DE845488C - Verfahren zur Herstellung von Glyzerin durch Gaerung - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Glyzerin durch Gaerung

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DE845488C
DE845488C DEP3410A DEP0003410A DE845488C DE 845488 C DE845488 C DE 845488C DE P3410 A DEP3410 A DE P3410A DE P0003410 A DEP0003410 A DE P0003410A DE 845488 C DE845488 C DE 845488C
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alcohol
alkaline earth
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DEP3410A
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Robert Alan Walmesley
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Imperial Chemical Industries Ltd
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Imperial Chemical Industries Ltd
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C12BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
    • C12PFERMENTATION OR ENZYME-USING PROCESSES TO SYNTHESISE A DESIRED CHEMICAL COMPOUND OR COMPOSITION OR TO SEPARATE OPTICAL ISOMERS FROM A RACEMIC MIXTURE
    • C12P7/00Preparation of oxygen-containing organic compounds
    • C12P7/02Preparation of oxygen-containing organic compounds containing a hydroxy group
    • C12P7/04Preparation of oxygen-containing organic compounds containing a hydroxy group acyclic
    • C12P7/18Preparation of oxygen-containing organic compounds containing a hydroxy group acyclic polyhydric
    • C12P7/20Glycerol

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Description

  • Verfahren zur Herstellung von Glyzerin durch Gärung Die l,rfinduil#,- bezieht sich auf die Gewinnung voll Glycerin, welch-es bei der Vergärung von kohlehydrathaltigen Stoffen entsteht und insbesondere auf die Gewinnung von Glycerin aus den in Gä- rungsbetrieben. anfallenden Schlempen, welche zurückbleiben, nachdem der Alkohol und andere flüchtige Produkte abdestilliert worden sind. je nach der Natur des vergorenen Stoffes kann sich die Zusammensetzung dür Schlempe beträchtlich än-(lern, jedoch enthält diese in allen Fällen einen großen Anteil an nicht flüchtigen organischen Stoffen in bezug auf die Menge des Glycerins. Unter den Stoffen, die gewöhnlich in diesen Schlempen zugegen sind, befinden sich Gummistoffe und andere kolloidale Stoffe, nicht vergorene und nicht vergärbare Kohlehydrate, stickstoffhaltige Stoffe-und Salze, die Kaliumcarbonat, Magnesium- und Calciumsalze enthalten. Bei #dien Schlempen, die bei Stoffen zurückbleiben, welche'unter sauren Bedingungen vergoren werden und die im folgenden als saure Schlempen bezeichnet werden" enthalten die Verunreinigungen auch einen 'hohen Anteil an wasserlöslichen freien organischen Säuren., wie Essigsäure, Weinsäure, Buttersäure, Apfelsäure und Bernsteinsäure in bezug auf die Menige des Glycerins. Durch die Gegenwart dieser verschiedenen Stoffe wird :die Gewinnung des Glycerins schwierig und umständlidh.
  • Es wurde schon verschiedentlich versucht, die ,Gewinnung des Glycerins dadurch zu unterstützen, daß die eingedanipfte Schlempe mit e#inem flüch-Ligen Lösungsmittel extrahiert und das LÖsungsmittel abgetrennt, bevor es zwecks Gewinnung des Glvcerins destilliert wird. Insbesondere wurde versucht, alkoholische Lösungsmittel für diesen Zweck zu verwenden, jedoch haben sich die erzielteil Ergebnisse im ganzen als unbefriedigend herausgestellt.
  • Gemäß der Erfindung wird nunimehr ein verbessertes Verfahren zuir Gewinnung von Glycerin ans den in Gärungsbetrieben anfallenden Schlempen vorgeschlagen, und zwar wird hierbei in der Weise vorgegangen, daß die eiligedampfte Schlempe in an sich bekannter Weise mit einein Oxyd oder Hydroxyd eines Erdalkalimetalls gemischt wird und darauf der erhaltenen Mischung ein aliphatisclier einwürtiger Alkohol, der mit Wasser in allen Verhältnissen miscbbar ist, zugesetzt wird, worauf die alkoholische Glycerinlösung abgetrennt und daraus das Glycerin in bekannter Weise gewonnen wird.
