DE85340C - - Google Patents

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DE85340C
DE85340C DENDAT85340D DE85340DA DE85340C DE 85340 C DE85340 C DE 85340C DE NDAT85340 D DENDAT85340 D DE NDAT85340D DE 85340D A DE85340D A DE 85340DA DE 85340 C DE85340 C DE 85340C
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alkaline
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09HPREPARATION OF GLUE OR GELATINE
    • C09H3/00Isolation of glue or gelatine from raw materials, e.g. by extracting, by heating
    • C09H3/02Purification of solutions of gelatine

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Dairy Products (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Gegenstand vorliegender Erfindung ist ein Verfahren zum Reinigen von Leim und besteht darin, dafs man dem Leim Kase'in zusetzt und dieses dann durch Neutralisiren eventuell unter gleichzeitiger Erwärmung fällt, wodurch der Leim vollständig klar, entfettet, geruch- und farblos wird.
Das zur Verwendung gelangende Kase'in kann vegetabilischen oder animalischen Ursprungs sein. Am zweckmäfsigsten, weil am billigsten, ist das aus der Milch gewonnene Kasein. Dasselbe wird in dünner Kalkmilch aufgelöst und dem aus dem Kessel kommenden Leim im ungefähren Verhältnifs von 1: 1000 Gewichtstheilen zugesetzt. Unter stetem Umrühren der Mischung wird das Reinigungsmittel durch Erhitzen der Mischung oder durch Säurezusatz . oder durch Lab zum Gerinnen gebracht, wobei es die Unreinigkeiten, welche bei dem gewöhnlichen Herstellungsverfahren von Leim abgeschöpft werden müssen, in sich aufnimmt. Das Gerinnsel wird sodann von der Leimlösung dadurch getrennt, dafs man es absitzen läfst oder es durch Filtriren oder Centrifugiren entfernt.
Der auf diese einfache und billige Weise vollständig gereinigte Leim kann dann in gewöhnlicher Weise weiter behandelt und eventuell noch gebleicht oder gefärbt werden.
Für die Behandlung mancher Leimsorten ist es rathsam, dem Kasei'n Albumin (am zweckmäfsigsten das aus Blut gewonnene) zuzusetzen, und zwar je nach Bedarf bis zu 50 pCt. Die Nothwendigkeit hierzu ergiebt sich aus dem gröfseren oder geringeren Eiweifsgehalt der Leim- oder Kaseinlösung. Das erforderliche Zusatzverhältnifs wird durch Ausprobiren leicht gefunden, indem man zuerst die Kase'inlösung zusetzt und dann so lange Albumin zugieb't, bis der gewünschte Effect eintritt. Das einmal versuchsweise festgestellte Mengenverhältnifs kann dann für alle weiteren Processe dienen, so lange sich der Eiweifsgehalt des angewendeten Kaseins oder der Leimlösung nicht ändert.
Da der Leim sowohl alkalisch, als neutral oder sauer Verwendung findet, hat man in den entsprechenden Fällen auch eine alkalische, neutrale oder sauere Kase'inlösung zur Anwendung zu bringen.
Zur Ansäuerung der Kasemlösung benutzt man am besten Phosphorsäure. Wenn sich infolge dessen unlöslicher, phosphorsaurer Kalk bildet, so wird derselbe durch das Gerinnsel mit entfernt.
Eine alkalische Kasemlösung gerinnt durch Zusatz von Käselab oder durch Ueberführung in neutralen oder etwas saueren Zustand, eine sauere Kasemlösung dadurch, dafs sie sehr sauer gemacht oder in neutralen oder etwas alkalischen Zustand übergeführt wird.
Das Kase'in kann direct nach seiner Gewinnung, aus der Milch beispielsweise, oder als getrocknetes Kase'in zur Verwendung kommen, welches sich bekanntlich bei Gegenwart eines Alkalis löst. Diesem Kase'in kann auch Albumin schon im Voraus zugesetzt sein.
Die Ausführung des Verfahrens geht zweckmäfsig in folgender Weise vor sich:
Animalisches Kase'in wird , mit verdünntem Kalkwasser in Lösung gebracht, wobei der Kalk etwas unter 5 pCt. des Gewichtes des Kase'ins beträgt.

Claims (1)

  1. Vegetabilisches Kasein wird aus den betreffenden. Pflanzen durch eine verdünnte Lösung von Aetznatron ausgezogen.
    Beide Lösungen von Kasein sind sonach alkalisch und müssen, je nachdem es der alkalische, neutrale oder sauere Zustand des Leims erfordert, in geeigneter Weise neutralisirt werden. Zum Ansäuern ist eine Säure zu nehmen, deren Salz für das Endproduct unschädlich ist.
    Zum Klären werden die Kasei'n - und die Leimlösung im ungefähren Verhältnifs ι : iooo zusammengegeben; die Mischung wird sodann neutralisirt.
    Das Kasein verbindet sich nun mit den Unreinigkeiten im Leim und scheidet sie aus, was durch Erwärmen befördert werden kann. Hierzu wird zweckmäfsig ein Trog angewendet, dessen Boden mit Dampfschlangenrohren versehen ist. Nach Beendigung der Ausscheidung wird die Flüssigkeit filtrlrt.
    Der bei dem vorstehend angegebenen Verfahren erhaltene, alle Unreinigkeiten des Leims enthaltende Niederschlag findet direct, wie er erhalten wird, oder getrocknet Verwendung als vorzügliches Düngmittel.
    Gegenüber den bisher zur Anwendung gelangenden Reinigungsverfahren mittels Eiweifs oder - Alaun hat das vorliegende den grofsen Vortheil, dafs es viel weniger kostspielig und dabei zugleich viel zuverlässiger ist.
    Die Anwendung von. Eiweifs allein verhindert auch trotz sorgfältigen Filtrirens nicht, dafs der Leim schaumig bleibt, und bei der Anwendung von Alaun ist es nicht möglich, alles Salz und alle Säure wieder zu entfernen.
    Pa ten τ-Anspruch:
    Verfahren zum Reinigen von Leim, dadurch gekennzeichnet, dafs man der aus dem Kessel kommenden Leimlösung eine eventuell albuminhaltige Lösung von Kasein zusetzt und diese, unter fleifsigem Umrühren des Gemisches, durch Neutralisiren eventuell unter gleichzeitigem Erhitzen zum Gerinnen bringt.
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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP0154127A3 (en) * 1981-05-15 1986-11-26 National Research Development Corporation Crop engaging devices, apparatus and methods

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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