges
(Nahverkehr), die vorwiegend der übermittlung von dienstlichen Anweisungen dienen
(Direktions-Fernsprechanlagen), bei denen aber bestimmte Forderungen, z. B. Lautsprecherbetrieb,
gestellt werden, so erweist sich die Verwendung der bekannten Anlagen wegen ihres
großen Aufwandes an Schaltmitteln als zu kostspielig und nicht mehr zweckentsprechend.
In diesen bekannten Anlagen müssen nämlich die einzelnen Teilnehmerleitungen vierdrahtmäßig
mitGabelschaltungen ausgeführt werden, die Verstärkereinrichtungen sind komplizierter
und daher die Anschaffungs- und Betriebskosten für die genannten Fälle zu hoch.
Bekannt ist es auch, das Pfeifen eines Verstärkers zur Kenntlichmachung seiner erfolgten
Einschaltung auszuwerten.
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Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe ist darauf gerichtet,
eitle Anlage zu schaffen, die einerseits die den bekannten größeren Anlagen eigenen
Vorteile, insbesondere Lautsprecherempfang an allen Nebenstellen, besitzt, andererseits
aber eine wesentliche Vereinfachung des Aufbaues und Verminderung des Aufwandes
und damit der Anschaffungs- und Betriebskosten ermöglicht. Dies wird durch die Anwendung
mehrerer, teils an sich bekannter, teils neuer Maßnahmen erreicht, indem die Hauptstelle
mit den Nebenstellen über zweiadrige
Leitungen, einen der Hauptstelle-
zugeord-neten einfach gerichteten Verstärker ohne Gabelschaltung und eine Umschalteeinrichtung
für Senden und Empfangen verbunden ist und alle- Stellenmit einem als Mikrofon und
Lautsprecher dienen----den Gerät ausgestattet sind und indem der Anruf der Nebenstellen
seitens der Hauptstelle durch einen durch Selbsterregung des Verstärkers erzeugten
Pfeifton bewirkt wird, Der Aufwand wird noch weiter dadurch verringert, daß für
Anrufzwecke von der Hauptstelle zu den Nebenstellen eine besondere Anrufstromquelle
vermieden wird; indem bei Betätigung einer Taste an der Hauptstelle der Verstärker
vorübergehend zur Selbsterregung gebracht und der entstehende Pfeifton als Anrufsignal
für die Nebenstelle benutzt wird. Ferner werden alle übrigen. erforderlichen Spannungen;
z. B. auch die Spannung für den Betrieb der Relais, dem Netzanschlußgerät des Verstärkers
entnommen, Batterien oder Generatoren sind also nicht nötig.
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Die Erfindung besitzt gegenüber den.- bekannten Anlagen aber nicht
nur den Vorteil des wesentlich verminderten. Aufwandes, sondern sie ermöglicht auch
den Lautsprecherbetrieb an .den Nebenstellen, die sonst nur mit gewöhnlichen- Telefonen
ausgerüstet sind. Ein besonderer Vorteil der Erfindung besteht auch noch darin:,
daß, wenn sich eine Nebenstelleneinrichtüng in einem Raum befindet, der auf einen
akustisch sich auswirkenden Vorgang zu kontrollieren ist, jedoch nicht ständig durch
eine Person besetzt ist, die Hauptstelle diese Überwachung übernehmen kann; die
Ruftaste wird dabei nicht betätigt und, der Verstärker bleibt auf !Empfang eingestellt.
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Nachstehend ist die Wirkungsweise der Erfindung an Hand des in-der
Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles erläutert. Dargestellt und beschrieben
sind nur die zur Erläuterung des Erfindungsgedankens erforderlichen Teile einer
Anlage.