  • In verschiedenen Verfahren, die zur Gewinnung von Glycerin aus Schtempen vorgeschlagen wurden, wurde angegeben, das Materigl einer beso-nderen Behandlung zu unterwerfen, indem nacheinander anorganische Fälltingsmittel zugegeben wurden, von denen jedes auf eine besondere Art der vorhandenen Verunreinigungen einwirkt, worauf die ausgefällten festen Stoffe durch ein- oder mehrmaliges Filtrieren von der Flüssigkeit abgeschieden wurden und dann eine Konzentrierung der Flüssigkeit erfolgte. Dann kam eine Extraktion des Glycerins mit Hilfe eines Lösungsmittels, beispi,elsweise Alkohol, aus der so erhaltenen teilweise ,gereinigten Lösung. Keines dieser Verfahren ist jedoch frei von beträchtlichen technischen Nachteilen gewesen, die beispielsweise auf die beim Ab-Illtrieren der Niederschläge auftretenden Schwierigkeiten zurückzuführen sind und auf die Zeit-(lauer, die für die verschiedenen Behandlungen erforderlich ist, wobei der geringe Erfolg, der durch die Reinigungen erzielt wird, in keinem Verhältnis stellt zu den Umständen, die hierbei überwunden werden müssen.
  • In der französischen Pat-entschrift 344035 ist ein Verfahren zur Gewinnung von Glycerin aus Weinrückständen oder vergorenen Mülassen vorgeschlagen, das darin besteht, daß das zunächst soweit wie möglich neutralisierte Material konzentriert wird, worauf das Konzentrat abgekühlt wird, die sichhierbei in Form von Kristall-en abscheidenden Salze abgetrennt werden, worauf die entstehende viskose Flüssigkeit in einer mechanischen Mühle mit etwa dem i- bis il/4facheii ihres Gewichts an halbgelöschtem Kalk oder einer Mischtinig von Kalk oder Calciumsulfat., Kreide, oder Infusorienerde versetzt wird, und zwar mit einer solchen Menge, die ausreichend ist, um ein granuliertes Produkt zu ergeben, das weder pechartig noch leicht verreiblich ist. Das Glycerin wird dann aus der sich ergebenden granulierten körnigen Masse durch Extraktion im Gegenstrorn in einer Batterie von Extraktoren mit hochprozentigem Al-1,:ohol behandelt, insbesondere mit Alkohol voll mindestens 95 bis 9604, und der Alkohol wird dann vom Extrakt abdestilliert. In der genannten Patentschrift ist an:gegehen, daß das so erhaltene konzentrierte Glycerin voll guter Qualität ist und nach "v'erdampfun,g und Filtration durch Tierkohle in gleichür Weise wie (las aus Fetten gewonnene Glycerin gereinigt werden kann. Es ist weiterhin angegeben, daß der sich bei der Alkoholextraktion ergebende Rückstand nach (lern Abblasen des 'Al- kohols mit Hilfe voll !heißer Luft oder trockenen Kalkbrennofengasen ein, trockenes körniges Produkt ist, welches als Düngemittel verwendet werden kann. Dieses Verfahren weist eine Anzahl von Umständlichkeitcli und Schwierigkeiten auf, und zwar einen höhen Verbrauch -all festem pulverisiertem Kalk oder Kalkinischung, die mühselige und unwirtschaftliche J--,xtraktion des Glycerins aus der granulierten Mischung, die kostspielige erforderliche Apparatur, welche zur Durcbführung des Verfahrens erfordürlich ist, wobei auch noch die mechanischen Schwierigkeiten der Handhabung der Masse und der Abscheidung voni den auskristallisierten Salzen hinzukommen und wobei endlich ein Rückstand entstellt, der soweit wie möglieli konzentriert worden ist und der nach der Abkühlung außerordentlich viskos ist. Ein weiterer Nachteil ist darin zu erblicken, daß besondere Voraussetzfungen getroffen werden müssen, um die körnige Struktur des zu extrahierenden festen, Stoffs aufrechtzuerhalten und weitere, um eine Verdünnung dies angewandten hochkonzentrierten Alkohols zu vermeiden.
  • Es wurde nun gefunden, daß ein leicht zu verarbeitender fester Extraktionsrückstand ohne die in dem vorangehenden Absatz beschriebenen Nachteile erhalten werden kann un#d eine einfache Reinigung des Glycerins durch ein Verfahren, erfolgen kann, bei dem ein Teil der Reinigung des Glycerins, welches in dem Fermentationsrückstand enthalten ist, mit Hilfe von Kalk und einem Alkohol der gesättigten alipliatischen einwertigen Reibt erfolgen kann, der mit Wasser in allen Verhältnissen mischbar ist.
