-
Verfahren und Vorrichtung zur Darstellung von Lichtdrucken Es ist
bekannt, daß ausgefüllte Formblätter mittels Kontaktkopierverfahren oder auf dem
Wege der optischen Aufnahme vervielfacht werden können; es ist jedoch mit den bekannten
Mitteln nicht möglich, während eines derartigen Vervielfachungsprozesses die geometrischen
Flächen des Originals so zu verschieben, daß in der Wiedergabe eine andere Anordnung
dieser Flächen zueinander eintritt.
-
Die vorliegende Erfindung löst daher die Aufgabe der Herstellung zusammengesetzter
Lichtdrucke auf optischem Wege, dadurch gekennzeichnet, daß das Original über eine
Spiegeleinrichtung derart zerlegt wird, daß in der Wiedergabe beliebige Teile des
Originals fortgelassen oder an anderer Stelle wiedergegeben werden und daß zusätzlich
aus anderen Originalen Angaben auf der Wiedergabe erscheinen. Ein solches Verfahren
hat Bedeutung in Werkstätten und Büros, z. B. zur Vorbereitung der Betriebsunterlagen
für Fertigungsaufträge, welche durch .diese Unterlagen in Gang gesetzt und während
ihrer Fertigungszeit in. Gang gehalten werden. Meist wird den einzelnen zu fertigenden
Teilen als Stammunterlage eine Laufharte beigegeben, aus der alle Angaben, wie Teilebenennung
Menge und Materialart, und schließlich die einzelnen am Stück auszuführenden Arbeiten
hervorgehen. Außerdem müssen Einzelunterlagen ausgefertigt werden, wie Materialentnahmescheine,
Lohnzettel und Prüfscheine. Alle diese Unterlagen müssen mit Betriebskennzeichen,
Nummern und Mengen, wie Terminangaben, versehen sein und schließlich muß die Wiedergabe
auf Formblättern erfolgen, damit die gleichen Angaben stets an der gleichen Stelle
zu finden sind. Das hier beschriebene Verfahren löst
diese Aufgaben
erfindungsgemäß in folgender Weise Es wird zunächst für jedes zu fertigende Teil
eine Stammunterlage hergestellt, welche alle Angaben enthält, die ständig in gleicher
Form wiederkehren, und von dieser ein photographisches Negativ hergestellt. Besteht
ein Gerät (Maschine, Apparat) aus. mehreren Teilen, so ist für jedes Teil eine solche
Stammunterlage vorhanden. Die Aufnahme erfolgt zweckmäßig auf einem Filmband. Die
so hergestellten Negative auf Filmband, es kann die Aufnahme auch auf Platten erfolgen,
werden in ,der Vorrichtung nach Fig. i vervielfacht.
-
Die Vorrichtung (Fig. i) besteht aus einem lichtdichten Kasten, in
welchen bei z i und 12 zwei Projektionsapparate und bei 13 eine zusätzliche Lichtquelle
eingebaut sind. Die Lichtstrahlen der Projektionsapparate ii und 12 fallen auf eine
Spiegelkombination 1q. und werden von dort in noch zu beschreibender Weise zur Projektionsebene
15 gelenkt, in der die Formblätter entstehen sollen. 16 ist ein um die Achse 161
drehbarer Schablonenträger, 17 eine von außen zu beobachtende Mattscheibe, 18 die
Abwickel- bzw. Aufwickelspule für das Wiedergabepapierband.
-
Projektionsapparat ii besteht aus Lichtquelle i i i, Kondensor 112,
Vorrichtung zur Filmäufnahme 113, Optik 11q., Verschluß 115. Projektionsapparat
i2 besteht aus Lichtquelle 121, Kondensor 122; Vorrichtung zur Aufnahme mehrerer
Negativstreifen 123, Optik 12q., Verschluß 125 und Abwickel- bzw. Aufwickelspulen
126 für die Negativstreifen 123. Die Spiegelkombination 1q. besteht aus zwei feststehenden
Spiegelstücken 141 und 42 und dem um,den Drehpunkt 143 drehbaren Spiegelstück 144.
-
In Fig. 2 sind dargestellt bei 21 die Stammunterlage, von welcher
die Negative hergestellt werden, bei 22 eine Laufkarte, wie sie im Betrieb gebraucht
wird, bei 23 eine Schablone zur Anfertigung des Liniennetzes für die Laufkarte,
bei 2q. eine ebensolche für die Anfertigung eines Lohnzettels, bei 25 eine ebensolche
für die Anfertigung eines Materialentnahmescheines.
