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Vorrichtung zum Zuschneiden von Stoffen Die Erfindung betrifft eine
Vorrichtung zum Zuschneiden von Stoffen, bei welcher eine auswechselbare Klinge
auf einem Fuß angeordnet ist, der unter dem zu schneidenden Stoff hinweggleitet,
von der Art, wie sie von den Schneidern oder Zuschneidern bei der Herstellung von
Kleidungsstücken benutzt wird. Sie kann jedoch auch in allen anderen Fällen verwendet
werden, in denen es sich darum handelt, Stoffe oder stoffähnliche Material nach
vorgezeichneten Linien zuzuschneiden.
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Die bekannten Zuschneidevorrichtungen der vorgenannten Art bestehen
aus rotierenden Stahlmessern, die entweder eine runde oder eine quadratische Form
besitzen und von einem Elektromotor angetrieben werden. Die Messer sind ohne besondere
Führung frei angeordnet, so daß sie eine genügende Stärke aufweisen müssen, um eine
ausreichende Standfestigkeit beim Schneiden zu besitzen. Auch muß der Durchmesser
dieser Messer aus den gleichen Gründen verhältnismäßig groß sein. Im ganzen handelt
es sich daher bei den bekannten Zuschneidevorrichtungen um verhältnismäßig schwere
und teuere Apparate, die insbesondere zum Zuschneiden von Stoffen feinerer Beschaffenheit,
die nur in einer Schicht vorliegen, nicht geeignet sind.
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Ziel der Erfindung ist, hier Abhilfe zu schaffen. Gemäß der Erfindung
dient bei der neuen Zuschneidevorrichtung als auswechselbare Klinge eine solche
von verhältnismäßig geringer Stärke, z. B. eine Rasierklinge, die in einem Halter
eingeklemmt ist. Dadurch, daß die Klinge bei der neuen Vorrichtung in einem Halter
aufgenommen wird und eine verhältnismäßig geringe Stärke aufweist, ist es möglich,
Gewicht und Gesamtausdehnung der
Vorrichtung verhältnismä&ig
klein zu halten. Auch ist es möglich, mit einer solchen Vorrichtung feine Stoffe
in einfachen Lagen zuzuschneiden.
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Zweckmäßig ist die Klinge auch noch in einem ini Fuß der Vorrichtung
vorgesehenen Schlitz beiderseitig geführt. Hierdurch wird die Standfestigkeit der
Klinge weiter erhöht. Es hat sich gezeigt, daß es weiterhin zweckmäßig ist, daß
die Schneide der Klinge gegen die Horizontale vorzugsweise etwa 45° geneigt ist,
wobei der Scheitel des Neigungswinkels der Schnittrichtung abgewandt ist.
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Gemäß weiterer Erfindung kann der die Klinge enthaltende Halter schwenkbar
gelagert und mit einem Elektromagneten oder einem Elektromotor derart gekuppelt
sein, daß er von diesem in eine schwingende Bewegung versetzt wird. Der Halter kann
mit der Klinge auch derart drehbar gelagert und mit einem Elektromotor derart gekuppelt
sein, daß der Klinge eine rotierende Bewegung erteilt wird. Dadurch, daß die Klinge
auf diese Weise eine selbständige Schnittbewegung ausführt, wird die Wirksamkeit
der Vorrichtung wesentlich erhöht.
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In der Zeichnung sind vier Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt.
Es zeigt Abb. i. eine Zuschneidevorrichtung gemäß der Erfindung mit ruhender Klinge
in einer Seitenansicht, Abb.2 dieselbe Vorrichtung in einer Draufsicht, Abb. 3 dieselbe
Vorrichtung wiederum von oben gesehen, in einem Schnitt gemäß der Linie A-B der
Abb. i, Abb.4 eine Vorrichtung gemäß der Erfindung, bei der die Klinge durch einen
Elektromagneten angetrieben wird, in einer Seitenansicht, Abb.5 eine Vorrichtung
gemäß der Erfindung, bei der die Klinge von einem Elektromotor in eine schwingende
Bewegung versetzt wird, wiederum in einer Seitenansicht und Abb. 6 eine Vorrichtung,
bei der die Klinge durch einen Elektromotor in eine rotierende Bewegung versetzt
wird, ebenfalls in einer Seitenansicht.
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Bei der Vorrichtung nach den Abb. i bis 3 ist die auswechselbare Klinge
i, die z. B. aus einer gebrauchten Rasierklinge bestehen kann, zwischen einer feststehenden
Wand 2 und einer abklappbaren Wand 3 eingelegt. Die abklappbare Wand 3 ist mit Scharnierstiften
4 in entsprechenden Öffnungen 5 gelagert, die sich in dem aus dem Fuß 6 herausragenden
Sockel 7 befinden. Der Fuß 6 ist lang und schlittenartig ausgebildet und ragt in
der Schnittrichtung um ein wesentliches Stück über das Messer hervor. Die Innenflächen
der Wände 2 und 3 sind derart gewölbt, daß die Klinge beim Andrücken der abklappbaren
Wand 3 gespannt wird.
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Der Handgriff 8 ist an einem Verbindungsstück 9 befestigt, mit dem
er gemeinsam um den Schaft der Schraube io geschwenkt werden kann. Auf der anderen
Seite des Verbindungsstückes 9 ist die federnde Platte i i befestigt. Diese weist
eine Öffnung 12 auf, mit der sie in der waagerechten Betriebslage des Handgriffes
8 in einen Stift 13 einratet. Der Stift 13 ist an der feststehenden Wand 2 befestigt
und stellt gleichzeitig einen der Aufnahmestifte für die Klinge dar. Er ragt durch
eine entsprechende Öffnung in der abklappbaren Wand 3 hindurch.