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Die Hauptstelle H ist mit einem nur in einer Richtung wirksamen Verstärker
V ausgestattet. Dieser ist mit der Hauptstelle und den Nebenstellen nicht über eine
Gabelschaltung verbunden, sondern sein Ein- und Ausgang wird wahlweise mit der Hauptstelle
und den Nebenstellen verbunden, und zwar - erfolgt dies durch eine Umschalteeinrichtung
U, welche von dem Teilnehmer der Hauptstelle bedient wird. Sämtliche Teilnehmerstellen,
also Haupt- und Nebenstellen, besitzen Lautsprecher LM, und zwar ein System,
das gleichzeitig als Lautsprecher und Mikrofon verwendet wird. Die Nebenstellen
sind im Ruhezustand auf Anruf geschaltet, d. h. sie können die Hauptstelle anrufen,
die dann durch Betätigung eines Schalters (S i.; S a usw.) die {Aasschaltung des
oder der rufenden Nebenstellenteilnehmer an den Verstärker V bewirkt. Ruft die Hauptstelle
eine Nebenstelle an, so nimmt die Hauptstelle zunächst diese Umschaltung durch SchälterS
vor und betätigt dann. die Ruftaste. Die Nebenstellen können Verbindungen untereinander
nicht herstellen. Nachstehend ist die Herstellung einer Verbindung seitens der Hauptstelle
H zu einer Nebenstelle T i beschrieben. Zum Anruf der Nebenstelle T r betätigt der
Hauptstellenteilnehmer den Schalter S i, dadurch wird die Teilnehmerleitung TI i
über die Schalterkontakte Is i und IIs i mit dem Verstärker V in der Hauptstelle
verbunden., und zwar über die für alle Teilnehmer gemeinsamen Adern oder Schienen
a: Diese sind im Ruhezustand über die Kontakte i u und z u reit dem Eingang des
Verstärkers V verbunden. Gleichzeitig wird über den Schalterkontakt IIIs i die Signallampe
Lt i gezühdet, die den angerufenen Teilnehmer kennzeichnet, sowie das Relais
Z erregt. Die Signallampe Lt i zeigt die Teilnehmerstelle an, zu der die
Verbindung hergestellt wird, und das Relais Z schaltet mit Ansprechen an seinem
Kontakt i z den Verstärker V ein. Legt der Hauptstellenteilnehmer H
jetzt
die Taste Ty um, so kommt das Relais R zum Ansprechen. Relais R schließt mit seinem
Kontakt 5,r einen Rückkopplungsstromkreis im Verstärker V, durch den dieser vorübergehend,
d. h. solange die Taste Ty gedrückt bleibt, zur Selbsterregung gebracht wird; über
den Kontakt 6r wird gleichzeitig das Relais U erregt. Relais U legt seine Kontakte
i u bis q.u um und verbindet dadurch den Ausgang des Verstärkers V mit der zum Teilnehmer
T z führenden Leitung Tl i. Der Teilnehmer T i hört nun den durch die Selbsterregung
des Verstärkers V entstandenen Pfeifton als Anrufzeichen und meldet sich. Der Hauptstellenteil-"nehmer
H hat inzwischen die Ruftaste Tr losgelassen. Die Relais R und U sind abgefallen
und ihre Kontakte in die Ruhelage zurückgekehrt. In dieser ist die Teilnehmerleitung
TL i wieder mit derri Eingang des Verstärkers V verbunden und dessen Ausgang mit
dem Lautsprecher LM des Hauptstellenteilnehmers, dieser hört den sich meldenden
Nebenstellenteilnehmer. Will der Hauptstellenteilnehmer nun mit dem Teilnehmer T
i sprechen, so legt er die Taste Tu um, worauf das Umschalterelais U anspricht
und seine Kontakte iu bis q. u wieder umlegt, über die nun, solange die Taste Tu
gedrückt bleibt, d. h. der Hauptstellenteilnehmer H spricht, der Teilnehmer T i
mit dem Ausgang und der Häuptstellenteilnehmer H bzw. dessen Mikrofonlautsprecher
LM mit dem Eingang des Verstärkers V verbunden ist. Sobald der Hauptstellenteilnehmer
die TasteTu losläßt, kehren die Kontakte i u bis q.u nach Abfall des Relais U wieder
in die Ruhelage zurück, in der der Teilnehmer T i sprechen bzw. antworten kann.
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Das Gegensprechen ist mithin von der Sprechdisziplin der Teilnehmer
abhängig und wird durch den Hauptstellenteilnehmer gesteuert.
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In derselben Weise kann der Hauptstellenteilnehmer durch Betätigen
der entsprechenden Schalter S2, S 3 usw. sich auch mit anderen Teilnehmern
bzw. allen angeschlossenen Teilnehmern verbinden und diesen irgendwelche Anweisungen
übermitteln.