  • Insbesondere wurde gefunden, daß, wenn eine flüssige üingedampfte Schlempe von geeignetem beschränktem Wassergehalt mit einem Erdalkalimaterial in genügend-er Menge behandelt wird, um eine breiartige Masse zu bilden, welche einen ungelösten Überschuß all Erdalkalimetallhydroxyd enthält, die jedoch unzureichend ist, um eine steife Paste zu bilden und in die entstehende cremeartige Masse ein Alkohol der gesättigten aliphatischen einwertigen Reihen, der mit Wasser in allen Verhältnissen mischbar ist, eingeführt wird, der größte Teil der Verunreinigungen in Form ihrer Erdalkalimetallverbindungen. in, fester und leicht abtrennbarer Form ausgefällt werden kann, selbst wenn diese in hohem 'Maße in Wasser löslich sind und so ein alkoholischer Extrakt entsteht, der verhältnismäßig reich an Glycerin und arm an Verunreinigungen ist, ans dein mit guter Ausbeute leicht reines Glycerin hergestellt werden kann.
  • Beim Verfahren genläß (ler Frfindung wird die Schltnipe so weit eingedanipft. daß ihr Wassergehalt nach der Hinzufügung des Alkohols und der Erdalkaliverbindung geringer ist als die Summe aus dem Glyceringehalt und dem Gehalt der übrigen nic-lit flüchtigen gelösten Stoffe. Dabei wird eitle solche -Nfeitge all Erdalkalinletallverbindung zugegeben, daß eilte breiige Masse erhalten wird, und eitle solche, M.erige Alkohol zugegeben, daß der größte Teil der in Wasser gelösten Stoffe ausgefällt wird.
  • Bei der Durchführung des Verfahrens gemäß der Erfindung, ist es zweckmäßig, als mit Wasser mischbaren i#ik4iol Ätlivlalkohol zu verweriden, beispielsweise Indtistrieajkohol, insbesondere methylierten Spiritus oder gereinigten, Spiritus, je- doch können aber auch Alkohole der gesättigten alipliatischen einwertigen Reihe, die mit Wasser in allen Verhältnissen rnischbar sind, oder Mischlingen derselben, angewandt werden. Da es aus wirtschaftlichen Gründen zweckmäßig ist, Alkohol zu verwenden, der einen gewissen Wassergelialt aufweist, gegenüber dem wasserfreien Material, (l. li. go bis 94prozentigen Alkohol, ist es im allg#cineitieti zweckmäßig, den Wassergehalt der eingedanipften Schlempe auf etwa 40 `VO oder weniger zu veringlerii, bevor der Alkohol zugesetzt wird. Es ist jedoch nicht notwendig, so viel Wasser zu Verdampfen, daß beim Abkühlen Salze auskristallisieren, und es ist auch unzweckmäßig, die Flüssigkeit auf eitle solche Temperatur abkühlen zu lassen, da sie hierdurch zu stark- viskos wird. Es ist zweckmäßig, das Konzentrat bei einer Ternperatur von 4o bis 8o' zu verarbeiten, um es in einer möglichst flüssigen Form zu erhalten, und der nach dür IiiitizufügUng des Kalkes erhaltene Brei wird auch bei dieser Temperatur gehalten, bei der er in fließeitder Form vorliegt, so lange., bis mit der alkoholischen Extraktion begonnen wird.
  • Als Erdalkalimetallverbindung kann ein Erdalkalimetalloxyd oder -:hydroxyd verwendet werden, Calcitimoxy(1 oder Calciurnlhyd-roxyd, kann beispiels-,veise in Form von Ätzkalk oder gebranntem Kalk verwendet werden. Das Erdalkalimaterial und der Alkohol werden zweckmäßig mit dern mehr oder weniger viskosen flüssigen Konzentrat der Schlempe mechanisch gemischt, und die Mischung kann malt sich absetzen lassen, so daß der alkoholische Extrakt abdekarrtiert oder in anderer Weise von (lern festen Rückstand abgetrennt "verden kariii, der durch den Zusatz des Alkohols ausfällt. Die Ver-,vendung von Erdalkalioxyden ist häufig besonders vorteilhaft, da durch ihre wasserentziehende Wirkung der Wassergehalt der Masse um einen weiteren Betrag verringert wird, was sonst mir durch Konzentrierung der Schlernpe allein möglich wäre. Die Menge an Er-dialkalimaterial, welche je Teil Glycerin erforderlich ist, ist unterschiedlich, Jedoch muß einegenügende Menge vorliegen, um einen un.gelösten Überschuß all Erdalkalili#,drox%,(l züi haben, jedoch darf nicht so viel zugegeik-11 (laß eine steife Paste entstellt. Die Anzahl von Mol Erdalkalimaterial, welche je Mol Glycerin zugesetzt -%-"erden muß, bevor ein tillgeli#Ster ('71>ersclitil.# \-orliegt, hängt in hohem ,Maße von der Art und der Menge der jeweils vorhandenen Verunreinigungen ab. Häufig ist es ausreichend, i' Mol Erdalkalimaterial je -.%lol Glyceriiizu verwenden, jedoch ist öfter eine größere Menge Erdalk-alimat-erial wünschenswert oder notwendig.
