-
Umlenkvorrichtung Bei derUmlenkung bzw. demTransport laufender, insbesondere
nasser und ungedrehter Fadenbündel durch rotierende Walzen u. dgl., die von dem
laufenden Faden nur teilweise umschlungen sind, treten oft Schwierigkeiten durch
Abspleißen und Aufwickeln von Kapillarfäden auf. Hat ein derartiges Aufwickeln erst
einmal begonnen, so steigert sich die aufgewickelte Fadenmenge durch Mitnahme weiterer
Kapillarfäden rasch so weit, daß der ganze Faden reißt und sich auf die Walze aufwickelt,
wodurch iiaturgerriäß unerwünschte Unterbrechungen des Fertigungsganges bedingt
sind, ein Ausbeutev erlust entsteht und auch die Oualität des Fertigproduktes beeinträchtigt
wird. Außerdem ist die Entfernung der aufgewickelten Fadenringe bei laufendem Betrieb
nicht einfach und mit Unfallgefahr verbunden. Schließlich können, soweit die Walzen
nicht massiv sind, z. B. sogenannte Stabtrommeln, durch die Summierung der Spannung
der einzelnen Fadenlagen bleibendeBeschädigungen der Walzen eintreten.
-
Vorliegende Umlenkvorrichtung gestattet, diese Nachteile zu vermeiden.
Sie bezweckt die sofortige bzw. fortlaufende Entfernung einmal aufgewickelter Kapillarfäden
aus dem Bereich des Fadens, wodurch die Adhäsionswirkung dem "Faden gegenüber, die
die sprunghafte Steigerung der aufgewickelten Fadenmenge bewirkt, fortfällt. Sie
bedient sich zu diesem Zweck gewisser, als solcher bekannter Vorrichtungen., welche
dem Faden neben der tangential.en Bewegung .eine seitliche Verschiebung erteilen.
Der ursprüngliche Zweck derartiger, auch unter der Bezeichnung Kontinuehaspel bekanntgewordener
Vorrichtungen ist der, laufende Fäden
in Form von Schraubenwindungen
fortzuleiten, um so auf der Oberfläche der walzen oder haspelartigen Vorrichtung
eine große Fadenlänge unterzubringen und die Fäden auf dieser Strecke dann chemischen
Nachbehandlungsoperationen . oder auch einer Trocknung zu unterziehen. Bei der vorliegenden
Vorrichtung hingegen dient die haspelartige Ausbildung lediglich zur Umlenkung bzw.
zum Weitertransport des Fadens in tangentialer Richtung, wobei die Umschlingung
höchstens einem Trommelumfang entsprechen soll. Eine chemische Behandlung oder Trocknung
des Fadens während dieser Umlenkung ist nicht beabsichtigt. Der geringe seitliche
Verschub ist für den Faden selbst ohne Bedeutung. Der eigentliche Zweck dieses Vorschubs
ist vielmehr, .die aufgelaufenen Ringe von Kapillarfäiden sofort aus dem Bereich
des laufenden Fadens zu entfernen.
-
Als Kontinuehaspel können . z..B, Haspel verwendet werden, bei denen
die Holme aus wandernden Seilen bzw. Bändern bestehen (vgl. Patentschrift 415 479)
oder Stabtrommeln, bei denen z. B. jeder zweite Holm im Laufe ider Umdrehung über
die benachbarten Holme hinaustritt und dabei gleichzeitig eine seitliche Bewegung
ausführt (vgl. Patentschrift 236 584).
-
Die zur Seite verschobenen Aufläuferringe sammeln sich am Ende der
Trommel bzw. des Haspels und'können dort in größeren Zeitabständen entfernt werden.
Zweckmäßig ist es, dort eine Vorrichtung anzubringen, die die angesammelten Aufläuferringe
selbsttätig entfernt. Eine solche Vorrichtung kann erfindungsgemäß aus einem seitlich
des laufenden Fadens angebrachten, mit der Trommel rotierenden, mit einer schrägen
Schneiäkante zwischen den Stäben oder Holmen herausragenden, fest auf der Trommelachse
befestigten: Messer, welches seine Schneidwirkung unter der Wirkung, des seitlichen
Vorschubs der Fadenmasse entfaltet oder aus an @derselben Stelle angebrachten, langsam
rotierenden Messern. bestehen, welche mit ihrer zweckmäßig hakenförmig nach innen
gebogenen Schneide die Stab- bzw. Holmzwischenräume von innen her durchdringen und
entgegen .der Wanderrichtung der Aufläufer rotieren. .
