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Litze, insbesondere Schnürriemen und Verfahren zu seiner Herstellung
Die Erfindung bezieht sich auf einen aus einem Textilschlauch bestehenden Schnürriemen
mit durch Einlagen aus thermoplastischem Kunststoff versteiften Spitzen.
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Aus Textilschläuchen, insbesondere Schlauchgeflecht, hergestellte
Schnürriemen haben die unangenehme Eigenschaft, daß sich an den Schnittstellen,
d. h. an den Schnürriemenenden, die miteinander verflochtenen Fäden lockern und
ausfransen, so daß der Schnürriemen seinen Zusammenhang verliert. Man hat deshalb
die Spitzen von Schnürriemen bereits durch herumgelegte Metall-oder Celluloidplättchen
verfestigt. Metallplättchen sind hierzu wenig geeignet, da sie scharfe Kanten haben
und korrodieren. Ein fester Sitz dieser Metallspitzen ist zudem nicht zu erreichen.
Umpreßte Celluloidplättchen haften zwar besser, sind aber leicht brennbar und benötigen
zu ihrer Verarbeitung den Zusatz eines gleichfalls leicht brennbaren Lösungsmittels.
Außerdem sind die so gebildeten Schnürriemenspitzen ebenso wie die aus Metall zu
hart, da Celluloid nicht in weicher Einstellung erzeugt werden kann.
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Man hat bereits versucht, diese Mängel dadurch zu vermeiden, daß man
thermoplastische Kunststoffplättchen in weichen Einstellungen um die Schnürsenkelenden
herumgepreßt hat. Dabei müssen jedoch die Verarbeitungstemperaturen recht hoch gewählt
werden, so daß der Kunststoff sich nur zum Teil mit dem Textilschlauch verbindet,
zum großen Teil
jedoch an der Preßform haften bleibt, wo er sich
durch die große Hitze zersetzt.
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Zur Vermeidung dieser Nachteile ist man dazu übergegangen, einen Abschnitt
eines Kunststoffstranges in den Schnürriemen einzuführen. Ein voller Erfolg ist
jedoch auch mit dieserLösung nicht erzielbar. Die als Vollstrang ausgebildete Kunststoffeinlage
führt zu einer so erheblichen Versteifung des Schnürriemens, daß seine Brauchbarkeit
in Frage gestellt ist. Ein Vollstrang enthält zudem so viel Werkstoff, daß er sich
gewichtsmäßig unangenehm bemerkbar macht. Schließlich ist die Versteifung in der
Kälte bei einem Vollstrang besonders fühlbar.
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Die Erfindung vermeidet alle diese Nachteile im wesentlichen dadurch,
daß die Schnürriemeneinlage aus einem Hohlschlauch aus thermoplastischem Kunststoff
besteht. Dabei kann sich die Einlage durch die ganze Länge des Schnürriemens hindurch
erstrecken. Thermoplastischer Kunststoff kann zunächst einmal in weicher Einstellung
erzeugt werden. Durch das Einlegen in den Textilschlauch werden die oben geschilderten
Nachteile des Anbackens an die Preßform vermieden. Die Schlauchform der Einlage
bietet bei erheblicher Werkstoffersparnis den Vorteil einer guten Biegsamkeit auch
bei tiefen Temperaturen. Der Durchmesser der hohlen Einlage kann bei gegebenem Gewicht
größer gewählt werden als der des Vollstranges, wodurch der Schnürriemen ein besonders
volles Aussehen erhält. Durch Pressen, Quetschen oder thermoplastische Verformung
kann überdies dem zunächst meist runden Hohlschlauch jeder gewünschte Querschnitt
gegeben werden, also beispielsweise ein flachrunder oder auch flacher Querschnitt.
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Für technische Zwecke sind zwar bereits Kunststoffschläuche mit einer
Umhüllung, aus einem Textilschlauch bekanntgeworden. Hier hat der Textilschlauch
jedoch die Aufgabe, die Druckfestigkeit oder Wasserbeständigkeit des Kunststoffschlauches
zu erhöhen, weshalb der Textilschlauch auf seiner ganzen Länge innig mit der Textilumhüllung
verbunden, nämlich verklebt ist.
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Demgegenüber ist bei dem erfindungsgemäßen Schnürriemen die Schlaucheinlage
nur an den Spitzen mi-t dem Textilschlauch verbunden.
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Die Herstellung von Schnürriemen mit durchlaufender Schlaucheinlage
kann in der Weise erfolgen, daß Textilschlauch und Einlage in regelmäßigen, der
Länge der zum Gebrauch bestimmten Teilstücke entsprechenden Abständen miteinander
verbunden und die Verbindungsstellen etwa in deren Mitte zerschnitten werden.
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Bei der erfindungsgemäßen Ausbildung des Schnürriemens, insbesondere
an den Verbindungsstellen des Textilschlauches mit der Kunststoffeinlage, wird bei
ausreichender Erwärmung die Kunststoffmasse so weich, daß sie bereits unter nicht
allzu hohem Druck in die Textilfäden eindringt und sich fest mit ihnen verbindet,
ohne aber auf der Außenseite auszutreten. Der Druck kann dann so mäßig gehalten
werden, daß die Hohlschlauchform auch an den Verbindungsstellen erhalten bleibt.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand in mehreren Ausführungen beispielsweise
dargestellt. Und zwar zeigt Fig. i einen Schnürriemen nach der ersten Ausführung
im Längsschnitt, Fig. 2 einen Längsschnitt durch eine zweite Ausführungsform des
Schnürriemens und Fig. 3 eine den Fig. i und 2 entsprechende Darstellung eines dritten
Ausführungsbeispiels.
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Mit 4 ist der den eigentlichen Schnürriemen bildende Textilschlauch
bezeichnet. Bei dem ersten Ausführungsbeispiel zieht sich die aus einemthermoplastischen
Kunststoff bestehende, als Schlauch ausgebildete Einlage 5 durch den ganzen Senkel
hindurch, während die Einlage 5' im zweiten Beispiel (Fig.2) nur an den Spitzen
vorgesehen ist. Im letzten Ausführungsbeispiel (Fig. 3) ist die Einlage 5", um einerseits
eine wesentliche Einsparung an Werkstoff und anderseits eine gute und lange Führung
des Schnürsenkelendes zu erzielen, an den Spitzen befestigt, ragt aber noch um einen
gewissen Betrag, der etwa einer weiteren Spitzenlänge entspricht, in das Textilgeflecht
hinein.
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Wie bereits erwähnt, sind die dargestellten Ausführungsformen nur
beispielsweise Verwirklichungen der Erfindung und diese nicht darauf beschränkt,
vielmehr sind noch mancherlei andere Ausführungen und Anwendungen möglich, So eignet
sich der erfindungsgemäß versteifte Textilschlauch nicht nur für Schnürriemen, sondern
auch für alle anderen Arten von Litzen, bei denen eine gewisse Versteifung erwünscht
ist, also namentlich für Durchzuglitzen od. dgl. Hierbei bietet die erfindungsgemäße
Ausbildung ebenfalls den Vorteil einer großen Bieg- und Schmiegsamkeit, die mit
Vollsträngen nicht erzielt werden kann. Der Textilschlauch braucht nicht geflochten
zu sein, er könnte auch nach anderen Herstellungsverfahren erzeugt sein, beispielsweise
durch Weben od. dgl.