  • Obwohl befriedigende Ergebnisse erzielt werden, vorausgesetzt, daß der Wassergehalt der Extraktionsmischunig nicht mehr ausmacht als das vereinigte Gewicht des Glycerins und der nicht flüchtigen Verunreinigungen, kann der Wassergehalt vorteilhafterNveise beträchtlich geringer sein als dieser Betrag Der feste Rückstand, von dem der üb-erstehende alkoholische Extrakt entfernt worden ist, wird zweckmäßig mit einer weiteren Alkobolmetige gewas,clien, und geNvülltschtenfalls kann, die Wasch-und Fl-il]lWli.a#n:cliunig im Gegenstrom durch#geführt werden, wobei der Alkohol zum Waschen des festen Rückstandes eines Ansatzes verwendet wird, aus dem der Hauptalkoholextrakt zwecks Ausfällung der wasserlöslichen Erdalkaliverbindungen in der nächsten Stufe entfernt worden ist. Für diese Behandlung können einfache Mischapparaturen verwendet werden. Gewöhnlich ist es wünsch#ertswert, daß die Glycerinkonzentration indem alkoholischen E_xtrakt etwa 7 bis 15 0/0 beträgt.
  • Der -"ewasche#ne Rückstand besteht aus einem el nicht hygroskopischen körnigen Feststoff, der bei der Erwärmung nicht klebrig wird und der beispielsweise durch Erwärmen in einem umlaufenden Trockner getrocknet wer#d#n kann. Er kann als Düngemittel oder als Ausgangsstoff zur Gewinmilig von Kaliumsalzün verwendet werden. Der abgedampfte Alkohol kann wiedergewonnen werden.
  • Bei der Verd-ampfung des Alkohols von dein allzdholischen Extrakt wird ein rohes wäßriges Glycerin erhalten, welches noch eine gewisse Menge von Verunreini-gungen enthält und das durch weitere Verdampfung des Wassers konzentriert werden kann. Der Alkohol kann gereinigt werden. Das Glycerinkonzen-trat wird zweckmäßig weiter gereinigt, beispielsweise durclh Zugabe einer im wesentlichen mit Wasser nicht mischbaren" flüchtigen organischen Stickstoffbase, beispielsweise Anilin, Abscheidung des sich ergebenden Extraktes von der wäßrigen Schicht und Gewinnung des Glycerin#s aus dem Extrakt durch weitere Extraktion mit Wasser, wie beispielsweise in der britischen Patentschrift 515 831 beschrieben. Ein be- sonderer Vorte#il des Verfahrens gemäß der Erfindung liegt darin, daß der Reinheitsgrad des bei der Verdampfung des alkoholisdhen Extrakts entstehenden roben Glycerins höher ist, als wenn eine einfache alkoholische Extraktion der eingedampften Schlempe in der bekannten Weise durchgeführt wird. Hieratis ergibt sich, daß die Menfge der im wesentlichen mit Wasser nicht mischbaren, flüchtigen Stickstoffhase, welche für die weitere Reinigung einer gewissen Menge Glvc-erin erforderlich ist, beträchtlich verrintgert werden karitti. Es können jedoch aueli andere Reinigungsverfahren angewandt werden. So kann, beispielsweise das aus (lern alkoholischen Extrakt erhaltene Glycerinkonzentrat mit einem Überschuß an Natriumcarbonat behandelt werden, um die in ihm enthaltenen löslichen Erdalkalimetallsalze auszufällen, worauf dann eine Dampfdestillation im Vakuum erfolgt.