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An dem Fuß 6 ist eine Feder 1 4 befestigt, die eine Führungsplatte
15 trägt, über welche der zu zerschneidende Stoff auf die Klinge i zuläuft. Oberhalb
der Feder 1:f und der 1# ühritngsplatte 1,5 ist eine weitere Feder 16 angeordnet,
die zum Niederhalten und Andrücken des zuzuschneidenden Stoffes dient. Die Niederlialtefeder
16 ist an ihrem vorderen Ende gegenüber der Führungsfeder 1.4 derart abgebogen,
daß ein keilförmiger Einlauf für den Stoff zustande kommt. Die Feder 14 besteht
zweckmäßig aus zwei entsprechend gebogenen Klaviersaitendrähten, deren untere Enden
in entsprechenden Nuten 17 unterhalb des Fußes 6 befestigt sind. Die N iederhaltefeder
16 wird zweckmäßig durch die obere Verlängerung der wiederum entsprechend gebogenen
Drähte gebildet. Unterhalb der Führungsfeder 14 ist auf dem Fuß 6 eine Stutze i8
angebracht, auf die sich die Feder 14 beim Zuschneiden schwerer Stoffe auflegt.
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Die Wirkungsweise der neuen Vorrichtung ist folgende: Wenn der Benutzer
finit Hilfe des Handgriffes 8 die Zuschneidevorrichtung unter sicherer Führung durch
den Fuß 6 auf die Stoffkante zubewegt, läuft diese über die Führungsfeder 14 und
die Führungsplatte 15 unter die N iederhaltefeder 16 ein. Die Führungsplatte 1.5
verhindert hierbei, daß der Stoff etwa zwischen den beiden Drahtfedern 14 eingeklemmt
wird. Durch die N iederhaltefeder 16 wird der Stoff beim Schneiden glatt gehalten
und an die Führungsplatte i ,# angedrückt, wobei sich die Feder 16 verschiedenen
Stoffdicken ohne weiteres anpassen kann. Während des eigentlichen Schneidvorganges,
vollführen die federnden Glieder 14, 15 und 16 zusammen mit dem zwischen ihnen hindurchlaufenden
Stoff eine verhältnismäßig schnelle Schwingbewegung, was zur Herbeiführung einer
einwandfreien Schneidwirkung der stillstehenden Klinge i von besonderer Bedeutung
ist. Wenn ein verhältnismäßig schwerer Stoff zugeschnitten wird, legt sich die Führungsfeder
14 auf die Stütze 18 auf, so daß nunmehr nur noch das oberhalb der Stütze 18 befindliche
Federende mit dem Stoff zusammen die Schwingbewegungen ausführt. Für die Schneidwirkung
ist weiterhin wichtig, daß die Klinge i durch die Wölbung der Auflage- und Andruckfläche
unter entsprechender Spannung steht. Uni die Rasierklinge i auszuwechseln, wird
der Handgriff 8 aus der waagerechten Betriebslage um i$o° geschwenkt, so daß die
Federplatte i i aus dem Bereich der abklappbaren Wand 3 verschwindet und die Öffnung
12 mit dem Stift 13 außer Eingriff kommt. Sodann wird die Wand 3 heruntergeklappt
und die auszuwechselnde Klinge i entfernt. Nachdem die neue Klinge eingelegt wurde,
wird durch Heraufklappen der Wand 3 und Einschwenken des Handgriffes 8 in die Betriebslage
die Betriebsbereitschaft der Zuschneidevorrichtung wieder hergestellt.
Bei
der Zuschneidevorrichtung nach Abb.4 ist der die Klinge i enthaltende Halter i9
über einen Hebel 20 mit dem Anker 21 eines Elektromagneten 22 gekuppelt, der aus
dem Wechselstromnetz gespeist wird. Der Anker 21 ist bei 23 schwenkbar gelagert
und wird, nachdem er durch den Elektroinagneten 22 angezogen worden ist, durch die
Druckfeder 24 wieder in die Ruhelage zurückbewegt. Wenn der Elektromagnet 22 unter
Spannung gesetzt wird, vollführt der Anker 21 daher Schwingbewegungen, deren Zahl
in der Zeiteinheit derjenigen der Phasen des Wechselstroms entspricht. Die Schwingbewegung
wird über den Hebel 20 und den Halter i9 auf die Klinge i übertragen.
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Bei der Zuschneidevorrichtung nach Abb. 5 ist auf dem Fuß 6 ein Elektromotor
25 befestigt, der über einen Exzenter 26 einen Hebel 27 in schwinlyende Bewegungen
versetzt, der bei 28 an der Strebe 29 des Fußes 6 drehbar gelagert ist. Der Hebel
27 nimmt an seinem freien Ende die Klinge i auf und versetzt daher auch diese in
eine schwingende Bewegung.
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Bei der Zuschneidevorrichtung nach Abb.6 ist der Elektromotor 25 über
eine Welle 30 und ein Schneckengetriebe 31 mit einer Achse 32 gekuppelt,
auf der der Halter i9 der Klinge i befestigt ist. In diesem Falle wird der Klinge
i daher eine rotierende Bewegung erteilt.
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Bei allen in Abb. 4 bis 6 dargestellten Zuschneidevorrichtungen ist
die Klinge i in einem im Fuß 6 vorgesehenen Schlitz 33 beiderseitig geführt.