DE855438C - Verfahren zur Herstellung von Anstrichmassen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Anstrichmassen

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DE855438C
DE855438C DEM8148A DEM0008148A DE855438C DE 855438 C DE855438 C DE 855438C DE M8148 A DEM8148 A DE M8148A DE M0008148 A DEM0008148 A DE M0008148A DE 855438 C DE855438 C DE 855438C
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calcium
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Egon Dr Meier
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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C04CEMENTS; CONCRETE; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES
    • C04BLIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
    • C04B9/00Magnesium cements or similar cements
    • C04B9/06Cements containing metal compounds other than magnesium compounds, e.g. compounds of zinc or lead

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Ceramic Engineering (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Structural Engineering (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Paints Or Removers (AREA)
  • Curing Cements, Concrete, And Artificial Stone (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von Anstrichmassen Calciumoxychlorid bildet sich erst bei höherer Konzentration von Chlorcalciumlösungen und ist infolgedessen unter vielen Verhältnissen unbeständig. So wird bei Zimmertemperatur Oxychlorid erst bei einer 2o°/oigen C'hlorcalciumlauge gebildet, und selbst bei dieser Konzentration unterbleibt die Bildung schon bei 4o° vollständig.
  • Es wurde deshalb auch nie technisch f'ür irgendwelche Zement- und Kittmassen angewandt, und man hat bei Herstellung des Sorelzementes (Mg O -f- Mg C12) stets ängstlich darauf geachtet, daß diese Massen vollständig frei von Kalk waren.
  • Es wurde nun gefunden, daß der Umstand, daß sich Calciumchlorid nur in höherer Konzentration bildet, für die Aufbringung von Anstrichschichten außerordentlich günstig ist. Man braucht nach vorliegender Erfindung nur CaC12 und, Calciumhydroxyd in für Bildung von Oxychlorid (3 Ca0 Ca C12 * i5 H20 oder 3 Ca(OH)2 - Ca C12 - r2 H20) äquivalenten Mengen unter vorheriger Beigabe eines solchen Wasserüberschusses zusammenzugeben, daß kein Oxychlorid gebildet wird. Trägt man nun eine solche mit Farbe usw. versetzte Masse auf eine Fläche auf, so wird allmählich ein Teil des Wassers verdunsten und dann die zur Bildung von Oxychlorid nötige Konzentration erreicht. Die Oxychloridkristalle bilden sich nun in der ruhenden Anstrichschicht und verfilzen dadurch allmählich die ganze Schicht. Damit ist eine geradezu ideale Anstrichmasse gegeben, die sich mit der Bildung des Linoxynfilms bei Leinölanstrichen vergleichen läßt. Der Reaktionsverlauf wird infolge Lösungssteigerung des Kalkhydrates noch verstärkt durch Zugabe von Ammoniumchlorid, Glycerin. oder Zucker, welche drei Körper u. a. sehr gute Lösungsvermittler für Kalkhydrat sind.
  • Ähnlich wie beim Sorelzement die besten Resultate erzielt werden, wenn ein ziemlicher Überschuß an Mg0 vorhanden ist, so'hat auch im vorliegenden Falle ein Überschuß von Kalkhydrat seine großen Vorteile, indem so auf keinen Fall und zu keinen Bedingungen überschüssiges Calciumchlorid, das stark Wasser anzieht, vorhanden ist, und indem offenbar ähnlich wie beim Sorelzement in der Schichtmasse das Calciumhydrat gewisse Kerne bildet. Der Überschuß kann gut die anderthalbfache bis doppelte Menge, ja noch mehr betragen.
  • Des weiteren wurde gefunden, daß dies Verfahren merkwürdigerweise noch wesentlich verbessert werden kann, wenn man teilweise schon vorher fertig gebildetes Calciumoxychlorid anwendet.
  • Da bei solchen Reaktionen im allgemeinen keine Endzustände eintreten, sondern das Reaktionsgleichgewicht in den Anfängen oder höchstens in der Mitte der Bildung der gewünschten Reaktionskörper stehenbleibt, wird die Wirkung sonst nie so vollkommen erreicht, wie man es wünscht.
  • Setzt man aber im vorliegenden Falle der Masse schon einen Teil vorher gebildetes Oxychlorid zu, so hat man einerseits den Vorteil, daß die Filmverfestigung und die Verkittung der einzelnen Teile schneller und ausgiebiger durch das sich erst im Film bildende und kristallartig anschließende Calciumoxychlorid erreicht wird und andererseits von vornherein zur Abgabe entsprechender Komplexkerne u. dgl. genügend Calciumoxychlorid vorhanden ist.
  • Selbst bei vollständigem Ersatz des im Film zu bildenden Oxychlorides, was man ja praktisch nur in Ausnahmefällen vornehmen wird, wird die verkittende Wirkung des sich im Film bildenden Calciumoxychlorides nicht aufgehoben, da ja in diesem Falle im Anstrichmittel eine gewisse Aufspaltung des Calciumoxychlorides durch das vorhandene Wasser und eine Wiederbildung im Film stattfindet.
  • Es wurde weiter gefunden, daß ein großer technischer Fortschritt erzielt werden kann, wenn diese Massen als Pulver geliefert werden, was durchaus möglich ist. Dadurch werden enorme Mengen unnütz transportierten Wassers vermieden und teure Verpackung erspart. Dabei kann das fertig gebildete Calciumoxychlorid bzw. wasserärmere als Anhydride erkannte Verbindungen angewandt werden, zweckdienlich nach frülher Gesagtem mit einem gewissen Überschuß an Kalkhydrat. Diese verschiedenen Calciumoxychloridanhydride haben den Vorteil der leichteren Herstellung, vor allem aber den Vorzug, daß sie etwa angezogenes Wasser zunächst zur Bildung der normalen Verbindung (3 Ca(O H) 2 - Ca C12 - 12 H2 O) verwenden und dadurch nicht schmierig werden.
  • Es können aber auch ebensogut Vorstufen in einer konzentrierten Anteigung zusammengegeben werden, wenn man nur darauf achtet, daß der Prozentgehalt Calciumchlorid in dem Anteigwasser unter 20% bleibt.
  • Besonders geeignet für eine Reaktionswirkung erst im Anstrichfilm ist der gelöschte, gebrannte Dolomit, offenbar, weil hier der Magnesiumoxydanteil infolge der hohen Temperatur und der Vergesellschaftung mit dem Calcium sehr reaktionsträge ist.
  • Es wurde nun ferner gefunden, daß es vorteilhaft ist, Calciumchlorid aus Magnesiumchlorid und Kalk in der Anstrichmasse erst selbst herzustellen, was fast quantitativ geschieht, wobei man weiter dabei stark und rasch abbindendes kolloidales Magnesiumhydroxyd als Umsetzungsprodukt erhält. Dieses Magnesiumhydroxyd gibt beim Eintrocknen in den nicht kolloidalen Zustand eine starke Verkittung mit all den anderen Komponenten.
  • Da Chlormagnesium billiger ist als Chlorcalcium und jährlich in großen Mengen als Lauge in die Elbe abfließt, ist die Anwendung von Magnesiumchlorid auch wirtschaftlicher.
  • Jede Analogie vom lUauermörtel, bei dem sich zunächst im Laufe von Wochen und Monaten die Kohlensäure der Luft mit dem Kalkhydrat zu Calciumcarbonat bildet, welcher Vorgang durch Koksöfen sehr beschleunigt wird, und dann im Laufe der Jahre die Kieselsäure des Sandes an Stelle der Kohlensäure tritt und durch diesen Prozeß dann den wirklich versteinerten Mörtel schafft, gibt auch im vorliegenden Falle der Zusatz von Kohlensäureträgern, wie Ammoniumbicarbonat oder schon Kreide als Carbonatkern, eine Beschleunigung in der Dauerversteinerung. Im gleichen Sinne wirkt die Zugabe von hochaktiver Kieselsäure in der Form des Kieselsäuregels.
  • Alle diese Massen werden an sich viel porenfreier und schützender und elastischer, wenn man sie mit einer geringen Menge wasserlöslicher Weichmacher oder Kunstharz- oder Bitumenemulsionen versetzt.
  • Nicht nur wird dadurch die Masse als solche verbessert, sondern auch die Haftfestigkeit gesteigert und die vorhandene gute, feuerhemmende Wirkung noch verstärkt.