  • In dem folgen-den Beispiel ist eine Ausführungsform der Erfindung angegeben, worauf diese je- doch nicht beschränkt ist. Die Teile sind Gewichtsteile. Be i s p i el Die zu verarbeitende Masse besteht aus einer etitalkoholisierten Schlempe, welche bei der Ver-CY -,.,ärung von Melasse in einem sauren Medium ent steht. Diese wird durch Verdampfung konzentriert, bis Sie 12,5 % Glycerin, 47,5 % nicht flüchtige Verunreinigungen und 40 0/0 Wasser enthält. ioo Teile dieses Konzentrats werden bei 5o' in einer Mühle, wie sie üblicherweise zum Homogenisieren von Emulsionen verwendet wird, mit io Teilen Calciumoxyd mechaniseh gemischt. Die dabei -entstehende dicke breiartige Masse wird dann mit 150 Teilen kaltem konzentriertem, wasserhaltigem Äthylalkohol gemischt. Der für diesen Zweck angewandte Äthylalkohol ist schon für die -erste Waschung des ausgefällten festen Stoffes eines früher verarbeiteten Ansatzes verwendet worden, und diese Alkoholmenge reicht aus, um etwas mehr als go% der Gesamtgewichtsmenge auszufällen, welche durch Zugabe von Alkohol der angewandten Konzentration ausgefällt werden kann. Der ausge.fällte feste Anteil wird sich absetzen gelassen und durch Dekantieren abgeschieden. Der Rückstand wird mit weiteren i5o Teilen konzentriertem wasserhaltigem Alkohol gewaschen, der schon für eine. zweite Waschung des ausgefällten Rückstandes in einem vorher behandelten Ansatz verwendet worden ist, und die Flüssigkeiten werden erneut abdekantiert. Der ausgefällte Rückstand wird ein drittes Mal mit i5o Teilen Äthyalkohol gewaschen, und das für diese Waschbehandlung verwendete Material besteht aus frisch gereinigtem, 94prozentigern Spiritus. Auf diese Weise werden bei aufeinandeerfolgenden Behandlungsgängen 15o Teile 94Prozentigen Äthylalkohols für jede Menge von ioo Teilen konzentriertem Destillationsrückstand geliefert. Das Lösungsmittel wird von dem Extrakt, der die größte Glycerinmenge enthält, abdestilliert, und das Destillat wird dann gereinigt. Die rohe Rückstandsglycerinlösung wird durch Verdampfen konzentriert, bis sie im wesentlichen wasserfrei ist. Der nicht wäßrige Anteil enthält etwa go% des Glycerins, das bei der Gärung gebildet worden ist, und enthält etwa 70% Glycerin, io% organischen Rückstand, der bei 16o' nicht flüchtig ist und 20% Asche. Dies-er Anteil wird mit dem 5- bis iofachen seines Gewichts an ,Nnilin gemischt, und die Mischung wird unter solchen Bedingungen erwärmt, daß eine Abschei,dung des Wassers in Form von Wasserdampf erfolgen kann, d. li. die Erwärmung erfolgt auf eine Temperatur von ioo bis 1451. Der entstehende Änili,nextrakt wird durch Dekantieren abgeschieden, gekühlt und im Gegenstroni mit seiner halben Ge- wichtsmenge an kaltem Wasser gewaschen. Die entstehende . wäßrige Lösung von. Glycerin wird durch Abdampfen konzentriert und ergibt Glycerin mit einer Reinheit von 95 %, die im Vakuum mit ein-er Ausbeute von go bis 95 % von gereinigtem Glycerin destilliert werden kann. Die Ge#amtausbeute an gereinigtem Glyc-erin beträgt -etwa 70 % des in der Schlempe enthaltenen Glycerins.
  • Von den Vorteilen, welche durch das den Gegenstand der Erfindung bildende Verfahren erzielt werden, seien besonders genannt, die leichte niecbanische Durchführbarkeit des Verfahrens, welche insbesondere durch die Tatsache gegeben ist, daß die Schlempe- nicht gereinigt zu werden braucht, bevor die Extraktion mit dem Alkohol erfolgt, mit Ausnahme der Behandlung mit dem Erdalkalimaterial, und durch die Tatsache, daß bis nach der Einführung des Alkohols das behandelte Material in flüssiger Konsistenz vorliegt, während der Rückstand der alkoholischen Behandlung in Form eines pulverigen festen Sto'ffes erhalten wird. Ein weiterer Vorteil des Verfahrens gemäß der Erfindung liegt in der Billigkeit der Durchführung des Verfahrens und in dem geringen Verbrauch an erforderlichen Reagenzien. So kann beispielsweise methylierter oder gereinigter Spiritus als in das Verfa!hren einzuführender Alkohol verwendet werden.
