DE855252C - Verfahren zur Herstellung von Thiosemicarbaziden - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Thiosemicarbaziden

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DE855252C
DE855252C DER5376A DER0005376A DE855252C DE 855252 C DE855252 C DE 855252C DE R5376 A DER5376 A DE R5376A DE R0005376 A DER0005376 A DE R0005376A DE 855252 C DE855252 C DE 855252C
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xanthogenamide
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thiosemicarbazides
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Kurt F Dr Richter
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Description

  • Verfahren zur Herstellung von Thiosemicarbaziden Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von Thiosemicarbazid und in i-Stellung substituierten Thiosemicarbaziden.
  • Die Herstellung von Thiosemicarbazid war bisher rationell lediglich durch Umlagerung von Hydrazinrhodanid unter Anwendung von Wärme möglich. So wurde erst kürzlich im Industrial and Engeneering Chemistry XXXXII (1950), 1866 in einer größeren Arbeit über Hydrazin ausgeführt, daß die Reaktion zwischen Hydrazin und Thiocyanat das einzige Verfahren von Bedeutung für die Herstellung von Thiosemicarbazid ist.
  • Ebenfalls beruht das Verfahren der amerikanischen Patentschrift 2 450 4o6 auf derErhitzungvonHydrazinrhodanid (Hydrazinthiocyanat) unter Verwendung eines Lösungsmittels als Wärmeübertrager zur Erreichung einer gleichmäßigen Erhitzung. Wenn auch die Ausbeuten dieser Methode und ihrer verschiedenen Ausführungsformen nicht schlecht sind, so ist doch die Aufarbeitung des Reaktionsgemisches meist zeitraubend und nicht immer einfach.
  • Es wurde nun gefunden, daß auf sehr einfache Weise und mit ausgezeichneten Ausbeuten Thiosemicarbazid bzw. in i-Stellung substituierte Thiosemicarbazide hergestellt werden können, wenn man ein Xanthogenamid der Formel wobei X ein Alkyl-, Aryl- oder Arylalkylradikal sein kann, mit Hydrazin oder substituierten Hydrazinen spaltet.
  • Da Xanthogenamid leicht zugänglich ist (es fällt als Nebenprodukt bei der Herstellung von Thioglykolsäure aus Xanthogenessigsäure und Ammoniak an), ist damit ein neuer wirtschaftlicher Weg zur Herstellung von Thiosemicarbazid bzw. von in i-Stellung substituierten Thiosemicarbaziden gegeben. Die Spaltung des Äthylxanthogenamides mit Hydrazin verläuft nach der Gleichung Diese Reaktion ist überraschend. Daß eine derartige Verseifung des Xanthogenamides nicht vorauszusehen war, geht zum Beispiel daraus hervor, daß Twiss (Am. SOC. 49,493)eineähnlicheSpaltungdesXanthogenamides zwar versuchte, jedoch, bei der Verwendung von Ammoniak, Ammoniumrhodanid und nicht den zu erwartenden Thioharnstoff erhielt.
  • Mit einer anderen Base außer Ammoniak wurden Versuche nicht angestellt.
  • Ferner haben Roy und Ray (C. 1928 1, 4$9) aus Thiourethan und Anilin Diphenylthioharnstoff hergestellt. Auch diese Reaktion kann mit der der Erfindung nicht verglichen werden; zwar ist Thiourethan isomer mit Xanthogenamid, doch nicht identisch, und es wurden bei den Versuchen außer Anilin keine anderen Basen, also auch kein Hydrazin, verwendet.
  • Weiter ist in neuester Zeit eine Arbeit von Wangel erschienen (Arkiv Kemi 1 [19501431 bis 445, referiert in Chem. Abstr. q.¢ [195o] 6818d), die auf ähnliche.-Verbindungen hingeht. Wangel hat Xanthogenessigsäure mit Hydrazin gespalten und dabei als Spaltstück das Xanthogenhydrazid erhalten. Über eine weitere Spaltung wird nichts berichtet und eine Möglichkeit einer Darstellung von Thiosemicarbazid aus den erhaltenen Spaltstücken nicht erwähnt.
  • Endlich ist noch darauf hinzuweisen, daß Traumann (A. 249 [1888], 52) versuchte, Xanthogenamid mit sekundären Aminen zu spalten. Thioharnstoffe konnte er indessen nicht erhalten, sondern nur Harnstoffe und Mercaptane, was später durch Carrara und Spica G. (189i) 21,421 bestätigt wurde.