-
Abb. i, zeigt eine Umlenkvorrichtung nach der Erfindung, bestehend
aus einem Haspel, dessen aus biegsamem Material hergestellte Holme über Rollen seitlich
verschoben werden. Die Welle i des Haspels trägt Haltevorrichtungen 2 mit Rollen
3, auf welche endlose Seile oder Riemen 4 aufgezogen sind.. Diese endlosen Seile
stellen die Holme des Haspels dar. Der Haspel dient zur Umlenkung bzw. zum Weitertransport
der laufenden Fäden oder Spinnkabel 6 und 7. (Die Zahl dieser Fäden kann. natürlich
beliebdg -sein.) Die Fäden umschlingen den Hiaspel im vorliegenden. Fall um etwa
iSo°, wie aus der Abb.2 hervorgeht. Durch eine Zahnradübertragung 5 (Abt. i) werden
nun die Rollen mit den Seilen in langsame Umdrehung versetzt, so :daß die Seilholme
einen seitlichen Vorschub erhalten, dessen Richtung in der Abbildung angedeutet
ist. Wenn nun aus den Fäden 6.und 7 einzelne KapillarfäUen sieh abspalten und auf
.den Seilhaspel aufwickeln, so werden diese aufgewickelten Fadenringe durch den
seitlichen Vorschub nach der Seite entfernt mit dem Erfolg, daß das Aufwickeln weiterer
Fadenmassen nunmehr aufhört und es auf jeden Fall nicht zum Bruch des ganzen Fadens
kommen kann. Die seitlich entfernten Fadenringe wandern bis zum Ende des Seiltrums
und werden dort durch das der Wanderrichtung entgegengesetzt rotierende Messer 8
erfaßt und abgeschnitten, worauf sie, falls sie nicht von selbst .abfallen, durch
die rotierende Bürste 9 abgestreift werden.
-
Abb. 2 zeigt dieselbe Vorrichtung in der Seitenansicht. Hier sind,
soweit die Teile sichtbar sind, dieselben Bezugsziffern wie in Abb. i verwendet.
In Abb. 3, 4 und 5 ist eine Vorrichtung wiedergegeben, bei der der gleiche Effekt
durch eine aus Stäben ioa und iob zusammengesetzte Trommel erreicht wird, von denen
die beweglichen, iob, während der Umdrehung über die feststehenden, ioa, herausgehoben
werden, wobei die Stäbe i.ob gleichzeitig eine seitliche Verschiebung erfahren.
Die Trommel besteht aus zwei -Gruppen von Stäben, die sich abwechseln. Die eine
Stabgruppe ioa ist fest an den Scheiben iu befestigt, während die zweite aus beweglichen.
Stäben iob besteht, die lose durch die radialen Schlitze itz der festen Kopfscheiben
-iii- geführt sind und eine Bewegung radial zur Trommel und parallel zur Trommelachse
durch zwei Kurvenscheiben 13 erhalten, ,die Kurvenrinnen, 14 (Abb. 4) tragen.
Durch die Trommelwelle 15 wird der Stabkorb in Umdrehung versetzt, so daß er die
zu transportiern@den bzw. umzulenkenden laufenden Fäden 1.6, 17, 18 weiterbefördert.
Dadurch, daß jeder zweite Stab der Trommel unter Wirkung der in Abb.4 bzw. 5 gezeigten
Verschiebeorgane vorübergehend aus dem Trommelumfang heraustritt und hierbei eine
seitliche Bewegung in Pfeilrichtung ausführt, werden von .den Fäden; i6 bis 18 abgesplissene
Kapillarfäden nach der Seite transportiert und sammeln sich in!Form eines Ringes
an dem schräg herausragenden Messer i9, durch das sie zerschnitten werden. Wenn
sie sodann nicht von selbst abfallen, sorgt die Bürste 2-o für Entfernung der Fadenabfälle.
-
Die Erfindung soll nicht auf .die beiden beschriebenen Ausführungsformen,
deren Elemente, soweit sie einen @seitlichen Fadenvenschub bezwecken, im übrigen
bereits bekannt sind, beschränkt sein. Vielmehr kanntder beabsichtigte Zweck der
fortlaufenden Entfernung von :abgespaltenen Fäden unter Verwendung jeder auch als
sogeniannter Kontinuehaspel brauchbaren Vorrichtung, d. h. einer rotierenden Trommel,
welche dem umschlungenen Faden einen geringen seitlichen Verschub erteilt, erreicht
werden.