  • Das den Gegenstand der Erfindung bildende Verfahren ist anwendbar auf die Schlempen, welche bei der Vergärung vieler Kohl,e#liydrate außer Melasse, beispielsweise robem Rohrzucker, Rübenmelasse, Fruchtmaischen oder Malztreber ents tehen.
  • Obwohl in obigem die Erfindung hauptsächlich mit Bezug auf die Gewinnung von Glycerin aus sauren Schlempen beschrieben worden ist, kann sie auch vorteilhaft zur Gewinnung von Glycerin aus Schlempen aus aaderen Fermentierungsverfahren verwendet werden, bei denen Glycerin entsteht, beispielsweise bei solchen, bei denen die Vergärung des Kohlehydrats in Gegenwart von neutralen oder alkalischen Sulfiten, Alkalicarbonaten oder Ammoniumcarbonat durchgeführt wird. Derartige Schlernpen reagieren bereits alkalisch oder neutral, jedoch ist es auch dann noch erforderlich, das Schlempenkonzentrat durch Zusatz des Erdalkalimaterials in eine breiartige Masse überzuführen, um die organischen Verunreinigungen in ihre Erdalkaliverbindungen Überzuführen, bevor die Behandlung mit dem Alkohol erfolgt, durch die die löslichen Erdalkaliverbindungen aus-gefällt werden und das Glycerin extrahiert wird.

Claims (2)

  1. P A T E NT ANS PI', CC 11 l: i. Verfahren zur Gewinnung von Glycerin aus in Gärungsbetrieben anfallenden Schlem-. pen, wobei die eingedampfte Scbleinpe mit einem Oxyd oder Hydroxyd eines Erdalkalimetalls gemischt und darauf der erhaltenen Mischung ein aliphatischereinwertiger Alkohol, der mit Wasser in all-en Verhältnissen mischbar ist, zugesetzt wird, worauf die alkoholische Glycerinlösung unter Zurücklassung eines festen Rückstands abgetrennt und daraus das Glycerin in bekannter Weise gewonnen wird, dadurch gekennzeichnet, daß die S(2hIempe so weit eingedampft wird, daß ihr Wassergehalt nach der Hinzufügung des Alkohols und der Erdalkali-\-erbindung geringer ist als die Summe aus dem Glyceringehalt und dem Gehalt der übrigen nicht flüchtigen gelösten Stoffe, und daß eine solche Menge, an Erdalkalimetalherbindung zug en wird, daß eine breiartige Masse er gegeli 'halten und eine solche Mengle Alkohol zugegeben wird, daß der größte Teil der in Wasser gelösten Stoffe ausgefällt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, da-durch ge- kennzeichnet, daß als Erdalkaliverbindung Calciumoxyd oder Calciumhydroxyd verwendet wird. 3. Verfahren nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der feste Rückstand mit dem mit Wasser mischbaren Alkohol im Gegenstrom extr#ähiert wird und der zum Waschen des festen Rückstands dienende Alkohol zum Ausfällen der wasserlöslichen Erdalkali-#-,erbindungen aus der breiartigien Masse verwendet wird. 4. Verfahren nach Anspruch i bis 3, dadurch ,gekennzeichnet, daß eine saure Schlempe oder eine aus Melasse stammende SchIctmpe verwendet wird. 5. Verfahren nach Anspruch i bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der angewandte Alkohol aus Äthylalkohol besteht, und dieser vorzugsweise in Form von go bis 94%igem Industriealkohol gebraucht wird. 6. Verfahren nach Anspruch I bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Wassergehalt der g Schtempe auf etwa 400/0 oder darunter verringert wird, bevor die Zugabe des Alkohols erfolgt. 7. \,erfahren nach Anspruch i bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Schlempe bei einer Temperatur von 40 bis 80' verarbeitet wird, und die bei der Zugabe von Erdalkalim#aterial erhaltene breiartige Masse bei einer Temperatur gehalten wird, bei der sie noch flüssig ist, bis mit der Zugabe &s Alkohols begonnen wird. 8. Verfahren nach Anspruch i bis 7, da-durch gekennzeichnet, daß das aus dem Alkoholextrakt gewonnene Glycerin einer weiteren Reinigungsbehandlung unterworfen wird, beispielsweise mit einem basisch-en Lösungsmittel bzw. durch Herstellung eiver Anilinlösung des Glycerins, aus der das gereinigte Glycerin durch Waschen mit Wasser extrahiert wird.
DEP3410A 1941-06-09 1949-07-03 Verfahren zur Herstellung von Glyzerin durch Gaerung Expired DE845488C (de)

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