  • Das Vorgehen nach der Erfindung kann dadurch variiert werden, daß man das Xanthogenamid in absolut alkoholischer Lösung mit wäßrigem Hydrazinhydrat reagieren läßt oder daß man das Xanthogenamid in wäßriger-alkoholischer Lösung mit absolutem Hydrazinhydrat zur Reaktion bringt.
  • An Stelle des bisher erwähnten Äthylxanthogenamides können auch andere Alkyl-, Aryl- oder Arylalkylxanthogenamide von der allgemeinen Formel verwendet werden.
  • Statt mit Hydrazin kann die Reaktion durchgeführt werden mit substituierten Hydrazinen, bsispielsweise Methylhydrazinen, wobei in i-Stellung substituierte Thiosemicarbazide erhalten werden, welche auf diese Weise besonders leicht zugänglich wurden.
  • Hierfür eignen sich indessen nur solche Hydrazine, deren Dissoziationskonstanten nicht wesentlich kleiner sind als i X io-', d. h. deren Basizität genügend groß ist, um die gewünschte Spaltung herbeizuführen.
  • Als Lösungsmittel können an Stelle von Äthylalkohol andere Alkohole, wie Propyl, Isopropyl- oder sonst ein Alkohol, verwendet werden. Im folgenden wird die Erfindung an Hand von Ausführungsbeispielen erläutert. Beispiel i 30 g Äthylxanthogenamid werden in 40 g gewöhnlichem Alkohol gelöst und die Lösung, falls notwendig, filtriert.
  • Zu dieser Lösung gibt man 16g 99 bis ioo°/oiges Hydrazinhydrat. Man rührt gut durch und kühlt die Mischung in einem Eiswasserbade. Nach einigen Minuten beginnen sich Kristalle von Thiosemicarbazid auszuscheiden, die sich rasch vermehren. Die Mischung bleibt noch eihige Stunden sich selbst überlassen. Die Kristalle werden abgesaugt, mit kaltem Wasser gewaschen und aus heißem Wasser umkristallisiert. Beispiel 2 30 g Äthylxanthogenamid werden in absolutem Isopropylalkohol gelöst. Zu dieser Lösung gibt man unter guter Kühlung tropfenweise 32 g 5o°/oiger Hydrazinlösung. Während des Eintropfens wird gerührt. Nach einigen Minuten ist die Reaktion vollendet. Man verfährt weiter wie nach Beispiel i. Beispiel 3 Mit besonderem Vorteil läßt sich das Verfahren durchführen unter Alkalisierung der verwendeten Xanthogenamidlösung vor der Verseifung. Auf diese Weise werden die Umlagerungen im Thioamidmolekül (Austausch zwischen Sauerstoff und Schwefel gegeneinander), die stets zu einer vermehrten Bildung unerwünschter Nebenprodukte führen, fast völlig verhindert.
  • -33 g Benzylxanthogenamid werden in 50 cm3 Propanol gelöst, in welchem vorher i g festes Kaliumhydroxyd zur Auflösung gebracht werden. Die Lösung wird filtriert und dann unter Rühren und Kühlen mit io g Methylhydrazin versetzt. Nach einiger Zeit erhält man einen Kristallbrei von i-Methylthiosemicarbazid in Propanol und Benzylalkohol, der filtriert und aus Wasser umkristallisiert wird.

Claims (4)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung von Thiosemicarbaziden, gekennzeichnet durch Einwirkenlassen von Hydrazin bzw. eines einseitig substituierten, eine nicht wesentlich unter i X io '. liegende Dissoziationskonstante aufweisenden Hydrazins auf Verbindungen vom Typus wobei X ein Alkyl-, Aryl- oder Arylalkylradikal sein kann.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Umsetzung mit absoluten Hydrazinen in wäßrigem Alkohol durchgeführt wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daßdie Umsetzung in absolut alkoholischer Lösung mit wäßriger Hydrazinlösung durchgeführt wird.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch i bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Lösung des verwendeten Xanthogenamide s vor der Einwirkung derHydrazinbase durch Zugabe und Auflösen eines Alkalis alkalisiert wird.
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