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Wünscht einer der Nebenstellenteilnehmer, z. B. T i, eine Verbindung
mit der Hauptstelle herzustellen, so drückt er seine Taste Ta i. Dadurch wird
in
dem Stromkreis von Erde an der Signallampe L t i in der Hauptstelle, Kontakt
II s i des Schalters S i in der Ruhestellung, Teilnehmerleitung, Taste Ta
i, Teilnehmerleitung, Kontakt I s i, Wecker W, Batterie, ,Erde, der
Wecker W in der Hauptstelle zum Ansprechen gebracht und die Signallampe Lt
i gezündet, die den anrufenden Teilnehmer T i kennzeichnet. Der Haüpfstellenteilnehmer
legt nun den Schalter S i um, und die Signallampe Lt i wird jetzt über den Schalterkontakt
IIIs i- gehalten in dem Stromkreis von Erde an der Signallampe Lt i, Kontakt
III s i, Ader der Leitung c, Wicklung des Relais Z, Batterie, ,Erde. In diesem Stromkreis
kommt das Relais Z zum Ansprechen und schaltet den Verstärker ein; über die Kontakte
I s i und II s i wird die Teilnehmerleitung TZ i mit dem Verstärker V verbunden.
Der Hauptstellenteilnehmer drückt die Taste Tu, wodurch das Relais
U erregt wird und an seinen Kontakten den Verstärker h in der oben beschriebenen
Weise umschaltet, worauf sich der Hauptstellenteilnehmer meldet. Nach Loslassen
der Taste Tu wird der Verstärker V wieder in die Ruhestellung zurückgeschaltet,
in der der Nebenstellenteilnehmer sprechen kann. Beim Gegensprechen muß der Hauptstellenteilnehmer
jedesmal die Taste Tu zwecks Umschaltung des Verstärkers drücken. Um den
Nebenstellenteilnehmern sofort anzuzeigen, wenn der Hauptstellenteilnehmer sich
auf die Nebenstellenteilnehmer aufschaltet, also noch bevor er die Teilnehmer anruft,
ist beispielsweise ein optisches Signal, ein Schauzeichen SZ an den Nebenstellen,
z. B. am Gerät LM vorgesehen. Dieses Schauzeichen SZ steht im Ruhezustand
unter Strom in dem Stromkreis (Teilnehmer T i) von Erde an: der Signallampe
Lt i, Kontakt 1I s i, Leitung, Übertragerwicklung, Schauzeichen SZ, Leitung,
Kontakt Is i, Wecker W, Batterie, Erde. Wecker W sowie die Signallampe
Lt i sprechen in diesem Stromkreise nicht an, da das Schauzeichen SZ hochohmig
ist. Sobald sich der Hauptstellenteilnehmer durch Umlegen des Schalters S i auf
den Teilnehmer T i aufschaltet, wird dessen Leitung auf den Eingang des Verstärkers
h in Sprechstellung umgeschaltet und der oben beschriebene Stromkreis für das Schauzeichen
SZ unterbrochen. Der Teilnehmer T i erkennt an dem Verschwinden des Schauzeichens,
daß sich der Hauptstellenteilnehmer auf seine Leitung aufgeschaltet hat. Er meldet
sich jedoch erst nach Ertönen des Anrufsignals. Das Schauzeichen kann bei allen,
oder auch nur bei einigen Nebenstellenteilnehmern angebracht werden.
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Der Einfachheit halber ist in den Stromkreisen der Relais R, U und
Z sowie des Weckers W jedesmal eine besondere Batterie angedeutet. Es werden jedoch
sämtliche Spannungen aus dem Netzanschlußgerät des Verstärkers V abgenommen, so
daß eine Batterie überhaupt nicht erforderlich ist. Die benötigten Spannungen werden
nach Bedarf als Wechselströme direkt am Transformator des Netzanschlußgerätes oder
als Gleichströme an dem . Netzanschlußgleichrichter oder auch über besondere Gleichrichfer,
z. B. Tröckengleichrichter, abgegriffen. In dem Ausführungsbeispiel sind drei Nebenstellenteilnehmer
angedeutet. Praktisch können aber beispielsweise bis zu 15 Teilnehmer angeschlossen
werden.