Claims (9)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung von Anstrichmassen, dadurch gekennzeichnet, daß Rohstoffgemische zur Bildung von Calciumoxychlorid (3 Ca(OH)2. Ca C12 - 12 H20) angewandt werden, dergestalt, daß man neben Farbe so viel Wasser nimmt, daß zunächst kein Oxychlorid gebildet werden kann, sondern dieses erst in der Anstrichschicht nach Verdunstung eines Teiles des Wassers entsteht.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich ganz oder teilweise vorher gebildetes Calciumoxychlorid angewandt wird. 3.
  3. Vei fahren nach Ansprüchen i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß Calciumoxychloridanhydride in Pulverform angewandt werden.
  4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dab die Zwischenerzeugnisse in Wasser konzentriert angeteigt werden.
  5. Verfahren nach Ansprüchen i bis 4, dadurch gekennzeichnet, dab an Stelle von Kalkhydrat ganz oder teilweise gebrannter, gelöschter Dolomit angewandt wird.
  6. 6. Verfahren nach Ansprüchen i bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß an Stelle von Calciumchlorid ganz oder teilweise Magnesiumchlorid angewandt wird.
  7. 7. Verfahren nach Ansprüchen i bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß ein Überschub von Kalkhydrat angewandt wird. B.
  8. Verfahren nach Ansprüchen i bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß zur Reaktionsbeschleunigung Lösungsvermittler für Calciumhydroxyd, wie Ammoniumchlorid, Zucker oder Glycerin, zugesetzt werden.
  9. 9. Verfahren nach Ansprüchen i bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß Carbonate oder basische Carbonate der Erdalkalimetalle zugesetzt werden. io. Verfahren nach Anspriüchen i bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß noch wasserlösliche Weichmacher auf Kunstharzbasis oder ölhaltige oder ölfreie Kunstharz- oder Bitumenemulsionen zugesetzt werden. i i. Verfahren nach Ansprüchen i bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß Kieselgel zugesetzt wird.
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