-
Die Herstellung der Lichtdrucke geht nun wie folgt vor sich: Der zu
vervielfachende. Filmteil wird eingestellt, hierbei sind die Verschlüsse 115 und
125 der Projektionsapparate i i und 12 geschlossen, die Lichtquelle 13 ist ausgeschaltet,
eine Dunkelblende, welche auf dem drehbaren Schahlonenträger 16 befestigt ist, schirmt
das lichtempfindliche Papier gegen Projektionslicht ab. Hierauf wird Verschluß 115
geöffnet; während der größte Teil der Bildstrahlen über die Spiegelstücke 143 und
144 auf die Dunkelblende bei 15 geworfen wird, erscheint der obere Rand 211 des
Negativs 21, abgelenkt durch -Spiegel 142, auf der Mattscheibe 17. Diese ist mit
von. außen verstellbaren Vergleichsmarken versehen, welche bezwecken, daß der Bediener
des Apparates sich vor der Vervielfachung davon überzeugen kann, daß a) das Negativ
sich in der richtigen Arbeitslage befindet und b) daß das zur Abbildung gelangende
Negativ auch wirklich zür Abbildung gelangen soll. Erläuternd sei hierzu bemerkt,
daß der Filmstreifen die Arbeitsgänge zu den verschiedensten möglichen Teilen eines
Gerätes enthält, daß jedoch bei Inarbeitgabe eines bestimmten Modells eine Auswahl
der zu dem gewählten Modell gehörenden Teile stattfinden muß, was durch die Übereinstimmung
der Marken des Randes 211 mit den einmalig von außen eingestellten Marken an der
Mattscheibe 17 mit einem Blick überprüft werden kann.
-
Hierauf ist das Negativ projektionsbereit. Normalerweise wird sich
die Herstellung der Formblätter so abspielen, daß zunächst festgestellt wird; in
welcher Anzahl die Formblätter benötigtwerden. Dies ist ebenfalls aus der Leiste
2ii im Mattscheibenbild bei 17 zu ersehen; die.dort gegebenen Angaben können in
einer nicht dargestellten Einrichtung so voreingestellt werden, daß der Bediener
die richtige Zahl der Vervielfachungen stets vor Augen hat. Diese Einstellvorrichtung
kann nach bekannten Vorbildern so ausgebildet sein, daß sie bei jeder Betätigung
um eine zurückschaltet und bei Erreichen der Nullage eine Fehlbedienung verhindert:
Wird die Arbeit an den Betrieb in mehreren sogenannten Losen vergeben, so wird die
benötigte Anzahl Formblätter am besten für jede Formblattart geschlossen hergestellt
und dann erst zur nächsten Formblattart übergegangen. Im folgenden ist jedoch der
Fall beschrieben, daß nur eine Vervielfachung in einfacher Zahl, also von je einer
Laufkarte, einem Materialentnahmeschein, einem Lohnzettel pro Arbeitsgang benötigt
wird.
-
Hierzu besteht die Bedienung für jedes Formblatt aus zwei hintereinanderfolgenden
Belichtungen a) zur Herstellung des Form@blattgrundes (Liniennetz) und b) zur Einbringung
der zu vervielfachenden Angaben innerhalb der freien Felder des Liniennetzes. Um
dies zu bewirken, wird mittels des um Achse 161 beweglichen Schablonenträgers 16
die zunächst benutzte Dunkelblende beiseite geschwenkt und stattdessen die Formblattschablone
23 eingeschwenkt. In der Arbeitslage dieser Schablone wird. Beleuchtung 13
für die Belichtungszeit eingeschaltet, hierauf der Schablonenträger 16 auf die nächste
Schablone weitergeschaltet und Verschlüsse 115 und 125 für die Belichtungszeit geöffnet,
wodurch das bereits im vorherigen Gang entworfene Liniennetz mit den zu vervielfachenden
Angaben ausgefüllt wird.
-
In 12 ist ein zweiter Projektionsapparat dargestellt, dessen Aufgabe
es ist, die veränderlichen Größen des Werkauftrages in die zu vervielfachenden Formblätter
einzusetzen. Dies geschieht dadurch, daß die benötigten Stückzahlen, Seriennummern,
Fristen und ähnlichen Angaben auf einer entsprechenden Anzahl von außen einstellbarer
Bildbänder (enthaltend Nummernziffern- und Zeichennegative), deren Abwickel= und
Aufwickelvorrichtung bei 126 angedeutet sind; eingestellt werden. Die so festgelegten
Angaben werden durch 12 über Spiegel 141 in den oberen Formblattraum projiziert.
Der
beschriebene Vorgang wiederholt sich nun mehrfach für dieAnza:hl der benötigtenFormblätter
mit der Abweichung, daß jeweils die entsprechende Schablone durch Schablonenträger
16 in die Arbeitslage eingeschwenkt wird. Nach Anfertigung des letzten Formblattes
für eine bestimmte Teilnummer wird .der Film um ein Bild weitergeschaltet, und so
beginnt die Herstellung der Formblätter für eine andere Teilnummer.
-
Die Betätigung des Apparates wird zweckmäßig durch zwangsläufig arbeitende
Schaltmittel bekannter Art gesteuert, die hier nicht näher beschrieben sind. Der
Papiervorschub ist mit der Schaltung so verbunden, daß Doppelbelichtungen ausgeschlossen
sind. Darüber hinaus muß Vorsorge getroffen werden, d-aß die Länge des Papiervorschubs
stets der Größe der ausgewählten Schablone entspricht, weil die Formblätter unterschiedliche
Länge oder Breite oder beides haben können.